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In der 33. Folge des Podcasts «Bildungsreise» reist Damian nach Bern und trifft Barbara Studer. Die Neurowissenschaftlerin und Lehrbeauftragte an der Universität Bern ist Mitgründerin und CEO von Hirncoach und Autorin des Buches «Hirnpower». Gemeinsam gehen sie den Fragen nach, wie sich das Gehirn von Kindern und Jugendlichen entwickelt, welche Lernstrategien tatsächlich funktionieren und was es braucht, damit Lernen gut gelingen kann.
Unser Gehirn ist kein fertiges Organ, sondern verändert sich dank seiner Neuroplastizität ein Leben lang und passt sich an das an, was wir lernen, erleben und tun. Besonders viel passiert in der Kindheit und Jugend. In der Pubertät gleicht das Gehirn einer Grossbaustelle: Während Belohnungs- und Emotionssysteme bereits sehr aktiv sind, entwickeln sich jene Bereiche, die für Selbstregulation, Impulskontrolle und vorausschauendes Planen zuständig sind, noch weiter. Jugendliche brauchen deshalb Freiräume und Möglichkeiten, eigene Erfahrungen zu sammeln, gleichzeitig aber auch Orientierung, verlässliche Leitplanken und tragfähige Beziehungen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die Frage, wie Stress und Leistungsdruck das Lernen beeinflussen. Kurzfristiger Stress kann aktivieren, anhaltender oder zu starker Stress hingegen das konzentrierte Denken und Lernen erschweren. Umso wichtiger sind Erholung, Schlaf und das Gefühl, Herausforderungen bewältigen zu können. Barbara erklärt, weshalb Selbstwirksamkeit eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lernen ist und warum Erwachsene Kinder darin bestärken sollten, Schwierigkeiten Schritt für Schritt zu meistern.
Im Gespräch nehmen Barbara und Damian auch bekannte Lernmythen unter die Lupe: Kann man im Schlaf lernen? Helfen Bewegung, Handschrift oder Musik? Und ist Auswendiglernen in Zeiten von KI noch sinnvoll? Dabei zeigt sich, dass erfolgreiches Lernen vor allem aktives Lernen bedeutet. Statt Inhalte immer wieder nur durchzulesen, hilft es, Wissen aktiv aus dem Gedächtnis abzurufen, sich selbst zu testen, Zusammenhänge herzustellen und unterschiedliche Sinne einzubeziehen. Auch Schlaf spielt eine wichtige Rolle: Neue Inhalte lassen sich zwar nicht einfach im Schlaf lernen, Gelerntes wird während des Schlafens jedoch gefestigt.
Zum Schluss richtet sich der Blick auf die Bedingungen, die unser Gehirn für gutes Lernen braucht. Neben Schlaf, Erholung und Bewegung spielen Neugier, Sinnhaftigkeit und positive Emotionen eine wichtige Rolle beim Lernen. Auch der Umgang mit Smartphones und Social Media wird thematisiert. Barbara plädiert insbesondere bei Kindern und Jugendlichen für einen bewussten und klar begrenzten Umgang mit digitalen Medien und dafür, sie bei der Selbstregulation nicht allein zu lassen.
Ein zentrales Thema zieht sich dabei durch die gesamte Folge: Beziehungen. Kinder und Jugendliche brauchen Menschen, bei denen sie sich sicher, gesehen und ernst genommen fühlen. Tragfähige Beziehungen unterstützen die Stressregulation und schaffen eine wichtige Grundlage für Lernen und Entwicklung.
Eine lehrreiche Folge darüber, wie Lernen gelingt und was unser Gehirn dafür braucht. Eine Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
Der Podcast ist und bleibt unabhängig und wird von mir unentgeltlich in meiner Freizeit produziert. Wenn du meine Arbeit schätzt, freue ich mich über deine freiwillige Unterstützung. Herzlichen Dank!
Der letzte Live-Podcast des Jahres findet am 5. November in Zürich statt. Alle Infos sowie Tickets findest du hier:
Mehr über Barbara Studer, die Angebote von Hirncoach sowie das Buch «Hirnpower» findest du hier:
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Die Musik wurde speziell von Singer/Songwriter Tobias Jensen für diesen Podcast komponiert.
In dieser Folge des Podcasts «Bildungsreise» spricht Damian mit Monika Waldis und Rolf Gollob über politische und demokratische Bildung. Monika Waldis leitet das Zentrum Politische Bildung und Geschichtsdidaktik der PH FHNW am Zentrum für Demokratie Aarau. Rolf Gollob beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Demokratie- und Menschenrechtsbildung, engagiert sich als Experte für den Europarat und ist Mitglied der Schweizerischen UNESCO-Kommission. Gemeinsam gehen sie den Fragen nach, weshalb Demokratie gelernt werden muss, welche Rolle die Schule dabei spielt und wie Kinder und Jugendliche Demokratie im Schulalltag tatsächlich erleben können.
Ausgangspunkt sind Entwicklungen, die nachdenklich stimmen: Demokratische Werte geraten weltweit unter Druck. Monika zeigt auf, wie Polarisierung, Desinformation, autoritäre Tendenzen und schwindendes Vertrauen in Institutionen demokratische Gesellschaften herausfordern. Rolf betont dabei: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – sie muss von jeder Generation neu gelernt, ausgehandelt und gelebt werden. Auch soziale Medien, künstliche Intelligenz und Algorithmen stellen die politische und demokratische Bildung vor neue Herausforderungen.
Im Gespräch wird deutlich, dass politische Bildung weit mehr ist als Staatskunde. Rolf beschreibt Demokratie als Herrschafts-, Gesellschafts- und Lebensform. Kinder und Jugendliche brauchen deshalb nicht nur politisches Wissen, sondern auch demokratische Kompetenzen: kritisch denken, argumentieren, unterschiedliche Perspektiven aushalten, Kompromisse finden und Verantwortung übernehmen. Orientierung bietet der Referenzrahmen für Demokratiekompetenzen des Europarats, das sogenannte «Schmetterlingsmodell». Er verbindet vier Bereiche: Werte, Einstellungen, Fähigkeiten sowie Wissen und kritisches Denken.
Eine zentrale Rolle spielt die Schule als Lern- und Lebensort. Monika macht deutlich, dass Demokratiebildung nicht allein Aufgabe einzelner Fächer ist, sondern sich in der gesamten Schul- und Unterrichtskultur zeigt. Entscheidend ist, ob Schülerinnen und Schüler erleben, dass ihre Meinung zählt, sie fair behandelt werden, Konflikte gemeinsam ausgehandelt werden und sie tatsächlich mitgestalten können. Schule bereitet damit nicht nur auf das Leben in einer Demokratie vor – sie ist selbst ein Ort, an dem Demokratie gelebt werden kann.
Eine besondere Verantwortung tragen die Lehrpersonen. Orientierung bietet der Beutelsbacher Konsens: Kontroverse Themen sollen auch kontrovers behandelt werden, Schülerinnen und Schüler dürfen nicht von der Meinung der Lehrperson überwältigt werden und sollen sich ein eigenes Urteil bilden können. Monika und Rolf zeigen zugleich auf, dass parteipolitische Neutralität nicht Wertneutralität bedeutet. Demokratische Grundwerte und Menschenrechte bilden den gemeinsamen Rahmen.
Im letzten Teil wird es praktisch: Klassenrat, Kinder- und Schulparlament, Schulversammlungen und gemeinsam ausgehandelte Regeln können Demokratie unmittelbar erfahrbar machen. Klar wird, dass Partizipation und Mitbestimmung dabei echt sein müssen. Wenn Kinder diskutieren und abstimmen dürfen, die Lehrpersonen am Ende aber ohnehin entscheiden, entsteht Scheinpartizipation. Demokratiebildung bedeutet deshalb auch, Verantwortung abzugeben und Kindern zuzutrauen, Entscheidungen tatsächlich mitzugestalten.
Eine bedeutsame Folge darüber, wie Demokratie in der Schule gelebt werden kann und warum sie dort beginnt, wo Kinder mitreden, mitentscheiden und Verantwortung übernehmen. Eine Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
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In den kommenden Wochen und Monaten erwarten dich zwei weitere Live-Podcasts. Alle Infos sowie Tickets für die Shows in Luzern und Zürich findest du hier:
Mehr über Monika Waldis, Rolf Gollob und die erwähnten Angebote und Grundlagen findest du hier:
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In der neusten Folge des Podcasts «Bildungsreise» spricht Damian mit Stephan Kälin. Der Fachpsychologe für Kinder- und Jugendpsychologie FSP beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schulabsentismus. Gemeinsam gehen sie den Fragen nach, weshalb immer mehr Kinder und Jugendliche der Schule fernbleiben, welche Ursachen dahinterstecken, wie sich erste Warnsignale erkennen lassen und weshalb Schule, Eltern und Fachpersonen das Problem nur gemeinsam lösen können.
Im Gespräch wird deutlich, dass Schulabsentismus weit mehr ist als Schulschwänzen. Hinter dem Fernbleiben stehen häufig Ängste, psychische Belastungen, Mobbing, familiäre Herausforderungen oder eine fehlende Passung zwischen Kind und Schule. Wer nur auf die Absenz schaut, übersieht oft die eigentlichen Ursachen. Stephan Kälin plädiert deshalb dafür, von schulvermeidendem Verhalten zu sprechen und genau hinzuschauen, statt vorschnell auf fehlende Motivation oder Faulheit zu schliessen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Folge sind die vier Formen von Schulabsentismus: Schulphobie, Schulangst, Schulverweigerung und das Fernhalten durch die Eltern. Obwohl sie sich nach aussen ähnlich zeigen können, unterscheiden sie sich grundlegend in ihren Ursachen und benötigen unterschiedliche Formen der Unterstützung.
Besonders hilfreich ist die 3-6-Regel: Hat ein Kind innerhalb von sechs Schulwochen drei nicht zusammenhängende Absenzen, sollte die Situation unbedingt genauer abgeklärt werden – unabhängig davon, ob die Absenzen entschuldigt sind oder nicht. Schulabsentismus entsteht meist schleichend. Bauch- oder Kopfschmerzen, Schlafprobleme, häufige Fehlzeiten oder zunehmende Widerstände vor dem Schulbesuch können frühe Warnsignale sein. Je früher gehandelt wird, desto grösser ist die Chance, eine Chronifizierung zu verhindern.
Ein zentrales Thema der Folge ist die psychologische Sicherheit. Kinder brauchen tragfähige Beziehungen, das Gefühl dazuzugehören und eine Schule, in der sie sich sicher fühlen. Gute Beziehungen zu Lehrpersonen, ein positives Klassenklima sowie Anerkennung und Selbstwirksamkeit gehören zu den wichtigsten Schutzfaktoren gegen Schulabsentismus.
Immer wieder betont Stephan Kälin, dass Schulabsentismus ein Problem ist, das niemand alleine lösen kann. Erfolgreiche Prävention und Intervention gelingen nur, wenn Eltern, Schule, Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und weitere Fachpersonen eng zusammenarbeiten. Entscheidend ist, früh zu handeln: Statt auf eine Besserung zu hoffen, gilt es, die Ursachen sorgfältig zu klären und die Rückkehr in den Schulalltag gezielt zu begleiten. Denn je länger ein Kind der Schule fernbleibt, desto schwieriger wird der Wiedereinstieg.
Eine differenzierte Folge darüber, warum Kinder der Schule fernbleiben, weshalb frühes Erkennen entscheidend ist und wie gemeinsames Handeln den Weg zurück in den Schulalltag erleichtert. Eine Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
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Im Herbst erwarten dich zwei weitere Live-Podcasts. Alle Infos sowie Tickets für die Shows in Luzern und Zürich findest du hier:
Mehr über Stephan Kälin, den Leitfaden und weitere Fachinformationen findest du hier:
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In dieser Bonusfolge des Podcasts «Bildungsreise» spricht Damian mit vier der bekanntesten Teachfluencerinnen der Schweiz: Isabelle «f.r.a.u.l.e.h.r.e.r.i.n», Sabrina «schulgefunkel», Ariane «a_teachers_lifestyle» und Sabrina «leh.re.rin». Gemeinsam gehen sie der Frage nach, was es bedeutet, als Lehrperson auf Social Media sichtbar zu sein.
Im ersten Teil erzählen die vier, wie ihre Accounts entstanden sind und weshalb sie ihren Schulalltag öffentlich machen. Was als Austausch von Unterrichtsideen begann, entwickelte sich zu einer grossen Community von Lehrpersonen im deutschsprachigen Raum. Im Zentrum steht das «Instakollegium»: ein digitales Lehrpersonenzimmer, in dem Ideen, Materialien und Erfahrungen geteilt werden. Ausserdem sprechen sie darüber, wie sich Social Media in den letzten zehn Jahren verändert hat.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage nach Authentizität. Die Influencerinnen sprechen offen darüber, dass Datenschutz, Persönlichkeitsrechte sowie der Schutz der Schülerinnen und Schüler klare Grenzen setzen. Sie reflektieren auch den Vorwurf, auf Instagram, TikTok und Co. würden vor allem die «perfekten» Momente gezeigt. Zwischen authentischen Einblicken und verantwortungsvollem Handeln entsteht dadurch ein Spannungsfeld, das sie täglich neu ausbalancieren müssen.
Auch der Umgang mit Reichweite wird thematisiert. Viele Follower:innen bedeuten Sichtbarkeit, Einfluss und die Möglichkeit, Lehrpersonen zu inspirieren sowie Kooperationen mit Unternehmen einzugehen. Gleichzeitig sprechen die vier offen über Leistungsdruck, Algorithmen, Vergleiche, Hate im Netz und den bewussten Umgang mit den eigenen Grenzen. Dabei wird deutlich, dass Likes, Kommentare und persönliche Rückmeldungen für sie weit mehr sind als Zahlen – sie sind ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung und stärken den Zusammenhalt innerhalb der Community.
Auch Kooperationen und Unterrichtsmaterialien bilden einen weiteren Schwerpunkt. Die Teachfluencerinnen geben ehrliche Einblicke in die Zusammenarbeit mit Unternehmen, bezahlte Partnerschaften und ihre persönlichen Grenzen. Sie zeigen, weshalb Glaubwürdigkeit wichtiger ist als kurzfristige Einnahmen und dass ihre Tätigkeit auf Social Media weit mehr umfasst als das Veröffentlichen von Beiträgen: Hinter jedem Post stecken viele Stunden Planung, Produktion und Kommunikation.
Im zweiten Teil richtet sich der Blick auf den Schulalltag. Die vier sprechen darüber, wie Schulleitungen, Kollegien, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler auf ihre Präsenz in den sozialen Medien reagieren. Sie erzählen, welche Verantwortung öffentliche Lehrpersonen tragen, welche Regeln sie sich beim Umgang mit Bildern und Inhalten aus dem Schulzimmer auferlegen und welche Chancen Social Media für den Lehrberuf bietet.
Zum Abschluss blicken die vier über Social Media hinaus auf Schule und Bildung. Sie sprechen über aktuelle Herausforderungen im Lehrberuf, den Wandel der Schule und ihre Wünsche für die Schule von morgen.
Eine ehrliche, persönliche und differenzierte Folge, die zeigt, dass hinter jedem Account ein Mensch steht – mit Leidenschaft für Bildung, aber auch mit Zweifeln, Grenzen und Verantwortung. Eine Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
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Im Herbst erwarten dich zwei weitere Live-Podcasts. Alle Infos sowie Tickets für die Shows in Luzern und Zürich findest du hier:
Mehr Informationen über die vier Teachfluencerinnen sowie ihre Materialien und Angebote findest du hier:
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In der 30. Folge des Podcasts «Bildungsreise» reist Damian nach Zofingen und trifft Philippe Hollenstein. Der ehemalige Schulsozialarbeiter ist heute Berater für hochsensible Menschen, Autor und Experte für Hochsensibilität. Gemeinsam mit seiner Partnerin Bianca Braun führt er eine eigene Praxis und hostet den Podcast «Sensibel hoch 2». Philippe und Damian gehen den Fragen nach, was Hochsensibilität bedeutet, wie sie sich bei Kindern zeigt und weshalb ein besseres Verständnis im Familien- und Schulalltag so wichtig ist.
Hochsensibilität ist keine Krankheit und keine Diagnose, sondern ein angeborenes Temperaments- bzw. Persönlichkeitsmerkmal. Menschen mit hoher Sensitivität nehmen Reize aus ihrer Umwelt und aus ihrem Inneren intensiver wahr und verarbeiten sie besonders tief. Schätzungen zufolge sind rund 20 bis 30 Prozent der Menschen hochsensibel. Gleichzeitig ist Hochsensibilität ein Thema, das wissenschaftlich weiterhin diskutiert wird.
Im Gespräch wird deutlich, wie unterschiedlich sich Hochsensibilität zeigen kann. Jedes Kind erlebt und verarbeitet Reize auf seine eigene Weise. Dennoch lassen sich sechs Merkmale beschreiben, die für Hochsensibilität typisch sind: eine ausgeprägte Feinwahrnehmung, eine tiefe Verarbeitung von Eindrücken, soziale Feinfühligkeit, eine erhöhte Anfälligkeit für Überstimulation, eine ausgeprägte emotionale Reaktionsstärke sowie eine besondere Empfänglichkeit für Schönes. Gerade im Schulalltag können Lärm, grosse Gruppen, Zeitdruck oder soziale Spannungen für hochsensible Kinder schnell zur Herausforderung werden.
Ein weiterer Schwerpunkt der Folge sind die Vorurteile rund um Hochsensibilität. Hochsensible Menschen gelten oft als «zu empfindlich», wenig belastbar oder besonders verletzlich. Philippe erklärt, weshalb dieses Bild zu kurz greift. Denn in der feinen Wahrnehmung liegen auch grosse Stärken – etwa Empathie, Kreativität, ein ausgeprägtes Gespür für andere Menschen oder die Fähigkeit, Zusammenhänge differenziert zu erkennen. Viele hochsensible Kinder versuchen zudem, sich möglichst anzupassen und ihre Überforderung zu verbergen. Gerade deshalb bleiben ihre Bedürfnisse im Alltag oft unbemerkt.
Auch die Frage nach einer Abklärung wird thematisiert. Hochsensibilität lässt sich nicht medizinisch diagnostizieren. Selbsttests können Hinweise geben und entlastend wirken, ersetzen aber keine fachliche Einordnung. Entscheidend ist deshalb nicht ein Etikett, sondern ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse eines Kindes. Dabei wird auch deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule ist: Beide erleben ein Kind oft unterschiedlich – erst gemeinsam entsteht ein vollständigeres Bild.
Zum Schluss richtet sich der Blick auf den Familien- und Schulalltag. Hochsensible Kinder brauchen Erwachsene, die ihre Wahrnehmung ernst nehmen und ihre Reaktionen nicht vorschnell als Übertreibung abtun. Rückzugsmöglichkeiten, ausreichend Erholung, verlässliche Beziehungen und Strategien zur Selbstregulation können helfen, Überforderung vorzubeugen und die Stärken hochsensibler Kinder zu entfalten.
Eine einfühlsame Folge darüber, wie Verständnis, Beziehung und ein offener Blick Kindern helfen können, ihre Sensibilität als Stärke zu entdecken. Eine Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
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Mehr über Philippe Hollenstein, Bianca Braun und ihre Angebote rund um Hochsensibilität findest du hier:
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In der fünften Live-Show des Podcasts «Bildungsreise» diskutiert Damian im Casino Bern mit drei profilierten Stimmen aus Bildung, Politik und Inklusion: Franziska Roth, Ständerätin, ehemalige Heilpädagogin und Präsidentin der Stiftung Denk an mich, Saphir Ben Dakon, Inklusions- und Kommunikationsexpertin sowie Vizepräsidentin von Agile, und Manuel C. Widmer, Primarlehrer, Grossrat und Präsident von Bildung Bern. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, wie inklusiv unsere Schulen tatsächlich sind – und was es braucht, damit Teilhabe für alle Kinder gelingen kann.
Zum Auftakt spannt Damian den Bogen von der historischen Separation hin zur heutigen Inklusionsbewegung. Er erinnert an die UNESCO-Erklärung von Salamanca, das Behindertengleichstellungsgesetz und die UNO-Behindertenrechtskonvention. Die Grundidee ist klar: Nicht die Kinder sollen sich dem System anpassen, sondern das System den Kindern. Genau hier beginnen die Herausforderungen der Umsetzung.
Franziska Roth macht deutlich, dass Inklusion mit einer Haltung beginnt: Jedes Kind gehört dazu und hat ein Recht auf Bildung und Teilhabe. Kritisch sieht sie, dass politische Debatten oft von Kostenfragen dominiert werden, während die Bedürfnisse der Kinder in den Hintergrund geraten. Gleichzeitig fordert sie mehr Vertrauen in die Professionalität und Fachkompetenz der Lehrpersonen sowie in die Erkenntnisse der Bildungsforschung.
Saphir Ben Dakon schärft die Begriffe: Während Integration einzelne Kinder in bestehende Strukturen einbindet, versteht sie Inklusion als Auftrag an das gesamte Bildungssystem. Die Schweiz habe weniger ein Wissens- als ein Umsetzungsproblem. Kritisch sieht sie die parallelen Systeme von Regel- und Sonderschulen, die Ressourcen binden und echte Inklusion erschweren. Ebenso problematisch sei die Tendenz, Menschen mit Behinderungen für die Überforderung des Systems verantwortlich zu machen, anstatt strukturelle Defizite in den Blick zu nehmen.
Manuel C. Widmer bringt die Perspektive aus dem Klassenzimmer ein. Als Lehrer kennt er die Chancen, aber auch die Grenzen integrativer Bildung. Er beschreibt einen Schulalltag, der von zunehmender Heterogenität, Fachkräftemangel und steigenden Anforderungen geprägt ist. Für ihn steht fest: Inklusion kann gelingen – braucht aber ausreichend Ressourcen, qualifizierte Fachpersonen und tragfähige Rahmenbedingungen.
Eindrücklich sind auch die persönlichen Erfahrungen, die im Verlauf des Abends geteilt werden. Camilla Bischofberger, Mediensprecherin von Pro Infirmis, erzählt von ihrer Schulzeit mit einer körperlichen Behinderung und davon, wie sie lange versuchte, möglichst nicht aufzufallen. Erst als Erwachsene erkannte sie, wie wichtig der Austausch mit anderen Menschen mit Behinderungen ist. Ihre Geschichte zeigt, dass Inklusion weit mehr bedeutet als Barrierefreiheit – nämlich Zugehörigkeit, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe.
Musikalisch begleitet wird der Abend von Jeremi, einem jungen Pianisten mit Trisomie 21, sowie seinen Geschwistern Johanna und Silas. Sein beeindruckender Weg führte von einer schwierigen medizinischen Vorgeschichte zu internationalen Konzertauftritten und Auszeichnungen. Er macht sichtbar, welches Potenzial sich entfalten kann, wenn Menschen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.
Zum Schluss wird deutlich: Inklusion ist weit mehr als eine schulische Frage. Sie betrifft auch den Arbeitsmarkt, die Politik und letztlich unser gesellschaftliches Zusammenleben. Die Podiumsgäste sind sich einig, dass Inklusion Zeit, Ressourcen und politische Verantwortung braucht. Vor allem aber braucht sie die Überzeugung, dass Vielfalt kein Hindernis, sondern eine Bereicherung für alle ist.
Tauche ein in diese vielschichtige Diskussion über Teilhabe, Gerechtigkeit und das Menschenbild unserer Gesellschaft. Eine wertvolle Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
Die aufgezeichnete Live-Show findest du auch als Video inkl. Untertitelung auf YouTube:
Im Herbst erwarten dich zwei weitere Live-Podcasts. Alle Infos sowie Tickets für die Shows in Luzern und Zürich findest du hier:
Mehr über die vier Gäste erfährst du hier:
Mehr zu Jeremis Geschichte, dem Engagement der Stiftung Denk an mich und den Angeboten von PluSport findest du hier:
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In dieser Folge des Podcasts «Bildungsreise» spricht Damian mit Björn Maurer, Dozent für Medien und Informatik an der Pädagogischen Hochschule Thurgau, sowie mit Fabian Egger, MakerTeacher in Weinfelden, über Maker Education. Im Zentrum steht die Frage, wie Kinder durch eigenes Ausprobieren, Tüfteln und Gestalten lernen können.
Im ersten Teil erklärt Björn Maurer, dass Making weit mehr ist als Arbeiten mit Technik oder 3D-Druckern. Im Zentrum steht ein «Maker-Mindset»: Kinder entwickeln eigene Ideen, probieren aus, dürfen Fehler machen und erleben dadurch Selbstwirksamkeit. Maker Education verbindet Kreativität, Problemlösen und intrinsische Motivation. Gleichzeitig wird deutlich: Entscheidend sind nicht teure Geräte, sondern eine offene Lernkultur und die Bereitschaft, Kindern Verantwortung zu übertragen. Making soll Kinder dazu befähigen, Ideen zu entwickeln, Probleme kreativ anzugehen und ihre Umwelt aktiv mitzugestalten. So werden wichtige Future Skills bzw. Zukunftskompetenzen wie Kreativität, Kollaboration, Eigeninitiative und Problemlösefähigkeit gestärkt.
Orientierung für das Gespräch bieten die sechs Schritte aus «Making und Schule». Das Praxishandbuch zeigt auf, wie Schulen von der ersten Idee bis zu einem MakerSpace und einer gelebten Making-Kultur gelangen können. Gemeinsam sprechen Damian und Björn über die ersten Phasen – vom Starten und Planen bis hin zum Konzipieren von Making an Schulen. Dabei wird klar, dass Maker Education weit über einen einzelnen Raum hinausgeht und als Schulentwicklungsthema verstanden werden muss. Ein MakerSpace ist nicht einfach ein Technikraum, sondern eine offene Lernumgebung für kreatives und eigenständiges Lernen. Damit Making gelingen kann, braucht es engagierte Lehrpersonen, Unterstützung durch die Schulleitung und eine Kultur, in der Fehler als wertvoller Teil des Lernprozesses verstanden werden.
Im zweiten Teil reist Damian an die Schulen Weinfelden und besucht dort ihren MakerSpace. Gemeinsam mit Fabian Egger spricht er über die weiteren Phasen: das konkrete Umsetzen, Unterrichten und Weiterentwickeln von Making im Schulalltag. Fabian beschreibt, wie aus einer ersten Idee Schritt für Schritt ein Lernort entstand. Gleichzeitig zeigt er, wie sich die Rolle der Lehrperson verändert: weg von der klassischen Wissensvermittlung hin zur Lernbegleitung. MakerTeacher und Lehrpersonen geben Impulse, unterstützen Prozesse und schaffen eine Umgebung, in der Kinder Selbstwirksamkeit erleben können.
Besonders eindrücklich sind die Stimmen der Kinder, die von Freiheit, Kreativität und Freude erzählen. Sie erleben den MakerSpace als Ort, an dem sie Ideen umsetzen, Neues ausprobieren und auch scheitern dürfen – ohne dass sofort das perfekte Ergebnis im Vordergrund steht.
Die Folge zeigt, wie Making Schule verändern kann: weg von reiner Wissensvermittlung hin zu aktivem, kreativem und handlungsorientiertem Lernen. Eine inspirierende Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
Mehr Informationen über Björn Maurer, die beiden MakerSpaces und das Praxishandbuch «Making und Schule» findest du hier:
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In dieser Bonusfolge von «Bildungsreise» richtet Damian den Blick über die Landesgrenzen hinaus – zu den Schweizerschulen im Ausland. Zwischen Bern und Barcelona geht er den Fragen nach, was diese Schulen heute prägt und welche Bedeutung die Schweizer Bildung im Ausland hat.
Im ersten Teil spricht Damian mit Heinz Rhyn, Präsident von educationsuisse. Er zeigt auf, wie die Schulen historisch entstanden sind: Was einst als Bildungsangebot für Kinder von Auslandschweizer:innen begann, ist heute ein internationales Netzwerk mit 17 anerkannten Schulen weltweit. Sie verbinden den Schweizer Lehrplan mit lokalen Gegebenheiten und schaffen Lernorte, an denen unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen. Dabei wird deutlich: Die Schulen sind Privatschulen im Ausland und gleichzeitig stark geprägt von einer «Swissness», die sich in Qualität, Werten und Abschlüssen zeigt. Sie ermöglichen Bildungschancen, fördern kulturelles Verständnis und wirken als Brücke zwischen Ländern und Kulturen.
Im zweiten Teil spricht Damian mit Pascal Affolter, Direktor der Schweizer Schule Barcelona. Er beschreibt die Schule als internationale Quartierschule mit starkem Schweizer Kern. Besonders prägend ist die konsequente Mehrsprachigkeit: Die Schüler:innen lernen fünf Sprachen und bewegen sich selbstverständlich zwischen verschiedenen Kulturen. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Leitung einer solchen Schule weit über Pädagogik hinausgeht und auch Management, Marketing sowie strategische Entwicklung umfasst. Die Schulen profitieren von grosser Flexibilität und Innovationskraft, etwa bei Tagesschulmodellen oder neuen Lernformen. Für die Schweiz entsteht dabei ein klarer Mehrwert: Absolvent:innen, die sprachlich und kulturell bestens vorbereitet sind und später in der Schweiz studieren oder arbeiten.
Ein eindrücklicher Einblick gelingt über die Stimmen der Kinder und Lehrpersonen aus Barcelona. Sie berichten von Mehrsprachigkeit, kultureller Vielfalt und einem Schulalltag, der sich spürbar von lokalen Systemen unterscheidet. Schule wird hier oft als Privileg erlebt – und als Ort, der Türen zur Welt öffnet.
Im letzten Teil gibt Laura Küttel persönliche Einblicke in ihre ersten Monate als Klassenlehrerin in Barcelona. Sie spricht über den Bewerbungsprozess, das Ankommen in einem neuen Land und die Herausforderungen im Alltag. Besonders prägend sind für sie die interkulturellen Erfahrungen, die Zusammenarbeit im Team und der bewusste Umgang mit Sprache im Unterricht. Gleichzeitig wird deutlich: Der Schritt ins Ausland erfordert Offenheit, Flexibilität und Mut – wird aber mit wertvollen Erfahrungen und persönlichem Wachstum belohnt.
Tauche in diese vielseitige Folge ein, die zeigt, wie Schweizerschulen im Ausland Kulturen und Perspektiven miteinander verbinden und Brücken bauen – und welche Chancen daraus für Kinder und Lehrpersonen entstehen. Eine wertvolle Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
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In dieser Folge des Podcasts «Bildungsreise» spricht Damian mit Anuschka Meier-Wyder, Dozentin an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) in Zürich und Expertin für Begabungs- und Begabtenförderung (BBF). Gemeinsam diskutieren sie, wie Schulen die Stärken und Potenziale von Kindern erkennen und gezielt fördern können – und warum dieses Thema immer noch zu wenig konsequent umgesetzt wird.
Im ersten Teil macht Anuschka deutlich: Begabungsförderung betrifft alle Kinder, denn jedes Kind bringt Fähigkeiten und Potenziale mit. Begabtenförderung richtet sich an jene mit besonders ausgeprägten Stärken, die zusätzliche kognitive Anregung brauchen. Beide Ansätze sind Teil des Bildungsauftrags und eng mit einer inklusiven, kompetenzorientierten Schule verbunden.
Im Gespräch wird klar: Entscheidend ist ein Verständnis von Begabung als Potenzial – nicht als sichtbare Leistung. Damit sich dieses entfalten kann, braucht es gezielte Lernangebote sowie Lehr- und Fachpersonen, etwa schulische Heilpädagog:innen, die genau hinschauen. Gleichzeitig zeigt sich im Schulalltag ein Spannungsfeld: Themen wie Verhalten oder Lernschwierigkeiten stehen oft im Vordergrund, während leistungsstarke Kinder als «selbstlaufend» gelten – ein Trugschluss.
Im Zentrum stehen die Ergebnisse einer schweizweiten Erhebung zur Begabungs- und Begabtenförderung. Sie zeigen: An vielen Schulen ist das Thema noch nicht systematisch verankert. Es fehlt an Wissen, geeigneten Instrumenten und klaren Konzepten zur Identifikation und Förderung. Begabung wird häufig über Noten oder Abklärungen definiert, wodurch viele Kinder unentdeckt bleiben. Gleichzeitig werden Weiterbildungen wenig genutzt, Zuständigkeiten sind oft unklar, und Förderung wird an Einzelpersonen delegiert, statt als gemeinsame Aufgabe verstanden. Auch erhalten leistungsstarke Kinder seltener individuelle Förderziele, obwohl sie ebenso darauf angewiesen sind.
Im letzten Teil der Folge geht es um konkrete Möglichkeiten der Begabungs- und Begabtenförderung – von differenzierten Lernangeboten im Unterricht über Pull-out-Programme bis hin zu Massnahmen wie Enrichment, Compacting oder Akzeleration. Deutlich wird: Es gibt engagierte Ansätze, doch in der Breite fehlt es an Verbindlichkeit und an einer nachhaltigen Verankerung.
Eine Folge über verborgene Stärken und Potenziale, die entdeckt werden wollen – und darüber, wie Förderung gelingen kann. Eine (Entdeckungs-)Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
Mehr über Anuschka Meier-Wyder sowie Weiterbildungen und weiterführende Informationen zum Thema Begabungs- und Begabtenförderung findest du hier:
Der LISSA-Preis zeichnet Projekte und Initiativen aus, die sich für die Förderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher engagieren und innovative Wege in der Begabungsförderung gehen. Weitere Informationen zum Wettbewerb und zur Bewerbung findest du unter:
In den kommenden Monaten erwarten dich drei weitere Live-Podcasts. Infos und Tickets zur zweiten Show in Bern zum Thema Inklusion findest du hier:
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In der vierten Live-Show des Podcasts «Bildungsreise» diskutiert Damian mit drei ausgewiesenen Expert:innen auf der Bühne der Aschbachhalle in Aarau: Margrit Stamm, emeritierte Professorin für Erziehungswissenschaften, Jörg Berger, Schulleiter, Vorstandsmitglied des VSLCH und Vizepräsident von proEdu, sowie Roger Stiel, langjähriger Schulleiter in Spreitenbach und Berater Allianz Chance+. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, wie gerecht unser Bildungssystem ist – und wo es soziale Ungleichheiten eher verstärkt als ausgleicht.
Zum Auftakt stellt Damian eine verbreitete Annahme infrage: dass Fleiss und Wille allein über Bildungserfolg entscheiden. Studien zeigen, dass Herkunft, Ressourcen und Erwartungen oft stärker wirken als individuelle Leistung. Damit ist der Rahmen für eine differenzierte Diskussion gesetzt.
Margrit Stamm schärft zunächst die Begriffe: Chancengleichheit meint gleiche Bedingungen, Chancengerechtigkeit die passende Unterstützung für jedes Kind. Bildungsgerechtigkeit richtet den Blick auf die Wirkung – also darauf, ob Kinder ihr Potenzial tatsächlich entfalten können. Ein gemeinsames Verständnis fehlt jedoch oft, was die Debatte zusätzlich erschwert.
Jörg Berger zeigt, wie früh Ungleichheit entsteht: häufig schon vor Schuleintritt – und sie sich an jedem Übergang verstärkt. Elternhaus, Herkunft und Erwartungen prägen Bildungswege über Generationen hinweg.
Roger Stiel bringt die Perspektive aus dem Schulalltag ein. Seine Erfahrung: Entscheidend ist der Blick auf das einzelne Kind. Schule kann Ungleichheit ausgleichen – vorausgesetzt, es gibt genügend Ressourcen, Erfahrung und stabile Teams. Gleichzeitig wird deutlich, wie anspruchsvoll die Realität im Klassenzimmer geworden ist.
Auch die Stimmen der Kinder berühren: Sie sprechen über Fleiss und Eigenverantwortung, benennen aber ebenso Unterschiede im Elternhaus, in der Sprache und bei den finanziellen Möglichkeiten.
Musikalisch begleitet wird der Abend von Šuma Čovjek. Die Band verbindet Sprachen und Kulturen mühelos, singt in Französisch, Arabisch und Kroatisch und schafft mit Songs wie «Bouge ton coeur», «Mira» und «Med du Miel» besondere Momente. Frontmann Ivica Petrušić erzählt im Gespräch von seiner Flucht in die Schweiz mit 14 Jahren – und von Lehrpersonen, die seinen Weg entscheidend geprägt haben. Gleichzeitig erlebt er in der Arbeit mit Jugendlichen, wie stark Herkunft und familiäre Bedingungen Bildungschancen weiterhin beeinflussen.
Zum Schluss richtet sich der Blick nach vorn: Mehr Bildungsgerechtigkeit braucht differenzierte Förderung, neue Bewertungsansätze und ausreichend Ressourcen – vor allem aber ein gemeinsames Verständnis davon, was gerechte Bildung bedeutet.
Können. Müssen. Dürfen. Drei Worte, die laut Margrit Stamm eine zentrale Rolle spielen, wenn es darum geht, Kinder in ihrer Entwicklung zu stärken. Sie fasst sie in drei einfache, wirkungsvolle Sätze: «Du kannst etwas erreichen, wenn du dich anstrengst. Du musst dir Ziele setzen. Und du darfst deine Wünsche äussern.»
Die Diskussion zeigt, wie vielschichtig das Thema ist: Die zahlreichen Facetten von Bildungs(un)gerechtigkeit lassen sich oft nur kursorisch streifen. Dennoch gelingt es den profilierten Stimmen auf der Bühne immer wieder, das Publikum mit prägnanten Gedanken und persönlichen Erfahrungen zu fesseln.
Tauche ein in diese vielschichtige Diskussion, die zeigt: Bildungsgerechtigkeit ist kein fixer Zustand, sondern ein fortlaufender Prozess – und eine gemeinsame Aufgabe für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
Die aufgezeichnete Live-Show findest du auch als Video auf YouTube:
In den kommenden Monaten erwarten dich drei weitere Live-Podcasts. Infos und Tickets zur zweiten Show in Bern zum Thema Inklusion findest du hier:
Mehr über die drei Gäste sowie die erwähnten Dokumente erfährst du hier:
Mehr über Šuma Čovjek erfährst du hier:
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