Hörgang

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By Springer Medizin Wien/ Martin Krenek-BurgerScienceMedicineHealth & FitnessLife Sciences
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Hörgang episodes

  • Evolutionärer Pfusch? Die enge Passform bei der menschlichen Geburt
    Dr. Barbara Fischer über Schädelflexibilität, Beckendynamik und die Rolle von medizinischer Intervention in der Evolution
    In dieser Podcast-Episode erklärt die Evolutionsbiologin Dr. Barbara Fischer die spannende Herausforderung der menschlichen Geburt: das Verhältnis von Kopfgröße Neugeborener zum mütterlichen Becken. Obwohl die Evolution erstaunliche Anpassungen hervorgebracht hat, ist der menschliche Geburtsprozess ein Kompromiss – kein perfektes Design. Neugeborene kommen mit flexiblen Schädelplatten zur Welt, die sich bei der Passage durch den Geburtskanal leicht komprimieren lassen, während das mütterliche Becken durch Gelenke minimal erweiterbar ist.
    Dr. Fischer erläutert, dass größere Köpfe evolutionär Vorteile für kognitive Fähigkeiten bringen, aber zu groß für den Geburtskanal werden können, was früher die Überlebenschancen reduzierte. Moderne Geburtshilfe, insbesondere Kaiserschnitte, ermöglicht es heute, diesen evolutionären Engpass zu überwinden. Gleichzeitig sind die Beckendimensionen ein Kompromiss zwischen Geburtsfähigkeit und Stabilität für den aufrechten Gang sowie für den Beckenboden, der für die Organfunktion entscheidend ist.
    Die Expertin betont auch, dass äußere Schönheitsideale oder Körpergröße nur bedingt Rückschlüsse auf die inneren Beckendurchmesser zulassen. Evolutionäre Selektionsdrücke haben über Jahrtausende ein Gleichgewicht geschaffen, das teilweise durch medizinische Eingriffe ergänzt wird. Die Mobilität des Beckens und gezielte Übungen können den Geburtsprozess unterstützen, ersetzen aber nicht die Notwendigkeit von sicheren medizinischen Eingriffen, wenn die Natur an ihre Grenzen stößt.
    19 min
  • Klinische Studien einfach erklärt: der Weg zu neuen Medikamenten
    Wie moderne Forschungszentren die Patientenversorgung verbessern
    Die Zukunft der klinischen Forschung in Österreich nimmt zunehmend konkrete Formen an. Moderne Forschungszentren, die derzeit an der MedUni Wien entstehen, sollen den Weg von wissenschaftlichen Erkenntnissen zur praktischen Anwendung deutlich verkürzen. Ziel ist es, neue Therapien schneller, sicherer und individueller zu den Patientinnen und Patienten zu bringen. Das sagt Prof. Dr. Markus Zeitlinger, Leiter der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie der MedUni Wien, im Gespräch mit Springer-Podcast-Chef Martin Krenek-Burger.
    Ein wesentlicher Fortschritt liegt demnach in der engeren Verzahnung von Forschung und Klinik. Früher fanden Studien oft isoliert statt. Neue Strukturen ermöglichen nun eine direkte Integration in den medizinischen Alltag. Patientinnen und Patienten können dadurch frühzeitig von innovativen Behandlungsmethoden profitieren, oft lange bevor diese zum allgemeinen Standard werden.
    Besonders wichtig sind dabei die Phase-1- und Phase-2-Forschung. In diesen Phasen testen Forscher neue Medikamente erstmals am Menschen und überprüfen ihre Wirksamkeit. Dank moderner Technologien, wie bildgebender Verfahren und molekularer Analysen, lassen sich Therapien heute präziser an individuelle Bedürfnisse anpassen.
    Vertrauen bleibt ein entscheidender Faktor. Klinische Studien unterliegen strengen ethischen und rechtlichen Vorgaben. Transparenz, Aufklärung und die aktive Einbindung der Patientinnen und Patienten sind unerlässlich, um Vorbehalte abzubauen.
    Die Lehre aus der Vergangenheit ist klar: Fortschritt in der Medizin entsteht durch Forschung. Je effizienter diese organisiert ist, desto schneller profitieren alle davon. Die Medizin von morgen beginnt daher schon heute.
    23 min
  • Rare Diseases sind nicht selten
    Warum frühe Diagnose, Vernetzung und moderne Therapien Leben verändern

    https://kinder-jugendheilkunde.meduniwien.ac.at/unsere-abteilungen/klinische-abteilung-fuer-paediatrische-pulmologie-allergologie-und-endokrinologie/neugeborenen-screening/team/

    22 min
  • Viren gegen resistente Keime: Die Rückkehr der Phagentherapie
    Warum ein über 100 Jahre alter Therapieansatz in Wien ein medizinisches Comeback feiert
    Antibiotika verlieren an Kraft. Resistenzen breiten sich aus, Therapien scheitern. Allein in Österreich sterben jedes Jahr tausende Menschen im Zusammenhang mit multiresistenten Bakterien. Die Medizin sucht Auswege – und findet einen alten Ansatz neu: die Phagentherapie.
    Bakteriophagen sind Viren, die Bakterien gezielt befallen und zerstören. Entdeckt vor über hundert Jahren, gerieten sie im Westen in Vergessenheit. Heute erleben sie eine Renaissance, vor allem bei chronischen Infektionen, bei denen Antibiotika an ihre Grenzen stoßen. Phagen wirken anders: Sie dringen in die Bakterienzelle ein, vermehren sich dort und bringen sie zum Platzen. Das macht sie besonders interessant bei Keimen, die Biofilme bilden und sich so dem Zugriff klassischer Medikamente entziehen.
    An der MedUni Wien wurde die Phagentherapie erstmals außerhalb einer Studie erfolgreich eingesetzt. Ein junger, lungentransplantierter Patient litt an einer chronischen Infektion mit Pseudomonas aeruginosa, resistent gegen nahezu alle verfügbaren Antibiotika. Die Kombination aus inhalativem Antibiotikum und individuell ausgewählten Phagen brachte eine deutliche Besserung – und dem Patienten ein neues Lebensgefühl.
    Doch Phagen sind kein Wundermittel. Die Therapie ist aufwendig, hochgradig personalisiert und derzeit nur als individueller Heilversuch möglich. Für jeden Patienten müssen passende Phagen gefunden, getestet und mit geeigneten Antibiotika kombiniert werden. Zudem fehlen in Österreich noch eigene Phagenbanken und eine reguläre Zulassung.
    Trotzdem wächst die Hoffnung. Phagen könnten Antibiotika nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Sie zeigen, dass medizinischer Fortschritt nicht immer neu erfunden werden muss. Manchmal reicht es, Bewährtes wieder ernst zu nehmen – und weiterzudenken.
    29 min

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Forschung, Klinik und Gesundheitspolitik im Gespräch: Hörgang, der Podcast von Springer Medizin Wien, bringt die Menschen ans Mikrofon, die Medizin gestalten und weiterdenken. Fundierte Einblicke, spannende Geschichten und Perspektiven aus erster Hand.

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