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Der heutige Textabschnitt der Bibellese fordert besonders heraus. Radikal, kompromisslos und eindeutig stellt Gott seine Forderungen an sein Volk Israel. Wenn sie segensreich in ihrem Lande wohnen wollen, dann müssen sie sich rigoros von allen fremdreligiösen Strömungen und Gebräuchen trennen.
Ist das noch eine Botschaft für uns heute? Oder müssen wir das in einen orientalischen Zusammenhang stellen, der eben nur dort gilt? Oder ist dies nur als eine historische Epoche zu bezeichnen, lange vor unserer Zeit, die jetzt glücklicherweise Vergangenheit ist?
In der Tat leben wir heute in einer anderen Welt. Moderne Denkweisen lassen eigentlich solch hartes Abgrenzen nicht mehr zu. Toleranz gegenüber fremden Menschen und fremden Sitten ist heute Reichtum unserer Gesellschaft und unserer bunten Welt. Ja, es erscheint sogar als besonders modern und tolerant, wenn wir in unserem Leben und unseren Wohnungen ein bisschen Christliches zeigen, ein wenig Islam, aber auch eine Brise Buddhismus, und auch Konfuzius hat doch gute Dinge gesagt, und ein indianisches Amulett zeugt von Weltoffenheit.
Es geht aber im Bibeltext interessanterweise nicht darum, wie wir die Weltoffenheit verbessern können, sondern es geht um den innersten Bereich, um das persönliche Leben, um Ihren und meinen Lebensstil. Die letzte Frage in meinem Leben ist doch: Was gibt mir Halt? Was ist mein Ziel? Was ist der Sinn meines Lebens? Und da ist es wenig hilfreich, wenn ich mir von allem etwas herauspicke, und mich letztlich frage: „Was werden wohl die Nachbarn denken?“ Oder mein Fähnlein nach dem Wind ausrichte.
Persönliche Fragen brauchen persönliche und klare Antworten.
Gott als der Schöpfer und Erhalter des Lebens, als der Herr über Israel, möchte, dass sein Volk in Frieden und im Segen Gottes lebt, und nicht ständig in Unruhe danach sucht, ob es auch von allem etwas berücksichtigt hat oder ob noch etwas fehlt.
So startet Mose hier in Vers 1 mit einer Rede Gottes, die deutlich das Ziel benennt: „Gebote und Rechte Gottes sollt ihr halten und danach tun in dem Land, das Gott euch gibt und wo ihr euer Leben lang wohnen sollt." Es geht also um gottgewollte Lebensregeln, um Verhaltensregeln, die Segen und Sicherheit bringen.
Wie kommt man aber dahin? Mose zeigt unverhüllt Gottes Anweisung: Zerstört alles Fremde, das euch von anderen Ideen, Religionen oder Philosophien gefangen nimmt und euch an Gottes Liebe zum Nächsten hindert. Heute sind dies weniger fremde Götter, aber eher Sätze oder heimliche Leitlinien, wie: „Das gehört sich doch nicht!" – „Das tut doch keiner!" – „Wenn das alle tun, wird das schon richtig sein!" – Oder wie es im Hessischen so schön gesagt wird: „Des der des derf?" (Anmerkung: Hessischer Dialekt für „Darf der das denn?")
Deshalb überprüft, ob es Sachverhalte im Leben gibt, die ausbremsen, blockieren, belasten. Das kann letztlich auch die moderne Technik mit Fernsehen, Internet und Handy oder meine eigene Eitelkeit sein.
Deshalb lädt Gott ein: Richtet euren Blick auf das Zentrum! Sucht einen Ort, wo ihr zusammenkommt, euch stärkt und euch neu ausrichten lasst. Kommt zu Gott, dem Schöpfer. Er hat einen Plan für euch.
Dorthin sollen alle eure Bemühungen hinlaufen. Hier sollt ihr Gott Opfer bringen, also euch für Gott einsetzen, ihm die Ehre geben, ihm dienen, für ihn und seine Aufgaben Zeit haben.
Und das sollt ihr tun, nicht weil Gott das gerne so für sich hätte, nein, er möchte das, weil das euch erst die Möglichkeiten schenkt, frei zu sein, unbelastet von anderen vermeintlichen Forderungen und Erwartungen, frei von selbstgesteckten Zielen, frei von einengenden Verpflichtungen.
Gott möchte mir einen „weiten Raum" schenken, wie es in Psalm 31, Vers 9 zu lesen ist. Gott möchte, dass meine Gaben und Talente sich entfalten, geschult werden und sich auswirken zum Segen für andere. Hier beginnt die Toleranz: Dieser gottesfürchtige Lebensstil entdeckt, dass ich aus der eigenen Freiheit des Glaubens für andere da sein darf, ihnen helfe, mit ihnen Gemeinschaft habe. Und das gerade in der Unterschiedlichkeit, in dem Bunten und in der Andersartigkeit jedes Menschen. Diese Freiheit in Gott zu gewinnen, ist die große Herausforderung. Sie ist Freiheit, die aber eine Gefahr hat: Ich mache, was ich will! Nein, das ist nicht die Freiheit, die Gott mir schenken will.
In Vers 8 und 9 sagt er es deutlich, warum: „Ihr sollt es nicht so halten, wie wir es heute hier tun, ein jeder, was ihm recht dünkt. Denn ihr seid bisher noch nicht zur Ruhe und zu dem Erbteil gekommen, das dir der HERR, dein Gott, geben wird."
Statt auf das eigene Ich, die eigene Meinung und die eigenen Werte zu schauen, die mich stets unruhig halten werden, weil immer noch was fehlt, was verbessert werden kann oder unerreichbar erscheint, lädt Gott ein zur „Inneren Ruhe", wenn ich lerne, mit Gottes Augen seine Geschenke in meinem Leben zu entdecken.
Gott beschreibt deshalb im Vers 12 sein Ziel: „Ihr sollt fröhlich sein vor dem HERRN, eurem Gott, mitsamt eurer ganzen Familie und allen „Knechten und Mägden", also allen Mitmenschen um euch herum, inklusive der Gäste.
Gottes Ziel ist Freude. Freude im Leben und Freude im Lebensalltag. Unbeschwertes Verwirklichen der vom Schöpfer geschenkten Gaben und Talente. Ein fröhlicher Blick auf den Nächsten: Was braucht er oder sie? Wo kann ich helfen? Wer ist einsam? Wer braucht Unterstützung? Dieser neue Blick kann mir von Gott geschenkt werden aus der Quelle des Lebens, wo er eben die Mitte, die Nr. 1 in meinem Leben ist.
So wünsche ich Ihnen diesen Blick von Gott her, der Freude schenkt, Sie auf ihn hin ausrichtet und dankbar und fröhlich schaut, wo Sie gebraucht werden.
Autor: Pfarrer Eberhard Hoppe
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By ERF - Der Sinnsender5
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Der heutige Textabschnitt der Bibellese fordert besonders heraus. Radikal, kompromisslos und eindeutig stellt Gott seine Forderungen an sein Volk Israel. Wenn sie segensreich in ihrem Lande wohnen wollen, dann müssen sie sich rigoros von allen fremdreligiösen Strömungen und Gebräuchen trennen.
Ist das noch eine Botschaft für uns heute? Oder müssen wir das in einen orientalischen Zusammenhang stellen, der eben nur dort gilt? Oder ist dies nur als eine historische Epoche zu bezeichnen, lange vor unserer Zeit, die jetzt glücklicherweise Vergangenheit ist?
In der Tat leben wir heute in einer anderen Welt. Moderne Denkweisen lassen eigentlich solch hartes Abgrenzen nicht mehr zu. Toleranz gegenüber fremden Menschen und fremden Sitten ist heute Reichtum unserer Gesellschaft und unserer bunten Welt. Ja, es erscheint sogar als besonders modern und tolerant, wenn wir in unserem Leben und unseren Wohnungen ein bisschen Christliches zeigen, ein wenig Islam, aber auch eine Brise Buddhismus, und auch Konfuzius hat doch gute Dinge gesagt, und ein indianisches Amulett zeugt von Weltoffenheit.
Es geht aber im Bibeltext interessanterweise nicht darum, wie wir die Weltoffenheit verbessern können, sondern es geht um den innersten Bereich, um das persönliche Leben, um Ihren und meinen Lebensstil. Die letzte Frage in meinem Leben ist doch: Was gibt mir Halt? Was ist mein Ziel? Was ist der Sinn meines Lebens? Und da ist es wenig hilfreich, wenn ich mir von allem etwas herauspicke, und mich letztlich frage: „Was werden wohl die Nachbarn denken?“ Oder mein Fähnlein nach dem Wind ausrichte.
Persönliche Fragen brauchen persönliche und klare Antworten.
Gott als der Schöpfer und Erhalter des Lebens, als der Herr über Israel, möchte, dass sein Volk in Frieden und im Segen Gottes lebt, und nicht ständig in Unruhe danach sucht, ob es auch von allem etwas berücksichtigt hat oder ob noch etwas fehlt.
So startet Mose hier in Vers 1 mit einer Rede Gottes, die deutlich das Ziel benennt: „Gebote und Rechte Gottes sollt ihr halten und danach tun in dem Land, das Gott euch gibt und wo ihr euer Leben lang wohnen sollt." Es geht also um gottgewollte Lebensregeln, um Verhaltensregeln, die Segen und Sicherheit bringen.
Wie kommt man aber dahin? Mose zeigt unverhüllt Gottes Anweisung: Zerstört alles Fremde, das euch von anderen Ideen, Religionen oder Philosophien gefangen nimmt und euch an Gottes Liebe zum Nächsten hindert. Heute sind dies weniger fremde Götter, aber eher Sätze oder heimliche Leitlinien, wie: „Das gehört sich doch nicht!" – „Das tut doch keiner!" – „Wenn das alle tun, wird das schon richtig sein!" – Oder wie es im Hessischen so schön gesagt wird: „Des der des derf?" (Anmerkung: Hessischer Dialekt für „Darf der das denn?")
Deshalb überprüft, ob es Sachverhalte im Leben gibt, die ausbremsen, blockieren, belasten. Das kann letztlich auch die moderne Technik mit Fernsehen, Internet und Handy oder meine eigene Eitelkeit sein.
Deshalb lädt Gott ein: Richtet euren Blick auf das Zentrum! Sucht einen Ort, wo ihr zusammenkommt, euch stärkt und euch neu ausrichten lasst. Kommt zu Gott, dem Schöpfer. Er hat einen Plan für euch.
Dorthin sollen alle eure Bemühungen hinlaufen. Hier sollt ihr Gott Opfer bringen, also euch für Gott einsetzen, ihm die Ehre geben, ihm dienen, für ihn und seine Aufgaben Zeit haben.
Und das sollt ihr tun, nicht weil Gott das gerne so für sich hätte, nein, er möchte das, weil das euch erst die Möglichkeiten schenkt, frei zu sein, unbelastet von anderen vermeintlichen Forderungen und Erwartungen, frei von selbstgesteckten Zielen, frei von einengenden Verpflichtungen.
Gott möchte mir einen „weiten Raum" schenken, wie es in Psalm 31, Vers 9 zu lesen ist. Gott möchte, dass meine Gaben und Talente sich entfalten, geschult werden und sich auswirken zum Segen für andere. Hier beginnt die Toleranz: Dieser gottesfürchtige Lebensstil entdeckt, dass ich aus der eigenen Freiheit des Glaubens für andere da sein darf, ihnen helfe, mit ihnen Gemeinschaft habe. Und das gerade in der Unterschiedlichkeit, in dem Bunten und in der Andersartigkeit jedes Menschen. Diese Freiheit in Gott zu gewinnen, ist die große Herausforderung. Sie ist Freiheit, die aber eine Gefahr hat: Ich mache, was ich will! Nein, das ist nicht die Freiheit, die Gott mir schenken will.
In Vers 8 und 9 sagt er es deutlich, warum: „Ihr sollt es nicht so halten, wie wir es heute hier tun, ein jeder, was ihm recht dünkt. Denn ihr seid bisher noch nicht zur Ruhe und zu dem Erbteil gekommen, das dir der HERR, dein Gott, geben wird."
Statt auf das eigene Ich, die eigene Meinung und die eigenen Werte zu schauen, die mich stets unruhig halten werden, weil immer noch was fehlt, was verbessert werden kann oder unerreichbar erscheint, lädt Gott ein zur „Inneren Ruhe", wenn ich lerne, mit Gottes Augen seine Geschenke in meinem Leben zu entdecken.
Gott beschreibt deshalb im Vers 12 sein Ziel: „Ihr sollt fröhlich sein vor dem HERRN, eurem Gott, mitsamt eurer ganzen Familie und allen „Knechten und Mägden", also allen Mitmenschen um euch herum, inklusive der Gäste.
Gottes Ziel ist Freude. Freude im Leben und Freude im Lebensalltag. Unbeschwertes Verwirklichen der vom Schöpfer geschenkten Gaben und Talente. Ein fröhlicher Blick auf den Nächsten: Was braucht er oder sie? Wo kann ich helfen? Wer ist einsam? Wer braucht Unterstützung? Dieser neue Blick kann mir von Gott geschenkt werden aus der Quelle des Lebens, wo er eben die Mitte, die Nr. 1 in meinem Leben ist.
So wünsche ich Ihnen diesen Blick von Gott her, der Freude schenkt, Sie auf ihn hin ausrichtet und dankbar und fröhlich schaut, wo Sie gebraucht werden.
Autor: Pfarrer Eberhard Hoppe
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