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Mose spricht zu den Menschen kurz bevor sie das Land betreten. Er sagt ihnen: Vergesst nicht, was Gott euch gesagt hat. Nehmt es mit in euren Alltag, ins Herz, in eure Entscheidung. Er erinnert sie daran, dass Gottes Weg ein Weg zum Leben ist. Und er macht klar: Ihr habt eine Wahl. Der Segen liegt dort, wo ihr Gott vertraut und auf seinen guten Wegen geht – der Fluch dort, wo ihr euch von ihm abwendet. Es ist wie eine Kreuzung: Gott zeigt den Weg, aber gehen müssen sie selbst. Und so ist es bei uns heute auch. Wir müssen immer wieder die Spannung aushalten zwischen Fluch und Segen, und das angesichts der Spannung, in der wir unser Leben gestalten – zwischen Fluch und Segen.
Sie und ich leben in einer Zeit, in der sich vieles schnell verändert. Wir haben unzählige Möglichkeiten, tausend Stimmen reden in unser Leben hinein. Und manchmal weiß ich gar nicht mehr genau, welcher Weg eigentlich der richtige ist. Gerade dann wächst die Sehnsucht nach Orientierung, nach etwas, das trägt, nach einer Richtung, die mich nicht enttäuscht. Der Bibeltext aus dem 5. Buch Mose, Kapitel 11 schenkt mir dafür wunderbare Bilder – einfache, klare und sehr menschliche Bilder. Sie zeigen mir, wie Gottes Wort nicht einfach ein Text bleibt, sondern zu einem Kompass für Ihr und mein Leben werden kann.
Der Abschnitt beginnt mit einem Satz, der mich sofort ins Zentrum führt: „Nehmt diese meine Worte zu Herzen". Das Herz ist im Alten Testament nicht nur ein Ort der Gefühle, sondern die Mitte des Menschen – der Ort, an dem entschieden wird, was mir wichtig ist, was mich prägt, was ich glaube. Gottes Wort „zu Herzen nehmen", heißt darum nicht, etwas auswendig zu lernen oder brav zu nicken, es heißt: Lass dich innerlich ausrichten, lass Gottes Gedanken deine Gedanken werden. Und lass seine Wahrheit dein Fundament sein.
Heute würden wir vielleicht sagen, Gottes Wort soll nicht nur auf unserer Festplatte gespeichert werden, sondern im Betriebssystem unseres Lebens laufen. Es soll nicht nur Wissen sein, sondern Weisheit, nicht nur Information, sondern Inspiration. Die Frage ist: Welche Worte trage ich in meinem Herzen? Worte der Angst? Worte der Selbstzweifel? Worte der Überforderung? Oder Worte Gottes – Worte der Liebe, der Hoffnung, der Ermutigung? Denn was das Herz ausfüllt, das bestimmt meinen Weg.
Aber der Text bleibt nicht im Inneren stehen. Der Glaube bleibt nicht nur im Herzen verborgen. Darum sagt Gott: „Bindet meine Worte zum Zeichen an eure Hand". Die Hand steht für mein Tun, für Entscheidungen, für Verantwortung. Was ich tue, soll geprägt sein von Gottes Weisung. Es geht nicht darum, dass ich religiöse Zeichen an mir trage – auch wenn manche Juden bis heute die Gebetsriemen, die Tefillin, benutzen. Das Bild meint vielmehr: Lass dein Handeln ein Echo deines Glaubens sein.
Vielleicht ist es wie ein Armband oder ein kleines Band am Handgelenk – kein magischer Gegenstand, sondern eine Erinnerung: Meine Hand soll segnen und nicht verletzen. Sie soll helfen und nicht zerstören. Sie soll Friedensgesten schenken, nicht Fäuste ballen. Was ich tue, darf ein sichtbares Zeichen dafür sein, wem ich vertraue. Manchmal ist eine ausgestreckte Hand schon ein evangelistisches Wort. Denn der Glaube zeigt sich nicht zuerst im Reden, sondern immer auch im Tun.
Weiter aber heißt es: „Macht sie zum Markenzeichen zwischen euren Augen". Die Stirn – die Mitte zwischen den Augen – steht für Identität und Blickrichtung. Dieses Bild fragt mich: Wie schaue ich auf die Welt? Wie beurteile ich Menschen? Welche Brille trage ich im Alltag? Wenn Gottes Wort zwischen meinen Augen ist, dann sehe ich Menschen nicht zuerst nach ihrem Nutzen, sondern als Geschöpfe Gottes. Dann sehe ich mich nicht selbst als Fehler, sondern als Geliebten. Dann sehe ich Möglichkeiten, wo andere nur Probleme sehen.
Mein Blick kann hart werden, misstrauisch, müde. Gottes Wort weicht die harte Kruste um meinen Blick wieder auf. Er schenkt mir den Blick Jesu – einen Blick, der aufrichtet, der Hoffnung sieht, der nicht festlegt, sondern öffnet. Wie ich sehe, entscheidet oft darüber, wie ich lebe. Darum will Gottes Wort meine Augen prägen.
Doch damit endet der Text noch nicht. Er weitet den Horizont auf die nächste Generation: „Lehrt sie eure Kinder!" Glauben weiterzugeben ist keine Aufgabe nur für Eltern, sondern für die ganze Gemeinde. Es geht dabei nicht um theologische Vorträge, sondern um gelebten Alltag. Im Text heißt es: „Wenn du im Haus sitzt, unterwegs bist, dich niederlegst und aufstehst." Mit anderen Worten: Zwischen Frühstück und Gute-Nacht-Geschichte. Zwischen Schulweg und Einkauf. Zwischen Arbeit und Abendsegen. Kinder lernen den Glauben nicht, weil man ihnen sagt, was richtig ist. Sondern weil sie erleben, dass Vertrauen trägt. Sie brauchen kein perfektes Glaubensvorbild, sondern ein glaubwürdiges. Ein kurzes Gebet am Abend, ein Danke für das Gute, ein versöhnendes Wort nach dem Streit, eine Haltung, die Hoffnung atmet – das sind die Momente, in denen Glauben weitergegeben wird.
Der Text endet mit einer Entscheidung: Segen oder Fluch? Weg oder Irrweg? Das klingt hart, aber es ist keine Drohung. Es ist eine Einladung. Der Segen ist der Weg in Gottes Nähe, der Weg der Orientierung, der Weg, der trägt. Der sogenannte Fluch ist nicht ein Strafurteil, sondern der Weg ohne Kompass. Der Weg, der in die Orientierungslosigkeit führt. Jeden Tag stehe ich auf einem kleinen Berg der Entscheidungen, jeden Tag wähle ich neu, welchem Kompass ich folge: Den Stimmen der Angst, des Drucks, der Eile – oder der Stimme Gottes.
Gott zwingt niemanden, er lädt ein, er ruft, er wirbt und er verspricht: Wer meinen Worten vertraut, der findet Leben.
Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wenn wir diesen Bibeltext in unseren Alltag hineinholen, dann finden wir vier einfache, aber starke Bilder: Ein Herz, das Gottes Wort trägt, Hände, die es leben, Augen, die Hoffnung sehen. Und eine Generation, die davon weitergetragen wird. Gottes Wort ist kein Gesetzbuch, das wir mühsam mit uns herumschleppen müssen. Es ist ein Kompass, der uns richtet, trägt und führt. Möge dieser Kompass unser Herz erfüllen, unsere Hände leiten, unseren Blick klären und unseren Kindern Licht sein auf ihrem Weg.
Autor: Hartmut Hühnerbein
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By ERF - Der Sinnsender5
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Mose spricht zu den Menschen kurz bevor sie das Land betreten. Er sagt ihnen: Vergesst nicht, was Gott euch gesagt hat. Nehmt es mit in euren Alltag, ins Herz, in eure Entscheidung. Er erinnert sie daran, dass Gottes Weg ein Weg zum Leben ist. Und er macht klar: Ihr habt eine Wahl. Der Segen liegt dort, wo ihr Gott vertraut und auf seinen guten Wegen geht – der Fluch dort, wo ihr euch von ihm abwendet. Es ist wie eine Kreuzung: Gott zeigt den Weg, aber gehen müssen sie selbst. Und so ist es bei uns heute auch. Wir müssen immer wieder die Spannung aushalten zwischen Fluch und Segen, und das angesichts der Spannung, in der wir unser Leben gestalten – zwischen Fluch und Segen.
Sie und ich leben in einer Zeit, in der sich vieles schnell verändert. Wir haben unzählige Möglichkeiten, tausend Stimmen reden in unser Leben hinein. Und manchmal weiß ich gar nicht mehr genau, welcher Weg eigentlich der richtige ist. Gerade dann wächst die Sehnsucht nach Orientierung, nach etwas, das trägt, nach einer Richtung, die mich nicht enttäuscht. Der Bibeltext aus dem 5. Buch Mose, Kapitel 11 schenkt mir dafür wunderbare Bilder – einfache, klare und sehr menschliche Bilder. Sie zeigen mir, wie Gottes Wort nicht einfach ein Text bleibt, sondern zu einem Kompass für Ihr und mein Leben werden kann.
Der Abschnitt beginnt mit einem Satz, der mich sofort ins Zentrum führt: „Nehmt diese meine Worte zu Herzen". Das Herz ist im Alten Testament nicht nur ein Ort der Gefühle, sondern die Mitte des Menschen – der Ort, an dem entschieden wird, was mir wichtig ist, was mich prägt, was ich glaube. Gottes Wort „zu Herzen nehmen", heißt darum nicht, etwas auswendig zu lernen oder brav zu nicken, es heißt: Lass dich innerlich ausrichten, lass Gottes Gedanken deine Gedanken werden. Und lass seine Wahrheit dein Fundament sein.
Heute würden wir vielleicht sagen, Gottes Wort soll nicht nur auf unserer Festplatte gespeichert werden, sondern im Betriebssystem unseres Lebens laufen. Es soll nicht nur Wissen sein, sondern Weisheit, nicht nur Information, sondern Inspiration. Die Frage ist: Welche Worte trage ich in meinem Herzen? Worte der Angst? Worte der Selbstzweifel? Worte der Überforderung? Oder Worte Gottes – Worte der Liebe, der Hoffnung, der Ermutigung? Denn was das Herz ausfüllt, das bestimmt meinen Weg.
Aber der Text bleibt nicht im Inneren stehen. Der Glaube bleibt nicht nur im Herzen verborgen. Darum sagt Gott: „Bindet meine Worte zum Zeichen an eure Hand". Die Hand steht für mein Tun, für Entscheidungen, für Verantwortung. Was ich tue, soll geprägt sein von Gottes Weisung. Es geht nicht darum, dass ich religiöse Zeichen an mir trage – auch wenn manche Juden bis heute die Gebetsriemen, die Tefillin, benutzen. Das Bild meint vielmehr: Lass dein Handeln ein Echo deines Glaubens sein.
Vielleicht ist es wie ein Armband oder ein kleines Band am Handgelenk – kein magischer Gegenstand, sondern eine Erinnerung: Meine Hand soll segnen und nicht verletzen. Sie soll helfen und nicht zerstören. Sie soll Friedensgesten schenken, nicht Fäuste ballen. Was ich tue, darf ein sichtbares Zeichen dafür sein, wem ich vertraue. Manchmal ist eine ausgestreckte Hand schon ein evangelistisches Wort. Denn der Glaube zeigt sich nicht zuerst im Reden, sondern immer auch im Tun.
Weiter aber heißt es: „Macht sie zum Markenzeichen zwischen euren Augen". Die Stirn – die Mitte zwischen den Augen – steht für Identität und Blickrichtung. Dieses Bild fragt mich: Wie schaue ich auf die Welt? Wie beurteile ich Menschen? Welche Brille trage ich im Alltag? Wenn Gottes Wort zwischen meinen Augen ist, dann sehe ich Menschen nicht zuerst nach ihrem Nutzen, sondern als Geschöpfe Gottes. Dann sehe ich mich nicht selbst als Fehler, sondern als Geliebten. Dann sehe ich Möglichkeiten, wo andere nur Probleme sehen.
Mein Blick kann hart werden, misstrauisch, müde. Gottes Wort weicht die harte Kruste um meinen Blick wieder auf. Er schenkt mir den Blick Jesu – einen Blick, der aufrichtet, der Hoffnung sieht, der nicht festlegt, sondern öffnet. Wie ich sehe, entscheidet oft darüber, wie ich lebe. Darum will Gottes Wort meine Augen prägen.
Doch damit endet der Text noch nicht. Er weitet den Horizont auf die nächste Generation: „Lehrt sie eure Kinder!" Glauben weiterzugeben ist keine Aufgabe nur für Eltern, sondern für die ganze Gemeinde. Es geht dabei nicht um theologische Vorträge, sondern um gelebten Alltag. Im Text heißt es: „Wenn du im Haus sitzt, unterwegs bist, dich niederlegst und aufstehst." Mit anderen Worten: Zwischen Frühstück und Gute-Nacht-Geschichte. Zwischen Schulweg und Einkauf. Zwischen Arbeit und Abendsegen. Kinder lernen den Glauben nicht, weil man ihnen sagt, was richtig ist. Sondern weil sie erleben, dass Vertrauen trägt. Sie brauchen kein perfektes Glaubensvorbild, sondern ein glaubwürdiges. Ein kurzes Gebet am Abend, ein Danke für das Gute, ein versöhnendes Wort nach dem Streit, eine Haltung, die Hoffnung atmet – das sind die Momente, in denen Glauben weitergegeben wird.
Der Text endet mit einer Entscheidung: Segen oder Fluch? Weg oder Irrweg? Das klingt hart, aber es ist keine Drohung. Es ist eine Einladung. Der Segen ist der Weg in Gottes Nähe, der Weg der Orientierung, der Weg, der trägt. Der sogenannte Fluch ist nicht ein Strafurteil, sondern der Weg ohne Kompass. Der Weg, der in die Orientierungslosigkeit führt. Jeden Tag stehe ich auf einem kleinen Berg der Entscheidungen, jeden Tag wähle ich neu, welchem Kompass ich folge: Den Stimmen der Angst, des Drucks, der Eile – oder der Stimme Gottes.
Gott zwingt niemanden, er lädt ein, er ruft, er wirbt und er verspricht: Wer meinen Worten vertraut, der findet Leben.
Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wenn wir diesen Bibeltext in unseren Alltag hineinholen, dann finden wir vier einfache, aber starke Bilder: Ein Herz, das Gottes Wort trägt, Hände, die es leben, Augen, die Hoffnung sehen. Und eine Generation, die davon weitergetragen wird. Gottes Wort ist kein Gesetzbuch, das wir mühsam mit uns herumschleppen müssen. Es ist ein Kompass, der uns richtet, trägt und führt. Möge dieser Kompass unser Herz erfüllen, unsere Hände leiten, unseren Blick klären und unseren Kindern Licht sein auf ihrem Weg.
Autor: Hartmut Hühnerbein
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