
Sign up to save your podcasts
Or


Dass in deutschen Medien regelmäßig über Iran berichtet wird, ist nicht selbstverständlich. Nach dem Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini im vergangenen Herbst und den darauf folgenden Protesten mit vielen Toten war das mediale Interesse hierzulande für einige Zeit zwar groß. Mittlerweile sind die Nachrichten aber anderen Schlagzeilen gewichen – obwohl sich an der Situation der Menschen in Iran nichts geändert hat: Frauen, Minderheiten und Regimekritiker:innen werden unterdrückt, verhaftet, hingerichtet.
Freie Medien gibt es in Iran nicht, weil das Regime und seine Gemeindienste jede Form der kritischen Berichterstattung unterbinden. Holger Klein ruft diese Woche an bei Farhad Payar, dem Redaktionsleiter des „Iran Journal“, das für viele Menschen in Deutschland, die iranischen Wurzel haben und sich für das Land interessieren, eine wichtige Nachrichtenquelle. Gegründet 2009, als Blog, auf dem Inhalte aus Sozialen Medien gesammelt wurden, entwickelte sich das "Iran Journal" zu einem professionellen, journalistischen Online-Angebot, das in deutscher Sprache über politische und zivilgesellschaftliche Themen aus Iran und der iranischen Diaspora berichtet.
Wie kommen Payar und sein Team von Deutschland an ihre Informationen? Inwiefern hilft das "Iran Journal" anderen Medien bei ihrer Arbeit? Und wie schätzt er die aktuelle Lage ein? Darüber spricht Holger Klein diese Woche mit Farhad Payar im Podcast.
Links:
Axel Springer schasst die gesamte "Bild"-Chefredaktion. Es übernehmen: Marion Horn und Robert Schneider. Beide waren früher schon bei "Bild". Was hat der Wechsel zu bedeuten? Und wie geht es jetzt weiter? Holger ruft an: bei Medieninsider und "Bild"-Beobachter Marvin Schade.
Auch ihn hat überrascht, was am Donnerstag rauskam. Vor allem „die radikale Art“ und der Zeitpunkt des Rauswurfs. Losgegangen sei das Chaos, als im Dezember rauskam, dass Robert Schneider zu „Bild“ wechselt. Politisch sei nun ein „moderaterer Boulevard“ zu erwarten, moderater als unter Julian Reichelt. Aber auch „nicht harmlos“!
Marvin Schade ist Co-Gründer und Chefredakteur von "Medieninsider". Zuvor war er mehrere Jahre für den Branchendienst "Meedia" in Hamburg und Berlin tätig, arbeitete kurz beim "Focus" und zuletzt für Gabor Steingarts "Morning Briefing".
Im Podcast analysiert, welche Probleme es bei „Bild“ in den vergangenen Monaten gab. Und blickt mit unserem Podcast-Host Holger Klein nach vorn.
[sc name="unterstuetzer-box-unten" ][/sc]
Bildschnitt mache keinen neuen Menschen, sagte Heidi Klum in einem Statement vor dem Start der aktuellen Staffel „Germany’s Next Topmodel“ bei ProSieben. Es war ein Versuch, Vorwürfe zu entkräften, die Ex-Kandidatin Lijana Kaggwa im Mai 2022 in einem viel beachteten Video geäußert hatte.
Kaggwa unterstellte Klum und dem Sender unter anderem, die Kandidatinnen auf Zuckerentzug zu setzen, absichtlich Unfälle auf dem Laufsteg zu provozieren, Handlungen und Aussagen beim Dreh vorzuschreiben und diese im Schnitt manipulativ zusammenzusetzen. Lijana Kaggwa wurde für ihr Video vom Sender verklagt. Ein Gericht kassierte zwar einige wenige ihrer Aussagen. Doch auch eine zweite Instanz gab ihr in entscheidenden Punkten Recht.
Kaggwa, die nach ihrer Teilnahme bei GNTM massiv bedroht wurde und die Darstellung ihrer Person in der Sendung dafür verantwortlich macht, setzt sich nun gegen Cybermobbing ein. Der Würzburger Rechtsanwalt Chan-jo Jun berät sie und sagt: "Wenn der Preis für eine erfolgreiche Show darin besteht, dass man Menschen manipuliert, anders darstellt und Mobbing provoziert, dann braucht diese Show nicht im Fernsehen zu sein."
Chan-jo Jun ist diese Woche zu Gast im Übermedien-Podcast und erklärt, was das Gericht tatsächlich zu GNTM festgestellt hat, warum Heidi Klum in ihrem Statement widerlegt, was gar nicht behauptet wurde, und was Lijana Kaggwa mit ihrem neuen Video, das gerade online ging, bewirken könnte.
**Links:
Zwei neue Filter der Social-Media-Plattform Tiktok haben in den vergangenen Tagen viele Menschen fasziniert und alarmiert. Sie können in bisher nicht gekannter technischer Brillanz live die Gesichter der Menschen, die sich filmen, verändern. Der „Bold Glamour“-Filter „verschönert“ sie hin zu einem leicht exotischen Schönheitsideal mit vollen Lippen, kräftigen Augenbrauen, markanten Gesichtszügen und makelloser Haut. Der „Teenage-Look“-Filter lässt sie jünger aussehen.
Im Gespräch mit Holger Klein erklärt unsere Kolumnistin Samira El Ouassil, wie diese Filter wirken und was sie in Menschen auslösen können.
Leute, die sich dauernd mit Filter filmen, sagt sie, „sind irgendwann so durchdrungen von diesem Ideal von sich selbst, das sie auf ihren eigenen Fotos sehen, dass sie versuchen, das kosmetisch durch Eingriffe nachzustellen.“ Als „Snapchat Dysmorphia“ bezeichne man das Gefühl: „Mein Gesicht sieht gar nicht aus, wie ich aussehe.“ Betroffene erkennen dann das wirkliche Ich gar nicht mehr als solches.
Links:
Seit 2010 taucht der Begriff „Clan“ immer häufiger in Medien auf. Insbesondere „Arabische Clans“ bringen viele Menschen sofort in Verbindung mit organisierter Kriminalität. Aber warum ist das so? Holger Klein ruft diese Woche an bei Özgür Özvatan. Der Integrations- und Migrationsforscher hat mit seinem Team der Humboldt-Universität zu Berlin die Berichterstattung deutscher Medien von 2010 bis 2020 genau angeschaut und untersucht, ob und in welchen Zusammenhängen der „Clan“-Begriff überhaupt verwendet wird.
Ein Ergebnis: Wenn über „Arabische Clans“ berichtet wird, dann ausschließlich negativ und kriminalisierend – obwohl ein Großteil der Menschen, die Namen bestimmter Familien tragen, gar nicht kriminell ist und ein ganz normales Leben in Deutschland führt.
„Die Grundtheorie ist es, dass wir sagen, dass andere, die nicht hierher gehören, uns ein Problem bereitet haben.“ Und deshalb wähle man diese Bezeichnung, erklärt Özvatan. Machen Medien es sich zu leicht, wenn sie über organisierte Kriminalität berichten? Was hat ihn und seine Kolleg:innen bei ihrer Studie überrascht? Und was hat eigentlich Kim Kardashian mit dem Ganzen zu tun? Darüber sprechen Holger Klein und Özgür Özvatan diese Woche im Podcast.
Links:
Vor knapp drei Wochen haben wir über Vorwürfe berichtet, die ukrainische Journalistinnen und Journalisten dem Projekt „Katapult Ukraine“ und dem „Katapult“-Chef Benjamin Frederich machen. Danach ist Fredrich von seinen Posten als "Katapult"-Geschäftsführer und -Chefredakteur zurückgetreten; außerdem hat er einen zweiten "Transparenzbericht" veröffentlicht, der alles klären sollte.
Doch es bleiben Widersprüche.
Auf unsere Anfrage, zum Beispiel, antwortete Fredrich, es seien Spenden in Höhe von 310.000 Euro eingegangen – laut "Transparenzbericht" sind es nun plötzlich 442.147 Euro. Ein größerer Teil davon ist auch nicht an Journalisten in der Ukraine gegangen, obwohl "Katapult" das ursprünglich so versprochen hatte.
Im Übermedien-Podcast spricht Stefan Niggemeier über seine Recherche zu "Katapult Ukraine" und "Katapult"-Gründer Benjamin Fredrich, über falsche Versprechen und übertriebene Behauptungen, und darüber, was ihn wirklich ärgert: Dass Fredrich die ukrainischen Journalisten nun im Grunde "vor den Bus" werfe.
(Und, Spoiler, die Antwort auf die Frage, ob das ein „gefälschter Skandal“ war, wie Fredrich behauptet – sie lautet: Nein!)
Den Namen Richard Sharp kennen hierzulande wohl eher wenige. Er ist seit 2021 Vorsitzender der BBC und steht in Großbritannien aktuell im Zentrum eines mutmaßlichen Korruptionsskandals. Sharp soll Boris Johnson zu dessen Zeit als Premierminister zu einem Kredit verholfen zu haben. Kurz später machte Johnson seinen Parteifreund Sharp zum Chef der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt.
„Wenn man das vergleichen würde mit der ARD, ist das sowas wie Rundfunkratschef, Intendant und Verwaltungsratschef in einem“, erklärt Annette Dittert, ARD-Korrespondentin in London, von der Holger Klein diese Woche wissen will, was da bei der BBC los ist.
Sharp, ein bekennender Kritiker der BBC, ist es möglich, sich direkt ins Programm einzumischen. Die BBC sei eingeschüchtert, man spüre, dass die Journalisten, Reporter und Moderatoren sich nicht trauen, das Thema Brexit so kritisch anzugehen, wie sie es eigentlich müssten. Gerade in dieser Woche, in der der Brexit sich zum dritten Mal jährte, habe man das wahrnehmen können. Der politische Druck hat auch zur Folge, dass viele bekannte Gesichter die BBC verlassen, wie im vergangenen Jahr zum Beispiel Emily Maitlis.
Warum ist die BBC so schwach? Inwiefern ermöglicht das britische Mediensystem den politischen Druck auf Redaktionen? Und wo findet kritischer Journalismus in Großbritannien dann noch statt? Darüber sprechen Holger Klein und Annette Dittert diese Woche im Podcast.
Links:
In dieser Woche sorgte „Deutschland sucht den Superstar“ mal wieder für Negativschlagzeilen. Dieter Bohlen hatte die 22-jährige Kandidatin Jill Lange, die vorher schon in verschiedenen Reality-Formaten aufgetreten war, gefragt: „Hast du irgendwas Normales gemacht? Oder hast du nur Abi und dich durchnudeln lassen?“
Der Ausschnitt war nur in der Vorabausstrahlung im Streamingangebot RTLplus zu sehen. Nachdem Lange sich öffentlich über den Umgang mit ihr beschwert hatte und es viele negative Reaktionen gab, schnitt RTL die Szene aus der Ausstrahlung im Fernsehen heraus.
War diese Art, Kandidaten bloßzustellen, nicht eigentlich längst Geschichte, gerade auch bei RTL? Braucht es immer erst einen Shitstorm, bis der Sender merkt, wenn er Grenzen überschreitet? Oder ist das alles Kalkül?
Darüber spricht Holger Klein mit unserer Kolumnistin Samira El Ouassil. Sie sagt, dass diese Art Fernsehen „nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist“, das versucht, „das Hässlichste, Schlimmste und Schlechteste im Menschen sichtbar zu machen und vor anderen so vorzuführen, dass es niedergemacht werden kann.“ Inzwischen hätten Reality-TV-Formate ein „soziales Bewusstsein“ entwickelt, und das Publikum nutze sie nicht mehr, um auf die Kandidaten herabzuschauen, sondern um sie anzufeuern.
Was ist ein „Gottschalkismus“? Wie funktioniert das „fantastisch inzestuöse Erfolgsmodell“ des Reality-TV, das in einem Format schon die Gäste für die anderen Formate generiert? Wieso bestimmen inzwischen nicht mehr die Regeln des Fernsehens, sondern von Plattformen wie Tiktok, wer ein Star wird? Und gibt es wirklich gute Gründe, Trash-TV zu gucken?
Prinz Harry hat ein Buch geschrieben. „Und ich war verblüfft, wie sehr mich das interessiert“, sagt Stefan Niggemeier im Übermedien-Podcast. Denn Harrys Geschichte ist nicht zuletzt eine Geschichte der Medien und vor allem eine massive Kritik am britischen Boulevard, aber auch anderen, „seriösen“ Medien. Seine Mutter Diana wurde bis in den Tod von Paparazzi verfolgt. Bis heute erzählen vor allem Blätter wie „The Sun“ Intimes und Erlogenes über ihn und seine Frau Meghan. Meistens ist das schnell und einfach erzählt: Harry ist der Bösewicht und Meghan die Hexe, die ihn dazu gemacht hat.
Warum steigen so viele Medien auf diese Narrative ein? Wie schafft es das britische Königshaus immer wieder die Deutungshoheit zu erlangen, ohne sich offiziell zu äußern? Warum sollte man das Buch lesen? Und was hat das alles mit der Debatte um die Silvester-Nacht in Berlin zu tun? Darüber sprechen Holger Klein und Stefan Niggemeier diese Woche im Podcast.
Links:
Für Raphael Thelen ist Schluss. Nach mehr als zehn Jahren kehrt er dem Journalismus den Rücken und wird Aktivist bei der „Letzen Generation“. Er hat unter anderem das "Netzwerk Klimajournalismus" mitgegründet und für große Medien wie den "Spiegel" und die "Zeit" geschrieben. Jedoch stößt er als Journalist offenbar an seine Grenzen. Im Übermedien-Podcast spricht er mit Holger Klein diese Woche über seine Entscheidung.
Oft habe er sich von Redaktionen den Vorwurf anhören müssen, aktivistisch und nicht objektiv zu sein. Die Klimakrise werde nicht so behandelt, wie es notwendig wäre, kritisiert Thelen. Die einzigen, die vernünftig über darüber kommunizieren, kämen entweder aus der Wissenschaft oder aus der Klimabewegung. Und deshalb wechselt auch er jetzt die Seiten.
„Das ist mir klar, dass das mein Abschied aus dem Journalismus ist. Das ist mir sehr schwer gefallen, diese Entscheidung zu treffen, weil ich seit zehn Jahren diesen Beruf mache und ihn eigentlich auch liebe und immer daran geglaubt habe.“
Was hat er genau vor? Kann er noch optimistisch sein? Und was hat der Journalismus mit dem Coyoten aus "Road Runner" zu tun? Darüber sprechen Holger Klein und Raphael Thelen diese Woche im Übermedien-Podcast.
Links:
From the publisher's feed

9 Listeners

12 Listeners

16 Listeners

223 Listeners

5 Listeners

10 Listeners

36 Listeners

13 Listeners

42 Listeners

61 Listeners

3 Listeners

8 Listeners

6 Listeners

30 Listeners

4 Listeners

0 Listeners