Das Klima

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By Florian Freistetter, Claudia FrickNewsScienceNature
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Das Klima episodes

  • DK061 - Das Ensemble der Möglichkeiten
    …und wo bleiben die Klimakönige?

    DK061 - Das Ensemble der Möglichkeiten

    …und wo bleiben die Klimakönige?

    "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.

    In Folge 61 geht es um das “Ensemble der Möglichkeiten”. Wir schauen uns jede Menge Szenarien an, mit denen wir in Zukunft dafür sorgen können, dass weniger Treibhausgase freigesetzt werden. Wie man solche Szenarien aufstellt und analysiert und ihre Machbarkeit bewertet: Das ist Thema dieser Folge. Und wir stellen fest: Es gibt nicht nur noch die Chance auf eine gute Zukunft; wir haben sogar noch Auswahl!

    Was will Kapitel 3

    Wie gehen die Emissionen runter? Das ist die Frage, die uns alle beschäftigen sollte. Und genau solche Szenarien schauen wir uns in Kapitel 3 an. Es gibt darum, wie die langfristigen Zielen - also zum Beispiel bestimmte Erwärmungslevel der Erde - erreicht werden können. Und welche “Emissionspfade” daraus folgen und welchen “Abmilderungspfaden” wir dafür folgen müssen. Im Gegensatz zum letzten Kapitel geht es jetzt also nicht um die Emissionstrends, also die Vergangenheit, sonder num die Emissionspfade, nämlich die Zukunft.

    Wir wandeln Emissionspfade

    Erste Erkenntnis: Es gibt sehr viele Emissionspfade und ihre Zusammenstellung ist ein “Ensemble”. Oder, wie es das IPCC nennt: Ein “ensemble of opportunity”, also ein Ensemble der Möglichkeiten.

    Wir wandeln Abmilderungspfade

    Die diversen Abmilderungspfade kommen aus den unterschiedlichen Klimamodellen und - wie so oft in der Wissenschaft hat alles komische Akronyme. Daher schweifen wir ein wenig ab und tauschen uns über die Akronymbildung in der Naturwissenschaft aus. Außerdem treffen wir im Text auf Daniel Huppmann aus Folge DK002, der eine Szenario-Datenbank programmiert hat. Anschauen kann man sich sowas zum Beispiel hier. Braucht man auch, immerhin gibt es mehr als 3000 Szenarien die wissenschaftlich erforscht wurden.

    Klima MAGICC

    Bei den Szenarien ist auch jede Menge “MAGICC” involviert. Das steht für “Model for the Assessment of Greenhouse Gas Induced Climate Change” und man kann hier ein wenig zaubern üben.

    Abbbildung 3.5 zeigt uns, wie die Wahl und Analyse der Szenarien aussieht:

    Und in Tabelle 3.1 kann man sich die Auswirkung der Szenarien noch mal ansehen.

    Nach der Qualitätskontrolle bleiben noch 1202 Szenarien übrig.

    Man kann sich auch anschauen, wie sich aus den “Illustrated Pathways” aus der vorletzten Folge die Szenarien entwickeln, zum Beispiel in Abbildung 3.7:

    Und bei der Energiegewinnung sieht das so aus:

    Für die Zukunft ist alles möglich

    Wie die Szenarien mit den SSPs zusammenhängen, zeigt Abbildung 3.10:

    Und wir sehen: Für die Zukunft ist noch alles möglich!

    Netto-Null und Neutral ist nicht dasselbe

    Bisher haben wir alles global betrachtet. Wenn man aber regional hinschaut oder die unterschiedlichen Sektoren betrachtet, dann sieht man eine ungleiche Verteilung der Abmilderungskosten.

    Auch die Begriffe “Netto Null” und “CO2-neutral” darf man nicht verwechseln. Es kommt darauf ob man die Emissionen bei dem auf Null setzt, was man direkt kontrollieren kann (netto null) oder auch alle anderen beteiligten Emissionen berücksichtigt (CO2-Neutralität).

    Verlorene Vermögenswerte

    Welche Vermögenswerte sind in Zukunft einem Risiko ausgesetzt? Vor allem die, die mit fossiler Energie zu tun haben. Auf Platz 1 zum Beispiel all das Geld, das in Braunkohlekraftwerken steckt. Je später man mit Abmilderung startet, desto mehr Vermögenswerte sind bedroht. Vor allem die Politik muss klar machen, dass sich solche Investments nicht lohnen; und wenn sie das nicht glaubwürdig macht, machen die Leute das trotzdem.

    Was auch hilft: Schnell CO2 senken. Langfristig macht das weniger Kosten, auch wenn davor ein wenig mehr anfallen können.

    Außerdem spannend: Wenn man sich für Verhütung und freiwillig Familienplanung einsetzt, ist das gut fürs Klima.

    Dimensionen der Machbarkeit

    Die Szenarien können nach verschiedenen Dimensionen der Machbarkeit bewertet werden. Zum Beispiel geophysisch, ökonomisch, technologisch, soziokulturell, und so weiter. Je nachdem kann so ein Szenario plausibel sein. Oder nur theoretisch plausibel. Oder gar “unprecedented”.

    Ein Hindernis bei der Machbarkeit ist die Konzentration der Politik auf die Legislaturperiode. Die Monarchie wollen wir aber trotzdem nicht mehr einführen…

    Weiterführende Informationen

    Kapitel 3 des dritten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.

    Hinweis zur Werbung und zu Spenden

    Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden.

    Kontakt und weitere Projekte

    Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an [email protected]. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.

    Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.

    Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft.

    Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:

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    1 hr 24 min
  • DK060 - Schlafen ist gut fürs Klima, Duschen eher nicht
    …und wird uns die Technik retten?

    DK060 - Schlafen ist gut fürs Klima, Duschen eher nicht

    …und wird uns die Technik retten?

    "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.

    In Folge 60 geht es gleich um die richtig wichtigen Themen. Und zwar darum, wer eigentlich die ganzen Treibhausgase in die Atmosphäre pustet und was man dagegen tun kann. Wie war das in der Vergangenheit, wie wird es in der Zukunft sein? Warum sind die Reichen so klimaschädlich und warum haben wir dank carbon lock-in das Pariser Klimaziel quasi schon verfehlt? Alles keine schönen Fragen - aber mit wichtigen Antworten!

    Was will Kapitel 2

    Kapitel zwei trägt die “Emissionstrends” im Titel und wenig überraschend geht es genau darum. Also darum, wo die Emissionen her kommen, wo sie in der Vergangenheit her gekommen sind und was man dagegen tun kann.

    Reich sein ist klimaschädlich

    Ein fun-fact zum Anfang: Die 10 reichsten Prozent der Menschheit sind für 36 bis 45 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Tja.

    FOLU heißt jetzt LULUCF

    Bevor uns die Emissionstrends anschauen, müssen wir noch ein paar Akronyme klären. Das was früher “FOLU” (forestry and other land-use) hieß, wird jetzt nämlich “LULUCF” (land use, land-use change, and forestry) genannt. Aber egal, es wird emittiert und zwar immer mehr. 2019 so viel wie nie zuvor, in der letzten Dekade so viel wie nie zu vor. Aber immerhin: Das Wachstum wird langsamer.

    Wie genau das aussieht, kann man sich in Tabelle 2.1 anschauen:

    Und in Abbildung 2.5:

    Was hat uns eigentlich Corona gebracht?

    Corona hat dazu geführt, dass wir weniger Auto gefahren, weniger geflogen und allgemein weniger emittiert haben. Kann man sogar in den Daten sehen:

    Was man darin auch sehen kann: Es war nicht nachhaltig und hat an der Gesamtsituation so gut wie nichts geändert.

    Was haben wir denn in der Vergangenheit so emittiert?

    Wenn wir uns anschauen wie sich die historischen Emissionen entwickelt haben, dann sieht man gut, wie sich unsere Welt und Industrie entwickelt hat.

    Wie viel dürfen wir noch emittieren?

    Wenn wir so viel CO2 freisetzen, wie wir im letzten Jahrzehnt freigesetzt haben, dann ist das Ziel des Pariser Klimaabkommens gerissen. Was nicht heißt, dass wir jetzt einfach noch 10 Jahre so weiter machen können. Weil was dann? Wir können nicht von heute auf morgen aufhören mit dem CO2 emittieren. Also: Nicht weitermachen.

    Welche Länder emittieren am meisten?

    Europa war immer gut dabei beim Emittieren. Wir haben das zwar reduziert, aber so richtig geholfen hat das auch nicht. Und in den anderen Gegenden der Welt steigen die Emissionen enorm an:

    Und wenn man nach Pro-Kopf-Emissionen rechnet bzw. nach Wirtschaftsleistung, dann stehen wir ganz schnell wieder ganz oben auf der Liste:

    Emissisionstrends nach Sektoren

    Was sich in allen Daten deutlich zeigt: Das Wirtschaftswachstum ist ein super Treiber für die Emissionen. Steigt das Wachstum, steigen die Emissionen. Je reicher wir werden, desto mehr konsumieren wir und desto mehr CO2 kommt in die Atmosphäre. Das hat mit dem Rebound-Effekt zu tun, einer paradoxen Situation wo Verbesserung zu Verschlechterung führt.

    Die Autos müssen weg!

    Im Transportbereich ist das, was auf den Straßen rumfährt für die absolute Mehrheit der Emissionen verantwortlich:

    Und wenn wir unsere Autos nur ein wenig sinnvoller bauen würden, mit Technik die wir jetzt schon haben, dann könnten wir jede Menge CO2 einsparen. Noch besser aber: Keine Autos.

    Wird die Technik uns retten?

    Das Unterkapitel 2.5. hat super Überschriften, die allein schon fast alles relevante aussagen. Technik kann uns helfen; neue Technik bringt durchaus auch Fortschritte beim Klimaschutz. Aber nicht schnell genug.

    Was man auch nicht vergessen darf: Die Vorbildwirkung von Ländern. Man muss nicht allein die Welt retten; man kann auch als Vorbild jede Menge erreichen.

    Die Preisentwicklung klimafreundlicher Technologie ist super

    Klimafreundliche Technologien wie Photovoltaik oder Windkraft werden immer billiger:

    Und es gibt keinen Grund, warum sie in Zukunft nicht noch billiger werden sollten. Für die fossilen Brennstoffe gilt das ganz und gar nicht. Ebenso wenig für Technologie, die nicht “granular” ist. Solarzellen zum Beispiel sind klein, da kann sich die Technik schnell verbessern. Bei einem Kernkraftwerk und anderer Großtechnologie ist das aber nicht der Fall.

    Unser Lebensstil und das Klima

    Wir Menschen leben unterschiedlich und unser Lebensstil ist genau so verschieden. In Europa haben wir einen großen CO2-Fußabdruck; in anderen Ländern sind die Emissionen viel geringer. Was aber überall so ist: Reiche Menschen emittieren mehr als arme Menschen und in einigen afrikanischen und asiatischen Ländern ist diese Ungleichheit enorm:

    Wenn es um die Haushalte geht, dann gibt es auch hier Unterschiede. In den USA sind Energie und Transport die größten Faktoren; in Großbritannien ist es die Heizung (weswegen hier auch Initiativen wie “Insulate Britain” existieren.

    Wer sich fragt was im eigenen Haushalt klimafreundlich ist: Schlafen, putzen und Freunde zuhause treffen. Eher nicht so gut ist essen, trinken oder Körperpflege. Ein Mann zu sein ist auch eher klimaschädlich; Männer setzen mehr CO2 frei als Frauen, teilweise sehr viel mehr!

    Carbon lock-in

    Sehr deprimierend ist das, was sich “carbon lock-in” nennt: Wenn wir all die klimaschädliche Infrastruktur (Kraftwerke, Straßen, etc) betrachten, die wir für die Zukunft schon fix geplant haben und die Emissionen addieren, die daraus entstehen werden, dann ist das eine Menge, die unser restliches CO2-Budget übersteigt. Wenn wir also nicht aktiv etwas von diesen Maßnahmen zurücknehmen, dann werden wir das Pariser Klimaziel nicht erreichen können.

    Was bringt ein Klimagesetz?

    Die Forschung zeigt: Wenn man Klimagesetze macht, dann schützen die das Klima. Was nichts daran ändert, dass zum Beispiel die ÖVP in Österreich sich immer noch weigert so ein Gesetz zu erlassen. Und der österreichische Kanzler die Faktenlage leugnet.

    Öffis sind super!

    Was sich auch lohnt sind Investitionen in den öffentlichen Verkehr. Wenig überraschend zeigt auch hier die Forschung: Wenn man die Öffis ausbaut und fördert, dann fahren die Leute weniger mit dem Auto.

    Weiterführende Informationen

    Kapitel 2 des dritten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.

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    1 hr 29 min
  • DK059 - Kann die Religion das Klima retten?
    …und wer braucht eigentlich den Utilitarismus?

    DK059 - Kann die Religion das Klima retten?

    …und wer braucht eigentlich den Utilitarismus?

    "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.

    In Folge 59 fangen wir mit dem dritten und letzten Teil des IPCC-Berichts an. Das erste Kapitel ist noch ein wenig vage. Aber wir reden darüber, wie man die Klimakrise abschwächen kann. Und beschäftigen uns dazu mit dem, was der Papst und der Islam zu der ganzen Sache sagen. Außerdem geht es um das Potenzial von Krisen, Utilitarismus, Ethik und die Psychologie der Veränderung.

    Rückblick auf die Apokalypse

    Wir schauen noch mal zurück auf die letzte Folge und die Forschung zu apokalyptischen Klimaszenarien. Claudia hat sogar eine eigene Fachzeitschrift für den Weltuntergang entdeckt und Florian erinnert sich an ein Buch das er dazu mal geschrieben hat

    Auf geht’s in Teil 3

    Wäre unser Podcastprojekt ein Marathonlauf, dann wären wir jetzt an dem Punkt, wo es so richtig hart wird. Und Claudia fand die Beschäftigung mit Kapitel 1 tatsächlich ein wenig schwierig…

    Was möchte Kapitel 1?

    Zuerst klären wir mal, wie wir das Wort “Mitigation” am besten übersetzen sollen. Abschwächung? Abmilderung? Wir entscheiden uns vorerst für Klimawandelanpassung

    Ansonsten erwartet uns ein Wechselbad von Wirtschaft, Finanzen, Religion, Ethik, Wissenschaft und all den anderen Dingen, die wir für die Mitigation brauchen.

    Was treibt den Wandel an?

    Mit “Wandel” meinen wir ab jetzt nicht mehr nur den Klimawandel sondern vor allem den Wandel hin zu mehr Klimaschutz. Also eigentlich besser eine “Transformation”. Und was treibt diesen Wandel an? Das Potenzial von Krisen, sagt der IPCC. Nicht nur, aber gerade die Corona-Pandemie hat ja gezeigt: Viel geht jetzt, was vorher nicht ging. Aber wir haben dann halt leider auch bald wieder damit aufgehört.

    Religion und Klimakrise

    Zu den Faktoren die die Transformation antreiben können gehört auch die Religion. Weswegen wir uns anschauen, was der Papst zu der ganzen Sache sagt. Das kann man in “Laudato Si von Papst Franziskus Über die Sorge für das gemeinsame Haus” nachlesen. Das ist ein durchaus sehr wissenschaftlicher Text, in dem Sachen stehen wie das hier:

    “Viele von denen, die mehr Ressourcen und ökonomische oder politische Macht besitzen, scheinen sich vor allem darauf zu konzentrieren, die Probleme zu verschleiern oder ihre Symptome zu verbergen, und sie versuchen nur, einige negative Auswirkungen des Klimawandels zu reduzieren.”

    Aber dann findet man halt doch auch wieder sehr viel religiöses Zeug, das mit Wissenschaft nicht viel zu tun hat…

    Die islamische Erklärung zum globalen Klimawandel

    Der Islam äußert sich auch zur Krise. Zumindest die Islamic Foundation for Ecology and Environmental Sciences (IFEES), die 2015 eine “ Islamic Declaration on Global Climate Change” veröffentlicht hat. Ebenfalls voll mit wissenschaftlich seriösen Inhalten. Unter anderem steht dort das:

    ”Wir rufen insbesondere die wohlhabenden Nationen und Ölförderstaaten dazu auf:

    die Richtung zu weisen, indem sie ihre Treibhausgas-Emissionen frühstmöglich und nicht
    später als bis zur Jahrhundertmitte reduzieren; die weniger Wohlhabenden sowohl finanziell als auch technisch großzügig darin zu unterstützen, einen frühstmöglichen Abbau der Treibhausgase zu erreichen; die moralische Verpflichtung dazu anzuerkennen, den Verbrauch zu senken, damit das, was an nicht-erneuerbaren Ressourcen der Erde noch übrig ist, den Armen zugute kommt; innerhalb der „Zwei-Grad-Grenze“ zu bleiben, oder vorzugsweise innerhalb der „1,5-Grad-Grenze“ - in Anbetracht dessen, dass zwei Drittel der nachgewiesenen Erdöl-Reserven im Erdinneren bleiben; ihre Anliegen neu auszurichten – vom skrupellosen Profit aus der Umwelt hin zu deren Erhaltung sowie darauf, die Lage der Armen auf der Erde zu verbessern; in die Gestaltung einer grünen Wirtschaft zu investieren”

    Jetzt müsste man sich nur noch daran halten. Oder zumindest den Newsletter “Eco-Islam” abonnieren.

    Wehe den anderen geht es besser als mir!

    Bei der Kategorisierung von Antriebskräften der Transformation geht es oft auch Fairness. Und da haben wir so unsere Probleme. Was sich unfair anfühlt, machen wir nicht. Und denken uns: Besser allen geht es schlechter, als dass es anderen besser geht als mir. Was man ja auch sehr gut bei der FDP und der Diskussion um das 9-Euro-Ticket sehen kann.

    Wirtschaftliche Faktoren für die Transformation

    Die Kosten für erneuerbare Energie sinken. Aber was, wenn es noch günstiger wird? Dann warten wir vielleicht lieber ab mit unseren Investitionen, was wir aber eigentlich nicht sollten… Das nennt sich “Lock in”-Effekt und man kann sowas gut bei der QWERTZ-Tastatur sehen. Die haben wir jetzt, die bleibt auch, obwohl es durchaus anders und besser sein könnte.

    Politische Faktoren für die Transformation

    Politik ist wichtig für die Bewältigung der Klimakrise. Aber es braucht auch Stabilität bei der Gesetzgebung, wie Florian am Beispiel des Nichtraucherschutzes in Österreich illustriert.

    *Illustrative Wege

    Wie die Transformation ablaufen kann, zeigen die “Illustrative Mitigation Pathways (IMPs)”, die man hier genauer erklärt bekommt:

    Utilitarismus vs Ethik

    Am Ende geht es noch um Frameworks: Also Aspekte und Blickwinkel unseres Lebens/Handels von denen man aus auf die Transformation schauen kann. Vier Stück davon hat der IPCC zu bieten:

    Zum Beispiel der Blick durch und auf die wirtschaftliche Effizienz → Es wird also utilitaristisch. Nur das Gesamtergebnis zählt - und das ist sehr oft nicht unbedingt optimal.

    Der ethische Blickwinkel beginnt mit der Feststellung, der Klimawandel sei der perfekte moralische Sturm und beschäftigt sich danach mit den sozialen Kosten. Es geht also um eine explizite Gegenposition zum Wirtschaftsblickwinkel.

    Transformatorisch sehen wir die Sache, wenn wir schauen wie unter bestimmten Umständen Innovation und Veränderung passieren.

    Und psychologisch/politisch wird es, wenn wir feststellen: Wenn was neues kommt lehnen wir es intuitiv ab. Was aber sehr oft doch etwas doof ist.

    Vorschau auf die nächste Folge

    In Kapitel 2 wird es sehr konkret werden. Wir reden dann nämlich über Emissionen.

    Weiterführende Informationen

    Kapitel 1 des dritten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.

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    1 hr 13 min
  • DK058 - Die apokalyptischen Reiter der Klimakrise
    Zwei Drittel sind geschafft!

    DK058 - Die apokalyptischen Reiter der Klimakrise

    Zwei Drittel sind geschafft!

    "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.

    In Folge 58 sind wir endlich mit dem zweiten Teil des IPCC-Berichts fertig. Wir schauen noch einmal kurz auf die offizielle Zusammenfassung. Und beschäftigen uns dann mit den “apokalyptischen Reitern der Klimakrise”. Den führende Klimaforscher:innen fordern, sich mit den extremen Klimaszenarien zu beschäftigen, die zwar nicht unbedingt wahrscheinlich sind, dafür aber das Potenzial zum Weltuntergang haben. Wir reden darüber, ob dass der Klimakommunikation eher nützt oder nicht. Und freuen uns schon auf Teil III des Berichts.

    Finale

    Wir sind durch! Heute reden wir noch mal über die “Summary for Policymakers”, also die Zusammenfassung des IPCC-Berichts an der auch die Politik mitgewirkt hat. Wie das alles abläuft könnt ihr in Folge 2 nachhören

    Da wir aber eh schon alles im Detail durchbesprochen haben, verweisen wir nur noch mal auf ein paar instruktive Abbildungen:

    Klima und Krankheiten

    Nicht im IPCC-Bericht ist diese wunderbare Infografik über die Klimakrise und Krankheiten. Schaut euch die auf jeden Fall an; mehr dazu könnt ihr hier hören

    SPM auf deutsch

    Eine sehr kurze Zusammenfassung des zweiten Teils auf deutsch kann man hier lesen. Darin findet man Sätze wie diesen: ”Klimaresiliente Entwicklung wird gefördert, wenn Regierungen, die Zivilgesellschaft und der Privatsektor integrative Entwicklungsentscheidungen treffen, die Risikominderung, Gleichstellung und Gerechtigkeit priorisieren, und wenn Entscheidungsfindungsprozesse, Finanzmittel und Maßnahmen über Regierungsebenen, Sektoren und Zeitrahmen hinweg integriert werden (sehr hohes Vertrauen). Eine klimaresiliente Entwicklung wird durch internationale Zusammenarbeit gefördert sowie dadurch, dass Regierungen auf allen Ebenen mit Gemeinschaften, der Zivilgesellschaft, Bildungseinrichtungen, wissenschaftlichen und anderen Institutionen, Medien, Investoren und Unternehmen zusammenarbeiten; außerdem wird sie durch die Entwicklung von Partnerschaften mit traditionellerweise marginalisierten Gruppen einschließlich Frauen, Jugendlichen, indigenen Völkern, lokalen Gemeinschaften und ethnischen Minderheiten, gefördert (hohes Vertrauen). Diese Partnerschaften sind am wirksamsten, wenn sie durch förderliche politische Führung, Institutionen, Ressourcen - einschließlich Finanzierung - sowie Klimadienstleistungen, Informationen und Instrumente zur Entschedungshilfe unterstützt werden (hohes Vertrauen)”

    Das sind zwar sehr wichtige Aussagen. Aber die Sprache ist grauenhaft; das sollte man vielleicht nochmal überdenken…

    Technical Summary

    Zum IPCC-Bericht gehört auch noch das Technical Summary. Worin man sehr schöne Abbildungen findet:

    Die apokalyptischen Reiter der Klimakrise

    Zum Abschluss sprechen wir noch über die Arbeit “Climate Endgame: Exploring catastrophic climate change scenarios”. Es geht um die extremen Klimaszenarien, bei denen die Erde so warm wird, dass wir mit apokalyptischen Zuständen rechnen müssen. Die Forscher:innen erwähnen darin auch die “apokalyptischen Reiter der Klimakrise”; also die extremen Gefahren, die uns in so einem Szenario drohen können. Das tun sie nicht aus Weltuntergangslust, sondern weil sie der Meinung sind, wir sollten auch über die Extreme Bescheid wissen, selbst wenn sie unwahrscheinlich sind. Und fordern deswegen einen IPCC-Sonderbericht zu diesem Thema. Der Fokus auf die Extreme wird nicht von allen gut gefunden, wie man zum Beispiel hier nachlesen kann.

    Zwei Drittel sind geschafft: Vorschau auf den dritten Teil

    So. Und jetzt sind wir fertig mit Teil 2. Und wenn alles gut läuft, werden wir den kompletten IPCC-Bericht am 16. Januar 2023 fertig besprochen haben!

    Weiterführende Informationen

    Die SPM des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.

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    52 min
  • DK057 - Waldwiderstand der Baumgemeinschaft: Klima und tropische Wälder
    …und warum liegt die Verantwortung für die Tropenwälder außerhalb der Tropen?

    DK057 - Waldwiderstand der Baumgemeinschaft: Klima und tropische Wälder

    …und warum liegt die Verantwortung für die Tropenwälder außerhalb der Tropen?

    "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.

    In Folge 57 lesen wir das letzte reguläre Kapitel in Teil 2 des IPCC-Berichts. Und schauen uns die Tropenwälder der Erde an. Das Fazit ist eigentlich simpel: Der Wald wird weniger. Und wir müssen schnell und dringend aufhören, ihn abzuholzen. Außerdem stellen wir fest: Kapitalismus kann zur Abwechslung auch im Sinne des Klimaschutzes eingesetzt werden.

    Wir gehen in die Tropenwälder

    Am Anfang kommt wie immer die Definition: Was ist ein Tropenwald? Bzw. wo wächst tropische Vegetation? Überall dort, wo es das ganze Jahr über frostfrei ist. Man kann sich auch einfach diese Karte anschauen:

    Was man hier nicht sieht ist der Rückgang der Wälder. 420 Millionen ha Wald in den letzten 30 Jahren verloren gegangen. Das sind 1600 Saarländer oder 17 mal Großbritannien. Und 90 Prozent davon sind Tropenwald. Die Entwaldungsrate ist zwar zurück gegangen. Aber auch die Wideraufforstung. Deswegen verlieren wir weiterhin 7,3 Millionen Hektar pro Jahr..

    Dank der Klimakrise ist das Wachstum der Wälder gehemmt; die Artenzusammensetzung in Baumgemeinschaft ändert sich und wir sehen einen Übergang von feuchteren Wäldern zu trockenere Wäldern. Außerdem speichern die Wälder weniger Kohlenstoff, was alles nur noch schlimmer macht.

    Nicht nur das Klima macht dem Wald zu schaffen

    Es ist bemerkenswert, dass trotz unserer finanzieller Möglichkeiten und des Bewusstseins über ihre Bedeutung, die Wälder immer noch bedroht sind. Das ist sogar so bemerkenswert, dass das genau so im IPCC-Bericht steht. Und der Hauptgrund für den schwindenden Wald sind wir Menschen, die die Bäume einfach abholzen.

    Das ist durchaus ein internationales Problem; in Europa zB gibt es einen Zuwachs bei den Wäldern; anderswo sorgen wir durch unseren Handel aber dafür, dass Wald weniger wird.
    50% des Artenverlust den wir verursachen, verursachen wir außerhalb der Landesgrenzen

    Was können wir tun?

    Was wir tun können ist eigentlich sehr simpel: Keine verdammten Wälder mehr abholzen!

    Ein bisschen genauer zeigt es diese Abbildung:

    Und wir sollten das ernst nehmen, denn wenn sich die Erde um mehr als 4 Grad erwärmt, dann wird keine Anpassungsmaßnahme den Wald mehr schützen können.

    Man kann natürlich auch Anreizsysteme schaffen; zum Beispiel in dem man Bäumen Geldwerte zuordnet, wie das bei REDD+ passiert. Ja, der Kapitalismus kann auch positiv genutzt werden. Muss man nur machen.

    Die Verantwortung für die tropischen Wälder liegt außerhalb der Tropen!

    Aus europäischer Sicht sind die Tropen weit weg. Aber die Verantwortung für die tropischen Wälder liegt außerhalb der Tropen! Da müssen wir uns drum kümmern und das nicht den Menschen vor Ort umhängen.

    Vorschau auf das nächste Kapitel: Das Finale

    Im nächsten Kapitel kommt das große Finale von Teil 2. Wir schauen noch mal auf die offizielle Zusammenfassung.

    Weiterführende Informationen

    Kapitel CCP 7 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.

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    Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:

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    45 min
  • DK056 - Es wird matschig: Die Klimazukunft der Polarregionen
    …und soll man Urlaub in der Antarktis machen?

    DK056 - Es wird matschig: Die Klimazukunft der Polarregionen

    …und soll man Urlaub in der Antarktis machen?

    "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.

    In Folge 56 wird es kalt. Obwohl es auch wärmer wird und zwar in den Polarregionen. Das hat Auswirkungen, durchaus auch positive. Zumindest für Schifffahrt und Tourismus, was aber wieder ganz neue Probleme mit sich bringt. Was mit den Polarregionen der Erde passieren wird und wo in Zukunft die Schiffe langfahren werden, besprechen wir in der neuen Folge.

    Es wird eisig!

    Arktis und Antarktis sind beides kalte Ecken der Erde. Aber ansonsten sehr unterschiedlich. Was alles laut IPCC zu den Polarregionen zählt (u.a. ganz Finnland), zeigt diese Abbildung:

    In der Antarktis gibt es jede Menge spezielle Ökosysteme; dort gibt es auch viele hohe Berge (was die Gegend auch für die Astronomie sehr interessant macht.

    Warum sind die Polarregionen wichtig?

    Dass die Pole aus Klimasicht wichtig sind, wissen wir ja. Dort erwärmt sich die Erde viel stärker und schneller als anderswo. Und die Änderungen haben sehr viel längerfristige Auswirkungen. Und auch wenn wir nicht an den Polen wohnen, sind wir betroffen, zum Beispiel durch die Fischerei.

    In Zukunft wird es in der Arktis mehr regnen und weniger schneien. Und in der Antarktis, wo es bis jetzt wegen der Kälte oft extrem trocken war, wird es in Zukunft mehr Schnee geben.

    Risiken und Anpassungen

    Welche Risiken in Zukunft zu erwarten sind, kann man in Tabelle CCP6.6 nachlesen. Es wird zum Beispiel Risiken für die Infrastruktur geben, wenn der Permafrost schmilzt und Straßen und Gebäude Schaden nehmen. Sich darum zu kümmern, wird teuer.

    Wenn das Eis schmilzt, kann aber auch in Gebieten Ressourcen wie Öl abbauen, an die man zuvor nicht gekommen ist. Ob das aber auch getan werden soll, ist wieder ne ganz andere Frage. Die Tierwelt ist vor allem negativ betroffen; die Landwirtschaft eher positiv, denn da wird man bald mehr anbauen können.

    Schiffahrt und Tourismus

    Es wird in Zukunft einfacher werden, mit Schiffen durch die Arktis zu fahren. Das hat positive Auswirkungen auf den Handel und den Tourismus. Man muss aber darauf achten, die neuen Probleme in den Griff zu kriegen. Denn Tourismus an den Polen ist nicht unbedingt hilfreich

    Wo man in Zukunft durch die Arktis schippern kann, zeigt diese Grafik:

    Eher schwierig wird es aber für den Transport auf der Straße und der Schiene werden. Wieder mal wegen des tauenden Permafrost…

    Vorschau auf das nächste Kapitel: Tropenwälder

    Im nächsten Kapitel wird es wieder heiß, wenn wir uns auf den Weg in die Tropenwälder machen.

    Weiterführende Informationen

    Kapitel CCP 6 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.

    Hinweis zur Werbung und zu Spenden

    Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden.

    Kontakt und weitere Projekte

    Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an [email protected]. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.

    Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.

    Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft.

    Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:

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    43 min
  • DK055 - Am Gipfel wird es knapp
    …und was treibt das Klima in den Bergen?

    DK055 - Am Gipfel wird es knapp

    …und warum eigentlich Berge?

    "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.

    In Folge 55 gehen wir auf den Berg! In Cross-Chapter-Paper 5 beschäftigen wir uns mit der Klimakrise auf den Bergen dieser Welt. Da passiert viel und wenn auf den Bergen viel passiert sind auch die Flachländer betroffen. Durch zu viel oder zu wenig Wasser, durch Probleme bei der Energieversorgung und durch jede Menge andere Probleme. Wir stellen überrascht fest, dass Zombie-Pilze aus dem Himalaya ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sind und Skigebietsbetreiber mal ihre Einstellung zur Klimakrise auf die Reihe kriegen sollen.

    Zurück aus der Podcastpause

    Wir sind zurück aus der Podcastpause. Von der habt ihr zwar nichts mitbekommen, aber wir müssen uns erst mal wieder in die Lektüre des IPCC-Berichts reinfinden. Aber immerhin: Mittlerweile ist der zweite Teil des Berichts auch in der Endfassung und schön formatiert vorhanden! Die Oliven aus Köln und dem Burgenland lassen aber noch auf sich warten.

    Warum Berge?

    Warum brauchen Berge ein eigenes Kapitel? Weil dort enorm viel Biodiversität herrscht. Weil die Klimakrise dort stärker zuschlägt. Und weil die Berge für uns Menschen wichtig sind; nicht nur direkt sondern auch indirekt. Und nicht nur zum Wandern und Skifahren, sondern auch bei der Wasserversorgung oder der der Energieproduktion.

    Wo laut IPCC überall Berge zu finden sind, kann man in dieser Abbildung sehen:

    Fast ein Viertel der Landfläche der Erde sind Berge und 1,38 Milliarden Menschen leben dort.

    Am Gipfel wird es knapp

    In den Bergen existieren jede Menge unterschiedliche Ökosysteme, je nach Höhe. Und wenn die Klimakrise die verändert, wandern die Tiere und Pflanzen nach oben. Sofern wir dort noch nicht alles mit Skiliften zugepflastert haben. Und die dort schon lebenden Tiere und Pflanzen nix dagegen haben. Und am Gipfel wird es irgendwann eng. So oder so: an den Ökosystemgrenzen (den Ökotonen) wird die Lage in Zukunft ernst.

    Wo es auch ernst wird, ist die Energieversorgung durch Wasserkraft. Denn diese Flüsse kommen oft aus den Bergen und wenn da dank Gletscherschmelze zuerst sehr viel und dann dank Trockenheit sehr wenig Wasser kommt, wird es schwierig.

    Zombie Pilze aus dem Himalaya

    In den Bergen wird auch viel angebaut, was wir essen. Dort wachsen Bäume, die wir fällen. Und so weiter - zu was wir die Berge brauchen, zeigt diese Abbildung:

    Interessanterweise sind bestimmte Pilze, die Raupen befallen ein enorm wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Himalaya-Region. Wie es diesen Pilzen in Zukunft gehen wird, ist aber noch unklar.

    Klimaklagen

    Wen die Berge in Zukunft auch beschäftigen werden: Die Gerichte! Denn das, was dort passiert, wird immer öfter Anlass für Klimaklagen werden. So wie der Fall bei dem ein peruanischer Bauer den deutschen RWE-Konzern verklagt. Es geht - noch - nicht um viel Geld, aber es wird ein Musterprozess werden. Wenn man Firmen direkt für Klimaschäden verantwortlich machen kann, wird sich einiges verändern.

    Anpassungsmaßnahmen

    Wie so oft wird die Verantwortung für die Anpassung an die Krise den Individuen aufgeladen. Mehr als 90 Prozent aller Maßnahmen fallen derzeit in diese Kategorie. Die Firmen beteiligen sich aktuelle so gut wie gar nicht an der Anpassung. Oder machen - wie im Falle der Skigebiete in Österreich alles nur noch schlimmer, wenn sie Sonderrechte bei der Energieversorgung einfordern.

    Vorschau auf das nächste Kapitel: Polarregionen

    Im nächsten Kapitel werden wir uns in die Polarregionen begeben. Dort gibt es nämlich nicht nur traurige Eisbären, die auf Eisschollen rumsitzen.

    Weiterführende Informationen

    Kapitel CCP 5 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.

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    56 min
  • DK054 - Oliven aus Köln: Die Zukunft des Mittelmeerraums
    …und wo machen wir demnächst eigentlich Urlaub?

    DK054 - Oliven aus Köln: Die Zukunft des Mittelmeerraums

    …und wo machen wir demnächst eigentlich Urlaub?

    "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.

    In Folge 54 reisen wir einmal rund um und durch das Mittelmeer. Denn da wird sich in Zukunft sehr viel tun und - wenig überraschend - sieht es nicht so gut aus. Nicht nur der Meeresspiegelanstieg wird für Probleme sorgen, auch die Trockenheit, Dürren, Wasserknappheit, Waldbrände, und so weiter. Das wird schwierig werden für die Menschen die dort leben. Und für die Oliven.

    Es geht zum Mittelmeer

    Das Cross-Chapter-Paper 4 behandelt das erste Mal das Mittelmeer als komplette Einheit. Auch Portugal und Jordanien gehören dazu, obwohl sie keine Küste am Mittelmeer haben. Es geht um diese Region:

    Mehr über unsere kurze Abschweifung zu “Atlantropa” kann man bei “Geschichten aus der Geschichte” hören.

    Was passiert mit dem Mittelmeerraum?`

    Dem Mittelmeerraum wird nicht nur der Meeresspiegelanstieg zu schaffen machen. Sondern auch Wasserknappheit, Dürren, Überschwemmungen, Erosion, Waldbrände, Salzwassereinbrüche und so weiter. Das bedroht ziemlich viel, unter anderem das gemeinsame kulturelle Erbe. den Tourismus, die Ökosysteme, die Gesundheit, und so weiter. Auch die Menge an Wasser in Flüssen wird weniger, sehr stark: Und das fürht zu noch mehr Wasserknappheit, was Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Energieerzeugung haben wird. Unter anderem.

    Die Ökosysteme sind jetzt schon stark belastet. Ihre Anpassungsfähigkeit kann/wird an harte Grenzen stoßen, also einen Zustand erreichen, der nicht mehr korrigiert oder umgekehrt werden kann.

    Und wenn wir über das Jahr 2100 hinaus schauen, dann wird der Meeresspiegel so weit ansteigen, dass die Regionen am Mittelmeer sich daran nicht mehr anpassen werden können.

    Noch schlimmer macht alles der Bevölkerungszuwachs. Mehr Menschen sind betroffen; mehr Menschen brauchen Wasser, das aber knapp wird. Das trifft die Landwirtschaft, stärkt die Abhängigkeit vom Tourismus, der aber auch stark leiden wird.

    Welche Risiken im Mittelmeerraum zu finden sein werden, kann man sich hier ansehen:

    Kann sich der Mittelmeeraum anpassen?

    Alles was über 10 bis 20 Zentimeter Meeresspiegelanstieg hinaus geht, wird so viel Investitionen brauchen, dass manche Regionen sich nicht mehr anpassen werden können. Und mit so einem Anstieg ist bis zur Mitte des Jahrhunderts durchaus zu rechnen.

    Die Zukunft der Olive

    Die Landwirtschaft ist prinzipiell stark von der Klimakrise getroffen. Insbesondere die Oliven. Die brauchen nämlich Jahre, bis sie Ertrag liefern. Ein Waldbrand, eine Dürre, etc hat also nicht nur momentane Auswirkungen sondern sehr viel langfristigere Nachwirkungen. Und wenn man sich anschaut, wo Oliven hauptsächlich angebaut werden, dann ist das quasi der komplette Mittelmeerraum. Auch wenn die nördlichste Anpflanzung derzeit in Köln zu finden ist.

    Vorschau auf das nächste Kapitel: Berge

    Im nächsten Kapitel werden wir uns die Bergregionen dieser Welt ansehen und schauen, wie es da mit der Klimakrise aussieht.

    Weiterführende Informationen

    Kapitel CCP 4 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.

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    39 min
  • DK053 - Die Wüste lebt (und breitet sich aus)
    …und warum brauchen wir mehr Pastoralismus?

    DK053 - Die Wüste lebt (und breitet sich aus)

    …und warum brauchen wir mehr Pastoralismus?

    "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.

    In Folge 53 geht es um die Wüste. Beziehungsweise um die Wüstenbildung. In sehr vielen Ecken der Erde ist es jetzt schon trocken und das ist auch ok. Nicht ok ist es, wenn es zu trocken wird und die trockenen Regionen sich immer weiter ausbreiten. Deswegen reden wir in dieser Folge über die Wüstenbildung, Sandstürme, Trockenheit und Landdegradationsneutralität.

    Wir reden über Wüsten

    Grob die Hälfte der Landfläche der Erde ist von Trockengebieten bedeckt und circa 3 Milliarden Menschen dort. 6 Prozent der Megastädte sind in diesen Wüstengebieten. Es ist also durchaus wichtig zu schauen, was dort abgeht. Vor allem, weil die Wüsten auch einen großen kulturellen Wert für die Menschheit hatten und haben. Und immer mehr Menschen sich in solchen Gebieten ansiedeln.

    Und es ist nicht unbedingt super, wenn es immer mehr Wüsten gibt. Deswegen klären wir zuerst, was mit “land degradation” gemeint ist: Nämlich ein negativer Langzeittrend der durch menschliche Aktivität ausgelöst wird und das Land so beeinflusst, dass sein biologischer oder ökologischer Wert sinkt. Und wenn so etwas in Trockengebieten stattfindet, dann nennt man das “Desertifikation” beziehungsweise “Wüstenbildung”.

    Ein Index für die Trockenheit

    Man kann Trockenheit zum Beispiel über den mittlere Jahresniederschlag messen und dann kriegt man den Ariditätsindex (AI). Das ist ein ok-er Index, aber er ist nicht immer die beste Wahl. Zum Beispiel die Evapotranspiration wird von solchen simplen Indizes nicht immer gut berücksichtigt.

    Einen globaler Trend bei der Wüstenbildung und Trockenheit auszumachen ist schwierig; in trockenen Gebieten ist die globale Erwärmung aber höher als anderswo: 1,2-1,3 Grad mehr im Vergleich zu 0,8-1,0 Grad in den feuchteren Gebieten.

    Sandstürme!

    Wenn die Böden immer trockener werden, gibt es mehr Staub und damit mehr Sand/Staubstürme. Es ist allerdings nicht immer leicht bei der Ursache dafür zwischen Klimafolge und Landnutzungsfolgen zu unterscheiden. Aber die natürlichen Trockengebieten verursachen mehr als drei Viertel allen Staubs; das, was durch Landwirtschaft % Co produziert wird ist also auf jeden Fall weniger.

    In Zentralasien zum Beispiel kann es in Zukunft zu Staubstürmen kommen, die die landwirtschaftlichen Flächen dort bis zu 10 Zentimeter dick mit Sand und Staub bedecken. Wie es mit den “High Dust Days” aktuell aussieht, kann man in dieser Abbildung sehen:

    Und diese Tage werden in Zukunft auf jeden Fall mehr und das schlecht für so ziemlich alles.

    Was ist Pastoralismus und warum brauchen wir mehr davon?

    Pastoralismus hat nichts mit Religion zu tun sondern bedeutet “Naturweidewirtschaft”. Die wird in Europa nicht so intensiv betrieben, aber anderswo auf der Welt sehr wohl. Mehr als 200 Millionen Haushalte nutzen diese Viehhaltungsform und das auf einem Viertel der globalen Landfläche. Und Vieh so zu halten, hat eine sehr deutlich geringeren Einfluss auf das Klima als die konventionelle Tierhaltung. Es wäre also gut, wenn das auch anderswo verstärkt eingesetzt wird. Stattdessen wird eher versucht, den Pastoralismus auch dort abzuschaffen, wo er jetzt noch praktiziert wird.

    DIe Zukunft der Wüste

    Wenn wir die globale Erwärmung bei 1,5 Grad halten können, dann wird eine Dürre, die ansonsten alle 50 Jahre stattfinden, eher doppelt so häufig sein. Und es wird natürlich schlimmer, wenn es noch wärmer wird. Bis 2050 wird es mehrjährige Dürren geben, die es bis jetzt so noch nie gab und zwar unter anderem in Australien, Brasilien, Spanien, Portugal und den USA. Auf allen Kontinenten (bis auf die Antarktis) werden sich die Trockengebiete ausdehnen. Bis 2100 werden im schlimmste Fall mehr als 3 Milliarden zusätzliche Menschen in Gegenden leben, die großer Trockenheit ausgesetzt sind.

    Und das wird finanzielle Folgen haben. Zum Beispiel werden allein die Gesundheitskosten dadurch im Südwesten der USA von aktuell 13 Milliarden Dollar pro Jahr auf fast 50 Milliarden Dollar pro Jahr steigen.

    Landdegradationsneutralität

    Abgesehen davon, dass man die Klimakrise in den Griff kriegen sollte, sollte man auch versuchen, die Landdegradierung zu begrenzen und rückgängig zu machen. Das ist das Ziel von Landdegradationsneutralität, zu der sich sehr viele Länder verpflichtet haben. Ob es auch was bringt, wird sich zeigen. Ein großes Problem ist die Politik. Für die ist es cooler, wenn sie sich nach einer Katastrophe hinstellen und Hilfsangebote machen können anstatt schon vorher dafür zu sorgen, dass gar keine Katastrophe stattfindet. Und wie immer gilt: Die Menschen wissen zu wenig Bescheid über die Probleme und Risiken.

    Vorschau auf das nächste Kapitel: Das Mittelmeer

    Im nächsten Kapitel wird es auch um Wüsten gehen. Und um alles, was wir bisher in den Cross-Chapter-Papers gesprochen haben. Denn dann reden wir über das Mittelmeer.

    Weiterführende Informationen

    Kapitel CCP 3 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.

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    46 min
  • DK052 - Zukunft mit schwimmenden Städten
    …und was geht ab im Ästuar?

    DK052 - Zukunft mit schwimmenden Städten

    …und was geht ab im Ästuar?

    "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.

    In Folge 52 beschäftigen wir uns mit der Lage der Küstenstädte. Wodurch sind sie bedroht und was kann man dagegen tun? Welche Maßnahmen sind geeignet, um auch in Zukunft an der Küste leben zu können? Werden wir schwimmende Städte bauen? Oder einfach die ganze Stadt anheben? Und neben all diesen Fragen klären wir außerdem noch: Was ist eigentlich ein Ästuar?

    Immer noch Cross-Chapter-Papers!

    Wir sind immer noch bei den Cross-Chapter-Papers, den kurzen Schlusskapiteln von Teil 2. Und heute geht es um die Küstenstädte. Dort lebt es sich eigentlich ganz gut. Wenn nur nicht die Klimakrise wäre, die die Lage in Zukunft sehr ungemütlich machen wird.

    Was geht ab mit den Küstenstädten?

    In den Küstenstädten haben immer schon viele Menschen gelebt; es waren und sind Zentren für Innovation und dort passiert jede Menge. Im Guten, wie im Schlechten und wenn man hier Maßnahmen für die Zukunft trifft, dann können die weitreichende Folgen haben.

    Was ist denn eigentlich Küste?

    Küste ist nicht gleich Küste. Da kann einfach nur mehr sein; da kann ein Fluß sein, oder ein Delta oder ein Ästuar - was einfach nur der Fachbegriff für “Flussmündung” ist. Was es für Arten von Küstenstädten gibt, kann man hier sehen:

    Was können die Küstenstädte machen?

    Wie passen sich die Küstenstädte an die Klimarisiken an? Schwimmende Städte werden gerne prophezeit, aber die gibt es noch nicht. Was es gibt sind Anschauungsbeispiele aus Tokio (aus [Esteban et al. (2020): “Adaptation to sea level rise: Learning from present examples of land subsidence”] https://doi.org/10.1016/j.ocecoaman.2019.104852). Die Stadt ist in den letzten Jahrzehnten abgesunken und man sieht da sehr gut, wie alte Anpassungsmaßnahmen irgendwann nicht mehr funktionieren.

    Wie das mit schwimmenden Häusern in der Zukunft aussehen könnten, zeigt dieses Beispiel (aus Nilubon et al. (2016): “Amphibious Architecture and Design: A Catalyst of Opportunistic Adaptation? – Case Study Bangkok”. Es ist ein wenig komplizierter als das, was man aus der Science-Fiction erwartet. Aber immerhin könnte es tatsächlich funktionieren:

    Leicht wird es aber trotzdem nicht werden. Denn von heute und morgen lässt sich eine Stadt eher schwer umbauen…

    Vorschau auf das nächste Kapitel: Wüsten

    In der nächsten Folge werden wir uns mit den Wüsten beschäftigen. Denn dort liegt nicht nur Sand rum…

    Weiterführende Informationen

    Kapitel CCP 2 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.

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    42 min

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Die Klimakrise ist umfassend und global. Sie hat Auswirkungen auf alle und alles und wird ohne Zweifel unser Handeln und unseren Alltag in den nächsten Jahrzehnten in sämtlichen Bereichen bestimmen. Darum ist es nötig, dass möglichst viele Menschen über das Klima und die Wissenschaft hinter der Klimakrise Bescheid wissen. Der Weltklimarat IPCC veröffentlicht regelmäßig sogenannte “Sachstandsberichte” die das jeweils aktuelle Wissen zur Klimakrise zusammenfassen. Diese tausenden Seiten sind schwere Lektüre, die wir euch mit diesem Podcast ersparen wollen. Das gleiche gilt für die vielen anderen neuen Erkenntnisse der Klimaforschung. In jeder Folge wird aktuelle Forschung rund um die Klimakrise so vermittelt, dass sie auch ohne Studium der Klimawissenschaft verständlich sind.

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