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Was waren die Medienthemen des Jahres? Welche waren wichtig? Welche nur ein Popanz?
Zum Ende des Jahres blickt Holger Klein mit Lisa Kräher und Frederik von Castell zurück auf 2022 - und ein bisschen auch hinter die Kulissen von Übermedien. Es geht unter anderem um den Iran und den rbb, um Elon Musk und Twitter, um die Puffmama Leyla und um das Problem, wenn aus Videos aus dem Krieg, die nicht unabhängig überprüft werden können, ganze Nachrichtenberichte gebaut werden.
Zum Ende des Jahres wird es bei uns im Podcast etwas meta: Holger Klein ruft diesmal bei Podcast-Experte Sandro Schroeder an und spricht mit ihm, na klar, über Podcasts!
In den vergangenen vier Jahren, in denen Sandro Schroeder gemeinsam mit Larissa Vassilian und Marcus Engert bei Übermedien fast 100 Ausgaben der Kolumne "Die Podcastkritik" geschrieben hat, hat sich in der Branche viel getan. „Die Szene hat sich wahnsinnig professionalisiert. Podcasts klingen toller und sind aufwendiger geworden“, sagt Schroeder.
Selbst kleine Lokalzeitungen produzieren mittlerweile gute Audioserien. Und auch den Öffentlich-Rechtlichen sei nun endlich klar, dass Podcast kein Trend ist, der schnell wieder vorbei geht. Von einer Streaming-Plattform als Alternative zum großen Anbieter Spotify sei man aber doch noch ein Stück entfernt, meint Schroeder. Dabei findet er die Idee richtig gut.
Was waren seine Podcast-Highlights 2022? Warum hält er Promis mit viel Reichweite nicht für die besten Hosts? Und wie und wo findet er eigentlich neue, gute Podcasts?
Darüber reden Holger Klein und Sandro Schroeder anlässlich der letzten Ausgabe unserer Kolumne im Podcast.
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Seit knapp drei Wochen erscheint der "Tagesspiegel" im neuen, kleineren Format – ein Relaunch, für den der Verlag viel Geld ausgegeben hat. Und die "taz" soll es mittelfristig unter der Woche nur noch digital geben, dafür stellte sie kürzlich eine neue gedruckte Wochenendausgabe vor.
Wieso das denn jetzt? Hieß es nicht schon vor Jahren, Print sei tot? Warum investieren Medienunternehmen überhaupt noch ins Papier?
Holger Klein ruft diese Woche an bei Medienwissenschaftler Stephan Weichert. "Wir wissen, dass Print noch genug Geld bringt, dass es sich lohnt, diese geduckten Blätter am Leben zu erhalten. Wir reden hier noch nicht von künstlicher Beatmung."
Kann man junge Zielgruppen so erreichen? Und was wollen die eigentlich? Immerhin sehnen sie sich nach Momenten der Entspannung – ohne Smartphone, sagt Weichert. Der richtige Moment für eine gedruckte Zeitung? Und hat eigentlich jemand an die steigenden Papierpreise in Folge des Krieges und der Energiekrise gedacht?
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Der Iran habe die Sittenpolizei abgeschafft, berichteten am Sonntag und Montag internationale Medien. Ist doch eine gute Nachricht, ein Zeichen, dass das Regime nachgibt, oder? Nicht wirklich. Holger Klein ruft diese Woche an bei Gilda Sahebi. Für die Journalistin, die seit Monaten die Ereignisse in der Islamischen Republik bei Twitter und in Medien einordnet, ist diese Meldung ein „Ablenkungsmanöver“. Und viele Medien seien darauf reingefallen.
Das Kommunikationsziel des iranischen Regimes sei es stets, den Schein der Legitimität zu wahren. Vorzutäuschen, dass man es mit einer „normalen“ Regierung zu tun habe. Doch seitdem die Weltöffentlichkeit nach dem Tod der Kurdin Mahsa Zhina Amini und den davon ausgelösten Protesten auf das Land schaut, weil auch Medien mehr darüber berichten, bröckelt dieses Bild.
Warum übernehmen Medien trotzdem immer noch häufig die Narrative der iranischen Führung und verbreiten dadurch Desinformation? Wie kommt man als Journalistin an verlässliche Informationen aus dem Land? Und wie hat sich die deutsche Berichterstattung über Iran in den vergangenen Monaten verändert? Darüber sprechen Holger Klein und Gilda Sahebi diese Woche im Podcast.
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Tiefgehende Recherchen sind im Lokaljournalismus oft schwierig. Verlage müssen sparen, Redaktionen werden zentralisiert, und auf weniger Mitarbeiter:innen lastet mehr Arbeit. Es fehlen die Ressourcen für investigative Arbeit. „Correctiv Lokal“ will diese Situation verbessern, indem ein deutschlandweites Netzwerk Themen gemeinsam angeht und die Informationen mit der Community teilt.
Holger Klein ruft diese Woche an bei Jonathan Sachse. Er leitet das Netzwerk "Correctiv Lokal" und hat mit Journalist:innen aus ganz Deutschland in den vergangenen Monaten zum Unternehmen Amazon recherchiert. „Es war uns wichtig zu vermitteln, was für prekäre Arbeitsbedingungen das für die Menschen sind“, erzählt Jonathan Sachse, Leiter von „Correctiv Lokal“ im Übermedien-Podcast. Der Text „Maschine Amazon“ ist kürzlich bei „Correctiv“ erschienen. Parallel veröffentlichten acht lokale Medienhäuser ihre Ergebnisse.
Interessant ist die PR-Strategie des Online-Versandhändlers. Anders als Tesla schottet sich Amazon nicht ab. Die Taktik ist offenbar: Offenheit signalisieren und dadurch Aufmerksamkeit lenken. Wenn zum Beispiel in der „Black Week“ zu Streiks aufgerufen wird, lädt Amazon die lokale Presse zur Werksführung ein, erzählt Jonathan Sachse. Unterbesetzte Redaktionen müssen dann entscheiden, welchen Termin sie wahrnehmen.
Schwierig ist das Thema Amazon in vielen Redaktion auch deshalb, weil Verlage mit dem Versandhändler kooperieren und dadurch wirtschaftliche Abhängigkeiten entstehen. Sachse: „Amazon vor Ort anfragen trauen sich viele nicht.“
Wie kann „Correctiv Lokal“ da helfen? Was haben Sachse und sein Team zu Amazon herausgefunden? Und was hat es mit all den seltsamen Artikeln auf Nachrichtenseiten zum „Black Friday“ auf sich? Darüber sprechen Holger Klein und Jonathan Sachse im Podcast.
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Vor einem Monat hat Elon Musk Twitter gekauft. Und alle fragen sich immer noch unruhig: Was passiert mit der Plattform? Geht Twitter jetzt bald kaputt?
Holger Klein ruft diese Woche an bei Frank Rieger, dem Sprecher des „Chaos Computer Clubs“. Er glaubt nicht, dass Twitter kaputt geht. „Aber es wird sehr vieles anders werden.“
Riegers These: Die sozialen Netzwerke sind zu groß geworden, „wir brauchen wieder kleinere Kontexte“. So, wie es die dezentrale Plattform Mastodon bietet. Rieger vergleicht Twitter mit einem großen Stadion, in dem jeder seine These in ein Megaphon brüllt und versucht, die anderen von sich zu überzeugen. Mastodon hingegen sei überschaubarer, wie verschiedene Kneipen, in denen man sich zum Austausch trifft.
Wer sich in den vergangenen Wochen bei Mastodon angemeldet hat, hat vielleicht schon festgestellt, dass der Ton dort etwas freundlicher ist. Mehr Gleichgesinnte, weniger Provokation. Aber ist das gut? Wurde vor den sogenannten Filterblasen, in denen man nur das erfährt, was der eigenen Sichtweise sowieso schon entspricht, nicht immer gewarnt? Frank Rieger sieht genau darin die Chance der neuen, kleineren Communitys. Er fordert: "mehr und bessere Filterblasen".
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Macht womöglich auch die Ukraine Fehler, nicht immer nur Russland? Die Lage ist komplex, gerade deshalb erfordert sie einen besonderen medialen Umgang. Im Übermedien-Podcast erzählt Reporter Moritz Gathmann, worüber zu wenig berichtet wird, welche "Eigentore" die ukrainische Regierung macht und wie man als Journalist damit umgehen sollte.
Moritz Gathmann ist Chefreporter beim Magazin „Cicero“, seit Februar 2022 berichtet aus der Ukraine. 2014/2015 berichtete er für „Zeit Online“ und „Spiegel“ vom Euromaidan und über den russisch-ukrainischen Krieg im Donbass. Von 2016 bis 2019 arbeitete er als Moderator des russischsprachigen Berliner Fernsehsenders „OstWest“.
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Seit Elon Musk Twitter übernommen hat, brennen die Timelines: Was wird der Milliardär mit und aus dem Netzwerk machen? Geht es nun den Bach runter? Und: Muss einen das interessieren? Holger Klein ruft an: bei Stefan Niggemeier, einem der Übermedien-Gründer, der erklärt, weshalb er Twitter so wichtig findet. Für ihn persönlich, aber auch ganz allgemein.
Stefan Niggemeier ist Gründer von Übermedien und „BILDblog“. Seit vielen Jahren Autor, Blogger und freier Medienkritiker, früher unter anderem bei der FAS und beim „Spiegel“. Seit 2008 ist er auf Twitter. Derzeit folgen ihm dort rund 321.000 Accounts.
Frankfurter Zeitungen bieten einen saftigen Rabatt für Anzeigen an – aber offenbar nur für Gegner des angeschlagenen Oberbürgermeisters Peter Feldmann. Aufgedeckt hat das taz-Korrespondent Christoph Schmidt-Lunau. Im Übermedien-Podcast mit Holger Klein erzählt er, was es mit den Anzeigen auf sich hat und wer teilweise dahinter steckt.
Christoph Schmidt-Lunau ist seit 1975 "taz"-Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Vorher hat er als Reporter, Moderator und Redaktion für mehrere ARD-Radiosender gearbeitet, war Programmdirektor bei Radio ffn und Landtageskorrespondent in Wiesbaden für den HR-Hörfunk, die ARD und den „Tagesspiegel“.
Korrektur! Im Podcast heißt es, der reguläre Preis einer Anzeigenseite in den Zeitungen liege bei „um die 300.000 Euro“. Das stimmt nicht.
Eine Anzeigenseite kostet, laut taz, lediglich um die 30.000 Euro, genau: 27.413,76 Euro.Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.
Tomatensuppe auf Van Gogh, Kartoffelbrei auf Monet: die Proteste von Klimaaktivist:innen in Museen haben in den vergangenen Wochen mediales Aufsehen erregt. Der Kern der Forderungen – politisches Handeln, um die Klimakrise zu bewältigen, allem voran ein Abschied von fossiler Energie – geht in der Berichterstattung dabei oft unter, kritisiert Simon Teune.
Holger Klein ruft diese Woche an bei Simon Teune. Der Soziologe beschäftigt sich wissenschaftlich unter anderem mit der Medienwirkung von Protesten und sagt im Übermedien-Podcast: „Wenn man innerhalb von Stunden einen Artikel liefern muss, kann man nicht die grundsätzlichen Fragen stellen.“ Journalist:innen, die nicht tagesaktuell arbeiten, gingen anders an solche Themen heran, so seine Beobachtung.
Warum sind die Suppen-Aktionen aus seiner Sicht dennoch effektiv? Was unterscheidet die Klimaproteste von anderen Protesten? Und wie schaffen es Medien, mehr über die Inhalte von Protesten zu berichten, anstatt nur über die Aktionen an sich? Darüber spricht Holger Klein mit Simon Teune diese Woche im Podcast.
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