Dini Mundart - Schnabelweid

Dini Mundart - Schnabelweid

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Dini Mundart - Schnabelweid episodes

  • Von «die Segel streichen» bis «kein Blatt vor den Mund nehmen»
    So haben Krieg, Rechtswesen und Kunst Redensarten geprägt.
    Die Kapitulation, die Aufgabe einer Seite hat schon so manchen Krieg beendet. Deshalb verwendet man auch im sonstigen Leben sprachliche Bilder aus dem Kriegswesen, um das Aufgeben zu umschreiben: «die Flinte ins Korn werfen», «die Segel streichen» oder «die weisse Fahne hissen».
    Auch das mittelalterliche Rechtswesen spiegelt sich in diversen Redewendungen, so etwa in «auf die lange Bank schieben» für «hinauszögern».
    Der mittelalterlichen Dichtung haben wir wohl «über den grünen Klee loben» zu verdanken - denn die Dichter priesen den Klee wie kaum etwas anderes. Und auf das Theater bezieht sich die Redensart «kein Blatt vor den Mund nehmen» für «ehrlich und direkt sein» - in Zeiten der Zensur hielten sich manche Schauspieler ein Blatt Papier vor das Gesicht, damit sie nicht erkannt und für allfällig heikle Aussagen zur Rechenschaft gezogen werden konnten.
    In dieser Sendung erfahren Sie die spannenden Geschichten rund um diese und weitere Redewendungen. Und ausserdem erklären wir, was der Familienname Vollenhals ursprünglich bedeutet haben könnte.
    58 min
  • Redensarten: Warum funken wir uns dazwischen?
    Redensarten verraten uns viel über alte Traditionen und neue Technologien.
    Verschiedene Redensarten beziehen sich auf traditionelle Methoden von Handwerk – und an ihren moderneren Pendants lässt sich die Entwicklung der Gesellschaft und der Technologien mitverfolgen. Das zeigen wir in der heutigen Sendung anhand von vielen Beispielen für Redensarten zu den unterschiedlichsten Themen.
    Es geht um Gelegenheiten (erfolgreich genutzte, aber auch verpasste, die uns wie bei der Jagd das Wild «durch die Lappen gegangen» sind), um Störenfriede, die uns «dazwischenfunken», um Verrückte, die «nöd ganz gschöchlet» sind, aber auch um Sprachbilder dafür, wie wir uns heimlich davonmachen – und wie wir sterben.
    Zum Schluss der Sendung gehen wir ausserdem dem Familiennamen Aemisegger auf den Grund.
    58 min
  • Redewendungen: Wer sind die Leviten und warum werden sie gelesen?
    Die grösste einzelne Quelle für Redewendungen ist die Bibel. Daran zeigt sich, wie sehr die Religion Sprachen und Vorstellungswelten geprägt hat.
    Wenn man jemanden belehrt, dann «liest man ihm die Leviten», und wenn man etwas plötzlich begreift, dann «fällt es einem wie Schuppen von den Augen» oder «es geht einem ein Licht auf». All diese Redewendungen stammen aus der Bibel oder beziehen sich auf die heilige Schrift des Christentums. Und religiöse Bezüge gibt es auch in den Redensarten «jemandem eine Gardinenpredigt halten», «jemanden abkanzeln» und sogar in der «Standpauke».
    Aber natürlich, längst nicht alle Redewendungen haben mit Religion zu tun. Sie bedienen sich etwa auch in der Küche («jemanden schmoren lassen», «mit jemandem ein Hühnchen zu rupfen haben») oder bei der Mode («öpperem d Chnöpf iitue» und «öpperem ds Möösch putze» – beides für 'zurechtweisen'. Mit «Möösch» ist das Messing gemeint, aus dem Uniformknöpfe gemacht sind).
    Erfahren Sie die Geschichten hinter diesen und weiteren Redensarten im zweiten Teil unserer Sommerserie.
    Zum Schluss der Sendung beleuchten wir noch die Herkunft des Familiennamens Wepfer, der auf ein altes Handwerk zurückgeht.
    57 min
  • Redensarten vom Dampfer bis zu den Zügeln
    Wir sprechen gern in bildhaften Redensarten. «Du bist auf dem falschen Dampfer» oder «Sie hat die Zügel in der Hand» oder «jetzt musst du einen Zahn zulegen!»
    Die Sprachbilder unserer Redensarten verändern sich mit den Lebenswelten unserer Alltagsumgebung. Wer früher auf dem Holzweg war, sitzt heute im falschen Film. Wer früher die Zügel in der Hand hielt, ist heute vielleicht der Babo im Haus.
    In der Sendung werden alte und neue Redensarten erläutert mit den Bedeutungen «sich beeilen», «sich irren», «sich gut verstehen» und «bestimmen, Chef sein».
    Was hat der Familienname Adank mit Dank zu tun?
    Familien namens Adank sind in Wartau SG, Fläsch und Luzein GR alteingesessen. Ihr Name ist ein Übername und geht zurück auf das Wort Dank und eine Vorsilbe, die die Abwesenheit des Genannten ausdrückt. Adank bedeutet also wörtlich «danklos» und bezeichnete ursprünglich wahrscheinlich einen undankbaren Menschen, allenfalls auch jemanden, der den ihm zustehenden Dank nicht bekam.
    57 min
  • Briefkasten: Warum sagen wir «sperrangelweit offen»?
    Neun Fragen aus unserem Publikum, neun Antworten von unseren Mundartredaktoren.
    In dieser Sendung beantworten die SRF-Mundartredaktoren folgende Mundartfragen:
    Woher kommt das Mundartwort «lättere» bzw. «lädere» für 'lichterloh brennen'?
    Warum sagt man in Graubünden für 'reizen' oder 'jucken' auch «nöössere»?
    Was steckt im fast vergessenen Verb «wolfele» für 'günstiger werden'?
    Antwortet man auf einen Dank zwingend mit «gärn gescheh» oder geht auch ein kurzes «gärn»?
    Woher kommt der Ausdruck «sperrangelweit»?
    Warum sagt man im älteren Schweizerdeutsch «schabab» für 'neidisch', 'verloren' oder 'todmüde'?
    Was bedeutet der merkwürdige Flurname «schräge Lebern»?
    Steckt im Flurnamen «Sibstel» vielleicht ein Siebtel von etwas?
    Woher stammt der Familienname T(h)enisch und was bedeutet er?
    56 min
  • Revolutioniert KI gerade das Sprachenlernen?
    Sprachlern-Apps setzen immer mehr auf Künstliche Intelligenz. Welche Vorteile das fürs Sprachenlernen bringt und wo die Risiken liegen, zeigt unser Sprachredaktor mit einem Selbstversuch.
    Dank KI in zwei Wochen Kroatisch lernen? So einfach ist es dann doch nicht. Aber der Selbstversuch von Sprachredaktor André Perler zeigt: Künstliche Intelligenz hebt das digitale Sprachenlernen auf ein neues Niveau: Konnte man bisher praktisch nur vorgefertigte Sätze nachsprechen und übersetzen, ist es nun möglich, Konversation zu üben – freie Gespräche über irgendwelche Themen. Der Chatbot antwortet spontan und kommt fast an ein menschliches Gegenüber heran.
    Auf der anderen Seite macht die KI immer noch Fehler, die Menschen nicht passieren würden. Und auch in Sachen Datenschutz sind Sprachlern-Apps nicht über alle Zweifel erhaben.
    Im zweiten Teil der Sendung erklärt der ehemalige Idiotikon-Chefredaktor Hans-Peter Schifferle den Nidwaldner Familiennamen Lussi.
    58 min
  • Mundart oder Hochdeutsch? (W)
    Vor dieser Frage stehen Menschen, die in die Deutschschweiz flüchten. Beide Sprachen sind im Alltag wichtig. In der Standardsprache wird gelesen und geschrieben und mit ihr kann man sich auch mündlich zurechtfinden. Aber die Einheimischen reden untereinander Mundart.
    Zwei Sprachvarianten also, die sich sehr stark unterscheiden. Markus Gasser und Nadia Zollinger von der SRF-Mundartredaktion besprechen in der Sendung die sprachlichen Herausforderungen, mit denen Flüchtlinge hier konfrontiert werden.
    Und sie gehen der Frage nach, wieso Deutsch so schwer zu lernen ist. Der irakisch-deutsche Autor Abbas Khider findet, in der deutschen Sprache werde ständig «geballert, geboxt und geknetet». Er meint damit: Es gibt so viele Regeln und gleichzeitig so viele Ausnahmen von diesen Regeln, dass man Deutsch eigentlich auswendig lernen müsse. Eine steile These! Mit ihm und mit Rahim Mohammadzadeh, der vor 6 Jahren aus dem Iran in die Schweiz geflüchtet ist, kommen Betroffene zu Wort, deren Integration durch die «Hölle des Deutschlernens» geführt hat.
    Wiederholung der Sendung vom 17.03.2022
    Der Familienname «Lorenz»
    Der Familienname Lorenz ist an verschiedenen Orten unabhängig voneinander entstanden. Es ist ein Vatersname (Patronym): Der Taufname eines Vaters wurde als Familienname auf seine Kinder übertragen. Lorenz war als Taufname insbesondere wegen dem Heiligen Lorenz von Rom beliebt.
    56 min
  • Mundart-Briefkasten: Wer ist der Böölimaa?
    In dieser Sendung beantworten wir Ihre Fragen zu Mundart, Sprache und Namen. Vom sprichwörtlichen «Böölimaa» über das Mundartwort «Flüngg» für einen Stein und die Frage, warum es eigentlich zum Landammann kein weibliches Pendant gibt, bis zu den Familiennamen Zurkirchen und Zumbrunnen.
    Diese Fragen werden in der Sendung beantwortet:
    · Wo hat der «Böölimaa» seinen Namen her?
    · Wie ist die Bezeichnung «Hafetatze» für Topflappen entstanden?
    · Was hat es mit dem Berner Begriff «Flüngg» für einen Stein auf sich?
    · Manche Menschen sagen «ufd Apothek gaa» statt «id Apothek gaa» – warum?
    · Warum gibt es zur Amtsbezeichnung «Landammann» nicht das weibliche Pendant «Landamfrau»?
    · Wie ist die sprachliche Herkunft der Familiennamen Zurkirch(en) und Zumbrunnen zu erklären?
    Ausserdem haben wir einen Mundart-Musiktipp für Sie bereit: Die Zürcher Musikerin Follia mit ihrem aktuellen Song «verrutscht».
    56 min
  • «Gisch was hesch», ein Mundartroman von Stef Stauffer
    Nach vier Romanen über eine Frauenbiografie schreibt die Berner Autorin Stef Stauffer diesmal eine höchst vergnügliche Kleingaunerkomödie. Man leidet mit den Figuren mit und ein bisschen lacht man auch über ihr bemühtes Strampeln für ein würdiges Leben. Sie sind so unendlich menschlich!
    Ewige Geldsorgen drücken zwar auf ihre Stimmung, aber sie haben auch kreative und nicht immer ganz legale Ideen, wie sie diese Geldsorgen loswerden könnten. Dr Chläbi, d Mönele, dr Anger und dr Püntu. Beim King zum Beispiel, Ex-Tennisprofi, da müsste doch was zu holen sein, so unanständig reich, wie der ist. Wenn nur nicht die Tschuggerei ständig dazwischenfunken würde.
    Es sind keine Helden und keine grossen Geschichten, über die Stef Stauffer schreibt. Aber ihre Figuren haben Herz. Vor allem haben sie ihr Mundwerk. Denn reden, das können sie endlos. Die Sprache jeder ihrer Figuren spiegle ihren jeweiligen Charakter, sagt die Autorin. Tatsächlich macht das umständliche, wortreiche, bildhafte, farbige Reden dieser Menschen die Lektüre des Romans zu einer Quelle für gute Laune und Mitgefühl. Happy End inklusive.
    Familienname Jegerlehner
    Der Familienname Jegerlehner ist in Biglen, Hasle bei Burgdorf und Walkringen im Berner Mittelland einheimisch. Er bezieht sich als Wohnstättenname auf den Wohnort der ersten Personen mit diesem Namen, den Hof Jegerlee im Talgraben in der Gemeinde Walkringen. Dessen Name setzt sich zusammen aus der Personenbezeichnung Jeger und dem alten Rechtswort Lee(n) «Pacht, Lehen». Das Jegerlee war also ein Hof, der an einen Jäger oder an eine Person namens Jeger verpachtet war.
    57 min
  • Die Comedienne Jane Mumford im Gespräch
    Obwohl sie ihre Comedy-Programme «Reptil» und «Leben» auf Mundart bestreitet, empfindet Jane Mumford Schweizerdeutsch als Fremdsprache. Denn sie wuchs zwar in der Schweiz auf, aber mit der Erstsprache Englisch. Eine perfekte Ausgangslage für die Sprachsendung «Dini Mundart Schnabelweid»!
    Die Stimmung ist heiter bis ausgelassen in der Cantina del Vino in Solothurn, wo das Gespräch mit Mundartredaktor Markus Gasser anlässlich der Literaturtage vor Publikum aufgezeichnet wurde. An manchen Stellen fällt es schwer zu sagen, ob Jane Mumford gerade einen Ausschnitt aus einem ihrer Programme performt oder über ihre sprachliche Prägungen diskutiert. Denn die Übergänge zwischen Gespräch und Auftritt sind fliessend und das Bühnentier Jane Mumford macht aus jedem beliebigen Stichwort spontan eine kleine Nummer.
    Beim Thema Fremdwörter zum Beispiel: Das Wort «Portemonnaie» sei ja auch mal von aussen ins Deutsche gekommen, vorher gab es da nichts. Doch, widerspricht Markus Gasser: «Geldseckel». Das sagt man im Senslerdeutschen heute noch. Geldseckel! Das Wort komme ihr gerade recht. Klingt wie ein Schimpfwort. Und so geht es Schlag auf Schlag.
    Auch bei den an sich seriösen Themen wie zum Beispiel den kulturellen Unterschieden zwischen England und der Schweiz. Mumford erläutert sie am Beispiel der Erfindung des Tourismus in der Schweiz durch die Briten vor etwa 200 Jahren. Da traf Snobismus auf Bauernschläue mit Profit auf beiden Seiten.
    Weniger zu lachen gab ihr Blick zurück auf die Anfänge ihrer Bühnenkarriere, als Frauen im Comedy-Genre noch Exotinnen waren und als solche behandelt und nicht ernst genommen wurden. Das habe sich in den seither verflossenen 12 Jahren spürbar geändert. Wenn sich jetzt noch alle etwas mehr entspannen könnten in der neu gewonnenen Ebenbürtigkeit, dann wäre es schon fast gut auf und hinter den Comedybühnen.
    Die Sendung bringt das Gespräch in voller Länge und im Originaltempo der unglaublich schnellen, klugen und witzigen Jane Mumford.
    Buchtipp
    Jane Mumford: Reptil. Ein kaltblütiges Libretto. Knapp Verlag 2024, 125 Seiten
    56 min

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«Dini Mundart – Schnabelweid» ist die Sendung für alle, die Mundart lieben. Wir bringen die Mundartvielfalt der deutschen Schweiz zum Klingen.

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