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Dieser Markus-Text ist einer der wichtigsten Texte der Christenheit. Ein Text, der über Konfessionsgrenzen hinweg lange wie selbstverständlich zu jeder Kindertaufe gehörte und wohl auch heute noch zu vielen gehört. Und die Feier einer Taufe war und ist immer ein Fest der Freude. Die Zeit des Fernsehens hat das Feiern von Taufen - etwa bei den noch verbliebenen christlichen Fürstenhäusern - auch zu öffentlichen Ereignissen werden lassen, bei denen es für mich interessant wäre zu fragen: Was würde Jesus tun, wenn er so eine Feier vor laufenden Fernsehkameras miterleben könnte? Würde er sich freuen über diese zeitgemäße Art der Feier, lächeln über manche Begleiterscheinung oder den Kopf schütteln? Sein Kind taufen zu lassen - das ist immer noch ein Ereignis, das das Bild von Jesus auch in Familien hineinbringt, in denen christlicher Glaube keine große Rolle mehr spielt.
Wenn ich 2000 Jahre zurückgehe in der Zeit, dann kann ich mir in Einzelheiten vorstellen, wie die Szene unseres Textes wohl abgelaufen sein mag. Familien, die - wahrscheinlich - Jesus schon erlebt oder zumindest von ihm gehört haben, beschließen, ihre Kinder von ihm segnen zu lassen – ein sicher nicht alltägliches Unterfangen.
Was allerdings nicht heißt, dass Jesus nicht eigenes Bemühen um ein Nahekommen an das Reich Gottes zu schätzen und zu würdigen weiß. Derselbe Evangelist Markus schreibt zwei Kapitel weiter von einem Schriftgelehrten, mit dem sich Jesus unterhält. Und von diesem Schriftgelehrten, der sehr überzeugend zu Jesus von seinem eigenen Glauben und der Mühe, die er sich damit gibt, spricht, sagt Jesus: „Du bist nicht fern vom Reich Gottes!" - wohl eine denkbar höchste Anerkennung, die Jesus vergeben kann.
Aber bleibe ich bei den Kindern und dem ‚...keine Vorbedingungen', kein "aber da musst du erst würdig werden, um dieses Geschenk von Jesu Liebe entgegenzunehmen".
Wie sehr der Begriff des 'Reiches Gottes' für Jesus Grundlage eines neuen Verständnisses im Verhältnis von Gott zum Menschen ist oder sein wird, das zeigen die vier Evangelien. Das 'Reich Gottes' kommt im Neuen Testament von Übersetzung zu Übersetzung unterschiedlich häufig vor - etwa von 47 mal bei Luther '84 bis zu 79 mal in der neuen Einheitsübersetzung. Und diese Vielfalt, die allein schon die Evangelien aus dem Munde Jesu wiedergeben, umfasst für heutige Leser durchaus unterschiedliche Sachverhalte. Wie Jesus das Reich Gottes und seine Erwartung beschreibt, das ist eine Geschichte mit vielen Facetten. Da wird dann immer wieder von dem Kommen des Reiches Gottes gesprochen und von seiner zukünftigen Herrlichkeit bis hin zu Einzelheiten und einer Prachtentfaltung, die für Christen von heute kaum noch vorstellbar sind. Aber dann sagt Jesus in einem Gespräch einen Schlüsselsatz: „Das Reich Gottes ist schon mitten unter Euch!" Und dieses ‚mitten unter Euch', das behält seinen Sinn als Bestätigung und Zuspruch Jesu über die Zeiten hinweg bis heute.
Vor diesem Hintergrund frage ich mich: Was kann ich heute mit dieser Aussage Jesu von vor 2000 Jahren verbinden, was kann sie mir sagen und was kann ich andern davon weitersagen, zu erklären versuchen? Wie „alltagstauglich" ist sie eigentlich in dem Sinn, dass ich anderen davon erzählen kann? Wenn ich manche Texte Jesu zusammenstelle, dann sage ich heute: Die Rede vom 'Reich Gottes - mitten unter uns' - die steht für mich für ein mich geborgen fühlen können in der Liebe Gottes. Geborgen-sein, wie Gott es mir ein langes Leben hindurch geschenkt hat. Und wovon ich lange erzählen könnte als Erlebtes und mir Geschenktes. Und genau ein solches Geborgen-sein, das gilt dann auch für die Kinder, die Jesus segnet. „Reich Gottes - mitten unter Euch": Das ist es doch, was ich mit Jesus im Glauben und mit der Hoffnung auf sein Wiederkommen verbinde. Und was mich auch durch die Anfechtungen und Schwierigkeiten des ‚Heute' tragen soll und in diesem Glauben dann auch trägt.
Zwischen dem Jahr 1950, als ich mit dem Spruch „Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade“, konfirmiert wurde, und dem ‚heute' hat sich viel geändert. Auch in der Art, wie Jesus im Unterricht Kindern nahegebracht wird und damit auch, wie sie an unseren Glauben herangeführt werden und wie sie in ihn hineinwachsen können.
Autor: Dr. Klaus Thimm
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By ERF - Der Sinnsender5
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Dieser Markus-Text ist einer der wichtigsten Texte der Christenheit. Ein Text, der über Konfessionsgrenzen hinweg lange wie selbstverständlich zu jeder Kindertaufe gehörte und wohl auch heute noch zu vielen gehört. Und die Feier einer Taufe war und ist immer ein Fest der Freude. Die Zeit des Fernsehens hat das Feiern von Taufen - etwa bei den noch verbliebenen christlichen Fürstenhäusern - auch zu öffentlichen Ereignissen werden lassen, bei denen es für mich interessant wäre zu fragen: Was würde Jesus tun, wenn er so eine Feier vor laufenden Fernsehkameras miterleben könnte? Würde er sich freuen über diese zeitgemäße Art der Feier, lächeln über manche Begleiterscheinung oder den Kopf schütteln? Sein Kind taufen zu lassen - das ist immer noch ein Ereignis, das das Bild von Jesus auch in Familien hineinbringt, in denen christlicher Glaube keine große Rolle mehr spielt.
Wenn ich 2000 Jahre zurückgehe in der Zeit, dann kann ich mir in Einzelheiten vorstellen, wie die Szene unseres Textes wohl abgelaufen sein mag. Familien, die - wahrscheinlich - Jesus schon erlebt oder zumindest von ihm gehört haben, beschließen, ihre Kinder von ihm segnen zu lassen – ein sicher nicht alltägliches Unterfangen.
Was allerdings nicht heißt, dass Jesus nicht eigenes Bemühen um ein Nahekommen an das Reich Gottes zu schätzen und zu würdigen weiß. Derselbe Evangelist Markus schreibt zwei Kapitel weiter von einem Schriftgelehrten, mit dem sich Jesus unterhält. Und von diesem Schriftgelehrten, der sehr überzeugend zu Jesus von seinem eigenen Glauben und der Mühe, die er sich damit gibt, spricht, sagt Jesus: „Du bist nicht fern vom Reich Gottes!" - wohl eine denkbar höchste Anerkennung, die Jesus vergeben kann.
Aber bleibe ich bei den Kindern und dem ‚...keine Vorbedingungen', kein "aber da musst du erst würdig werden, um dieses Geschenk von Jesu Liebe entgegenzunehmen".
Wie sehr der Begriff des 'Reiches Gottes' für Jesus Grundlage eines neuen Verständnisses im Verhältnis von Gott zum Menschen ist oder sein wird, das zeigen die vier Evangelien. Das 'Reich Gottes' kommt im Neuen Testament von Übersetzung zu Übersetzung unterschiedlich häufig vor - etwa von 47 mal bei Luther '84 bis zu 79 mal in der neuen Einheitsübersetzung. Und diese Vielfalt, die allein schon die Evangelien aus dem Munde Jesu wiedergeben, umfasst für heutige Leser durchaus unterschiedliche Sachverhalte. Wie Jesus das Reich Gottes und seine Erwartung beschreibt, das ist eine Geschichte mit vielen Facetten. Da wird dann immer wieder von dem Kommen des Reiches Gottes gesprochen und von seiner zukünftigen Herrlichkeit bis hin zu Einzelheiten und einer Prachtentfaltung, die für Christen von heute kaum noch vorstellbar sind. Aber dann sagt Jesus in einem Gespräch einen Schlüsselsatz: „Das Reich Gottes ist schon mitten unter Euch!" Und dieses ‚mitten unter Euch', das behält seinen Sinn als Bestätigung und Zuspruch Jesu über die Zeiten hinweg bis heute.
Vor diesem Hintergrund frage ich mich: Was kann ich heute mit dieser Aussage Jesu von vor 2000 Jahren verbinden, was kann sie mir sagen und was kann ich andern davon weitersagen, zu erklären versuchen? Wie „alltagstauglich" ist sie eigentlich in dem Sinn, dass ich anderen davon erzählen kann? Wenn ich manche Texte Jesu zusammenstelle, dann sage ich heute: Die Rede vom 'Reich Gottes - mitten unter uns' - die steht für mich für ein mich geborgen fühlen können in der Liebe Gottes. Geborgen-sein, wie Gott es mir ein langes Leben hindurch geschenkt hat. Und wovon ich lange erzählen könnte als Erlebtes und mir Geschenktes. Und genau ein solches Geborgen-sein, das gilt dann auch für die Kinder, die Jesus segnet. „Reich Gottes - mitten unter Euch": Das ist es doch, was ich mit Jesus im Glauben und mit der Hoffnung auf sein Wiederkommen verbinde. Und was mich auch durch die Anfechtungen und Schwierigkeiten des ‚Heute' tragen soll und in diesem Glauben dann auch trägt.
Zwischen dem Jahr 1950, als ich mit dem Spruch „Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade“, konfirmiert wurde, und dem ‚heute' hat sich viel geändert. Auch in der Art, wie Jesus im Unterricht Kindern nahegebracht wird und damit auch, wie sie an unseren Glauben herangeführt werden und wie sie in ihn hineinwachsen können.
Autor: Dr. Klaus Thimm
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