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Den Brief, den Paulus ungefähr 60 n. Chr. an die Epheser schreibt, ist wohl wie eine Art Rundbrief zu verstehen. In dieser Zeit gab es viele neugegründete Gemeinden. Sie hatten nur wenige Vorstellungen, wie ein Gemeindeleben aussehen könnte und sollte. Die jungen Gemeinden mussten sich selbst vieles erarbeiten. Das begann bei ihrem Selbstverständnis und ging bis zu bestimmten Verhaltensregeln. Gemeinde war etwas ganz Neues. Von daher ist es verständlich, dass die Christen rund um Ephesus den Brief mit großer Aufmerksamkeit und Wertschätzung behandelten. Paulus entwirft zu Beginn eine großartige Vision von Gemeinde, die mich zum Staunen bringt.
In dem Text heute spannt Paulus den Faden weiter, hin zu dem Erkennen der Größe Gottes. Er behandelt die Frage: Wie können wir Gott besser erkennen?
Seine Glaubensgeschwister bringen Jesus viel Vertrauen entgegen. Zudem nimmt die Liebe bei ihnen so viel Raum ein. Bei Paulus löst das eine große Freude aus. Vertrauen und Liebe sind die beste Grundlage, wenn ich erkennen möchte, wer Gott ist.
Paulus geht es um die Einheit in der Gemeinde, besonders zwischen Christen, die zuvor Juden waren, und Christen, die aus anderen Nationen stammten. Diese Einheit ist sein Herzensanliegen. Ich glaube, Paulus hat den Schlüssel zur Einheit gefunden.
Er selbst weiß um seine Begrenztheit. Und ich spüre das auch oft. Es gibt so vieles, was ich nicht machen kann. Ich kann eine Menge wollen und viel Kraft in meine Ziele investieren. Ich habe Menschen auf dem Herzen und den großen Wunsch, dass sie erkennen und erleben, dass Gott echt ist und mit ihnen im Leben unterwegs sein will. Das Ende sehe ich aber nicht. Die Geschichten sind noch nicht zu Ende. Ich bin unterwegs. Das muss ich akzeptieren.
Doch plötzlich entdecke ich, was Paulus mir hier still vorlebt. Er gibt mir einen Einblick in sein Gebetsleben. Er bittet Gott, dass er die Christen mit seinem Heiligen Geist erfüllen möge. Das ist der Schlüssel. Der Heilige Geist hilft zu erkennen, wer Gott für uns ist. Er gibt geöffnete Augen, um erfassen zu können, welche Hoffnung der Glaube in sich birgt. Paulus weist auf das unvorstellbar große Erbe hin, das für alle Glaubensgeschwister vorbereitet ist. Das alles ist möglich, weil Gottes Kraft und Möglichkeiten unbegrenzt sind. Das hört sich so laut und mächtig an. Der Heilige Geist ist aber ein sanfter Arbeiter.
Er ist unermüdlich dabei, Menschenherzen zum Guten hin zu verändern. Er belebt die Traurigen, die keinen Ausweg sehen. Erschöpften Herzen spricht er Trost zu, der tiefer wurzelt als in ihnen selbst. Er gibt Kraft für den nächsten Schritt. Manchmal bewirkt der Heilige Geist in harten Herzen eine Einfühlsamkeit und Barmherzigkeit, die keiner zu hoffen gewagt hätte. Er schafft es, dass ein Wort die Wende bringt, und ich eigentlich nicht weiß, woher es gekommen ist. Der Heilige Geist beschenkt Menschen mit Frieden. Oft geschieht das alles nicht plötzlich, sondern braucht Zeit. Da reift etwas langsam heran. Aber es gibt diese Momente, in denen ich spüre, dass etwas anders ist als zuvor und dass es gut ist.
Wenn Paulus auf den Heiligen Geist hinweist, ist es für mich wie eine Einladung, mich immer wieder neu mit Gottes Geist füllen zu lassen. So bekomme ich einen weiten Horizont. Es geht darum, Gottes Möglichkeiten in meinem Alltag zu entdecken. Das ist manchmal sehr spannend und überraschend. Es kommt vor, dass ich manches am Abend dann schon mal mit anderen Augen sehe. Ich höre, wie der Heilige Geist mir immer wieder kleine Impulse gibt, denen ich mehr Raum geben möchte. An diesem Punkt möchte ich lernen, weil ich erkannt habe, dass diese Impulse gut sind. Sie lassen mich meine Lebendigkeit spüren. Das können praktische Dinge sein. Ein Gebet, eine Nachricht oder ein Anruf für jemanden, der mir gerade in den Sinn kommt. Es können aber auch sportliche, musikalische oder kreative Ideen sein. Alles das löst in mir eine große Freude über Gott und seine Möglichkeiten aus. Und ich habe die Vermutung, dass Gott sich auch sehr darüber freut, wenn ich seine Gaben, die er mir zur Verfügung stellt, reichlich nutze. Ich denke, es ist eine Form, ihm die Ehre zu geben.
In der Verbundenheit mit meinem Gott kann ich meine Begrenzungen ertragen. Ich kann mit den unfertigen und ungelösten Dingen getrost leben. Es darf mir nicht die Kraft rauben, sondern ich erinnere mich an Gottes Möglichkeiten und weiß, dass er mich täglich führt. Ich bin an ihn und seine Kraft dauerhaft angeschlossen. Das heißt Glauben. Der Glaube sieht manchmal wenig oder nichts, aber er weiß, was er nicht sieht. Manchmal muss das schwer durchlebt werden.
Letztes Jahr wussten mein Mann und ich nicht, wie es beruflich bei ihm weitergehen sollte. Wir wünschten uns vor unserem Sommerurlaub Klarheit darüber. Wir mussten warten bis Ende Oktober. Irgendwann betete ich und traf damit zunächst unbewusst eine wichtige Entscheidung.
Ich sagte: „Herr, wenn du meinst, dass wir das noch nicht wissen müssen, dann ist das in Ordnung." Ich glaube, mein Gebet und die damit verbundene Haltung hat der Heilige Geist in mir bewirkt. Ich bin sehr dankbar dafür. Ich hätte das in mir nicht machen können. So wurde dieses Warten auf Gottes unbegrenzte Möglichkeiten für mich ein Weg, den ich gehen konnte. Ich hatte Zeit, mich um anderes zu kümmern. So unverständlich das auch klingt, mein Vertrauen in Gott und seine Führung ist durch das Loslassen meiner Vorstellungen gewachsen. Irgendwann wurde ich neugierig auf seine Lösung. Und es hat sich alles sehr gut und rechtzeitig begeben. Schwere Erfahrungen können Beziehungen wachsen lassen. Das gilt nicht nur für menschliche Beziehungen, sondern auch für die Verbundenheit, die Gott zu mir sucht. Ihm zu vertrauen muss ich nicht mehr im Himmel lernen, sondern hier im Leben. Ich möchte ihn mit meinem Vertrauen ehren.
Paulus weiß, wie oft meine äußeren Augen die eigentliche Wirklichkeit nicht sehen. Es gibt Situationen, in denen ich die Aufforderung brauche, mich an das zu erinnern, was ich mit Gott erlebt habe. Ich möchte mich auf Gottes Größe und Macht berufen, gerade dann, wenn mir die klare Sicht fehlt! Oft helfen mir dazu meine Glaubensgeschwister. Ich glaube, dass es Gottes Absicht ist, dass wir einander stärken. Es scheint nötig, dass wir einander ermutigen, Gottes Spuren in unserem Leben zu sehen. Dabei wird Gottes Macht alles in den Schatten stellen, was Menschen für mächtig halten. Seine Herrlichkeit wird durchleuchten und die Gemeinde, die sein Leib ist, stärken, bewahren und erhalten. Das ist seine Zusage an seine geliebten Menschen.
Autor: Christiane Stock
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By ERF - Der Sinnsender5
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Den Brief, den Paulus ungefähr 60 n. Chr. an die Epheser schreibt, ist wohl wie eine Art Rundbrief zu verstehen. In dieser Zeit gab es viele neugegründete Gemeinden. Sie hatten nur wenige Vorstellungen, wie ein Gemeindeleben aussehen könnte und sollte. Die jungen Gemeinden mussten sich selbst vieles erarbeiten. Das begann bei ihrem Selbstverständnis und ging bis zu bestimmten Verhaltensregeln. Gemeinde war etwas ganz Neues. Von daher ist es verständlich, dass die Christen rund um Ephesus den Brief mit großer Aufmerksamkeit und Wertschätzung behandelten. Paulus entwirft zu Beginn eine großartige Vision von Gemeinde, die mich zum Staunen bringt.
In dem Text heute spannt Paulus den Faden weiter, hin zu dem Erkennen der Größe Gottes. Er behandelt die Frage: Wie können wir Gott besser erkennen?
Seine Glaubensgeschwister bringen Jesus viel Vertrauen entgegen. Zudem nimmt die Liebe bei ihnen so viel Raum ein. Bei Paulus löst das eine große Freude aus. Vertrauen und Liebe sind die beste Grundlage, wenn ich erkennen möchte, wer Gott ist.
Paulus geht es um die Einheit in der Gemeinde, besonders zwischen Christen, die zuvor Juden waren, und Christen, die aus anderen Nationen stammten. Diese Einheit ist sein Herzensanliegen. Ich glaube, Paulus hat den Schlüssel zur Einheit gefunden.
Er selbst weiß um seine Begrenztheit. Und ich spüre das auch oft. Es gibt so vieles, was ich nicht machen kann. Ich kann eine Menge wollen und viel Kraft in meine Ziele investieren. Ich habe Menschen auf dem Herzen und den großen Wunsch, dass sie erkennen und erleben, dass Gott echt ist und mit ihnen im Leben unterwegs sein will. Das Ende sehe ich aber nicht. Die Geschichten sind noch nicht zu Ende. Ich bin unterwegs. Das muss ich akzeptieren.
Doch plötzlich entdecke ich, was Paulus mir hier still vorlebt. Er gibt mir einen Einblick in sein Gebetsleben. Er bittet Gott, dass er die Christen mit seinem Heiligen Geist erfüllen möge. Das ist der Schlüssel. Der Heilige Geist hilft zu erkennen, wer Gott für uns ist. Er gibt geöffnete Augen, um erfassen zu können, welche Hoffnung der Glaube in sich birgt. Paulus weist auf das unvorstellbar große Erbe hin, das für alle Glaubensgeschwister vorbereitet ist. Das alles ist möglich, weil Gottes Kraft und Möglichkeiten unbegrenzt sind. Das hört sich so laut und mächtig an. Der Heilige Geist ist aber ein sanfter Arbeiter.
Er ist unermüdlich dabei, Menschenherzen zum Guten hin zu verändern. Er belebt die Traurigen, die keinen Ausweg sehen. Erschöpften Herzen spricht er Trost zu, der tiefer wurzelt als in ihnen selbst. Er gibt Kraft für den nächsten Schritt. Manchmal bewirkt der Heilige Geist in harten Herzen eine Einfühlsamkeit und Barmherzigkeit, die keiner zu hoffen gewagt hätte. Er schafft es, dass ein Wort die Wende bringt, und ich eigentlich nicht weiß, woher es gekommen ist. Der Heilige Geist beschenkt Menschen mit Frieden. Oft geschieht das alles nicht plötzlich, sondern braucht Zeit. Da reift etwas langsam heran. Aber es gibt diese Momente, in denen ich spüre, dass etwas anders ist als zuvor und dass es gut ist.
Wenn Paulus auf den Heiligen Geist hinweist, ist es für mich wie eine Einladung, mich immer wieder neu mit Gottes Geist füllen zu lassen. So bekomme ich einen weiten Horizont. Es geht darum, Gottes Möglichkeiten in meinem Alltag zu entdecken. Das ist manchmal sehr spannend und überraschend. Es kommt vor, dass ich manches am Abend dann schon mal mit anderen Augen sehe. Ich höre, wie der Heilige Geist mir immer wieder kleine Impulse gibt, denen ich mehr Raum geben möchte. An diesem Punkt möchte ich lernen, weil ich erkannt habe, dass diese Impulse gut sind. Sie lassen mich meine Lebendigkeit spüren. Das können praktische Dinge sein. Ein Gebet, eine Nachricht oder ein Anruf für jemanden, der mir gerade in den Sinn kommt. Es können aber auch sportliche, musikalische oder kreative Ideen sein. Alles das löst in mir eine große Freude über Gott und seine Möglichkeiten aus. Und ich habe die Vermutung, dass Gott sich auch sehr darüber freut, wenn ich seine Gaben, die er mir zur Verfügung stellt, reichlich nutze. Ich denke, es ist eine Form, ihm die Ehre zu geben.
In der Verbundenheit mit meinem Gott kann ich meine Begrenzungen ertragen. Ich kann mit den unfertigen und ungelösten Dingen getrost leben. Es darf mir nicht die Kraft rauben, sondern ich erinnere mich an Gottes Möglichkeiten und weiß, dass er mich täglich führt. Ich bin an ihn und seine Kraft dauerhaft angeschlossen. Das heißt Glauben. Der Glaube sieht manchmal wenig oder nichts, aber er weiß, was er nicht sieht. Manchmal muss das schwer durchlebt werden.
Letztes Jahr wussten mein Mann und ich nicht, wie es beruflich bei ihm weitergehen sollte. Wir wünschten uns vor unserem Sommerurlaub Klarheit darüber. Wir mussten warten bis Ende Oktober. Irgendwann betete ich und traf damit zunächst unbewusst eine wichtige Entscheidung.
Ich sagte: „Herr, wenn du meinst, dass wir das noch nicht wissen müssen, dann ist das in Ordnung." Ich glaube, mein Gebet und die damit verbundene Haltung hat der Heilige Geist in mir bewirkt. Ich bin sehr dankbar dafür. Ich hätte das in mir nicht machen können. So wurde dieses Warten auf Gottes unbegrenzte Möglichkeiten für mich ein Weg, den ich gehen konnte. Ich hatte Zeit, mich um anderes zu kümmern. So unverständlich das auch klingt, mein Vertrauen in Gott und seine Führung ist durch das Loslassen meiner Vorstellungen gewachsen. Irgendwann wurde ich neugierig auf seine Lösung. Und es hat sich alles sehr gut und rechtzeitig begeben. Schwere Erfahrungen können Beziehungen wachsen lassen. Das gilt nicht nur für menschliche Beziehungen, sondern auch für die Verbundenheit, die Gott zu mir sucht. Ihm zu vertrauen muss ich nicht mehr im Himmel lernen, sondern hier im Leben. Ich möchte ihn mit meinem Vertrauen ehren.
Paulus weiß, wie oft meine äußeren Augen die eigentliche Wirklichkeit nicht sehen. Es gibt Situationen, in denen ich die Aufforderung brauche, mich an das zu erinnern, was ich mit Gott erlebt habe. Ich möchte mich auf Gottes Größe und Macht berufen, gerade dann, wenn mir die klare Sicht fehlt! Oft helfen mir dazu meine Glaubensgeschwister. Ich glaube, dass es Gottes Absicht ist, dass wir einander stärken. Es scheint nötig, dass wir einander ermutigen, Gottes Spuren in unserem Leben zu sehen. Dabei wird Gottes Macht alles in den Schatten stellen, was Menschen für mächtig halten. Seine Herrlichkeit wird durchleuchten und die Gemeinde, die sein Leib ist, stärken, bewahren und erhalten. Das ist seine Zusage an seine geliebten Menschen.
Autor: Christiane Stock
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