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Wie geht es Ihnen, wenn Sie diese Texte aus dem 5. Buch Mose hören? Oder sich beim Bibellesen schonmal durchgekämpft haben? Da kommen einem doch Fragen. Vielleicht solche wie: Warum müssen solche Dinge detailliert aufgeschrieben werden? Was hat uns das heute noch zu sagen? Oder auch: Was bringt mir das heute für meinen Glauben? Die Versuchung ist da, schnell darüber hinwegzulesen. Bei genauerem Hinsehen lässt sich aber entdecken, dass mehr in diesen Texten steckt. Manchmal gibt es doch einige verborgene Schätze zu heben.
Dafür ist es hilfreich, wenn man einige Auslegungs- und Anwendungsregeln im Hinterkopf hat.
Ja, diese Texte stammen aus einer anderen Zeit und einem anderen kulturellen Hintergrund. Sie beziehen sich auf eine Lebenswelt, die an vielen Stellen nicht unserer eigenen entspricht.
Sie sind auch nicht zuerst für christlich geprägte Menschen in Deutschland im Jahr 2026 geschrieben. Deshalb geht es auch nicht automatisch darum, dies alles eins zu eins zu befolgen.
Doch alles das bedeutet nicht, dass die Texte für uns überhaupt keine Bedeutung haben. Ebenso wie sie etwas über die damalige Zeit sagen, sagen sie vor allem etwas über Gott. Denn er ist es, der hier zum Volk Israel spricht. Mit diesem Volk hatte Gott etwas vor. An diesem Volk wollte er beispielhaft zeigen, wie es aussehen kann nach seinen Maßstäben zu leben. In dieser Welt einen Unterschied zu machen.
An der Stelle machen die ganz unterschiedlichen Bestimmungen aus dem heutigen Abschnitt uns deutlich, wie sehr der Glaube an Gott jeden Bereich des Lebens prägen sollte und auch heute prägen soll. Und wie sehr Gott auch die Menschen im Blick hat, die sonst gerne übersehen werden. Auf den ersten Blick sehen die Verse heute relativ zusammenhangslos aus. Verschiedene Themen kommen aber immer wieder vor: Da geht es zum einen um den Blick für die Schwachen und Armen. Wer in Not geraten ist, soll nicht noch ausgenutzt werden. Zum Beispiel durch die Pfändung des Mühlsteins oder des Mantels.
Neben diesen Themen wird in den Versen auch etwas von Gottes Heiligkeit deutlich. Böses (hier bezogen auf Menschenraub) kann nicht einfach geduldet werden. Menschenleben sind kostbar. Gott geht an dieser Stelle über Verbrechen nicht einfach hinweg. Und Gottes Heiligkeit und Reinheit durchdringt auch die alltäglichen Bereiche des Lebens, so beim Umgang mit ansteckenden Krankheiten. So kommt letztlich beides zusammen: Gott ist ein heiliger Gott, er ist ein gerechter Gott. Und gleichzeitig ruft er sein Volk zur Barmherzigkeit gegenüber anderen auf. Eine Barmherzigkeit, die er selbst auch immer wieder lebt.
An dieser Stelle fordert der Text auch Menschen unserer Tage auf, einen Unterschied zu machen. Wir sind nicht Teil des alttestamentlichen Gottesvolks. Deshalb geht es nicht darum, diese Dinge 1:1 zu befolgen. Aber im Neuen Testament bekommt auch die christliche Gemeinde den Auftrag, in dieser Welt etwas von Gottes Barmherzigkeit sichtbar zu machen. Die Rahmenbedingungen und Gegebenheiten mögen anders sein. Aber die Aufgabe bleibt die gleiche. Durch Gottes Volk soll etwas sichtbar gemacht werden.
Natürlich werden manche Aufgaben heute vom Staat übernommen. Und trotzdem sind wir aufgefordert, heilig und barmherzig zu leben. Prinzipien bleiben bestehen. Das kann natürlich sehr moralisch klingen: „Sei barmherzig, lebe so, dass es einen Unterschied macht. Achte Gottes Maßstäbe für dein Leben." Selbst mit der besten Absicht wird das nicht immer und nicht durchgehend gelingen. Vielleicht kennen Sie bei sich dann auch zwei Arten von Reaktionen darauf. Entweder Sie versuchen es mit aller Kraft und sind dann doch wieder frustriert, weil der Eindruck entsteht, dass sie nie alles getan und gegeben haben. Oder Sie fangen erst gar nicht an, etwas davon zu leben.
Diese Dinge stehen ja ohnehin im vorderen Teil der Bibel, und deshalb stehen Christen in der Gefahr, ihnen größere Bedeutung abzusprechen. Beide Reaktionen werden aber Gottes Absicht nicht gerecht. Denn gerade die gelebte und geschenkte Beziehung zu Gott hilft dabei, diesen Unterschied zu leben. Es hängt mit der Erfahrung von Gottes Barmherzigkeit zusammen.
Mitten im Text steht scheinbar etwas zusammenhanglos die Aufforderung, dass der Sohn nicht für die Schuld des Vaters zur Rechenschaft gezogen werden soll. Es geht um die damalige Rechtsprechung. Aber das erinnert daran, dass bei Gott Schuld zwar nicht einfach unter den Tisch fällt. Aber er ist bereit zu vergeben. Es gibt die Möglichkeit, frei von Schuld zu werden. Ein Zeichen seiner Barmherzigkeit.
Auch dieses Prinzip gilt bei Gott bis heute. Bei Gott selbst hat zwar nicht der Sohn die Schuld des Vaters getragen, aber Gottes Sohn trägt die Sünde der Welt. Deshalb können wir vor Gott bestehen. Deshalb können wir Gottes Gnade erleben. Sie muss nicht verdient werden. Aber sie verändert. Sie ändert den Blick und sie sorgt für ein barmherziges Herz bei denen, die selbst Barmherzigkeit erfahren haben. Kommen wir nochmal zurück zum Anfang: Auf den ersten Blick sehen die Verse von heute aus wie eine Ansammlung von Regeln. Aber wenn Sie den Gott kennenlernen, der dahintersteht, dann wird das auch Ihr Herz verändern. Dann bekommen diese Dinge Relevanz. Und dann kann auch das Leben heute einen Unterschied machen und etwas von Gott in dieser Welt sichtbar machen.
Autor: Martin Grebe
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By ERF - Der Sinnsender5
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Wie geht es Ihnen, wenn Sie diese Texte aus dem 5. Buch Mose hören? Oder sich beim Bibellesen schonmal durchgekämpft haben? Da kommen einem doch Fragen. Vielleicht solche wie: Warum müssen solche Dinge detailliert aufgeschrieben werden? Was hat uns das heute noch zu sagen? Oder auch: Was bringt mir das heute für meinen Glauben? Die Versuchung ist da, schnell darüber hinwegzulesen. Bei genauerem Hinsehen lässt sich aber entdecken, dass mehr in diesen Texten steckt. Manchmal gibt es doch einige verborgene Schätze zu heben.
Dafür ist es hilfreich, wenn man einige Auslegungs- und Anwendungsregeln im Hinterkopf hat.
Ja, diese Texte stammen aus einer anderen Zeit und einem anderen kulturellen Hintergrund. Sie beziehen sich auf eine Lebenswelt, die an vielen Stellen nicht unserer eigenen entspricht.
Sie sind auch nicht zuerst für christlich geprägte Menschen in Deutschland im Jahr 2026 geschrieben. Deshalb geht es auch nicht automatisch darum, dies alles eins zu eins zu befolgen.
Doch alles das bedeutet nicht, dass die Texte für uns überhaupt keine Bedeutung haben. Ebenso wie sie etwas über die damalige Zeit sagen, sagen sie vor allem etwas über Gott. Denn er ist es, der hier zum Volk Israel spricht. Mit diesem Volk hatte Gott etwas vor. An diesem Volk wollte er beispielhaft zeigen, wie es aussehen kann nach seinen Maßstäben zu leben. In dieser Welt einen Unterschied zu machen.
An der Stelle machen die ganz unterschiedlichen Bestimmungen aus dem heutigen Abschnitt uns deutlich, wie sehr der Glaube an Gott jeden Bereich des Lebens prägen sollte und auch heute prägen soll. Und wie sehr Gott auch die Menschen im Blick hat, die sonst gerne übersehen werden. Auf den ersten Blick sehen die Verse heute relativ zusammenhangslos aus. Verschiedene Themen kommen aber immer wieder vor: Da geht es zum einen um den Blick für die Schwachen und Armen. Wer in Not geraten ist, soll nicht noch ausgenutzt werden. Zum Beispiel durch die Pfändung des Mühlsteins oder des Mantels.
Neben diesen Themen wird in den Versen auch etwas von Gottes Heiligkeit deutlich. Böses (hier bezogen auf Menschenraub) kann nicht einfach geduldet werden. Menschenleben sind kostbar. Gott geht an dieser Stelle über Verbrechen nicht einfach hinweg. Und Gottes Heiligkeit und Reinheit durchdringt auch die alltäglichen Bereiche des Lebens, so beim Umgang mit ansteckenden Krankheiten. So kommt letztlich beides zusammen: Gott ist ein heiliger Gott, er ist ein gerechter Gott. Und gleichzeitig ruft er sein Volk zur Barmherzigkeit gegenüber anderen auf. Eine Barmherzigkeit, die er selbst auch immer wieder lebt.
An dieser Stelle fordert der Text auch Menschen unserer Tage auf, einen Unterschied zu machen. Wir sind nicht Teil des alttestamentlichen Gottesvolks. Deshalb geht es nicht darum, diese Dinge 1:1 zu befolgen. Aber im Neuen Testament bekommt auch die christliche Gemeinde den Auftrag, in dieser Welt etwas von Gottes Barmherzigkeit sichtbar zu machen. Die Rahmenbedingungen und Gegebenheiten mögen anders sein. Aber die Aufgabe bleibt die gleiche. Durch Gottes Volk soll etwas sichtbar gemacht werden.
Natürlich werden manche Aufgaben heute vom Staat übernommen. Und trotzdem sind wir aufgefordert, heilig und barmherzig zu leben. Prinzipien bleiben bestehen. Das kann natürlich sehr moralisch klingen: „Sei barmherzig, lebe so, dass es einen Unterschied macht. Achte Gottes Maßstäbe für dein Leben." Selbst mit der besten Absicht wird das nicht immer und nicht durchgehend gelingen. Vielleicht kennen Sie bei sich dann auch zwei Arten von Reaktionen darauf. Entweder Sie versuchen es mit aller Kraft und sind dann doch wieder frustriert, weil der Eindruck entsteht, dass sie nie alles getan und gegeben haben. Oder Sie fangen erst gar nicht an, etwas davon zu leben.
Diese Dinge stehen ja ohnehin im vorderen Teil der Bibel, und deshalb stehen Christen in der Gefahr, ihnen größere Bedeutung abzusprechen. Beide Reaktionen werden aber Gottes Absicht nicht gerecht. Denn gerade die gelebte und geschenkte Beziehung zu Gott hilft dabei, diesen Unterschied zu leben. Es hängt mit der Erfahrung von Gottes Barmherzigkeit zusammen.
Mitten im Text steht scheinbar etwas zusammenhanglos die Aufforderung, dass der Sohn nicht für die Schuld des Vaters zur Rechenschaft gezogen werden soll. Es geht um die damalige Rechtsprechung. Aber das erinnert daran, dass bei Gott Schuld zwar nicht einfach unter den Tisch fällt. Aber er ist bereit zu vergeben. Es gibt die Möglichkeit, frei von Schuld zu werden. Ein Zeichen seiner Barmherzigkeit.
Auch dieses Prinzip gilt bei Gott bis heute. Bei Gott selbst hat zwar nicht der Sohn die Schuld des Vaters getragen, aber Gottes Sohn trägt die Sünde der Welt. Deshalb können wir vor Gott bestehen. Deshalb können wir Gottes Gnade erleben. Sie muss nicht verdient werden. Aber sie verändert. Sie ändert den Blick und sie sorgt für ein barmherziges Herz bei denen, die selbst Barmherzigkeit erfahren haben. Kommen wir nochmal zurück zum Anfang: Auf den ersten Blick sehen die Verse von heute aus wie eine Ansammlung von Regeln. Aber wenn Sie den Gott kennenlernen, der dahintersteht, dann wird das auch Ihr Herz verändern. Dann bekommen diese Dinge Relevanz. Und dann kann auch das Leben heute einen Unterschied machen und etwas von Gott in dieser Welt sichtbar machen.
Autor: Martin Grebe
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