Bei der erzwungenen Flugzeuglandung in Belarus ist der Schweizer Anbieter Protonmail zu unerwünschtem Ruhm gekommen. Die offenbar fingierte Bombendrohung, die als Vorwand für die Zwangslandung in Belarus benutzt wurde, kam über diesen Schweizer Mailanbieter.
Zur Erinnerung: Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko zwang ein Flugzeug der Ryanair zur Landung in Minsk und nutzte die Gelegenheit, seinen Widersacher festnehmen zu lassen; den oppositionellen Blogger Roman Protassewitsch. Das sei aber nur ein Nebeneffekt gewesen, so stellt es Lukaschenko dar, man habe eigentlich bloss die Passagiere vor der angeblichen Bombe schützen wollen.
Tatsächlich ging ein Mail mit einer Bombendrohung heraus, via Protonmail. Wurde dieser Anbieter (von denen, die die Drohung fingiert haben), bewusst gewählt? Welche Vorteile bietet der Dienst allenfalls für unlautere Absichten?
Ausserdem: Schweizer Unternehmen geraten ins Visier der Opposition in Belarus. Der Nahrungsmittelriese Nestlé etwa, weil er millionenschwere Werbung auf belarussischen Sendern schaltet und damit, so Aktivistinnen und Aktivisten, das autoritäre Regime unterstütze. Auch Zugbauer Stadler Rail ist in Belarus engagiert, aber beide Unternehmen schweigen.
Ist das eine nachhaltige Strategie, den Vorwürfen zu begegnen? Und welche Interessen haben Schweizer Firmen in Belarus? Newsplus geht dem nach.
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