ERF Plus - Bibel heute

Christus – Mittler des neuen Bundes


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Das Chaos in der Werkstatt – und im Leben

Letzthin, in meiner Werkstatt, ist mir etwas passiert. Ich habe mir endlich die Zeit genommen, Ordnung zu schaffen. Da ist ein Karton mit Schrauben – ein wildes Durcheinander. Also habe ich sie alle rausgeholt und sauber sortiert. Nach Größe, nach Art – jede an ihren Platz, in eine Sortimentsbox. Das hat gedauert. Aber am Ende ist alles ordentlich. Übersichtlich. Genau so, wie ich es gern habe.

Und dann klingelt das Telefon. Ich greife zum Stift, will mir schnell etwas notieren, brauche Platz auf der Werkbank – und schiebe dabei, ohne hinzuschauen, die Sortimentsbox ein Stück zur Seite. Ein Stück zu weit. Die Box rutscht von der Werkbank – und im nächsten Moment liegt alles auf dem Boden. Alle Schrauben. Wieder ein einziges Chaos. Die ganze Sortierarbeit – umsonst. Ich stehe da und denke: Jetzt kannst du wieder von vorne anfangen.

Vielleicht kennen Sie solche Momente. Sie haben sich Mühe gegeben. Zeit investiert. Ordnung geschaffen. Und plötzlich ist alles wieder durcheinander. Und manchmal ist das nicht nur in der Werkstatt so. Sondern im Leben. Ich nehme mir etwas vor. Ich will Dinge klären, vielleicht auch Schuld wiedergutmachen. Ich bemühe mich – und dann passiert wieder etwas, das alles zurückwirft. Und ich denke: Jetzt muss ich wieder von vorne anfangen.

 

Der Tempel, die Opfer und das Problem der Wiederholung

Genau an diesem Punkt setzt unser Bibeltext aus dem Hebräerbrief an. Er beschreibt eine Zeit, in der Menschen immer wieder neu anfangen mussten. Im Tempel werden Opfer gebracht – Tag für Tag, Jahr für Jahr. Ein Zeichen dafür: Schuld ist real. Und sie trennt von Gott. Aber diese Opfer haben ein Problem: Sie sind nie endgültig. Sie müssen immer wiederholt werden. Wie die Schrauben auf dem Werkstattboden. Kaum sortiert – schon wieder alles durcheinander.

 

Jesus – der Mittler des neuen Bundes

Und dann kommt Jesus. Der Hebräerbrief sagt: Er ist der „Mittler eines neuen Bundes.“ Er bringt etwas völlig Neues: Nicht ein weiteres Opfer in einer langen Reihe – sondern das eine, entscheidende Opfer. „Ein für alle Mal“, heißt es.

Das ist der Unterschied. Bei den alten Opfern: immer wieder. Bei Jesus: ein für alle Mal. Der Text erklärt das mit einem Bild, das ich gut verstehe: Ein Testament. Ein Testament wird erst wirksam, wenn derjenige gestorben ist, der es gemacht hat. Vorher ist es nur ein Versprechen.

Mit dem Tod Jesu wird Gottes neuer Bund Wirklichkeit. Nicht voräufig. Nicht auf Zeit. Sondern verbindlich. Was bedeutet das? Es bedeutet: Sünde wird nicht nur sortiert – sie wird weggenommen. Nicht nur vorübergehend geregelt – sondern endgültig geklärt. Das ist mehr als ein guter Vorsatz. Mehr als der Versuch, es beim nächsten Mal besser zu machen. Es ist Gottes Entscheidung. Jesus ist nicht gestorben, damit ich mich noch mehr anstrenge. Sondern damit ich nicht immer wieder von vorne anfangen muss. Und dann spricht der Text noch eine ernste Wahrheit aus:

Es ist den Menschen bestimmt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.“

Unser Leben ist nicht egal. Es hat Gewicht. Aber genau hier wird deutlich, warum Jesus so entscheidend ist: Er wird wiederkommen – nicht, um noch einmal für die Sünde zu sterben, sondern um die zu retten, die auf ihn warten.

 

Die Botschaft: Du musst das nicht allein in Ordnung bringen

Zurück in meine Werkstatt. Ich stehe noch da, ein bisschen ärgerlich, ein bisschen frustriert – und dann kommt meine Tochter vorbei. Sie hat sich das angeschaut, kurz geschwiegen und dann gesagt: „Mensch Papa, reg dich nicht auf. Tu die Schrauben einfach wieder in die Schachtel – ich mach das für dich.“

Und wissen Sie was? In dem Moment ist der Ärger plötzlich nicht mehr so groß. Da ist jemand, der hilft. Der mit anpackt. Der sagt: Du musst das nicht allein wieder in Ordnung bringen.

Genau das ist die Botschaft dieses Bibeltextes – nur viel größer: Ich brauche mein Leben nicht allein „wieder sortieren“. Nicht immer wieder neu anfangen, als hinge alles von mir ab. Jesus sagt: „Gib mir das. Ich habe das schon für dich in Ordnung gebracht.“ Ein für alle Mal.

Vielleicht ist heute genau das dran: Nicht sich weiter abzumühen – sondern anzunehmen, dass da einer ist, der sagt: Ich mach das für dich.

Autor: Werner Dauner

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