ERF Plus - Anstoß

ERF Plus - Anstoß

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ERF Plus - Anstoß episodes

  • "Fallt mit Danken, fallt mit Loben."
    Gedanken von Ute Heuser-Ludwig zum Bibeltext Psalm 116, 12.

    In einer kurzen Geschichte erzählt die Autorin Susanne Niemeyer, wie sie in den Advent stolpert. Sie ist überrascht, dass er schon da ist. Sie fühlt sich unvorbereitet. Der Advent bleibt gelassen und beruhigt sie: Du musst für mich nichts vorbereiten. Ich bereite dich vor. Er nimmt sie an die Hand und führt sie in eine andere Zeit.

    Ich finde diese Vorstellung wunderbar entlastend, dass mir der Advent widerfährt. Er geschieht an mir, in mir, mit mir. Ich muss nichts herstellen, nichts eilig besorgen und fertig machen, damit der Advent da ist und Gott zu mir kommt. Ich bereite dich vor, sagt Gott. Allerdings frage ich mich wie der Beter aus Psalm 116: "Wie soll ich dem HERRN danken für all das Gute, das er mir getan hat?" (Vers 12).

    Die Antworten im Psalm übernehme ich auch für mich: dankbar und treu sein, an Gott festhalten, ihn loben. Dazu habe ich Gelegenheit, wenn ich in unserer Kirche in wenigen Wochen ein weiteres Mal bei Bach großer Weihnachtsmusik dabei bin und in den Chor mit einstimme und singe: "Fallt mit Danken, fallt mit Loben vor des Höchsten Gnadenthron (...)". Spätestens dann hat mich der Advent an den richtigen Platz geführt. Zur Freude darüber, dass Gott nicht erst kommt, sondern schon längst da ist. 

     

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    Autor: Ute Heuser-Ludwig

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    2 min
  • Anders als vor Weihnachten
    Gedanken von Horst Kretschi zum Bibeltext Matthäus 24,36+44.

    Heute wurde und wird in vielen Häusern und Kirchen weltweit die erste Kerze am Adventskranz entzündet. Damit beginnt die Adventszeit. Es ist eine erwartungsvolle Zeit, Vorfreude auf Weihnachten, wo Christen weltweit die Geburt von Jesus Christus feiern, der auf diese Welt gekommen ist, um Gottes Liebe zu zeigen. Auf Weihnachten bereiten sich Menschen im Advent vor, indem sie ihre Häuser und Wohnungen schmücken, Advents- und Weihnachtslieder hören, eine Krippe aufstellen, Geschenke besorgen und vieles mehr.

    Die Adventszeit ist also eine Vorbereitungs- und Wartezeit auf Weihnachten; so verstehen es viele Menschen. Doch in der Adventszeit geht es eigentlich nicht um die Ankunft von Jesus auf diese Welt, die schon geschehen ist, es geht vielmehr um die Ankunft von Jesus, die noch kommen soll. Und auch darauf sollen sich Menschen vorbereiten. Jesus selbst sagt den Menschen, die ihn begleiten, über seine Rückkehr auf diese Erde: „Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater. […] Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr’s nicht meint.“ (Matthäus 24, 36+44)

    Weihnachten ist erwartbar, jedes Jahr zum gleichen Datum. Darauf kann ich mich vorbereiten. Aber wie ist es mit der Rückkehr von Jesus? Kann ich mich darauf vorbereiten und wenn ja, wie? Mein Eindruck ist: ich kann mich darauf jedenfalls nicht vorbereiten, indem ich meine Wohnung weihnachtlich dekoriere oder Geschenke besorge. Es geht vielmehr um eine innere Haltung. Wie stehe ich persönlich zu Jesus? Glaube ich dem, was er gesagt hat, und lebe ich jeden Tag so, als ob heute der Tag wäre, an dem Jesus zurückkehrt? Fragen, für die ich mir gerade jetzt im Advent Zeit nehmen kann.

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    Autor: Horst Kretschi

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    3 min
  • Frei! Endgültig frei!
    Gedanken von Hans Wagner zum Bibeltext Galater 5,1.

    Die ersten rund 25 Jahre meines Lebens waren im Blick auf die Kirche von einem ostpreußisch-evangelischen Elternhaus geprägt. Da stellte man keine Fragen, der Gottesdienstbesuch am Sonntag war gesetzt. Erst danach kam der Moment, an dem mir klar wurde, was Gott in Jesus Christus auch für mich getan hat. Erst da habe ich erfahren und auch annehmen können, dass mich dieser Gott bedingungslos liebt. Doch genau diese Tatsache, diese bedingungslose Liebe Gottes, wurde anschließend, in den letzten fast vierzig Jahren, immer wieder zu einem Diskussionsthema. "Das kann gar nicht sein", "Das wäre ja viel zu einfach", "Dann kann ja jeder machen was er will" ... all diese Argumente sind mir begegnet. Und im katholischen Katechismus findet man durchaus auch die Werke, die für das Heil notwendig sind.

    Der Apostel Paulus hat vor rund 2000 Jahren an die Gemeinden in Galatien geschrieben: "Christus hat uns befreit, damit wir endgültig frei sind. Bleibt also standhaft und unterwerft euch nicht wieder dem Joch der Sklaverei!" Galaterbrief 5,1. Mit diesem Joch der Sklaverei meinte er die Gebote und Weisungen des Alten Testaments, die nach Meinung einiger in den Gemeinden doch wieder ihre Gültigkeit haben sollten. Aber allein die Gnade Gottes ist entscheidend, die in seinem Handeln in Jesus Christus sichtbar wurde. Wer dem etwas hinzufügen will, verkennt diese Tat der bedingungslosen Liebe, womit sie umsonst geschehen wäre. Ich vertraue darauf: Als Christen sind wir frei, um ein Leben in der Gegenwart Gottes zu leben.

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    3 min
  • Reden und Tun
    Gedanken von Elke Drossmann zum Bibeltext Lukas 6,46

    „Herr Doktor,“ sagt der Patient zum Arzt und drückt damit aus: Ich erkenne Ihre Fähigkeiten, Ihr Wissen, Ihre Kompetenz an. Mit anderen Worten: Ich vertraue darauf, dass Sie mir helfen können.

    Wenn ich Jesus, den Sohn Gottes mit „Herr“ anrede, erkenne ich an, dass er Lebenskompetenz besitzt. Ich vertraue Jesus, dass er es gut mit mir meint.

    Zu Jesu Lebzeiten reden manche Jesus mit: „Herr, Herr“ an. Voller Herzblut nennen sie Jesus ihren Herrn. Ihr Vertrauen in Jesus ist grenzenlos. "Ziel erreicht“, denke ich.

    Jesus denkt nicht wie ich. Im Lukasevangelium, Kapitel 6, Vers 46 sagt Jesus diesen Menschen: „Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage?“

    Jesus erwartet, dass Reden und Tun übereinstimmen, alles andere bleibt fruchtlos und überzeugt ihn nicht. Selbst wenn ich „mein geliebter Herr Jesus“ sage, kann ich Jesus nicht täuschen. Er bekommt mit, wenn ich einen Menschen abkanzle, statt ihm barmherzig zu begegnen. Jesus legt mir und anderen ans Herz: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ (Lukas 6,36) Mein Barmherzigkeitstraining vernachlässige ich gerne mal. Ich habe oft keine Lust, den anderen mit Jesu Liebe anzuschauen. Warum folge ich meinem Lustgefühl, statt die Worte Jesu in die Tat umzusetzen? Genau diese Frage stellt Jesus mir.

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    Autor: Elke Drossmann

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    3 min
  • Fröhlich sein und dankbar
    Gedanken von Wolf-Dieter Kretschmer zu 1. Thessalonicher 5,16-18

    Bei uns zu Hause hängt eine lustige Postkarte im Gäste-WC. Ein Schwarz-Weiß-Foto, das aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert stammt, zeigt eine Gruppe von Männern, die in einem Teich baden. Darunter befinden sich die Worte: Das Wasser steht uns bis zum Hals, aber seine Qualität ist hervorragend.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Foto und der dazugehörige flotte Spruch manchem aus der Seele gesprochen haben, denn gelegentlich fühlt sich das Leben tatsächlich so an.

    Apropos Wasser, das bis zum Hals steht: Die Bibel enthält einen Brief an Christen, die mit handfesten Herausforderungen zu kämpfen haben. Über die Zeit haben sich Zweifel an der christlichen Hoffnung eingestellt und auch Enttäuschung darüber, dass die Wiederkunft Jesu Christi auf sich warten lässt.

    Der Apostel Paulus nimmt das zum Anlass, der Gemeinde in Thessaloniki zu schreiben. In seinem Brief geht es ihm um die lebendige Hoffnung, die über den Tod hinausgeht. Und er erinnert daran, dass Jesus Christus wiederkommen und alle, die ihn lieben, zu sich holen wird. Deshalb ermutigt er die Gläubigen mit den Worten: 

    Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.1. Thessalonicher 5, Verse 16-18

    Diese Aufforderung lässt sich gut auf heute übertragen. Egal wie meine momentanen Umstände sein mögen, ich habe allen Grund, fröhlich und dankbar zu sein. Denn es stimmt: Sie und ich, wir gehen einer großartigen Zukunft entgegen.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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    3 min
  • Hingabe statt Rückgabe
    Gedanken von Ellen Hörder-Knop zum Bibeltext Römer 12,1.

    Manchmal bestelle ich Dinge im Internet – Schuhe, Kleidung oder etwas, das ich gerade brauche. Das Praktische: Es gibt ein Rückgaberecht. Passt es nicht oder gefällt es mir nicht, schicke ich es einfach zurück. Ganz unkompliziert und ohne Risiko.

    Wenn das im Glauben nur auch so einfach wäre! „Gott, ich folge dir gern – solange alles angenehm ist. Wird es unbequem, steige ich wieder aus.“ Ich will dabei sein, aber bitte ohne Verpflichtung, ohne Herausforderungen. Doch vermutlich verträgt sich das nicht mit dem christlichen Glauben.

    Der Apostel Paulus schreibt dazu im Römerbrief, Kapitel 12,Vers 1:

    „Ich ermahne euch durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer; das sei euer vernünftiger Gottesdienst.“

    Glaube ist Hingabe – kein Probeabo, keine Rückgabeware. Es geht nicht um ein bisschen Religion am Sonntag, sondern um ein Leben, das Gott ganz gehört. Das klingt radikal, und doch steckt darin eine tiefe Freiheit. Denn Gott hat mir zuerst alles geschenkt. In Jesus Christus hat er sich selbst ganz hingegeben. Deshalb kann ich ihm mein Leben ohne Zögern anvertrauen. Nicht aus Pflicht, sondern aus Liebe. Hingabe bedeutet nicht Selbstaufgabe, sondern Selbstfindung. Sie ist kein Verlust, sondern Gewinn. Ein Neubeginn für ein Leben, das trägt, weil ich in Gottes Händen geborgen bin, mitten im Alltag. Für dieses Angebot brauche ich kein Rückgaberecht. Im Vertrauen auf Gott habe ich die himmlische Garantie: Orientierung, Nähe, verlässliche Begleitung und eine Zukunft voller Hoffnung. Wenn das so ist, dann ist es nur vernünftig, dass ich mein ganzes Leben als Antwort auf Gottes Liebe lebe.

     

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    Autor: Ellen Hörder-Knop

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    3 min
  • Die falsche Farbe
    Gedanken von Oliver Jeske über die Bibelstelle Jakobus 1,17.

    Haben Sie schon die ersten Geschenke für Weihnachten besorgt? Mein Vater erzählte mir früher von einer Begebenheit aus seiner Kindheit: In den mageren Nachkriegsjahren war sein Wunsch ein eigenes Fahrrad. Irgendwie hatten es meine Großeltern organisieren können: Unter dem Tannenbaum stand es – tatsächlich. Doch es hatte nach dem Geschmack meines Vaters die falsche Farbe! Was für eine Katastrophe aus der Sicht einer Kinderseele.

    In der Bibel, im Jakobusbrief finden wir die Aussage:

    „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben: von dem Vater des Lichts.“ (Jakobus 1,17 – BasisBibel)

    Da komme ich ins Stutzen. Ja, es gibt gute, manchmal wunderbare Erfahrungen in meinem Leben. Die schreibe ich gerne der Güte Gottes zu.

    Aber es gibt eben auch Erlebnisse, die stellen sich mir in den Weg wie das Fahrrad mit der falschen Farbe. Was mache ich damit? Viel zu schnell zweifle ich daran, dass Gottes Pläne mit mir wirklich perfekt und gut sind. Doch ich könnte es auch anders angehen. Um im Bild zu bleiben: Ich habe mir ein Fahrrad gewünscht. Nun sieht es anders aus. Aber es bringt mich trotzdem an mein Ziel. Könnte es sein, dass die anderen Umstände, in die mich Gott stellt, eine Chance beinhalten, die ich einfach noch nicht gesehen habe?

    Ich freue mich schon auf Weihnachten. Ich bin gespannt, welche Geschenke mich diesmal erwarten – nicht nur am Heiligen Abend sondern auch bei vielen anderen Gelegenheiten, in denen ich Gottes unerwartete Geschenke für mich entdecken darf.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Oliver Jeske

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    2 min
  • Läuft bei dir...
    Läuft bei dir…
    Was macht den ersten Satz eines Briefes aus? Er ist wie das freundliche Lächeln, das Sie einer Person zur Begrüßung schenken. Ein sehr treffendes Beispiel dafür finde ich im Anfang des dritten Johannesbriefes im N…

    Läuft bei dir…

    Was macht den ersten Satz eines Briefes aus? Er ist wie das freundliche Lächeln, das Sie einer Person zur Begrüßung schenken. Ein sehr treffendes Beispiel dafür finde ich im Anfang des dritten Johannesbriefes im Neuen Testament. Johannes schreibt an seinen Freund Gajus folgenden ersten Satz: „Mein Lieber, ich wünsche, dass es dir in allen Stücken gut gehe und du gesund seist, so wie es deiner Seele gut geht.“ Das ist mehr als ein freundliches Lächeln. Ich finde, das ist schon fast eine feste Umarmung. Oder?

    Der erste Teil des Satzes ist eine feste Begrüßungsformel der damaligen Zeit gewesen und ein gebräuchlicher Bestandteil eines Briefes. Er bedeutet so viel wie der Wunsch, Erfolg zu haben und im Wohlstand zu leben. Neudeutsch: „Läuft für dich.“

    Allerdings lassen mich die beiden ersten Worte „Mein Lieber“ bereits erahnen, dass Johannes und Gajus eine wirklich herzliche Beziehung haben. Der zweite Teil des Satzes bestätigt meine Vorahnung: „So wie es deiner Seele gut geht.“ Das ist unüblich. Johannes stellt hier einen Vergleich zwischen dem Zustand seiner körperlichen Gesundheit und dem Zustand seiner Seele her. Die Seele eines Menschen ist das, was dem Menschen von Gott gegeben wurde: Sie ist der Lebensatem, das Leben selbst. Somit sind Johannes‘ Wünsche für Gajus allumfassend. Er wünscht ihm körperlich, seelisch und geistlich das Beste.

    Johannes‘ Fürsorge ist ein Spiegel der Fürsorge Gottes für alle, die ihn lieben. Gott lächelt, wenn er mich sieht. Er möchte, dass es meiner Seele gut geht. Das gleiche gilt für Sie und Ihre Seele. Eine Einladung, Gott alles hinzuhalten, in der Hoffnung, dass er am Ende alles wohl machen wird.

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    Autor: Tobias Schier

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    3 min
  • Ewigkeitssonntag - Hoffnung glitzert leise
    Gedanken von Miri Langenbach zum Bibeltext Esra 10,1.

    Der Ewigkeitssonntag heute ist dem Andenken an Verstorbene gewidmet. Neben dem Totengedenken wird in vielen Gottesdiensten auch zu einem bewussteren Umgang mit der Lebenszeit ermutigt. Ja, das Kirchenjahr endet, aber ein neues beginnt. Heute ist Trauer angesagt, aber die Hoffnung auf die Ewigkeit glitzert schon durch.

    Im Alten Testament der Bibel berichtet ein Gottesmann namens Esra, wie er und das Volk Israel mit schwerer Schuld umgehen: Sie weinen und sie beten. „Während Esra weinend vor dem Haus Gottes auf den Knien lag und die Schuld des Volkes bekannte, sammelte sich eine große Menge von israelitischen Männern, Frauen und Kindern um ihn. Auch sie weinten sehr.“, steht dort. (Esra 10,1 NeÜ)

    Damals wie heute sagt mir das: Die Lage ist traurig, aber nicht hoffnungslos; die Krankheit bedrohlich, aber nicht unheilbar. Es breitet sich ein Geist der Reue aus und Hoffnung beginnt zu glitzern - auf Gottes Vergebung und Erbarmen.

    Die Sünde, die uns zu Recht quält, muss uns nicht zugrunde richten. In traurigen Zeiten können wir erkennen, was für uns und was gegen uns spricht. Und durch Gottes Gnade kann es gute Hoffnung geben, selbst wenn wir uns vor Gott schwer schuldig fühlen.

    Was ich falsch gemacht habe, muss ich so weit wie möglich bereinigen und für den entstandenen Schaden Verantwortung übernehmen, sonst wäre die Reue ja nicht echt. Sündiges Verhalten muss abgestellt werden, mit dem Entschluss, nie wieder etwas damit zu tun zu haben. Weinen ist in diesem Fall gut, aber Besserung ist besser. Und es scheint auch heute ein Glanz aus der Ewigkeit: Gott freut sich über Reue. Er freut sich, wenn er endlich wieder mit uns zusammen sein kann.

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    Autor: Miri Langenbach

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    3 min
  • Bloß nicht erwischen lassen
    Bernd Kortmann zu Markus 14,72

    Es gibt einige Momente aus meiner Jugendzeit, die würde ich im Nachhinein gern vergessen. Doch Erlebtes brennt sich fest im Gedächtnis ein und führt im besten Fall ja auch zu einem Lernprozess.

    Wenn ich an die Spielerunden mit meinem Jugendkreis denke, dann kann ich mir bis heute nicht erklären, wie ich es geschafft habe, so gut zu schummeln. Zaubern konnte ich noch nie, aber die Leute ablenken ging damals sehr gut.

    So habe ich als braver Teilnehmer so manches Spiel zu meinen Gunsten verändert. Ich habe mir mehr Spielfiguren genommen, als der Gegenwert meiner Karten es zuließ. Oder ich habe mit vorgetäuschtem Ungeschick einen Wurf wiederholt.

    Im Moment selbst habe ich mich nicht geschämt. Ich wollte ja gewinnen, also war es das, was ich eben tun musste. Nur im Nachhinein wurde mir bewusst, wie schlimm ich doch gehandelt habe. Nicht nur im Spiel, sondern im Umgang mit meinen Freunden.

    Petrus muss es ebenfalls schlimm ergangen sein. Er war einer der engsten Weggefährten und eifrigsten Schüler von Jesus. Er ist der Einzige, der Jesus nach seiner Verhaftung im Garten Gethsemane wirklich beistehen will - und scheitert doch kläglich.

    Im Markusevangelium, im Kapitel 14 Vers 72, wird die Situation so geschildert: “In diesem Augenblick krähte der Hahn zum zweiten Mal. Da erinnerte sich Petrus daran, wie Jesus zu ihm gesagt hatte: »Bevor der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.« Und er brach in Tränen aus.” (NGÜ)

    Petrus wollte zwar da sein, sich aber bloß nicht erwischen lassen. Obwohl es bei mir nicht so schlimm war, fühle ich seinen Schmerz. Ich wollte eben mitspielen, aber auf meine Weise. Wollte mich nicht erwischen lassen, habe aber alles aufs Spiel gesetzt.

    Gott sei Dank muss ich das heute nicht mehr. Ich kann meistens gut verlieren. Denn mir sind die Menschen wichtiger als der Sieg.

    Wie ist es bei Ihnen? Fühlen Sie sich manchmal auch „erwischt“?

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Bernd Kortmann

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    3 min

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