ERF Plus - Bibel heute

Ein Wort von Gott


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Der Bibeltext Hosea 1,1-9 – ausgelegt von Edgar Schwarz.
Gottes Wort durch den Propheten Hosea

Als ich mir den Text aus dem Propheten Hosea ansah, war ich zunächst erschrocken. Dankbar war ich, dass mir das Wort des Apostels Paulus einfiel, das er seinem Schüler Timotheus schrieb: „Die ganze Heilige Schrift ist von Gott eingegeben. Sie soll uns unterweisen; sie hilft uns, unsere Schuld einzusehen, wieder auf den richtigen Weg zu kommen und so zu leben, wie es Gott gefällt." (2. Tim 3,16 HfA) Dieses Wort ermutigte mich, den vorgeschlagenen Text für die Sendung „Bibel heute" nicht wegzulegen, sondern ihn zu betrachten und darüber nachzusinnen. Folgendes fiel mir auf:

„Das ist das Wort des Herrn!" So beginnt der Abschnitt. Es ist nicht irgendein Wort. Es ist auch nicht das Wort des Propheten. Es ist das Wort Gottes. Darüber kann ich nur staunen. Nach allem, was anscheinend geschehen ist mit dem Volk Gottes – wir hören hier von einem gespaltenen Land: Juda und Israel – wendet sich Gott diesem Volk erneut zu. Er spricht mit ihm. Nicht begegnet mir: „Nach allem, was du mir angetan hast, will ich nichts mehr mit dir zu tun haben. Mit dir rede ich nicht mehr." Nein, so ist Gott, dem ich glaube, nicht. Welch ein Glück.

Der Auftrag Hoseas und die Ehe als Zeichen

Nun zum Reden Gottes. Der Prophet Hosea erhält einen Auftrag, der unmöglich erscheint. Er soll eine Frau heiraten, die eine Prostituierte ist. Warum tut Gott Hosea so etwas an? Wir finden die Antwort, wenn wir auf den Bibeltext weiter hören: „Mein Volk ist wie eine Hure. Es ist mir untreu und läuft fremden Göttern nach." Der Prophet Hosea soll die Rolle des betrogenen Ehemannes einnehmen. Kann er so die Gefühle Gottes, der von seinem Volk betrogen wird, besser verstehen? Und dann wieder etwas zum Staunen. Der Prophet verweigert den Auftrag nicht. Er handelt danach.

An meinen Start in die Ehe muss ich denken. Erst mit 34 Jahren habe ich geheiratet. Von Familienangehörigen und Freunden wurden mir immer wieder Frauen vorgeschlagen bis hin zu dem Vorschlag, doch ehelos zu bleiben. Heute, nach knapp 45 Jahren Ehe, kann ich sagen: „Wie gut, dass ich nicht auf diese Vorschläge gehört habe." – Von Hosea wird berichtet: Er hat diese stadtbekannte Frau geheiratet. Er handelte nicht nach menschlichen Ratschlägen. Gott selbst hat geredet und ihn beauftragt. Auch heute noch spricht Gott, durch sein Wort, durch Empfindungen in unserem Herzen und manchmal auch durch Menschen, denen ich vertrauen kann. Daraus ergibt sich diese Frage, die ich Ihnen und mir stellen will: „Wie kann ich in meinem Leben Gottes Reden wahrnehmen, das mich zu Veränderung und Erneuerung einlädt?"

Die Namen der Kinder als Botschaft des Gerichts

Dann darf Hosea Vater werden. Ein Sohn wird ihm geboren. Gott bleibt am Ball. Er bestimmt den Namen, den der Prophet seinem Sohn geben soll: Jesreel. Jesreel bedeutet „Gott wird zerstreuen". Dieser Name, Jesreel, weist auf das bevorstehende Ende Israels hin. Das Volk wird wegen seiner Schuld durch den König Jehu in der Stadt Jesreel unter die Völker zerstreut werden. Der Name „Jesreel" spricht von dem Gericht, das Gott vollstrecken wird. Was war geschehen? König Jehu hatte dort in Jesreel im Auftrag Gottes gehandelt, aber sein Handeln ging zu weit. Er tötete mehr Menschen als Gott gesagt hat. Er hat Ahasja, den König von Juda, und seine Brüder getötet. Dazu hat Gott ihm keinen Befehl gegeben (2. Kön 9,27; 10,14).

Festhalten möchte ich: Richtiges und eigennütziges Verhalten wird von Gott wahrgenommen und gerecht gerichtet werden, besonders dort, wo es unter seinem großen Namen „HERR" geschieht. Gott vergisst nichts. Bei Ihm verjährt auch ein Verbrechen nicht. Es gibt nur einen Weg, der Bestrafung Gottes zu entgehen, und das ist das Bekenntnis der Sünde. Dann kann ich mich auf das Werk berufen, das Jesus Christus am Kreuz von Golgatha vollbracht hat. Dort wurde die Versöhnung mit dem gerechten Gott für den Sünder hergestellt.

Zurück zu Hosea. Als seine Frau zum zweiten Mal schwanger wird und eine Tochter zur Welt bringt, spricht Gott zu Hosea: „Nenne das Kind Lo-Ruhama! (die kein Erbarmen findet) Denn ich will mich nicht mehr über das Haus Israel erbarmen noch ihnen vergeben." Auch beim dritten Kind, diesmal ein Junge, mischt sich Gott wieder in die Namensgebung ein: „Er soll Lo-Ammi (nicht mein Volk) heißen. Denn ihr seid nicht mein Volk, so will ich auch nicht der Eure sein." An den Namen der Kinder Hoseas sollen die Israeliten die Folgen ihres Tuns erkennen. Sie hatten Gott verlassen. Darum kann Gott sich ihrer nicht mehr erbarmen. Sie hatten sich von ihm abgewendet und darum sind sie nicht mehr sein Volk. Hosea muss das Volk immer wieder ermahnen, weil es zur Umkehr noch nicht bereit ist.

Vielleicht erschrecken wir über die harten Worte in dieser Rede Gottes, über die Androhung von Gericht und Strafe. Aber es zeigt mir auch, wie sehr es Gott trifft, wenn seine Kinder ihm untreu werden. Er ist enttäuscht und verletzt, weil das Volk Israel ihn verlässt und sich an die toten Götzen hängt. Diese Enttäuschung Gottes führt aber nicht dazu, dass er einen Schlussstrich unter die Beziehung zu seinen Menschen setzt. Im Vers 7 wird uns etwas ganz Überraschendes gesagt. Es passt eigentlich nicht zu den Anklagen und Strafandrohungen.

Gottes Liebe und der neue Bund

Gott spricht wieder durch Hosea zu einem Teil seines Volkes und sagt: „Doch will ich mich erbarmen über das Haus Juda und will ihnen helfen durch den HERRN, ihren Gott." Hier zeigt sich der Unterschied zwischen uns Menschen und Gott. Seine Eigenart ist Liebe und Treue. 800 Jahre später schreibt Paulus in seinem Brief an Timotheus: „Sind wir untreu, so bleibt er doch treu." So siegt am Ende Gottes Liebe über seine Enttäuschung und seinen Zorn. Er ist bereit, noch einmal das Risiko einzugehen und mit dem untreuen Volk einen neuen Bund zu schließen. Er tut das, was letztlich Hoseas Ehe mit der Prostituierten ausdrücken soll: „Obwohl du treulos gewesen bist, habe ich dich lieb, will ich dich zur Frau nehmen und dir treu sein." Der Bund zwischen Gott und zunächst einem Teil seines Volks, wird erneuert werden.

Dieser neue Bund wird auch durch andere Propheten verheißen und weist eindeutig auf Jesus. Durch ihn wird uns neues Leben geschenkt. Durch seinen Tod am Kreuz wird uns unsere Schuld vergeben. Das ist die Grundlage für den neuen Bund, den Gott durch Jesus nun nicht nur dem Volk Israel, sondern allen Menschen bietet. Werde ich Ihm meine Einwilligung zu diesem Angebot geben? Das kann ich tun, indem ich im Glauben annehme, was Jesus für mich getan hat.

Auf eine Ergänzung will ich noch hinweisen. Gottes Rettungsaktion verläuft eben anders: „Ich will ihnen nicht helfen durch Bogen, Schwert und Krieg, durch Ross und Reiter." Wie oft erwarte ich Hilfe in Herausforderungen von anderen Menschen, von Mächten und Gewalten. In einem Psalm heißt es: „Meine Hilfe kommt vom Herrn" (Ps 121,2). Dazu will ich mich auch durch die nicht leicht zu verstehenden Worte aus dem Buch Hosea einladen lassen.

Bibellesen unter bibleserver.com

Autor: Edgar Schwarz

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