Der landesweite Generalstreik vom November 1918 war eines der dramatischsten Ereignisse in der Geschichte des Schweizerischen Bundesstaates. Rund ein Drittel aller Arbeitnehmenden legte drei Tage lang die Arbeit nieder. Die Armee schritt ein. Die Schweiz ging haarscharf an einem Bürgerkrieg vorbei.Der Erste Weltkrieg war zu Ende, die Armee noch nicht zurück in der Kaserne. Die Schweizer Bevölkerung hatte stark unter der Kriegswirtschaft gelitten, in erster Linie die Arbeiterinnen und Arbeiter. Rund ein Sechstel der Bevölkerung galt als verarmt.Das Oltener AktionskomiteeDas Oltener Aktionskomitee (OAK), mit seinem Gründer und Präsidenten Robert Grimm, war der Motor hinter dem landesweiten Generalstreik. Das OAK forderte staatliche Nahrungsmittelversorgung, zudem die 48-Stunden-Woche, das Proporzwahlsystem im Nationalrat, eine Neuorganisation der Armee sowie das Frauenstimmrecht.Die Armee als Provokation und als Ausdruck von AngstDer Bundesrat und die Armeespitze befürchteten einen bolschewistischen Umsturzversuch. Der Truppenaufmarsch in einigen Städten in der Schweiz war Ausdruck dieser Angst. Auf der anderen Seite – der Seite der Linken – wurde der Einsatz der Armee als reine Provokation verstanden.Neue ForschungDer landesweite Generalstreik ist gut dokumentiert und erforscht. Trotzdem gibt es für die Historiker noch dunkle Stellen, die es wissenschaftlich auszuleuchten gilt.Neuer Dokumentarfilm - das Making OfDas Schweizer Fernsehen zeigt 100 Jahre nach dem Landesstreik einen neuen Dokumentarfilm, der die Ereignisse mit doku-fiktionalen Mitteln nachzeichnet und sie einordnet.