ERF Plus - Anstoß

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ERF Plus - Anstoß episodes

  • Der Weg zum Zuhause
    Gedanken von Susanne Thyroff zu Johannes 14,2.

    „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen; ich gehe hin, um dort einen Platz für euch vorzubereiten.“

    Manchmal lese ich in der Bibel und denke: Ich verstehe nur Bahnhof. Damit bin ich in guter Gesellschaft. Als Jesus vor 2.000 Jahren ganz selbstverständlich davon spricht, dass er zu seinem Vater geht, um dort Wohnungen für seine Schüler und Weggefährten vorzubereiten, gerät Thomas, einer von ihnen, ins Grübeln. Was meint Jesus damit? Welchen Vater? Josef? Oder seinen himmlischen Vater? Und wo ist dieses Haus?

    Ich bin froh, dass Thomas nachfragt: „Wir wissen nicht, wohin du gehst, und den Weg kennen wir auch nicht.“ Denn so erklärt Jesus, was er meint: Er selbst ist der Weg. Und er ist die Wahrheit und das Leben. Durch ihn finden wir den Weg zum Vater – zu Gott.

    Damit wird es klarer – und gleichzeitig geheimnisvoller. Jesus sagt seinen Jüngern – und damit auch Menschen wie mir –, dass er vorausgehen wird. In den Himmel. Dorthin, wo Gott ist. Und dass er dort eine Wohnung für seine Leute vorbereitet. Aber den Weg dorthin erkennt nur, wer ihm vertraut.

    Gerade jetzt im November, wenn wir an die denken, die nicht mehr leben – an Volkstrauertag oder Totensonntag –, kann das tröstlich sein. Jesus sagt denen, die ihm vertrauen, zu: Es gibt einen Ort für euch. Einen Platz, den ich für euch bereitet habe. Eine Wohnung in der Gegenwart Gottes.

    Ich stelle mir das so vor wie bei einer orientalischen Hochzeit vor etwa 2000 Jahren: Der Bräutigam bereitet für seine Braut eine Wohnung vor. Wenn alles fertig ist, holt er sie zu sich. So beschreibt Jesus, was er für uns tut.

    Er ist vorausgegangen. Und er baut an diesem Ort – seit über 2000 Jahren.

    Das kann ja nur schön werden, oder?

    Dieser Gedanke tröstet mich.

    Denn ich weiß: Da ist ein Platz für mich. Und ich werde dort zuhause sein. Bei ihm.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Susanne Thyroff

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    3 min
  • Was habt ihr euch gemerkt?
    Gedanken von Annegret Schneider über den Bibeltext Psalm 136,1-9.

    Bei Oma und Opa gab es eine schöne Tradition. Nach dem Abendessen las Opa das Kalenderblatt vor. Wenn jemand von den zahlreichen Enkelkindern anwesend war, fragte er uns Kinder, was wir uns gemerkt hatten. Ihm war wichtig, dass wir aufmerksam zuhörten und dass etwas vom Gelesenen hängenblieb.

    Damit steht mein Opa offensichtlich in einer langen und guten Tradition. Schon vor 2,5 tausend Jahren hatte der Verfasser von Psalm 136 dieselbe Absicht. Er wiederholt nämlich einen Kausalsatz sage und schreibe 25 mal – und das innerhalb von insgesamt 26 Versen. Das kann kein Zufall sein. 25 mal hintereinander „denn seine Güte währet ewiglich.“ Wenn so etwas in einem Deutschaufsatz in der Schule vorkommt, steht garantiert in roter Tinte und mit Ausrufezeichen am Rand: Wiederholungen vermeiden!

    Weshalb aber hat der Autor von Psalm 136 ein und dieselbe Formulierung derart oft wiederholt? An einem mangelnden Wortschatz liegt das ganz sicher nicht. Da stellt sich automatisch die Frage: Was soll das?

    Offensichtlich ist der Dichter total begeistert von Gott und von der Schöpfung. Davon, was Gott tut – und wie Gott handelt. Der Psalmdichter fordert seine Leserinnen und Leser zum Dank auf und präsentiert viele gute Gründe dafür. Er zählt einige Schlüsselmomente in der Geschichte des Volkes Israel auf und erinnert daran, dass Gott sein Volk stets geleitet und bewahrt hat. All das gipfelt jeweils in der einen Aussage: „denn seine Güte währet ewiglich.“ Es klingt, als würde sein Herz überlaufen vor Freude und Dankbarkeit. Gottes Güte währt ewig - das sollten all seine Zeitgenossen verinnerlichen, und auch ich will das nicht vergessen: Gott gebührt alle Ehre und aller Dank, denn seine Güte währet ewig.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Annegret Schneider

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    3 min
  • In diesem Zeichen wirst du siegen
    Gedanken von Markus Baum zur Bibelstelle 2. Mose 17,15.

    Es geschah am 28. Oktober des Jahres 312. Der römische Regionalkaiser Konstantin trifft vor den Toren Roms auf seinen erbitterten Konkurrenten Maxentius und dessen Heer. In der Nacht zuvor hat Konstantin im Traum ein Christusmonogramm gesehen – die griechischen Buchstaben Chi und Rho. Und hat dazu die Botschaft vernommen: „In diesem Zeichen wirst du siegen.“ Konstantin ist zu dem Zeitpunkt noch Anhänger des unbesiegbaren Sonnengottes. Aber so eine Erscheinung ignoriert man nicht. Also weist Konstantin seine Truppen an, das Christusmonogramm auf ihre Schilde zu pinseln.

    Wie’s weitergeht, ist bekannt: Konstantin gewinnt die Schlacht und das Kaisertum zunächst im weströmischen, später im ganzen römischen Reich. Spätestens ab dem Jahr 320 krönt das Christusmonogramm auch die Heerfahne der römischen Truppen.

    Rückblende: 1.500 Jahre vorher ist das Volk Israel auf der Sinaihalbinsel unterwegs und trifft dort auf die Amalekiter, ein kriegerisches Nomadenvolk aus dem Transjordanland. Das Treffen geht zugunsten der Israeliten aus. Mose, ihr Anführer, hat nicht etwa mitgekämpft, sondern gebetet. Nachdem die Schlacht gewonnen ist, errichtet Mose einen Altar und nennt ihn „Der HERR ist mein Feldzeichen.“ Kann man nachlesen im 2. Buch Mose Kapitel 17.

    Menschliches Leben war damals und ist heute noch vielfältig angefochten. Auch die friedliebendsten Menschen müssen Kämpfe und Auseinandersetzungen bestehen. Sie und ich sind da nicht ausgenommen. Unter wessen Hoheitszeichen führen Sie, führe ich diese Auseinandersetzungen? Der Gott Israels, der Vater Jesu Christi, bietet sich heute wie zu Moses und zu Konstantins Zeiten an als verlässlicher Schutz und Beistand.

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    Autor: Markus Baum

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    3 min
  • Kein lieber Opa
    Gedanken von Claudia Mertens zu Sacharja 1,3.

    Ich habe den Eindruck, so mancher denkt, Gott ist ein lieber, weißbärtiger Opa fernab im Himmel, den das irdische Geschehen wenig interessiert.

    Dieser Denkweise hat schon vor ca. 2600 Jahren der Prophet Sacharja im Auftrag Gottes eine Absage erteilt. Er sollte folgende Botschaft ausrichten:

    „So spricht der HERR Zebaoth: Kehrt um zu mir, spricht der HERR Zebaoth, so will ich zu euch umkehren, spricht der HERR Zebaoth.“

    Die ersten Adressaten dieser Worte waren die Israeliten, die immer wieder gottgewollte Wege verlassen haben und eigene gegangen sind. Was sich übrigens immer als Sackgasse herausstellte.

    Ich kenne solche Sackgassen auch: Wege, bei denen ich Gottes Warnungen in seinem Wort in den Wind geschlagen und meine eigenen Ideen verwirklicht habe. Oder auch, dass ich meine Beziehung zu ihm vernachlässige und dann versuche, ohne seine Kraft liebevoll und friedlich mit anderen umzugehen. Kein Wunder, wenn mir Gott dann fern und fremd vorkommt, schließlich habe ich mich ja entfernt. Und dass er mich in falschen Wegen nicht auch noch bestärkt, ist Ausdruck seiner Liebe zu mir.

    Ebenso ist Gott auch kein Opa in dem Sinn, dass er sich beleidigt zurückzieht, wenn er merkt, dass seine Menschen mal wieder ohne ihn unterwegs sind.

    Im Gegenteil, wie ein liebender Vater eilt er uns sofort zur Seite, wenn wir in der Sackgasse wenden, und ist bereit, uns zu vergeben, uns zu helfen.

    Bei diesem Angebot muss man einfach immer wieder zugreifen!

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    Autor: Claudia Mertens

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    3 min
  • Reißt die Hütte ab… und blüht zuhause auf
    Jens Kilian zu Sprüche 14,11.

    Wenn jemand Sprüche klopft, erwartet man nicht immer inhaltlichen Tiefgang. Im biblischen Buch der Sprüche sind jedoch viele Lebensweisheiten niedergeschrieben, die nicht oberflächlich sind.

    So heißt es zum Beispiel im 14. Kapitel der Sprüche im 11. Vers: Das Haus des Gottlosen wird abgerissen. Aber die Familie des Aufrichtigen blüht auf.

    Ich frage mich zunächst mal: Kann man das so sagen? Geht es aufrichtigen Menschen wirklich besser als gottlosen Menschen? Das scheint mit nicht immer so zu sein.

    Und dennoch bin ich als Christ fest davon überzeugt, dass es sich auf Dauer lohnt, aufrichtig zu sein und mit Gott zu leben. Gott segnet Menschen, die aufrichtig sind und ihm vertrauen.

    Und da, wo es in diesem Leben anders zu sein scheint, da gilt: Für jeden von uns kommt der Tag, wo wir unser irdisches Haus verlassen müssen. Menschen, die Jesus Christus nachfolgen, dem Sohn Gottes, können sich auf eine Wohnung im Himmel freuen. Wer dort wohnen darf, wird aufblühen. Ganz sicher.

    Das zweite, was mir auffällt ist: Hier ist von der ganzen Familie die Rede. „Die Familie des Aufrichtigen blüht auf.“  Ich persönlich habe den Eindruck, dass die Familie in unserer Gesellschaft massiv an Bedeutung verliert. In der Politik geht es kaum noch um die Förderung von Familien als der wichtigsten Zelle der Gesellschaft. Stattdessen geht es darum, welche anderen Lebensformen man der Familie gleichstellen könnte. Es geht gefühlt immer mehr um dir Rechte des Einzelnen und immer weniger um die Verantwortung gegenüber unseren nächsten Mitmenschen.

    Die Familie ist eine Idee Gottes, in der Menschen sich in ihrer Unterschiedlichkeit ergänzen und eine Gemeinschaft bilden. Wie schön wäre es, wenn wir in unseren Familien und durch unsere Familien wieder den Segen Gottes erleben und aufblühen!

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    Autor: Jens Kilian

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    3 min
  • Krieg oder Frieden
    Gedanken von Horst Kretschi zum Bibeltext Esra 8,21.

    Heute ist Volkstrauertag. Er ist ein Gedenktag für die Opfer beider Weltkriege und für die Opfer von Gewaltherrschaft und Vertreibung. Zwei Kriege, in denen zusammengenommen rund 37 Millionen Soldaten ums Leben gekommen sind, dazu kommen geschätzt 34 Millionen zivile Opfer in beiden Kriegen. Welcher Wahnsinn hat Menschen dazu gebracht, so viele Männer, Frauen, Kinder und Alte ins Verderben zu stürzen? Und wofür? Für den Wahn von Macht und Besitz, von Herrschaft und Land.

    In der Bibel wird von dem Priester Esra berichtet. Er hat im 6. Jahrhundert vor Christus die Aufgabe, den zerstörten Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen. Zwei Generationen zuvor hatten Hochmut und falsche Ideale zum Krieg zwischen dem kleinen Königreich Juda und der Weltmacht Babylon geführt. Mit schlimmen Folgen für die Einwohner Judas und für die Hauptstadt Jerusalem. Die Oberschicht Judas war nach Babylon verschleppt worden. Nun kehrt Esra mit einigen seiner Landsleute zurück in die Heimat, und er berichtet darüber: „Ich rief dort am Fluss Ahawa ein Fasten aus, damit wir uns vor unserm Gott demütigten, um von ihm den rechten Weg zu erbitten für uns und unsere Kinder und alle unsere Habe.“ (Esra 8,21)

    Sich vor Gott demütigen und um den rechten Weg bitten! Ein guter Gedanke!

    Vielleicht hätte sich der Krieg, der Juda und seine Bewohner ins Unglück gestürzt hatte, verhindern lassen, wenn sich die Entscheidungsträger damals vor Gott gedemütigt und nach dem richtigen Weg gefragt hätten. Ich bin der festen Überzeugung, dass Menschen, die sich vor Gott demütigen, keine Kriege beginnen. Gott, der Schöpfer aller Dinge, ist kein Kriegsgott, obwohl er immer wieder dafür herhalten musste! Nein! Der Gott Israels, der Vater Jesu Christi, ist ein Gott des Friedens und der Liebe. Heute ist ein guter Tag, um genau darüber nachzudenken!

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Horst Kretschi

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    3 min
  • Glaube, Hoffnung, Liebe
    Gedanken von Hans Wagner zum Bibeltext 1. Kor. 13,13.

    Vor wenigen Tagen habe ich ihn tatsächlich wieder einmal gesehen: den Anhänger an einer Halskette mit den Symbolen Kreuz, Anker und Herz. Wenn Sie diesen Anhänger kaufen möchten und ihn im Internet suchen, dann geben Sie am besten als Suchwort ein: "Anhänger Glaube, Hoffnung, Liebe" - und schon erscheint eine große Auswahl an Angeboten. Lassen Sie aber das Wort "Anhänger" weg, kann es durchaus sein, dass Sie an einer ganz anderen Stelle landen: In der Bibel! Im Neuen Testament schreibt der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Gemeinde Korinth in Kapitel 13 eine zu Herzen gehende Abhandlung über die wahre Liebe. Und er endet darin mit den Worten: "Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung, Liebe – diese drei. Doch am größten von ihnen ist die Liebe."

    Glaube, Hoffnung, Liebe. Was würden Sie im Blick auf den Anhänger sagen, wofür stehen die einzelnen Symbole? Eigentlich ziemlich klar: Das Kreuz für den Glauben, das Herz für die Liebe und der Anker für die Hoffnung. Aber ich würde die Zuordnung anderes sehen. Mit meinem Glauben an Jesus Christus bin ich bei ihm tief verankert. Und vom ersten Tag an bis heute ist mein Herz voller Hoffnung, Hoffnung auf eine bessere Welt, auf ein durch Gott sinnerfülltes Leben. Und meine Hoffnung ist auch nach fast 40 Jahren Christsein nie enttäuscht worden. Und so ist das Kreuz für mich das größte Symbol der Liebe, denn dort hat Gott in Jesus Christus auch für mich wieder die Möglichkeit geschaffen, mit ihm in Beziehung zu leben. Ewig. Aus Liebe. Ja, diese Liebe ist wirklich am größten!


    Haben Sie Fragen zum christlichen Glauben und zur Bibel? Dann fragen Sie doch Nikodemus.AI:

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    3 min
  • Gottes Ideen zählen
    Gedanken von Elke Drossmann zum Bibeltext 2. Chronik 25,2

    Mit 25 Jahren besteigt er den Thron Jerusalems. Amazja heißt der neue König von Juda um das Jahr 800 vor Christus. 29 Regierungsjahre hat er vor sich. Nach seinem Tod werden sich die Bewohner Judas erzählen: „Er hörte auf Gott.“ Das ist für einen König damals wie heute alles andere als selbstverständlich. Macht verleitet manchen dazu, sich selbst durchzusetzen. Wenn es um Entscheidungen geht, eigene Ideen für Gottes Gedanken zu halten. Amazja wollte sein Heer mit Soldaten aus Israel, dem Nordreich, aufstocken. Aber er lässt sich korrigieren. Amazja erkennt in einem Mahner einen Mann, den Gott ihm schickt, und so lässt er seine Pläne fallen.

    Nicht nur Amazjas Berater und sein Volk bilden sich eine Meinung über ihren toten König. Gott schließt sich an. Sein Urteil findet sich im 2. Buch Chronik, Kapitel 25, Vers 2: „Und er tat, was dem Herrn wohlgefiel, doch nicht von ganzem Herzen.“

    Was steckt hinter Gottes Einschätzung? Neben Gott hat Amazja auch Götter aus Edom verehrt, die er sich von einem Feldzug als Beute mitgebracht hat. Keine gute Idee. Damit hat er sich und sein Volk gefährdet.

    Ich bin keine Königin. Allerdings verwechsle auch ich manchmal meine Ideen mit Gottes Plänen. Ich möchte im Gespräch mit Gott bleiben und seinen Vorstellungen folgen, damit ich meine Ideen nicht vergöttere. Mein Herz soll Gott gehören.

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    Autor: Elke Drossmann

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    3 min
  • Überraschungsparty
    Wolf-Dieter Kretschmer über 2. Könige 6,22

    Im 9. Jahrhundert vor Christi Geburt ereignet sich eine bemerkenswerte Geschichte. Ort der Handlung ist Samaria, die Hauptstadt des Nordreichs Israel.

    Eine Gruppe von syrischen Soldaten befindet sich in einer ausweglosen Lage. Sie sind umzingelt von Truppen des Königs Joram von Israel, und das mitten in dessen Hauptstadt. Wie sie dorthin gekommen sind, können sie sich nicht erklären. Ihnen ist aber klar, dass sie in eine Falle geraten sind. Joram wird gleich kurzen Prozess mit ihnen machen. Davon sind die Syrer überzeugt.

    Aber es kommt anders. Überraschend anders. Joram ordnet kein Gemetzel an. Im Gegenteil, er lädt seine Feinde zu einer Mahlzeit ein, lässt reichlich auffahren und, nachdem alle gespeist haben, schickt König Joram die Syrer heim. Kann man nachlesen im 2. Buch der Könige, Kapitel 6. 2. Könige 6, Verse 8-23.

    Der Überraschungsparty vorausgegangen war ein Rat des Propheten Elisas. Auf die Frage, was mit den gefangenen Syrern zu tun sei, hatte Elisa dem König Joram geantwortet: Du sollst sie nicht erschlagen. (…) Setze ihnen Brot und Wasser vor, dass sie essen und trinken, und lass sie zu ihrem Herrn ziehen! 2. Könige 6, Vers 22

    Eine herausfordernde Lektion hatte König Joram da zu lernen: Seinen Feinden Gutes antun, obwohl sie Übles vor hatten.

    Für Sie und mich bleibt die Frage: Wie würde Feindesliebe wohl heute aussehen?

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    Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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    3 min
  • Mit Gott aus der Reihe tanzen
    Gedanken von Sonja Kilian zum Bibeltext 1. Petrus 4,4.

    Ein guter Bekannter von mir war bereits als Jugendlicher schwer alkoholabhängig. Der erfolgreiche finnische Rockmusiker Pontus Back wurde zum seelischen Wrack und todkrank. Eines Tages beschließt er, sein Leben zu ändern - mit Gottes Hilfe und mit der Unterstützung beharrlicher, liebevoller Christen. In einem längeren Prozess wird aus Pontus ein ganz neuer Mensch mit neuen Freunden. Seine Geschichte ist mir eingefallen, als ich folgenden Bibelvers im  1. Petrusbrief Kapitel 4 gelesen habe: „Natürlich können eure alten Freunde nicht verstehen, weshalb ihr von diesem haltlosen Leben auf einmal nichts mehr wissen wollt. Und deshalb verspotten sie euch.“ (HFA)

    Wer sich vom Mainstream abhebt, fällt auf. Weltweit werden deshalb viele Christen für ihren Lebensstil belächelt oder sogar angegriffen. Das macht Angst – auch wenn sie nicht überall berechtigt ist: Als mein Mann und ich noch nicht verheiratet waren, haben wir eine Wohnung gesucht. Dem Vermieter haben wir erklärt, dass ich allein einziehen würde und erst nach der Hochzeit auch mein Mann. Wir wollten damit zeigen, wie wichtig es uns ist, als Christ verbindlich zu leben. Das kam in diesem Fall gut an.

    Wer sich an Christus ausrichtet, erlebt aber – wie gesagt - in der Regel auch Unverständnis. Doch ein Christ ändert sein Leben nicht, um zu leiden oder um moralisch gut dazustehen. Ein Nachfolger von Jesus lebt bewusster und befreit – im Frieden mit sich selbst, seinem Umfeld und mit Gott. Für mich ist der Hinweis aus dem 1. Petrusbief Anlass zu überlegen: Wo habe ich Ängste oder schädliche Gewohnheiten, die mich noch an diesem befreiten Leben hindern?

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    Autor: Sonja Kilian

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