Gelassen älter werden mit Bestseller Autor Bertram Kasper und Catharina Maria Klein

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By Bertram Kasper und Catharina Maria KleinSociety & CultureScienceSocial Sciences
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Gelassen älter werden mit Bestseller Autor Bertram Kasper und Catharina Maria Klein episodes

  • #42 Mit 60 Jahren nochmal mit Käse durchstarten
     Mit 60 Jahren noch mal mit Käse durchstarten von Bertram Kasper | Apr 26, 2023 | Arbeitswelt, Beziehungen, Freizeit, Leben im Wandel - Lifestyle, Menschen

    Herzlich willkommen Wolfgang!

    Ich habe Dich in meinen Podcast eingeladen, da Du mit 60 Jahren noch mal die Firma „Mosel-Käse Event“ gegründet hast. Du bist sozusagen ein Beispiel dafür, beruflich wieder zu Deinen ursprünglichen Wurzeln, als Ingenieur für Milch- und Molkereiwirtschaft zurückzukehren. Deine Firma hat ein Motto: „Age isn´t important – unless you are cheese“, das ebenfalls zu meinem Podcast passt und darüber wollen wir natürlich auch sprechen.Und wenn ich das so sagen darf: Du verfolgst dabei eine Mission, die Dir eine echte Herzensangelegenheit zu sein scheint, wenn Dich Deine Kunden in Deiner ganzen Begeisterung erleben, ist das durch und durch zuspüren. 

    Du hast nämlich die Käseregion von Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Luxemburg, der Wallonie und Lothringen zur groß regionalen Käseregion im Herzen Europas auserkoren und suchst handverlesen nach Käsespezialität von kleineren Käsereien und kombinierst die Events mit Weinen, Bier, Vietz oder Destillaten.
    Mit 60 Jahren gründet Wolfgang Mosel – Käse Event - darüber haben wir gesprochen:

    Steigen wir doch einfach mal ein. Du hast ja überhaupt eine bewegte Biografie hinter Dir und hast Dich sozusagen immer wieder neu erfunden. Magst Du einmal etwas dazu erzählen und was mich im Besonderen interessiert: Zu welchen mentalen Entwicklungen hat das bei Dir geführt, die es Dir leichter gemacht haben, mit 60 Jahren noch mal zu gründen?

    Und wie bist Du dann konkret auf die Idee gekommen, „Mosel-Käse Events“ zu gründen?Wolfgang Fusening von Mosel Käse Event

    Und wie ist es für Dich wieder zurück zu Deinen beruflichen Wurzeln zu kommen?

    Was bietest Du konkret mit „Mosel-Käse Events“ an und wie würdest Du Deine Mission beschreiben?

    Wie findest Du die einzelnen Käsereien und wie kann ich mir die Kombination mit den Getränken vorstellen? Was kannst Du zu diesem Prozess sagen. Wie kreierst Du sozusagen die Geschmackserlebnisse für Deine Kunden?

    Und dann hast Du ja das Motto, ich habe es schon bei der Anmoderation erwähnt: „Age isn´t important – unless you are cheese“. Wie meinst Du das genau und weshalb bist Du der Überzeugung, dass Alter gar nicht so wichtig ist? Und ich bin ja sozusagen „Käselaie“, wieso ist im Gegensatz dazu das Alter bei Käse so bedeutsam?

    Als abschließende Frage: Was würden Sie sagen, sind die gesellschaftlichen Herausforderungen rund um das Älterwerden und was ist Ihre Vision einer Gesellschaft mit einer Kultur des Pro Agings?

    Hier finden Sie alles Weitere zu Wolfgang und Mosel Käse Event!

    Hier können Sie mehr zum Thema „Gründung“ hören. 




    Hier könnt ihr mein SPIEGEL-Bestseller Buch "Die größte Reise deines Lebens - mit Gelassenheit älter werden"

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    Für mehr Informationen zum Thema "gelassen älter werden" gibt es auf unserer Homepage ein Magazin zum Lesen. Hier der Link: https://gelassen-aelter-werden.de/magazin-gelassen-aelter-werden/

    Die Musik im Intro und Outro ist von Stefan Kissel und wurde von Nico Lange gesprochen.

    45 min
  • #41 Welche Rolle spielt Persönlichkeit im Alter? (Eva Asselmann)
     Heute möchte ich über das weltweit bekannteste und wissenschaftlich fundierteste Persönlichkeitsmodell der Big Five sprechen und wie sich die Persönlichkeit im Alter entwickelt bzw. vielleicht verändert. 

    Dazu habe ich die Persönlichkeitsforscherin Frau Prof. Eva Asselmann von der Pottsdamer Health and Medical Universität eingeladen. 

    Herzlich willkommen, Frau Asselmann. 

    Sie haben das Buch „Woran wir wachsen – Welche Lebensereignisse unsere Persönlichkeit prägen und was uns wirklich weiterbringt“ geschrieben. Dies habe ich im Herbsturlaub mit Begeisterung gelesen. Und wahrscheinlich wundert es unsere Zuhörerinnen und Zuhörer nicht, dass die Persönlichkeit beim Älterwerden eine Rolle spielt. So gibt es z.B. einen Einfluss darauf, ob es mir leichter oder schwieriger fällt, mit dem Älterwerden umzugehen oder wie gut ich in der Lage bin, mich an altersbedingte Veränderungen anzupassen bzw. dafür Wege des Umgangs zu finden.

    Persönlichkeit im Alter - darüber haben wir im Einzelnen gesprochen:

    Was ist Persönlichkeit überhaupt und wie entsteht sie ganz generell? 

    Das Modell der Big Five besteht aus fünf zentralen Persönlichkeitsmerkmalen. Dazu gehören die Offenheit für neue Erfahrungen, die Gewissenhaftigkeit, die Extraversion, die Verträglichkeit und der Neurotizismus auch emotionale Stabilität oder Instabilität genannt. Wären Sie so freundlich, unseren Hörer:innen einmal zu erläutern, was es mit diesen Merkmalen auf sich hat? 

    Jetzt heißt ja mein Podcast „gelassen älter werden“ und tatsächlich schreiben Sie in Ihrem Buch, dass viele Erwachsene im mittleren und höheren Alter verträglicher und emotional stabiler werden und die Gewissenhaftigkeit eher abnimmt. Also eigentlich relativ gute Voraussetzungen, die Herausforderungen zu meistern, oder? Die Offenheit nimmt ebenfalls ab, was ein Handicap darstellen könnten. Würden Sie uns diese Zusammenhänge genauer erläutern. 

    Und dann sprechen Sie bezogen auf unser Leben von der Kontrollüberzeugung und der Nährung unseres Selbstwertgefühls. Der Peak für beides ist bei etwa 60 Jahren, danach nehmen diese Werte ab. Mit welchen Auswirkungen geschieht dies und gibt es dafür beim Älterwerden eine Kompensationsmöglichkeit. 

    „Die Kunst (nicht nur) im hohen Alter besteht darin, das Unvermeidliche zu akzeptieren und im besten Fall sogar zu kompensieren“ ist ein Zitat von Ihnen. In diesem Zusammenhang erwähnen Sie die sozioemotionale Selektivitätstheorie von der amerikanischen Entwicklungspsychologin Laura Carstensen. Was hat es damit auf sich und wie hilft die Anpassung der eigenen Werte und Ziele beim Älterwerden. Welche Persönlichkeitseigenschaften sind dafür hilfreich und welche anderen Hinweise gibt es dazu? Vielleicht auch gerade vor dem Hintergrund möglicher Erkrankungen oder auch Verlust von wichtigen Menschen. 

    An einer Stelle empfehlen Sie, die eigene Grabrede zu schreiben? Welchen Effekt kann diese Übung im Kontext des Älterwerdens haben? 

    Und dann sagt uns die Forschung, dass eher gewissenhafte Menschen länger leben. Woran liegt das genau? 

    Was würden Sie sich vor dem Hintergrund Ihrer Profession als Persönlichkeitsforscherin wünschen, wenn es darum geht in unserer immer langlebigeren Gesellschaft eine Kultur des pro Aging zu etablieren? 

    Homepage von Eva Asselmann


    Und wie angekündigt: Podcast zum Lebensteppich




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    48 min
  • #40 Meinem Leben einen Ton geben - Audiografie als Lebensrückblick
    Wir haben uns über das Thema Audiografie und Podcast kennengelernt und sind dazu schon öfter im Gespräch gewesen. Uns verbindet die Begeisterung für das Medium Audio in Verbindung mit der Geschichte von Menschen. 

    Genau darüber wollen wir heute sprechen. Wie kann es gelingen, Verwandten und/oder Freunden ein Vermächtnis des eigenen Lebens zu schenken oder zu hinterlassen? Meine Stimme bewahrt durch Audiografie. 

    Wie schreibst Du auf Deiner Homepage: „Rente, Pension, Ruhestand - all diese Begriffe für die neue Lebensphase drücken nur unzureichend aus, was wir damit verbinden. Es ist ein Übergang, der uns gleichsam zur Ruhe kommen lässt und Energien für einen neuen Aufbruch mobilisiert. Einen Großteil unseres Lebens haben wir schon hinter uns, wenn wir diese Phase erreichen. In der Audiografie können wir dankbar zurückblicken - und uns selbst neu orientieren. Was soll jetzt kommen? Was darf enden? Und was wollen wir vielleicht weitergeben?“ 

    Und ich selbst freue mich, dass ich gerade eine Ausbildung zum Audiograf bei Ingo Stoll machen darf. Damit gehören ab Ende 2023 Audiografien mit zu meinem Portfolio.

    Darüber haben wir zum Thema Audiografie gesprochen:

     Ingo, stelle Dich doch bitte einmal unseren Hörerinnen und Hörern vor. Was machst Du genau, bzw. was ist Audiografie? 

    Und wie bist Du auf die Audiografie gekommen? 

    Wir wollen ja heute im Speziellen über Audiografie in der dritten Lebensphase sprechen. Wer fragt Dich an und mit welcher Motivation? 

    Wie ist dann der Prozess bis zur fertigen Audiografie aufgebaut? 

    Wie sieht dann Deine Arbeit als Audiograf genau aus und wie entsteht die die fertige Audiografie? 

    Was ist aus Deiner Sicht das Besondere, wenn sich Menschen in dieser Form verewigen? 

    Und welche Bedeutung kann dies für die Angehörigen haben?

    Hier können Sie sich über Ingo Stoll und seine Arbeit informieren:

    Ingo Stoll Audiograph





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    1 hr 8 min
  • #39 Costa Rica ein Lebensort fürs Alter
     Heute spreche ich mit zwei langjährigen Freundinnen, sie heißen Sibylle und Petra, sind beide 69 Jahre alt, die eine ist mit 44 Jahren nach Costa Rica ausgewandert und die andere war bis zu ihrer Rente in Deutschland berufstätig. 

    Beide habe immer dafür gesorgt, dass ihre Freundschaft auch über den Atlantik hinweg erhalten geblieben ist. 

    Und beide haben sich immer in ihrem jeweiligen Bereich für gesellschaftliche Themen interessiert und Visionen für neue Gesellschafts- und Zusammenlebensmodelle entwickelt und zum Teil auch realisiert. 

    Wir wollen darüber sprechen, ob Costa Rica ein Lebensort fürs Alter ist, wie eine Freundschaftt auch über Entfernungen erhalten bleiben kann, was aus den Visionen geworden ist und wie die Zukunftspläne der beiden für die nächsten 10 Jahre aussehen. 

    Und Sibylle Altenkirch hat in den Jahren auf Costa Rica als Autorin in einem Roman mit dem Titel „Die Stimme – alles könnte ganz anders sein“ ein neues Gesellschaftsmodell entwickelt, an dem Petra auch ihren Anteil hat. Also lassen sie sich mitnehmen in eine spannende Geschichte.

    Petra Schreiber sagt zum Buch ihrer Freundin: "Menschen mit Visionen sind oft sympathisch, denn sie haben wenig Barrikaden im Kopf. Sibylle Altenkirch ist so ein Mensch. Lassen Sie sich mitnehmen auf einen Traumflug in eine menschlichere Welt".

    Sibylle Altenkirch such ganz konkret Menschen, die auch Freude daran hätten, sich etwas in einer Gemeinschaft für das Alter auf Costa Rica aufzubauen.

    Hier der Link zu ihr: https://www.casas-pelicano.com/


    Darüber haben wir, ob Costa Rica ein Lebensort fürs Alter ist, im Einzelnen gesprochen:

     Beginnen wir doch einfach mal ganz konkret, was würdet ihr als euer schönstes gemeinsames Erlebnis auf Costa Rica beschreiben? 

    Und wie habt ihr euch kennengelernt? 

    Und Sibylle, wann bist du dann nach Costa Rica ausgewandert und mit welcher Motivation? 

    Wie können sich die Hörer:innen und Hörer vorstellen, wie lebst du dort, wie sieht dein Alltag aus? 

    Petra, wie war - ab dem Zeitpunkt wo Sibylle ausgewandert ist - deine Entwicklung, was ist dort bei dir ins Zentrum gerückt? 

    Und wie habt ihr eure Freundschaft gepflegt? 

    Wie seid ihr im Gespräch geblieben, auch über eure jeweiligen Projekte und Visionen? 

    Wie sieht eure Bilanz aus heutiger Sicht aus? 

    Sibylle, was magst du zu deinem Buch erzählen und welche Rolle hat dabei auch der Ort Costa Rica gespielt? 

    Und wie stellt ihr euch die nächsten 10 Jahre vor, welche Ideen habt ihr dazu? 

    Sibylle, was würdest du zu Costa Rica ein Lebensort fürs Alter sagen? Wie geht ein Leben auf Costa Rica?

    Vor dem Hintergrund eurer eigenen Erfahrungen, welche Hinweise bzw. Empfehlungen würdet ihr Menschen für den Übergang in die dritte Lebensphase geben wollen? 

    Als abschließende Frage: Was würdet ihr sagen, sind die gesellschaftlichen Herausforderungen rund um das Älterwerden und was ist eure Vision einer Gesellschaft mit einer Kultur des Pro Agings? 





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    1 hr
  • #38 Gedanken über das Älterwerden

    Heute ist in mehrfacher Hinsicht eine echte Premiere und darüber freue ich mich sehr. Erstens: Wir sind live, Zweiten: Wir sind das erste Mal zu viert an den Mikrofonen, Drittens: Wir sind alle keine in der Öffentlichkeit stehenden Personen, Viertens: Es gibt keinen echten Fahrplan und Fünftens: Wir sprechen einfach ganz gemütlich und ganz subjektiv bei einem schönen Getränk unsere Gedanken über das Alter aus. Dabei lassen wir uns von unseren ganz persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen leiten. 

    Sie als Hörer:innen wollen wir dadurch anregen, sich einmal selbst Gedanken über das Alter zu machen. 

    Und ich begrüße in unserer Runde, Christiane – herzlich willkommen Christiane, Ernst – herzlich willkommen Ernst und Thomas – herzlich willkommen Thomas. Und ich bin natürlich dabei, diesmal in einer Doppelrolle, Moderator und sozusagen auch Gast bei mir. 

     Hier können Sie etwas über die Gelassenheit im Alter lesen! 

    Im Zusammenhang mit dem Älterwerden möchte ich gerne auf den Podcast vom Elmar Stracke verweisen. Ebenfalls sehr hörenswert! 



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    1 hr 25 min
  • #37 Ernährung beim Älterwerden neu gedacht (Christoph Klotter)
     Herzlich willkommen Herr Prof. Klotter  

    Ich freue mich sehr, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind. Wir wollen heute über das Thema „Ernährung beim Älterwerden“ sprechen. Viele meiner Hörerinnen und Hörer wissen aus der eigenen Erfahrung, dass mit dem zunehmenden Alter Muskel- und Knochenmasse sowie der Wasseranteil abnehmen, gleichzeitig steigt der Fettanteil. Bei geringerer körperlicher Aktivität führt das dazu, dass Grund- und Leistungsumsatz sinken und der Körper somit weniger Energie benötigt. Die körperlichen Veränderungen sind im gewissen Umfang normal. Doch wenn die Ernährung nicht angepasst wird, kann das Körpergewicht steigen und damit verbunden auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und chronischer Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2. 

    Sie sind Dipl. Psych., Psychologischer Psychotherapeut, Professur für Ernährungspsychologie und Gesundheitsförderung an der Hochschule Fulda im Fachbereich Ökotrophologie und versuchen, die Schnittstelle zwischen Psychologie und Ökotrophologie zu besetzen. Und Sie befassen sich mit der Identitätsbildung über Essen. 

     
    • Vielleicht steigen wir damit ein, dass Sie uns einmal erklären, wo die Gefahren bezogen auf die Ernährung im Alter liegen oder anders ausgedrückt, was sollte ich in den Blick nehmen, um nicht anfällig für Erkrankungen zu werden. 
    • Kann ich bei bestimmten Alterserkrankungen meinen Gesundheitszustand durch Ernährung verbessern? 
    • Wodurch ist unser Essverhalten geprägt und welche Rolle spielt dabei unser Unbewusstes und wie gehe ich auch gerade im Alter um? Welche Hinweise haben Sie in diesem Zusammenhang, gerade als Ernährungspsychologe? 
    • Wie wäre aus Ihrer Sicht eine optimale Form der Ernährung im Alter? Welche Tipps haben Sie in diesem Zusammenhang? 
    • Wenn ich so an mich denke, dann gibt es Momente, z.B. jetzt im vergangenen Sommer, da habe ich richtig Lust ein Eis in einer Eisdiele zu essen. Und wenn ich mich dann umschaue, sehe ich meistens auch eine größere Schar ältere Menschen, die ebenfalls ihr Eis so richtig genussvoll genießen. Wieso ist bei uns Menschen die Lust auf etwas Süßes so groß und wie bekomme ich das besser in den Griff. 
    • Sie haben den Begriff der lustvollen Ernährungskompetenz geprägt, was meinen Sie damit konkret und wie kann ich mir das beim Älterwerden zu eigen machen? Wie kann ich lernen, wieder mehr auf meinen Geschmackssinn zu achten? 
    • Wenn ich herausfinden will, was mir wirklich guttut, wie sollte ich dabei konkret vorgehen? 
    • Wie ernähren Sie sich selbst? 
    • Was wünschen Sie sich ganz persönlich für Ihren eigenen Prozess des Älterwerdens, sind Sie ja mit 66 Jahren schon mitten in der dritten Lebensphase angekommen? 
    • Zum Ende frage ich meine Gäste: Was würden Sie als Ernährungspsychologe sagen, sind die gesellschaftlichen Herausforderungen rund um das Älterwerden, und was ist Ihre Vision einer Gesellschaft mit einer Kultur des Pro Agings? 
     Hier können Sie über Tipps für die dritte Lebensphase lesen. Ernährung beim Älterwerden ist einer der Aspekte. 




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    37 min
  • #36 Freitätigkeit – nach dem Beruf und vor dem Ruhestand
     Herzlich willkommen, Herr Prof. Leopold Stieger!

    Sie beschäftigen sich mit Ihrer Internetseite senior4sucess mit unterschiedlichen Themen rund um das Älterwerden und das schon seit über 30 Jahren. Sie sind 1939 geboren und in Österreich der Pionier für Personalentwicklung. Sie haben mehrere Firmen gegründet und heute, mit 83 Jahren setzen Sie sich immer noch aktiv dafür ein, dass die neue Lebensphase zwischen Berufstätigkeit und Ruhestand als Chance gesehen wird, die eigenen Potenziale zu entdecken und einzubringen. Sie haben dazu den Begriff der Freitätigkeit geprägt und genau darüber wollen wir heute sprechen. 

    Darüber haben wir im Detail gesprochen: 

    Fangen wir einmal damit an, was war im letzten Jahr Ihr schönstes Erlebnis rund um Ihr Älterwerden? 

    Ich hatte es schon erwähnt, Sie haben den Begriff der Freitätigkeit geprägt und darüber auch ein Buch geschrieben. Was meinen Sie genau damit und wieso ist dieser Begriff für Sie so bedeutsam? 

    Und Sie plädieren ganz stark dafür, dass es sinnvoll ist, sich auf den Übergang in den Ruhestand und auf die Phase der Freitätigkeit in der dritten Lebensphase vorzubereiten. Welche Hinweise würden Sie gerne meinen Hörerinnen und Hörern geben. Was empfehlen Sie vor dem Hintergrund Ihrer langjährigen Erfahrungen? 

    Im Moment wird immer deutlicher, dass wir eine langlebigere Gesellschaft werden und dass der Renteneintritt der sogenannten Babyboomer den Fachkräftemangel verschärft. Deshalb rückt das Thema „Erwerbstätigkeit in der Rente“. Wie sehen Sie auch als ehemaliger Unternehmer das Thema. 

    Jetzt gehören Sie vom Lebensalter schon fast zu den Hochaltrigen. Als hochaltrig gilt jemand, wenn er über 85 Jahre ist. Eine neue Studie zeigt, das fast 75 % von ihnen sich immer im Sozialraum engagieren wollen und sich auch gesellschaftlich äußern wollen. Wir bekommen also eine 4 Lebensphase? Herr Stieger, wie blicken Sie darauf? 

    Was wünschen Sie sich ganz persönlich für Ihren eigenen Prozess des Älterwerdens, wo Sie mit fast 85 Jahren kurz vor der vierten Lebensphase sind? 

    Zum Ende frage ich meine Gäste: Was würden Sie als Experte für das Älterwerden sagen, sind die gesellschaftlichen Herausforderungen rund um das Älterwerden, und was ist Ihre Vision einer Gesellschaft mit einer Kultur des Pro Agings?

    Hier geht es zur Homepage von Prof. Leopold Stieger:  https://www.seniors4success.at/

     Folgende Episode könnte für Sie auch interessant sein. Hier geht es um Unternehmensgründungen als Senior mit Ralf Sange. https://gelassen-aelter-werden.de/31-rentnerdasein-sinnvoll-grunden-fur-das-gemeinwohl-mit-ralf-sange 

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    33 min
  • #35 Selbstbestimmt sterben, gerade auch im Alter!
     Heute geht es um das Thema „Selbstbestimmt sterben – auch im Alter. Wir wollen sprechen über eine differenzierte Haltung zum Sterben wollen, Sterben können und Sterben dürfen.

    Dazu begrüße ich die Philosophin und Autorin Suzann Viola Renninger. 

    Herzlich willkommen, Frau Renninger. 

    Sie sind Autorin des Buches: „Wenn Sie kein Feigling sind, Herr Pfarrer – Werner Kriesi hilft sterben“.

    Grundlage Ihres Buches sind unzählige Gespräche mit Werner Kriesi – einem Schweizer Freitodbegleiter, der schon sehr viele Menschen in den Freitod begleitet hat und mit noch mehr Menschen über das Thema gesprochen hat. Eingeschobenen haben Sie philosophische, theologische und soziologische Passagen, um den Lesenden, die mit der Diskussion um das Recht auf selbstbestimmtes Sterben verbundene Grauzonen und den emotionalen Widersprüchen reflektierbar und erlebbar zu machen. Dazu schreiben Sie auch etwas über das Thema Altersfreitod. Dieses gewinnt bei einer immer langlebigeren Gesellschaft an Bedeutung, da sich in den letzten 10 Jahren die Zahl der Hochaltrigen über 85 mehr als verdoppelt hat, Ende Dezember 2021 waren über 2,6 Millionen Menschen in Deutschland über 85 Jahre alt. 

    Darüber haben wir gesprochen:
     
    • Frau Renninger, was hat Sie dazu bewogen, Ihr Buch zu schreiben? 
    • Das Karlsruher Urteil zum selbstbestimmten Sterben vom Februar 2020 spricht in den ersten beiden Leitsätzen folgendes aus: 
    a) Das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs.1 GG) umfasst als Ausdruck persönlicher Autonomie ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben. 

    b) Das Recht auf selbstbestimmtes Sterben schließt die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen. Die Entscheidung des Einzelnen, seinem Leben entsprechend seinem Verständnis von Lebensqualität und Sinnhaftigkeit der eigenen Existenz ein Ende zu setzen, ist im Ausgangspunkt als Akt autonomer Selbstbestimmung von Staat und Gesellschaft zu respektieren. 
    • Mich würde interessieren, was das Urteil bei Ihnen ausgelöst hat? Und was wird es aus Ihrer Sicht verändern bzw. was wäre aus Ihrer Sicht ein guter Weg, der jetzt beschritten werden könnte? 
    • Das Thema „Freitod“ spaltet nach wie vor die Gesellschaft. Sie haben eine Stelle im Buch, wo sie von Menschen sprechen, die bezogen auf ihre Haltung auf zwei Planeten leben. Dies kann sich auch innerhalb von Familien zeigen. Wie sollte aus Sicht von Ihnen bzw. Werner Kriesi das Thema im engeren Umfeld besprochen werden? Was haben Sie in den Gesprächen mit Werner Kriesi dazu erfahren? 
    • Und weiter: was können Menschen tun, um mit ihren damit oft einhergehenden gefühlsmäßigen Berg- und Talfahrten umzugehen? 
    • In Ihrem Buch bieten Sie den Lesenden unterschiedliche philosophische, soziologischen und religiöse Ausflüge an, um das Thema „selbstbestimmtes Sterben“ aus diesen verschiedenen Denkrichtungen zu beleuchten. Ich würde gerne auf die von Epiktet eingehen, einem Philosophen, der die Schule der Stoa vertritt, die gerade in der heutigen Zeit eine Renaissance erlebt. Epiktet verwendet ein Bild „Die Tür steht offen“, was meint er damit genau? 
    • Die Erfahrungen zeigen auch, dass viele Menschen, froh sind, wenn sie die Option haben, frei aus dem Leben zu gehen. Viele nehmen die Möglichkeit dann jedoch nicht in Anspruch. Was verändert vor dem Hintergrund Ihrer Erfahrungen, Frau Renninger, die Option auf einen möglichen Freitod. 
    • Kommen wir zum Altersfreitod. Mir war dieser Begriff bis zur Lektüre Ihres Buches gar nicht präsent. Ich habe nur immer gehört, dass die Suizidraten bei älteren Menschen über 65 und vor allem dann bei Menschen über 80 im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung deutlich zunehmen und dass die Dunkelziffer enorm ist. Im Buch erzählt Werner Kriesi von einem Mann über 80-jährigen Mann, der für sich Sterbehilfe in Anspruch genommen hat und Sie selbst sind als sogenannte „Zeugin“ bei einer 91 – jährigen Dame dabei. Altersfreitod, ich für mich würde gerne aus heutiger Sicht diese Möglichkeit haben, ohne meine Angehörigen oder auch mich in eine schwierige Situation zu bringen. Was denken Sie dazu? 
    • Frau Renninger, was glauben Sie, können Menschen im Alter tun, um sich auch mehr mit dem Ende, dem Sterben auseinanderzusetzen und was sind für Sie Kennzeichen guter Gespräch auch über den Freitod? 
    • Wenn Sie etwas wünschen könnten, wohin sollte sich die Möglichkeit zum Freitod entwickeln? 
    Hier geht es zur Homepage von Suzann Viola Renniger!




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    1 hr 3 min
  • #34 Der Sinn des Lebens auch im Alter mit Christian Uhle
    Heute mal kein Interview, sondern ein Gespräch über den Sinn des Lebens!

    Heute wollen wir über den Sinn des Lebens sprechen. Dazu habe ich Christian Uhle eingeladen. Denn er hat gerade ein Buch darüber geschrieben, mit dem Titel „Wozu das alles?: Eine philosophische Reise zum Sinn des Lebens“. Herzlich willkommen Christian.

    Wir beide haben uns im Vorgespräch vorgenommen, mehr ein Gespräch als ein Interview zu führen. Ich glaube, das entspricht ganz deinem Verständnis einer tiefen Begegnung und einem hoffentlich echten Dialog und das hat ja auch viel mit einem sinnvollen Leben zu tun, wie wir vielleicht noch hören werden. Und spannend finde ich auch, dass hier zwei Generationen über den Sinn sprechen, du bist 31 Jahre alt und ich gerade 60 geworden.

    Wieso habe ich dich eingeladen? So seit ich ungefähr 50 geworden bin, haben mich mehr und mehr mit Fragen nach dem Sinn des Lebens beschäftigt und dies hat jetzt, mit meiner Auseinandersetzung mit dem Älterwerden – auch im Rahmen meines Podcasts noch mal deutlich zugenommen. 

    Du sprichst von vier zentralen Auslösern für Sinnkrisen – also Phasen, in denen uns der Sinn abhandenkommt - und diese sollen auch der Rahmen für unser Gespräch sein. Dies sind Zweck- und Ziellosigkeit, Gleichgültigkeit, Getrenntheit und Entfremdung und Vergänglichkeit. Gerade im Kontext von Übergängen oder Transformationen, die Menschen zu durchleben haben, kann es zu Dysbalancen und damit zu Sinnkrisen kommen. Und der Übergang in die dritte Lebensphase bietet allerlei Herausforderungen, wenn es um die Frage nach dem Sinn des Lebens geht. Eine spannende Zahl aus deinem Buch:

    „69 Prozent aller Menschen in Deutschland stellen sich regelmäßig Sinnfragen des Lebens.[4] 

    "Nicht immer geschieht das auf so dramatische Weise, wie es manch existenzialistische Abhandlung vermuten lässt – im Gegenteil: Die Sehnsucht nach Sinn kann einfach ein konstruktiver Wunsch nach mehr Orientierung und Tiefe im Leben sein, nach Verbundenheit und Antwort, ein Wunsch, sich für etwas Lohnenswertes einzusetzen.“ 

    Zweck – und Ziellosigkeit 

    „Die Frage: Wozu bin ich hier?, stellen Menschen nicht aus Wissensdurst, sondern weil sie Orientierung suchen. Die Hoffnung ist, einen Kompass an die Hand zu bekommen. Die Sinnfrage stellt sich in Momenten von Ziellosigkeit, wenn alles vergeblich und unwichtig erscheint. Worauf sollen wir unsere Energie richten? An welchen Leitsternen, an welchen Zielen sollen wir unser Leben ausrichten? Was ist wirklich wichtig? – Dies sind die eigentlichen Fragen nach einem zweckhaften Sinn.“ 

    Arbeit fällt weg, welcher Zweck, welches Ziel tritt an diese Stelle?

    Was kann das „Wozu oder Wofür“ in der dritten Lebensphase sein? 

    „Die Antwort klingt simpel, aber ist im Grunde radikal: Nur für andere Lebewesen kann unser Handeln einen Sinn haben. Entweder wir tun, was uns selbst glücklich macht, oder wir tun, was gut für andere ist, und erfüllen einen zweckhaften Sinn. Alles Weitere ist sinnlos.“ 

    Bezug zu den beiden Podcasts mit Gerald Hüther und zu Alternsforscher Hans Werner Wahl. 

    „Die Fürsorge um andere Menschen kann unserem Leben einen tragfähigen Sinn geben, der uns Orientierung bietet und unser eigenes Leben bereichert. Ihm entspringen Gründe zu leben: weil es etwas Wichtiges zu tun gibt.“ 

    Gleichgültigkeit 

    Für mich ein schwieriges Gefühl, ich möchte weder mir selbst gegenüber ein Gefühl der Gleichgültigkeit haben, noch dass andere sich mir gegenüber gleichgültig verhalten. Wodurch erlange ich Bedeutsamkeit? Durch Arbeit, durch Beziehung zu anderen Menschen, vielleicht dadurch, dass sich diesen Podcast mache. Wie erhalte ich mir beim Älterwerden eine Art Bedeutsamkeit? 

     „Dass Menschen ein Gefühl von Bedeutsamkeit brauchen, um ihr Leben als sinnvoll zu erfahren, ist eine Kernaussage der Sinnforschung. [1] Wie aber können wir Bedeutsamkeit erfahren? 

    Nur unsere Mitmenschen können uns Bedeutung beimessen, nur sie können uns sehen und bejahen. 

    "Zwischen ich und du – nicht allein im Herzen, sondern in gelebten Beziehungen erwächst Bedeutsamkeit und Sinn. Diese Sicht wird auch durch psychologische Studien gestützt. Für die allermeisten Menschen sind enge Beziehungen die wichtigste Sinnquelle im Leben. [3] Umgekehrt kämpfen vor allem Personen mit Sinnkrisen, die das Gefühl haben, von anderen unerwünscht zu sein. [4]“ 

    Philia – als besondere Form der Liebe, sie gilt anderen Menschen in ihrer lebendigen Gesamtheit. – darauf will ich setzen, weil ich glaube, dass die Beziehung und die Verbindung zu Menschen bedeutungsvoll sind. Gerade gestern habe ich eine Dokumentation über gemeinschaftliches Wohnen gesehen, wo es jungen Menschen darum geht, ein ganz eigenes Lebenskonzept in einer Gemeinschaft zu entwickeln und das auch mit einem gesellschaftspolitischen Ansatz zu verbinden. 

    „Dafür müssen wir uns öffnen und zeigen, müssen umgekehrt die anderen und ihre Antworten wichtig nehmen, damit wir durch sie Sinn erfahren. Eine solche Sinnbeziehung entsteht also immer wechselseitig –, wenn wir uns dialogisch als du und ich aufeinander einlassen. Besonders spürbar wird dieser dialogische Sinn daher meist in Beziehungen zu nahestehenden Personen. Auch er stellt einen Grund dar weiterzuleben: weil du anderen wichtig bist. So entspringen die Suche nach Freundschaft und die Suche nach Schicksal dem gleichen Grundbedürfnis: dem Bedürfnis nach Antwort.“ 

    „Dialog kann nur entstehen, wenn sich beide Seiten einander öffnen, authentisch äußern, zuhören und sich berühren lassen. Diese Vorstellung einer dialogischen Haltung ist verwandt mit Erich Fromms Haltung des Seins, mit Martin Bubers Ich-Du-Beziehung und mit Hartmut Rosas Weltanverwandlung. 

    "All diese Konzepte betonen die Bereitschaft, sich zu verändern, zu wachsen und den eigenen Standpunkt zu verlassen. Dafür brauchen wir Empathie; die Fähigkeit, den eigenen Horizont zu überschreiten und durch die Augen unseres Gegenübers zu blicken.[2]"

    "Und wir brauchen die Demut, unsere eigene Perspektive als eine unter mehreren einzuordnen. Noch stärker als Agape (Nächstenliebe) heißt Philia also teilnahmsvoll zu sein, an der Innenwelt des anderen teilzunehmen, sich selbst mitzuteilen – Welt zu teilen und gemeinsame Welt zu schaffen. So treten wir heraus aus der inneren Isolation, gehen eine Verbindung ein. Unsere Welt wächst. Gemeinsam sind wir weniger allein. In dieser Verbundenheit entsteht etwas Neues."

    "Ein Dialog ist mehr als nur die Summe von dir und mir. Er entfaltet sich zwischen uns, gewinnt eine eigene Energie und Lebendigkeit: Wir sprechen. Plötzlich entsteht eine neue Idee. Kam sie von mir oder von dir? Keiner von uns wäre allein darauf gekommen, aber im Gespräch liegt sie vor uns, ganz offensichtlich und klar. Dialog ist eine Praxis des Miteinanders. Er ist eine Bewegung aufeinander zu, er ist eine Kraft, die uns verändert. Im Dialog schreiben wir einander Bedeutsamkeit zu, wir schaffen eine Sinnbeziehung.“ 

    Beziehungen werden im Alter weniger, da im Umfeld immer mehr Menschen sterben. Mehrgenerationenfamilien gibt es immer weniger. Wie sich in Beziehung setzen? Freundschaften über die Generationen hinweg schließen. Wie gelingt es, dialogische und teilnahmsvolle Begegnungen zu gestalten? 

    Es geht auch um die Entwicklung einer neuen Identität für das eigene Älterwerden, da es so wenig Vorbilder gibt, weil wir so lange leben, wie niemals zuvor – wir sind eine langlebige Gesellschaft. 

    Getrenntheit und Entfremdung 

    „Wenn wir uns hingegen spürend auf die Welt einlassen, können wir eine Verbindung erleben, die in Momenten der Entfremdung abhandengekommen ist. Unsere Sinnlichkeit ermöglicht eine eigene Form des Sinns: den leiblichen Sinn. Indem wir diese Ebene stärken, verringern wir die Kluft und Entfremdung zwischen Ich und Welt – und können in Flow-Momenten möglicherweise sogar Einheit erfahren. Wie bei den anderen Sinndimensionen gilt auch hier: Der leibliche Sinn ist ein Teil der Antwort – aber kann nicht die Ganze sein.“ 

    Das ist mir jetzt im Leben schon wichtig und wird mir im Alter wahrscheinlich noch wichtiger werden, ein leiblicher Sinn… Mich spüren, in der Natur sein, mich mit ihr in Verbindung setzen…Das war für mich schon immer wichtig, meinen Körper und mich zu spüren. 

    Meine Frau z.B. tanzt sehr gerne und spürt sich damit in Verbindung mit sich und der Musik 

    „Wir sind und bleiben sprachliche Wesen. Darin könnte man auf den ersten Blick ein Problem sehen, weil Sprache ein rein leibliches Dasein verhindert. Aber das wäre zu kurz gedacht, die Frage ist vielmehr: Wie können wir unsere Sprachlichkeit konstruktiv nutzen, anstatt sie wie eine Trennscheibe zwischen uns und die Welt zu legen? Können wir den Dingen mit unserem Verstand einen Sinn abgewinnen, Zusammenhänge erkennen, uns mit ihnen vertraut machen? Dies sind Fragen nach einem narrativen Sinn. Indem wir die Welt um uns herum deuten, können wir uns darin sowohl praktisch orientieren als auch emotional zu Hause fühlen – verbunden und zugehörig. Ein solcher Sinn umfasst Weltdeutungen genauso wie Selbstdeutungen. In beiden Facetten trägt ein dialogisches Prinzip zum Gelingen bei."

    "Wenn wir die Welt nicht allein deuten, sondern uns anderen Perspektiven dialogisch öffnen, wird unser narrativer Sinn vollständiger und tragfähiger. Wenn wir die Welt nicht permanent zu kontrollieren versuchen, sie nicht allein durch den rationalen, positivistischen Blick auf Distanz bringen, sondern sie auch poetisch betrachten, entdecken wir einen Zauber und empfinden Verbundenheit. Und wenn wir die Geschichten unseres Ichs – unsere narrativen Identitäten – gemeinsam und dialogisch entwickeln, dann entstehen Bande, in denen wir uns als eigenständiges Subjekt erfahren und dennoch nicht isoliert existieren.“ 

    Vergänglichkeit 

    „Ob im Gilgamesch-Epos, der Thora, bei Shakespeare oder Tolstoi – in unzähligen Variationen wurde die dunkle Botschaft formuliert: Unser Leben ist kaum mehr als ein flüchtiger Wimpernschlag, letztlich läuft alles auf nichts hinaus. Dieser Schmerz scheint so alt zu sein wie die Menschheit selbst. Und klar, fraglos ist unsere Sterblichkeit eine sehr traurige Sache. Aber warum sollte deshalb gleich alles sinnlos sein?“ 

    Die Endlichkeit kommt im Alter im näher und die Einladung zur Auseinandersetzung nimmt zwangsläufig mit jeder neuen Einschränkung, vielleicht auch mit jeder neuen Zipperlein oder gar Krankheit zu. Bezug zum Podcast von Anselm Grün … Annehmen und Loslassen …. 

    Fazit: 

    „Sinn liegt nicht jenseits des Menschen, sondern entsteht zwischen Menschen, die sich auf Augenhöhe begegnen. Sinn liegt nicht jenseits der sichtbaren Welt, sondern mitten in unserer alltäglichen Lebenserfahrung. Insofern ist es auch eine gemeinschaftliche, gesellschaftliche Aufgabe, ein sinnerfülltes Leben für alle zu ermöglichen. Sinn und Selbstverwirklichung sind keine rein privaten Angelegenheiten. Äußere Umstände können es uns erleichtern oder erschweren, Haltungen einzuüben, die Sinn im Leben geben.“ 

     „Die Sehnsucht nach Sinn ist vor allem eine Sehnsucht, in der Beziehung zu anderen Menschen aufgehoben zu sein, etwas zu bewirken, gehört zu werden, geliebt zu werden, zugehörig zu sein, etwas zu bedeuten. Als soziale und kooperative Spezies sind uns diese Wünsche zeit- und kulturübergreifend angeboren. Kein Wunder, immerhin gelangen wir nur durch andere überhaupt ins Sein, bekommen am Anfang unseres Lebens Nahrung, erlernen die Sprache, in der wir unsere Welt deuten wie auch uns selbst. Gemeinsam können wir daran mitwirken, Sinn zu ermöglichen. Denn falls es keine Götter gibt, die über uns wachen, sollten wir uns gegenseitig umso stärker unterstützen.“ 

    Anmerkung: Alle Texte in "Anführungszeichen" sind Zitate aus dem Buch von Christian Uhle.



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    Die Musik im Intro und Outro ist von Stefan Kissel und wurde von Nico Lange gesprochen.

    1 hr 35 min
  • #33 Länger leben ohne Anti Aging
    Herzlich willkommen, Susanne Wurm. 

    Sie sind Professorin an der Universität Greifswald und dort Leiterin der Abteilung Präventionsforschung und Sozialmedizin am Institut für Community Medicine. Seit vielen Jahren beschäftigen Sie sich mit der Alternsforschung und im Speziellen mit Altersbildern. Ich bin auf Sie aufmerksam geworden, als Sie jüngst in einer Studie gezeigt haben, dass Menschen, die ein positives Altersbild haben, also konkret: die mit dem Älterwerden persönliche Ziele und Pläne verbinden, ein weit längeres Leben erwarten können. 

    Jetzt freue ich mich, dass wir beide über dieses spannende Thema sprechen können. 

    Schwerpunkte im Einzelnen:
    • Frau Wurm, wie sind Sie auf die Alternsforschung gekommen und was fasziniert Sie daran? 
    • Wenn Sie bitte unseren Hörer:innen einmal das Forschungsdesign Ihrer Studie skizzieren. 
    • Und was sind Ihrer zentralen Ergebnisse? Welche Aspekte sind für Sie eher neu und was hat sich vielleicht auch durch andere Studien bestätigt. 
    • Wenn wir davon ausgehen, dass positive Altersbild, mit dem Älterwerden zu verbinden, eine Rolle spielt, was raten Sie Menschen für ihren konkreten Alltag, vielleicht auch vor dem Hintergrund Ihres psychologischen Hintergrundes? (Bildung, Lebensfreude, Optimismus)
    • Was unsere Hörer:innen sicher auch interessiert: Durch welche Faktoren wird unsere Sicht auf das Alter und der damit verbundene Gesundheitsaspekt beeinflusst? 
    • Und dann habe ich gelesen, dass Sie aktuell federführend noch eine andere Studie begleiten. Dort geht es um die Einstellung und das Bild von jungen Menschen zwischen 18 und 39 Jahren zum Älterwerden und zu „alten“ Menschen. Bestätigt sich in Ihren bisherigen Daten, dass es immer noch eher eine Kultur des Anti Aging gibt und das Bild auf „die Alten“ eher schwierig ist? 
    • Welche Schlüsse ziehen Sie für sich selbst aus Ihren Forschungsergebnissen, wenn es um Ihr eigenes Älterwerden geht. 
    • Was würden Sie vor dem Hintergrund Ihrer Arbeitsschwerpunkte sagen, sind die gesellschaftlichen Herausforderungen rund um das Älterwerden, und was ist Ihre Vision einer Gesellschaft mit einer Kultur des Pro Agings? 
    Homepage:  https://www2.medizin.uni-greifswald.de/prevention/ueber-uns/team/prof-dr-susanne-wurm/

    Hier die Presseerklärung zu "Länger leben im Alter ohne Anti Aging" von der Universität Greifswald

    Hier habe ich mit Hans Werner Wahl, einem anderen bekannten deutschen Alternsforscher über die "Neue Psychologie des Alterns" gesprochen. 


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    51 min

About Gelassen älter werden mit Bestseller Autor Bertram Kasper und Catharina Maria Klein

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Willkommen beim Podcast "Gelassen älter werden" – ein einfühlsames Hörmagazin von und für Best Ager, Silver Ager, Babyboomer oder schlicht Rentner, von und mit dem SPIEGEL-Bestseller-Autor Bertram Kasper und Catharina Maria Klein. Dieser Podcast ist eine inspirierende Informationsquelle rund um das Altern, abgestimmt auf Themen, die Menschen in der dritten Lebensphase bewegen und bereichern.  Mit spannenden Gästen wie Tamara Dietl, Anselm Grün und Gerald Hüther sprechen wir über die Herausforderungen und Freuden des Älterwerdens. Wir erkunden Lebensqualität im Alter, liebevolle Beziehungen, gesundes Altern oder Sexualität im Alter. Ihr erfahrt darüber hinaus, wie Ihr die Endlichkeit annehmen, Krisen bewältigen und Euren Ruhestand genießen können.  Doch wir besprechen nicht nur die leise Seite des Alters: Ob es nun der Marathon mit 66 Jahren, die ehrenamtliche Tätigkeit bei einer Tafel oder die Weltreise mit 70 Jahren ist – dieses Hörmagazin feiert die aktive Seite des Seniorenlebens! Dieser Sozialwissenschaften Podcast lehrt Gelassenheit, innere Zufriedenheit und bietet Euch zahlreiche Hinweise, um körperliche und geistige Gesundheit im Alter zu fördern.  Es geht darum, eine Pro Aging Kultur zu etablieren und zu zeigen, dass jede Lebensphase ihre einzigartige Schönheit und Weisheit hat. "Gelassen älter werden" – weil die zweite Lebenshälfte zu den besten Zeiten gehören sollte!

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