Wir Rechtsjournalist*innen sind getrieben von Schlagzeilen und Urteilen. Wir müssen Gerichtsentscheidungen lesen, die manchmal mehrere hundert Seiten lang sind, wir hetzen zwischen Gerichtsverhandlungen und Studios hin und her, wir telefonieren mit Klägern und Anwältinnen, Jura-Professorinnen und Pressesprechern. Und wir müssen erklären, erklären, erklären, was komplizierte Urteile und Gesetztexte für die Menschen im Alltag bedeuten. Solange sich dieses Rad dreht, bleibt wenig Zeit, innezuhalten und nachzudenken über das, was man da eigentlich tut – über die Grundsätze des eigenen Berufs und darüber, wohin sich der Rechtsjournalismus entwickelt. Aber genau das tun die Justizreporter Klaus Hempel und Max Bauer in dieser Folge. Sie sprechen mit Gigi Deppe, die als Redaktionsleiterin der Hörfunk-Redaktion in der ARD-Rechtsredaktion in den "Unruhestand“ geht.
Gigi Deppe hat jahrzehntelang den Rechtsjournalismus in Deutschland geprägt. Geboren in Berlin, journalistisch ausgebildet bei der Deutschen Welle in Köln hat Gigi Deppe als Autorin im freien Rheinischen Journalistenbüro gearbeitet und als Fernseh- und Radioreporterin in der ARD-Rechtsredaktion. Dort war sie zuletzt Redaktionsleiterin der Hörfunkredaktion. Besonders liegt Gigi Deppe der genaue Blick auf die europäischen Gerichte am Herzen. Ihre engagierte Berichterstattung vom Europäischen Gerichtshof und vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte war journalistische Pionierarbeit. 2024 hat sie dafür den Medienpreis des "Deutschen Anwaltvereins" bekommen.
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Podcast-Tipp: Lost Sheroes
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