ERF Plus - Bibel heute

Freiwillige Gaben für die Stiftshütte


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Mose war vom Berg Sinai heruntergekommen – schon zum zweiten Mal. Dort hatte er von Gott die 10 Gebote bekommen. Die standen auf zwei Tafeln und waren verwahrt in einem einfachen Zelt. Nun sollte eine tragbare Hütte gebaut werden, die Stiftshütte. In der wollte man die heiligen Tafeln aufbewahren und durch die Wüste transportieren.

Bis ins kleinste Detail hatte Gott dem Mose beschrieben, wie alles auszusehen hat: der Kasten für die Gebote, das Zelt, die Kleidung für die Priester. Es sind wahrlich kostbare Materialien. Für das Haus Gottes wird nicht einfach nur ein Ziegenfell verwendet, es müssen kostbare Stoffe sein.

Beim Lesen oder Hören all der unterschiedlichen Materialien kann einem fast schwindelig werden. Die Stiftshütte wird nicht in Einfachbauweise geplant, sondern als ein einmaliges Bauwerk. Es ist ein Unikat, das es so nie wieder gegeben hat.

Doch wo bekommt man in der Wüste solche kostbaren Stoffe her? Wo gibt es Akazienholz, Gold und Edelsteine? Es soll ja ein besonderes Bauwerk werden, es soll Gottes Wohnung sein.

Zu allen Zeiten haben Menschen das Haus Gottes schön gestaltet. Denken wir nur an die prachtvollen Kathedralen des Mittelalters, die wir teilweise heute noch bestaunen können. Da waren Künstler am Werk, da fühlten sich die Menschen Gott nah und oft war die Kirche eben der Gegensatz zur ärmlichen Situation des Alltags. Deshalb hat man gespendet, es gab Sachspenden und Geldspenden.

Bei uns werden Abgaben für Gott oder für die Arbeit in der Gemeinde in der Regel nicht mit kostbaren Stoffen, Edelsteinen oder Hölzern gegeben. Es ist üblicher, Geld zu spenden. Aber wieviel ist angemessen? Es wird immer mal wieder der Zehnte vorgeschlagen. Man diskutiert zuweilen, ob es wirklich zehn Prozent des Einkommens sein muss. Dabei gibt es die Frage: Vom Netto- oder Brutto-Einkommen? Auch von der kleinen Rente? Oder sogar vom Taschengeld?

Ich denke, wenn so diskutiert wird, dann haben Menschen womöglich Probleme mit der Abgabe. Zudem höre ich schon mal den Satz: „Ob das auch alles ankommt?“

Solche Fragen stellen sich die Israeliten nicht. Sie können ja auch sehen, was aus ihren Abgaben wird. Sie können selbst mitbauen, indem sie spinnen und nähen, sägen und hämmern oder eine andere Arbeit verrichten, je nach der Begabung.

Und tatsächlich: die Spenden kommen zusammen. Vor der Flucht aus Ägypten sollten die Menschen ja ihre Nachbarn bitten, ihnen Geschenke mitzugeben. Und sie bekamen dann auch Stoffe und Schmuck und andere wertvolle Gegenstände. Womöglich hat der eine oder die andere auch noch Gold aus früheren Zeiten, das in der Zeit der Sklaverei versteckt worden war. Kostbare Erinnerungsstücke. Aber für Gott ist nichts kostbar genug. Die Dinge, die gegeben werden, werden dem Herrn geweiht. Aus dem Profanen wird etwas Heiliges.

Eins ist dabei auffällig: mehrfach wird benannt, dass die Menschen es freiwillig geben sollen. Es gibt keinen Zwang, keine Verpflichtung oder gar Drohung. Nein, die Menschen geben freiwillig und sicher auch gern. Paulus beschreibt es später so: „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“

Die Menschen geben auch nicht nur Sachspenden, sondern auch ihre Begabung, ihr Geschick. Die Frauen, die spinnen konnten, taten es. Andere hatten andere Gaben. Vielleicht hüteten andere die Kinder der Spinnerinnen oder kümmerten sich um das Vieh. Denn jeder Mensch hat irgendeine Gabe für den Einsatz im Reich Gottes.

Denn es geht hier um das Reich Gottes. Auch wir haben Gaben. Und bei Baueinsätzen in Gemeinden kommen diese Gaben oft zum Tragen: die einen sägen und hämmern, andere pflegen den Garten oder putzen bis in die hintersten Ecken, während weitere sich um das leibliche Wohl kümmern oder auf die Kinder aufpassen. Jede und jeder besitzt eine Gabe zum Einsatz auch für das Reich Gottes.

Und wer etwas gern und freiwillig tut, macht es gut und verantwortlich. Beim Bau der großen Kathedralen des Mittelalters haben Steinmetze wunderschöne Figuren erschaffen. Viele davon sind von außen deutlich zu sehen und zu bewundern. Aber die Figuren in den hintersten Ecken oben auf dem Dach sind genau so schön. Die Steinmetze waren dort nicht nachlässiger, indem sie sagten: „Sieht doch keiner!“ – Nein, sie taten die Arbeit für Gott. Und Gott ist es immer wert, dass man ihn durch die praktische Arbeit ehrt.

Mose betont mehrfach: „Jeder, dessen Herz dazu bereit ist, bringe die Abgabe für den Herrn.“ - Darum geht es, auch wir bringen die Abgaben für Gott. Dazu muss das Herz bereit sein. Es geht nicht um Zwang oder eine Pflichtspende, sondern um ein fröhliches Herz. Gott sieht ins Herz und weiß um die Motivation einer Spende.

Natürlich sind auch der Verstand und das persönliche Empfinden wichtig. Wem die Überweisung einer Spende an ein eher anonymes Hilfswerk zu unpersönlich ist, kann auch in der näheren Umgebung vieles tun, um Menschen zu helfen und Gott zu ehren.

Wie wäre es mit Sachspenden für eine Tafel? Die Not vieler Menschen ist groß und die Tafeln sind mehr denn je auf Spenden angewiesen - und auf praktische Hilfe. Wer dort mitarbeitet, vielleicht einmal in der Woche, der sieht, was aus seinem Geld wird.

Auch wer statt Geld seine persönlichen Gaben und Fähigkeiten einsetzt, kann erleben, was das bewirkt. Ich nenne mal ein paar Beispiele:

-Deutschunterricht für Migranten oder Schularbeiten Hilfe für Kinder aus bildungsfernen Familien

-Besuche bei alten, alleinstehenden Menschen
-handwerkliche Hilfe in der Nachbarschaft
-Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen

Jede und jeder hat andere Gaben. Wichtig ist, dass wir es gern und freiwillig tun, so wie die Israeliten es schon bei der Wüstenwanderung taten. Denn: einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.

Autor: Gudrun Siebert

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