ERF Plus - Bibel heute

Festhalten am Bekenntnis der Hoffnung


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Wenn das Vertrauen fehlt – Gott begegnen in schwierigen Zeiten

Manchmal fehlt mir die Freundlichkeit und Muße, Gott zu begegnen. Mich beschäftigt eine Sache so, dass ich darüber nicht still werde. Es schnürt mir buchstäblich die Kehle zu. Ich kann es nicht vor Gott bringen und bei ihm loswerden. Ich bin so erschüttert, dass mir gerade das Vertrauen fehlt, dass Gott hier eingreift.

Und da soll ich mich daran erinnern, was Jesus für mich getan hat, damit ich neu unbekümmert und vertrauensvoll Gott meinem himmlischen Vater begegne.

 

Der Weg zu Gott ist frei – durch Jesus Christus

Denke daran, so erklärt der Schreiber des Hebräerbriefes: Jesus hat sein eigenes Blut für dich vergossen. Er opfert sich selbst als der Unschuldige für dich Schuldigen und tritt so vor Gott, um dich zu rechtfertigen. Dabei hat der Schreiber ein Bild vor Augen: Jesus hängt am Kreuz und stirbt mit den Worten: „Es ist vollbracht!“ In diesem Augenblick reißt im Tempel der Vorhang zum Allerheiligsten von oben bis unten durch. Das soll zeigen: Nun ist der Zugang zu Gott frei. Du kannst jetzt vor Gott treten ohne Angst vor seiner Heiligkeit zu haben und kannst ihm alles sagen. Du darfst kommen wie ein Kind, das zu seinem lieben Vater erwartungsvoll aufschaut. Es weiß, dass er seine Bitte anhören und nicht ausschlagen wird. In seiner Weisheit wird er die beste Antwort darauf haben.

Ja, Sie und ich dürfen vertrauensvoll mit frohem Herz zu Gott kommen und müssen nichts vor ihm verbergen. Ich brauche kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, denn ich habe Jesu Vergebung in Anspruch genommen. Ich brauche auch keine Angst vor der Zukunft zu haben!

Immer wieder fragen sich Christen, ob ihre Frömmigkeit ausreicht, um in den Himmel zu kommen. Sie meinen damit, ob sie heilig genug gelebt haben, dass Gott sie zu sich aufnehmen kann. Da wird offensichtlich etwas nicht richtig verstanden. Unser Bekenntnis heißt doch: Allein aus Gnade seid ihr gerettet und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich niemand rühme! So erklärt es Paulus im Epheserbrief, Kapitel 2, Verse 8 und 9. Wenn das Gott so verheißen hat in seinem Wort, brauchen wir nicht daran zu zweifeln, denn er steht hundertprozentig zu seinen Zusagen. Er ist der treue Gott, auf den ich mich verlassen kann.

Lassen Sie sich also neu von diesem Text ermutigen, Gott alles zu sagen, was Sie bewegt. Und da brauchen Sie nicht auf Ihre Formulierungen achten, sondern dürfen ganz vertrauensvoll mit ihm reden, als würde er Ihnen gegenüberstehen.

 

Gemeinschaft als Gestältung des Glaubens

Und was ist, wenn mich doch einmal so ein Tief überkommt, dass ich es nicht mehr schaffe, mit Gott zu reden? Dann bin ich froh, dass ich als Christ nicht allein dastehe, sondern hoffentlich in einer Gemeinde beheimatet bin, wo man aufeinander achtet.

Denn dazu ermahnt hier der Verfasser des Briefes: Schaut aufeinander, spornt euch gegenseitig an, euch in Liebe zu begegnen. Und tut euch Gutes!

Wie kann das praktisch aussehen? Es beginnt damit, dass ich nach einem Gottesdienst nicht einfach nach Hause gehe, sondern mich mit einem anderen unterhalte, der auch im Gottesdienst war. Daraus entsteht ein Kontakt, ja sogar eine Freundschaft. Ich teile mich mit und auch der andere. Wir beten miteinander und füreinander. Durch das Miteinander weiß ich um Situationen im Leben des anderen und kann ihm in äußerer und innerer Not beistehen. Ich ermutige ihn, wenn er in Gefahr ist, sich zurückzuziehen oder zu verkriechen: Komm weiter in die Gemeinde – du wirst davon nur profitieren.

So können wir als Christen Gemeinschaft praktizieren und uns mit Herzlichkeit begegnen und gegenseitig helfen. Denn das ist nicht eine Geste allgemeiner Freundlichkeit, sondern eine Folge meines Lebens mit Jesus. Je mehr ich seine Liebe verspüre und erfahre, umso mehr möchte ich auch davon an andere weitergeben. Da geht es nicht nur um andere Christen, sondern auch um Menschen, die suchend sind. Sie kommen und beobachten uns. Und sie werden sich dann bei uns heimisch fühlen, wenn sie merken, wir begegnen ihnen unvoreingenommen mit der Liebe Jesu. Ja, es kostet Zeit und fordert mitunter meine Geduld heraus, wenn ich immer wieder nachhaken muss.

Aber es macht mich dann froh und dankbar, wenn ich sehe, wie Menschen im Glauben gefestigt werden und ihre eigenen Erfahrungen mit Jesus machen. Lasse ich mich da nicht durch den Text hinterfragen, ob mein Herz noch für den anderen schlägt, den ich durch die Liebe Jesu erreichen will?

 

Die ernste Warnung: Wer Jesus kennt, kann nicht gleichgültig bleiben

Ich denke, dann verstehe ich auch die ernste Warnung richtig, die sich nun anschließt. Wer die Liebe Gottes in Jesus erfahren hat, der kann nicht einfach wieder ohne ihn leben! Wer die Erkenntnis bekommen hat, dass ich allein durch Jesus zurück zu Gott dem Vater als sein Kind kommen kann, der kann nicht einfach wieder sein altes Leben in der Gottferne und Rebellion verbringen.

Verstehen Sie das richtig: Es geht nicht darum, dass ich nun keine Sünde oder Fehler mehr mache als Christ. Ich bin noch in dieser Welt und darum versuchbar, und ich versage leider auch immer wieder.

Aber etwas anderes ist es, sich bewusst von Jesus abzuwenden und nichts mehr mit ihm zu tun haben zu wollen. Das zieht ein Gericht nach sich, das den doppelten Zorn Gottes herausfordert, da ich faktisch mein Rettungsangebot mit Füßen trete, obwohl ich begriffen habe, dass ich es brauche.

Diese Worte sollen mir nicht Angst machen, da es mich eigentlich nicht betrifft, sondern mich umso mehr froh machen, dass ich mit diesem Jesus leben darf. Ich erlebe mit ihm, wie ich ein erfülltes und gesegnetes Leben haben kann.

Darüber hinaus werde ich noch anderen zum Segen, denen die mit mir auf dem Weg des Glaubens sind. Aber auch für solche, die mir Jesus in den Weg stellt, befähigt er mich, ihnen in seiner Liebe zu begegnen.

Lassen Sie sich also neu ermutigen, Ihren Lebensweg freudig und mit unerschütterlichem Vertrauen mit Jesus zu gehen und die stärkende Gegenwart Gottes zu erleben, gerade auch im Miteinander in der Gemeinde.

Autor: Thomas Neuer

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