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Jedes Jahr verleiht das Netzwerk Recherche die "Verschlossene Auster". Der Negativpreis geht an Firmen und Organisationen für deren intransparentes Verhalten gegenüber Medien und der Öffentlichkeit. Informationsblockierer 2022 ist Tesla.
Holger Klein ruft diese Woche an bei Janine Richter. Sie ist Investigativreporterin bei der "Märkischen Oderzeitung" und beschäftigt sich vor allem mit Teslas sogenannter Gigafactory in Grünheide bei Berlin.
90 Prozent ihrer Presseanfragen werden gar nicht erst beantwortet, erzählt sie im Übermedien-Podcast. Möglichkeit, selbst in das Werk zu kommen, hat sie nicht. Es gibt keine offizielle Pressestelle, an die sie sich wenden kann. Und auch Kontakt zu Mitarbeiter:innen aufzunehmen, ist schwer.
Wie kommt sie dann an Informationen? Was erlebt sie bei ihren Recherchen? Wie nimmt sie die Behörden und Politik im Umgang mit Tesla wahr? Und welche Risiken sieht sie für die Natur in der Umgebung? Das alles erzählt sie Holger Klein diese Woche im Podcast.
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Auf dem Cover der aktuellen „TV Spielfilm“ prangt ein Foto der Schauspielerin Mala Emde. Zu erkennen ist sie darauf allerdings kaum: „Eine Frau im roten Kleid, mit riesigem Ausschnitt (und sehr großen Brüsten) grinst leicht beängstigt in die Kamera. Das soll ich sein …“, schreibt Emde in einem Instagram-Post.
Das Foto ist nicht nur mehrere Jahre alt, sondern auch Ergebnis einer Überwindung Emdes. „Während des Shootings lerne ich, wie man den Körper beugen soll, damit die Hüfte möglichst schmal und der Kopf riesig aussieht. Ich lerne das. Aber als ich am Abend im Taxi sitze, ist mir schlecht.“ Sie habe sich aber nicht getraut zu sagen, dass sie keines der Bilder veröffentlicht sehen will.
Heute sagt sie: „Das Frauenbild auf allen Funk- und Medienmagazinen, die wir in Deutschland haben, krankt! Ich sehe aufgesexte Frauen, die durch so viel Schminke und Körperverrenkungsposen nicht wiederzuerkennen sind (nicht mal vom eigenen Vater!).“
Im Gespräch mit Holger Klein kritisiert Emde, wie die Fotos entstanden sind und dass auf TV-Zeitschriften ständig dieselbe Schablone reproduziert werde: Blonde Frau, rotes Outfit, blauer Hintergrund. Sie sagt: „Ich traue uns allen viel mehr zu als diese Barbie-Puppen.“
Die Gesprächspartnerin
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Die ARD-Journalistin Natalie Amiri kritisiert die Berichterstattung über die Proteste im Iran: „Es gab ja noch nicht einmal einen einzigen ‚Brennpunkt‘, und die Menschen sind seit drei Wochen auf der Straße.“
In den ersten drei Tagen habe es „wahnsinnig viele Bilder“ gegeben, auch in den deutschen Medien – dann wurde im Land das Internet gedrosselt. Das Kalkül der Islamischen Republik ist Amiri zufolge klar: Je weniger Bilder, desto weniger Berichterstattung im Ausland.
„Und wir Medienschaffende sind die Handlanger der Islamischen Republik Iran, weil wir genau ihr Kalkül ausführen, und wenn es keine Bilder mehr gibt, nicht mehr darüber sprechen.“
Amiri sagt: „Du riskierst im Iran dein Leben, wenn du auf die Straße gehst.“ Die Menschen im Iran täten das, um Aufmerksamkeit für ihre Belange zu bekommen - auch im Ausland. Dazu müssten aber Medien über die Proteste berichten.
Amiri würde das am liebsten vor Ort selbst tun. Sie war von 2007 an ARD-Korrespondentin im Iran, zwischen 2015 und 2020 Leiterin des ARD-Studios in Teheran. Abgegeben hat sie die Leitung, weil es eine Reisewarnung vom Auswärtigen Amt für die Deutsch-Iranerin gab.
„Ich glaube, ehrlich gesagt, dass die Nachrichtenredakteure und Entscheider denken: ‚Naja, das sind halt wieder mal Proteste wie immer‘“, sagt sie. „Das Problem ist: Wenn sie jetzt noch lange warten, ist diese Aufmerksamkeit nicht mehr da, die die Leute vor Ort unterstützt. Insofern sind wir zu langsam in unserer Berichterstattung.“
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Der rbb-Hörfunksender Radio Eins hat sich in der vergangenen Woche verstärkt dem Thema Inklusion gewidmet. Täglich eine Stunde moderierten Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam. Eine Podiumsdiskussion zum „Fokus Arbeitswelt“ aber sorgte für eine heftige Kontroverse - auch außerhalb des Programms.
Eingeladen waren der Aktivist Raul Krauthausen, der mit seinem Verein „Sozialhelden“ für mehr Teilhabe kämpft, und Beatrix Babenschneider, einer ehemaligen Werktstatträtin. Das Publikum war offenbar fast ausschließlich mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Werkstätten für Menschen mit Behinderung besetzt, was der Diskussion eine erhebliche Schieflage gab. In den Sozialen Medien gab es viel Kritik an der Konstellation und der Art der Debatte.
Holger Klein spricht darüber mit Krauthausen. Die Werkstätten hätten in Deutschland auch in den Medien generell einen sehr guten Ruf; Probleme würden kaum thematisiert. Die angekündigte strukturelle Frage „Wie durchlässig ist unsere Arbeitswelt“ sei kaum thematisiert worden.
Krauthausen kritisiert auch das Projekt „Schichtwechsel“, dessen Medienpartner Radio Eins ist, bei dem Menschen mit ohne ohne Behinderung für einen Tag den Arbeitsplatz tauschen. „Das ist sowas wie ein Besuch im Zoo“, sagt er. „Man schaut sich das mal an, und dann kann man danach wieder nach Hause gehen, und alles bleibt wie vorher. Das ist aber keine Inklusion.“
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Seit Jahren haben sich Medien auf die sogenannte „Operation London Bridge“ vorbereitet – das Protokoll nach dem Tod der Queen. Auch Fernsehjournalistin Annette Dittert und das ARD-Team brüteten immer wieder über den Plänen für eine zehntägige Staatstrauer: Welche Ereignisse sind wichtig für das deutsche Publikum? Welche Leitungen für die Übertragung müssen wir wann buchen? Dass die Queen in Schottland starb und nicht in London, kam dann auch für das ARD-Team überraschend. „Wir waren so gut vorbereitet, wie man sein kann, und so schlecht, wie man immer ist, wenn es passiert“, erzählt Annette Dittert.
Holger Klein ruft diese Woche bei der ARD-Korrespondentin in London an und spricht mit ihr darüber, wie sie das Queen-Spektakel als Journalistin erlebt hat. Warum ist beim deutschen Publikum das Interesse für die britischen Royals so groß? Muss das sein, dass die ARD acht Stunden live sendet? Gab es genügend Raum für Kritik? Und ist jetzt endlich wieder Zeit und Platz für andere Themen? Schließlich hat Großbritannien seit kurzem eine neue Regierungschefin und steht vor einer Wirtschaftskrise.
Woran erkennt man Fake-News? Was sind verlässliche Quellen? Und welche Rolle spielen Medien in einer Gesellschaft? Dass junge Menschen so etwas in der Schule lernen, ist nicht selbstverständlich, weiß Jörg Sandrozinski. Schließlich besucht der Journalist regelmäßig Schulklassen.
Er ist Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins "Journalismus macht Schule" und diese Woche zu Gast bei Holger Klein. Im Podcast erzählt Sadrozinski unter anderem, was die Schüler am meisten interessiert, wie es mit der Medienkompetenz der Lehrer:innen aussieht und warum der Verein keine "Bild"-Mitarbeiter:innen in die Schulen schickt.
Thomas Seitel ist böse; wann kehrt Helene Fischer zurück zu Florian Silbereisen? Das ist eines der bevorzugten Narrative, die deutsche Klatschzeitschriften Woche für Woche auf ihre Titel bringen – obwohl nichts daran wahr ist.
Welche Promis gehören bei "Freizeit Revue", "Die Aktuelle" und Co. zu den Guten? Welche nicht? Und welche Klatsch-News verkaufen sich besonders gut? Übermedien hat fast 1600 Titel der vergangenen eineinhalb Jahre ausgewertet. Und Interessantes festgestellt: Zum Beispiel, wie sich Angela Merkel zum Cover-Girl etablierte. Oder warum der ehemalige isländische Profifußballer Rurik Gislason auf einmal Liebling der Regenbogenblätter ist.
Holger Klein ruft diese Woche an bei Übermedien-Redaktionsleiter Frederik von Castell und Klatschpresse-Experte Mats Schönauer. Sie sprechen darüber, wie die Daten ausgewertet wurden und welche Macht Klatschblätter haben.
Das NDR-Landesfunkhaus Kiel sieht sich heftiger Vorwürfe ausgesetzt: Vorgesetzte sollen kritische Berichte abgemildert oder verhindert haben.
Was ist das für ein Gremium, dessen Arbeit plötzlich für so viel öffentliche Aufmerksamkeit sorgt, obwohl es eigentlich nur intern tätig wird? Holger Klein hat mit Gabor Halasz vom NDR-Redaktionsausschuss gesprochen.
Gabor Halasz wurde 1977 in Leipzig geboren und studierte dort Journalistik und Geschichte. Er hat beim beim WDR in Köln volontiert und beim MDR in Leipzig gearbeitet, bevor er als ARD-Fernsehkorrespondent nach Neu Delhi ging und unter anderem über Indien, Pakistan und Afghanistan berichtete. Seit 2017 ist er Redakteur im Ressort Investigation beim NDR in Hamburg.
Nachdem er Millionen Follower hinter sich geschart hatte, die ihn als Guru verehrten, haben ihn nun diverse Plattformen rausgeworfen – wegen seiner radikal frauenverachtenden Inhalte. Wer ist dieser Andrew Tate? Wie funktioniert sein Geschäft? Und wieso und bei wem kommt „Tatespeech“ gut an? Darüber spricht Holger Klein im Podcast mit Samira El Ouuassil.
Samira El Ouassil ist Zeitungswissenschaftlerin, verdient ihr Geld aber mit Schauspielerei und politischem Ghostwriting. Außerdem ist sie Vortragsreisende und macht, zusammen mit Friedemann Karig, den Podcast „Piratensender Powerplay“. Bei Übermedien schreibt sie seit 2018 jede Woche über Medien, Politik und Kommunikation.
Holger Klein ruft Stefan Niggemeier an "wegen Patricia Schlesinger, vielleicht auch wegen dem rbb, vielleicht auch wegen der ganzen ARD". Was ist seit dem Rücktritt der rbb-Intendantin passiert? Wie sehr rückt jetzt die ganze Geschäftsführung ins Visier? Hat man in der Leitung immer noch nicht erkannt, wie groß das Problem ist? Wie geht der rbb mit den Vorwürfen um? Und welche Konsequenzen müssen aus dem Debakel gezogen werden?
Niggemeier fordert, die Aufsicht im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu stärken - mindestens durch unabhängigere, kompetentere und besser ausgestattete Gremien, vielleicht aber auch durch eine externe Aufsichtsbehörde.
Wie geht es mit dem rbb und der ARD weiter? Die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland sieht der "Übermedien"-Gründer nicht in Gefahr, dafür sind die Beharrungskräfte zu groß. Aber: "Es kann nicht so bleiben, wie es ist", sagt Niggemeier, und die Kritik "wird auch nicht so schnell vorbeigehen."
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