ERF Plus - Bibel heute

Die Herrlichkeit des Wortes Gottes (6)


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1. Ermutigung im Glauben und verachtet werden liegen eng beieinander

Am Rande einer Tagung kam ich mit jemandem ins Gespräch. Wir fragten uns: „Worin liegt der Unterschied:

  • Feiern wir Christen im Ostergottesdienst die Auferstehung Jesu?
  • oder feiern wir den auferstandenen Herrn Jesus Christus?“
  • (#) Wir sahen den Unterschied darin: Feiern wir den Auferstandenen,

    • dann feiern wir den, der den Tod überwand,
    • wir feiern den, der unser Heiland und Retter ist. Der uns schon jetzt von Bindungen, die unser Aufleben und Fruchtbringen behindern, befreit.
    • Wir feiern an Ostern den, der sichtbar wiederkommen wird. Wir können ihm persönlich von Angesicht zu Angesicht dafür danken.
    • (#) Feiern wir nur die Auferstehung, so feiern wir lediglich einen Vorgang. - Was soll das? - einen Vorgang feiern?

      Mein Gesprächspartner und ich waren uns einig: Wir feiern auch beim nächsten Osterfest den Auferstanden.

      (#) Bei anderen Gesprächspartnern sieht es bezüglich dieses Themas manchmal anders aus. Mit einem, der von den Toten auferstanden ist, können sie nichts anfangen. Sie werden ärgerlich oder wütend. Manche greifen mich massiv an oder strafen mich mit Schweigen ab.

      2. Aus der Lebensgeschichte des Beters

      In diesem Zusammenhang ist mir der Abschnitt aus Psalm 119 begegnet. Ein unbekannter Beter schrieb dieses Gedicht, um seine Freude auszudrücken: Gott gab ihm sein Wort. Das macht ihn glücklich, das schenkt ihm Hoffnung. Er fühlt sich in Gott geborgen. In seinem Alltag hat er es mit solchen zu tun, die ihn verachten, die nichts mit ihm zu tun haben. wollen. Und das tut weh.

      Manch einer von uns – auch ich - können dem Beter nachfühlen: Es schmerzt, ausgegrenzt zu werden. Die anderen haben sich Lügen ausgedacht, die sie glauben, nach denen sie handeln.

      (#) Der Beter bittet Gott aber, dass er das Wort der Wahrheit nicht von seinen Lippen nehme:

      • Der Beter will weiterhin das reden, was wahr und verlässlich ist.
      • Er will an der Kraft Gottes teilhaben, die ihn bewahrt, die Lügen der anderen zu glauben.
      •  Er will sich von diesen Lügen nicht bestimmen lassen.
      • Er will standhaft bleiben - auch dann, wenn er es mit Führungskräften zu tun hat. Er redet die Wahrheit auch vor Königen. Er schämt sich nicht, auch an dieser Stelle mitzuteilen, in welcher Richtung Gott Menschen leiten will - wenn sie sich leiten lassen.
      • Die Quelle, dass der Beter so kraftvoll auftritt, liegt eindeutig im Wort Gottes. Hört er Gottes Wort oder liest er es? Es nährt seine Gewissheit: Gott behält am Ende Recht. Der Beter spricht von einem höchstrichterlichen Urteil, das Gott zu seiner Zeit sprechen wird. Dessen ist er sich gewiss. Aber bis Gott dieses Wort spricht, darauf muss er warten. Und warten?

        Ich persönlich sage: Warten ist nichts für mich. Ich bin ungeduldig. Ich will Ergebnisse sehen! Der Beter jedoch fühlt sich durch diese Wartezeit nicht eingeschränkt. Er fällt nicht in die Opferrolle, sondern sieht vor sich in einen weiten Raum, um trotz der Missachtung aufzuleben.

        Das begeistert mich!

        (#) Ich frage mich nach dem Geheimnis, das mir mit diesem Beter begegnet. Ich bringe es auf den Punkt: So - wie dem Beter - ergeht es einem, der die Nähe Gottes sucht:

        • Er kann, obwohl er sein Vertrauen in Gott setzt, unter Verachtung leiden
        • Er kann auf Gottes Urteil warten, ohne selbst gegen die vorzugehen, die ihn verachten
        • Er sieht seine Füße auf weites Land gestellt: Er kann sein Leben entfalten.
        • Er hat so viel Kraft, dass er auch vor höher gestellten Menschen wirbt: Auch sie können ihr Vertrauen in Gott setzen
        • Der Beter ist in Gottes Wort zuhause. Denn er erlebt es als Kraftquelle, um Gott zu vertrauen und um sein Leben zu gestalten.

          3. Was ist heute mit dem Geist, der damals den Beter bewegte?

          Dennoch bewegt mich eine Frage: Woher kommt es, dass dieser Psalm mich so anspricht?

          • Der Beter schrieb ihn vor mehr als 2000 Jahren auf
            • Ich finde seinen Psalm in der Bibel, die das alttestamentliche Volk Gottes gelesen hat.
            • Ich selbst lebe in einem anderen Kulturkreis, in einer unvergleichbaren Zeit. Woher kommt es, dass dieser Psalm mich so anspricht?
            • (#) Ich lege meine Antwort zur Prüfung vor: Weil der Beter in der Bibel die Nähe Gottes sucht, wird er von Gottes Geist angesprochen. Dieser Geist wird im Neuen Testament der „Heilige Geist“ genannt. Von ihm spricht der Herr Jesus: „Es ist der Geist der Wahrheit. Er wird euch, die ihr meine Nachfolgerinnen und Nachfolger seid, leiten. Ihr werdet die Kraft dieses Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein.
            • (#) Das heißt doch, der Geist, der in dem Beter wirksam war, dieser Geist beeinflusst auch mich.

              Dieser Geist macht auch mir deutlich:

              • Es gibt nichts Besseres als Gott zu vertrauen - und zwar dem Gott, der in Jesus Christus unser Vater im Himmel geworden ist.
              • Wie alle anderen Menschen auch, habe ich, haben wir Christen, mit Missachtung oder gar Verachtung zu kämpfen
              • Aber wir müssen nicht gegen Menschen vorgehen, um uns selbst Recht zu verschaffen. Wir können auf Gottes Urteil warten
              • Und in dieser Wartezeit können wir das weite Land vor uns entdecken, wir dürfen unser Leben entfalten und gestalten.
              • Dazu habe ich auf jener Tagung konkrete Anstöße bekommen. Aber nicht deshalb, weil ich bekannte Redner hörte. Sondern sie erinnerten mich lediglich daran, was bereits in der Bibel steht. Denn die Entfaltung des eigenen Lebens hängt nicht daran, ob man eine Tagung besucht oder nicht.

                (#) Ich behaupte kühn: Jeder kann die Kraft dieses Geistes erleben, wenn er die Nähe Gottes sucht, wenn er sich mit dem beschäftigt, was Gott uns schriftlich hat zukommen lassen.

                (#) Ich weiß nicht, ob Sie mit dieser Antwort zufrieden sind. Vielleicht haben Sie noch Fragen. Ich sagte ja: Bitte prüfen Sie es. Haben Sie den Mut, Gott in der Bibel zu suchen.

                (#) Ich z.B. lese immer wieder gerne die Psalmen. In ihnen steckt so viel Kraft. Es ist die Kraft, die mich ermutigt, die mich tröstet, die mir Zuversicht zum Leben gibt. Ja, ich freue mich, dass ich immer wieder beim Lesen der Bibel dem lebendigen Gott begegne und von seiner Kraft profitiere.

                Autor: Pastor Wolfgang Ströhle

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