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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)News
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International episodes

  • Westbalkan – Gangster und Politiker Hand in Hand
    Über 50 Todesopfer in mehreren europäischen Städten hat der Krieg zwischen zwei Verbrecher-Clans aus Montenegro bisher gefordert. Das blutige Geschehen wirft ein Schlaglicht auf das organisierte Verbrechen vom Westbalkan, das immer mehr global aktiv ist und im Drogenhandel Milliarden verdient.
    Der Streit um eine Ladung Kokain führte dazu, dass ein montenegrinischer Mafia-Clan in zwei Teile zerfiel und sich seit ein paar Jahren bis aufs Blut bekämpft. Er forderte Todesopfer in Malaga, Athen, Amsterdam und Berlin sowie immer wieder auf den Strassen der serbischen Hauptstadt Belgrad. Vieles deutet darauf hin, dass die Verbrecher in Serbien Verbindungen bis ganz oben in der Politik haben. Zu diesem Schluss kommen die Recherchen zum Bandenkrieg, die Stevan Dojcinovic und sein Team vom Investigativ-Portal KRIK angestellt haben.
    Auch in Montenegro ist die Staatsanwaltschaft auffällig ineffizient im Kampf gegen das organisierte Verbrechen, das sich während der 30-jährigen ununterbrochenen Herrschaft von Präsident Milo Djukanovic und seiner Partei DPS breit gemacht hat.
    Das organisierte Verbrechen vom Westbalkan hat eine komplizierte Struktur. Es besteht aus zahlreichen Gruppen, die auch über ethnische Grenzen hinweg zusammenarbeiten und international vernetzt sind. Das sagt Walter Kemp von der internationalen NGO Global initative against transnational organized crime. Neu sei, dass einzelne Organisationen vollständige Lieferkettten aufgebaut haben, vom Kokain-Anbau in Südamerika bis zum Kleinhandel auf westeuropäischen Strassen alles in einer Hand.
    Wieso der Kampf gegen diese Organisationen sehr schwierig ist und wieso sie so gut vernetzt sind mit der Politik ihrer Ursprungsländer, zeigt der Blick zurück in die Geschichte. Beim Zerfall des ehemaligen Jugoslawien in den 90er Jahren benützten die Politiker das organisierte Verbrechen, um paramilitärische Truppen für den Krieg aufzubauen und um das internationale Embargo mit Schmuggelgeschäften zu umgehen. Daraus ging ein dichter Filz aus Verbrechen, Wirtschaft und Politik hervor.
    Der Soziologe Danilo Mandic an der Harvard-Universität in den USA erklärt am Beispiel von Kosovo, wieso das organisierte Verbrechen davon profitiert, dass die Konflikte aus den 90er Jahren weiter schwelen und wieso es kein Interesse hat an einer Stabilisierung und Aufnahme in die EU.
    29 min
  • Oman – das schwierige Erbe des Sultans
    Die Nachbarstaaten am Golf pflegen eine aggressive Aussenpolitik, das kleine Oman dagegen machte sich unter Sultan Qabus einen Namen als Vermittler. Nachfolger Haitham ist nun im Innern gefordert: Er muss sein Volk bei Laune halten, obwohl der Ölpreis schwächelt und die Touristen wegbleiben.
    Am 18. November war zum 50. Mal Nationalfeiertag in Oman. Fast durchgängig regierte Qabus bin Said Al-Said das dünn besiedelte Sultanat. Er stürzte 1970 seinen Vater vom Thron, befriedete die zerstrittenen Stämme und führte das abgeschottete Land im Südosten der Arabischen Halbinsel in die Moderne. Auch international machte sich Qabus einen Namen: als Vermittler zwischen verfeindeten Staaten. In einer Region, die von Kriegen und Konflikten geprägt ist, blieben die Omanerinnen und Omaner unter seiner Herrschaft von Unruhen weitgehend verschont. Bis zu seinem Tod im letzten Januar genoss der Monarch Ansehen im Nahen Osten und darüber hinaus.
    Doch seinem Cousin und Nachfolger, Sultan Haitham, hat er ein schwieriges Erbe hinterlassen: Die Einnahmen reichen nicht mehr, um den üppigen Staatshaushalt zu finanzieren. Die Jugend fordert Perspektiven. Der neue Sultan sollte Arbeitsplätze schaffen, das Bildungswesen modernisieren, die Wirtschaft umgestalten, während das Sultanat klamm ist.
    25 min
  • Jordanien – ein Königreich im Dauer-Lockdown
    Keine Woche vergeht in Jordanien ohne Lockdown, keine Nacht ohne Ausgangssperre – seit mehr als einem halben Jahr. Die Coronakrise ist nicht überwunden und die Wirtschaft steckt in der Krise. Eine Reise durch Jordanien offenbart die wirtschaftliche Not und ein Land, das festgefahren ist.
    Fast aus dem Nichts hat der mächtige jordanische König Abdullah II. am 17. März Militärrecht in Kraft gesetzt. Seither befindet sich das Land im Dauer-Lockdown. Die wirtschaftlichen Folgen sind gravierend: Sie übertreffen selbst die Auswirkungen, die Kriege in den Nachbarländern Irak und Syrien auf Jordaniens Wirtschaft hatten. Noch nie in der Geschichte des Landes war die Arbeitslosigkeit so hoch. Es hat ein regelrechtes Massensterben von kleinen Betrieben eingesetzt. Der Tourismus ist völlig eingebrochen. Die wirtschaftliche Hilfe der Regierung ist spärlich. Der Automechaniker in Salt bei Amman bangt deshalb genauso um seine Existenz wie der Beduine, der Besucher durch die antike Stadt Petra führt.
    Zu Beginn der Coronakrise waren die Menschen stolz auf die zwar drastischen, aber scheinbar wirksamen Massnahmen ihrer Regierung: COVID-19 schien in Jordanien keine Chance zu haben. Inzwischen zweifelt die Bevölkerung an den Massnahmen ihrer Regierung. Sie verhängt Ausgangssperren kurzfristig und scheinbar willkürlich, ohne sichtbaren Erfolg: Offiziell zählt Jordanien mit seinen zehn Millionen Einwohnern Tag für Tag Tausende von neuen Ansteckungen. Und mehr als 70 Prozent der Jordanierinnen und Jordanier blieben am 10. November der Parlamentswahl fern – aus Angst vor dem Virus oder weil sie das Parlament für machtlos halten. Hinter vorgehaltener Hand kritisieren sie, dass sie fast nur Kandidaten einflussreicher Stämme wählen konnten.
    Doch kaum jemand wagt direkte Kritik, offenes Hinterfragen der politischen Verhältnisse bleibt selten in Jordanien. Ein Wandel zeichnet sich nicht ab – und das Land befindest sich auch in einem politischen Lockdown. Derweil fürchten Weltbank und IWF um das Königreich: Der lange Lockdown wirke sich verheerend auf die ohnehin schwache jordanische Wirtschaft aus. Die Coronakrise könne die Stabilität des Landes gefährden
    29 min
  • Belgien und Kongo: Lange Schatten der Geschichte
    60 Jahre nach der Unabhängigkeit von Belgien versinkt Kongo-Kinshasa in Armut und Gewalt. Welche Verantwortung trägt Belgien dafür? Und wie geht das Land mit seiner Vergangenheit als Kolonialmacht um?
    «Black Lives Matter!» – Dieser Protestruf schallte diesen Sommer nicht nur in den USA durch die Strassen. Die Tötung des Afroamerikaners George Floyd löste auf der ganzen Welt Demonstrationen aus gegen Rassismus und Diskriminierung. Auch in Belgien: Zum ersten Mal in der Geschichte gebe es einen breiten, kritischen Diskurs über die eigene koloniale Vergangenheit, sagen Alexander Göbel und Michael Schneider, Autoren der Sendung und Korrespondenten der ARD in Brüssel.
    Die Aktivistinnen und Aktivisten fordern unter anderem, dass die Statue von König Leopold II, die vor dem belgischen Königspalast steht, aus dem öffentlichen Raum verschwinden müsse, weil dieser im Kongo für unbeschreibliche Gräueltaten verantwortlich gewesen sei. «Er hat über zehn Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner umgebracht», sagt der 14-jährige Aktivist Noah. «Dafür darf er nicht auf einen Sockel gestellt und verehrt werden.» Deshalb hat Noah eine Petition lanciert, um die Statue zu entfernen. Mehr als 80'000 Personen haben sie unterschrieben. Und: Das belgische Parlament hat eine Wahrheits- und Versöhnungskommission einberufen.
    Doch es gibt auch Widerstand. Vonseiten von Historikern etwa, die finden, Denkmäler abzureissen sei der falsche Weg, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Und vor allem das belgische Königshaus hat kein Interesse an einer grundsätzlichen Debatte; nicht zuletzt wegen der Besitztümer im Kongo, die ihm noch immer gehören.
    29 min
  • Der Mekong, die bedrohte Lebensader Südostasiens
    Vom tibetischen Hochplateau bis nach Vietnam fliesst der gewaltige Mekong. Er ist ein einzigartiges Ökosystem und die Lebensader von 60 Millionen Menschen. Doch Staudämme und der Klimawandel haben den Flusslauf und das Leben an und im Mekong verändert. Die Lebensader ist bedroht.
    Der kambodschanische Fischer Rous Sary ist enttäuscht. Er hebt die Fischreuse empor und sagt: «Das sind nur wenige Fische! Früher haben wir viel mehr gefangen.» 70 Kilogramm Fisch pro Tag brachte er früher nach Hause. Heute lohnt sich der Fischfang kaum mehr. Mehr und mehr Menschen leiden deshalb an Fehlernährung – denn Fisch ist die Nahrungsgrundlage eines Grossteils der kambodschanischen Bevölkerung.
    Kambodscha und Vietnam liegen am Unterlauf des 4350 Kilometer langen Mekong. Beide Länder spüren die Auswirkungen der zahlreichen Dämme und Flusskraftwerke, die China und Laos am Oberlauf des gewaltigen Stroms gebaut haben. Die Dämme haben den Wasserstand und den Fluss selbst bereits verändert. Mehr Dämme heisst: Es gibt weniger Fische, und der Fluss transportiert weniger Sedimente. Der Klimawandel verschärft das Problem. Das fragile Ökosystem des Mekong ist aus dem Gleichgewicht.
    Es gibt aber auch Hoffnung. Es waren wirtschaftliche Gründe, die zu einem Wildwuchs an Wasserkraftwerken und Dämmen am Mekong führten. Die teure Wasserkraft ist inzwischen immer weniger gefragt, andere erneuerbare Energien sind billiger. Und einige Länder entlang des Mekong erkennen die Dringlichkeit des Problems.
    29 min
  • Die Elbvertiefung oder: Herr Buckow fischt im Trüben
    Vom Hafen Hamburg bis zur Nordsee wird die Elbe ausgebaggert, um Platz zu schaffen für die Containerschiffe. Für die Reeder ist das zwingend, doch: Das Watt verschlickt, den Fischen fehlt Stauerstoff, die Deichsicherheit leidet. Eine Reise der Elbe entlang von Hamburg nach Cuxhaven.
    Der Hafen ist das Herz der Stadt Hamburg – er liegt mitten drin, und doch nicht am Meer. Die immer grösseren Containerschiffe fahren über 100 Kilometer auf der Elbe von der Nordsee nach Hamburg hinauf und zurück. Stets war der Hafen als Wirtschaftsmotor - verantwortlich für 150'000 direkte und indirekte Arbeitsplätze - unbestritten. Für Regierung und Wirtschaft steht ausser Zweifel, dass die sog. Fahrrinnenanpassung der Elbe den Hafen wettbewerbsfähig macht. Das heisst, dass Fluss und Hafen immer wieder ausgebaggert werden müssen, damit die 400 Meter langen und 60 Meter breiten Schiffe leichter in den Hafen kommen. Tonnen von Schlick werden so abtransportiert und vor der Elbmündung wieder ins Meer verklappt, von wo die Flut ihn erneut die Elbe hinauf spült. Auf diese Weise wird das Sandwatt im Nationalpark vor Cuxhaven mit belastetem Hafen-Schlick verdreckt.
    Krabbenfischer Torben Hinners musste sich einen grösseren Kutter kaufen, weil die Fanggebiete in Küstennähe aufgeschüttet werden und er weiter aufs Meer hinausfahren muss. Elbfischer Lothar Buckow fängt so gut wie keinen Stint mehr. Das Wasser ist durch das dauernde Baggern völlig eingetrübt, dem Fisch, der in der Elbe laicht, fehlt Sauerstoff.
    Das Alte Land vor den Toren Hamburg gilt als Obstgarten von Deutschland. Die Obstbauern sind bei anhaltender Hitze auf Wasser aus der Elbe angewiesen. Doch durch die Vertiefung der Elbe kommt das salzige Meerwasser immer weiter flussaufwärts – dadurch auch noch die grosse Sorge vor einer erneuten Flut. Die Menschen, die an der Unterelbe leben, erzählen sich noch heute von der grossen Sturmflut von 1962. Damals brachen die Deiche, 315 Menschen starben, unzählige verloren ihr gesamtes Hab und Gut. Heute müssen die Deiche immer wieder erhöht werden, aber die Kräfte, die unten auf sie einwirken, nehmen zu.
    28 min
  • «Ich habe Hunger gesehen – mitten in Rom»
    Rom im Herbst 2020. Die «Ewige Stadt» leidet. Unter der Corona-Pandemie. Der Tourismus: eingebrochen. Die Bevölkerung: verunsichert. Die Furcht geht um, vor noch mehr Arbeitslosigkeit, vor Abstieg, Armut. Der Staat bleibt nicht untätig. Aber im Hintergrund lauert das organisierte Verbrechen.
    «Ricordi die Roma», steht über Alessia Astrologos Souvenirladen in Italiens Hauptstadt. «Erinnerungen an Rom». Das klingt wie eine Ironie auf eine Zeit, die es heute nicht mehr gibt. Die Gäste aus aller Welt kommen nicht mehr in Scharen wie einst, in diese Stadt, die vom Tourismus lebt - eigentlich. Läden, Restaurants, Hotels, Museen haben seit Ausbruch der Pandemie bis zu 80 Prozent ihres Umsatzes verloren. «Ich fürchte den Abstieg», sagt Alessia.
    Rund um die protestantische Kirche im Bahnhofsquartier verteilen Erica Correnti und ihre Mitstreiter*innen Sandwiches, Kaffee, Fruchtsaft. An Obdachlose und Bedürftige. Die Not hat zugenommen. «Die Lage hat sich verschlechtert», sagt Erica Correnti.
    In Tor Bella Monaca sind die Häuser grau. Die Perspektiven düster. Vor allem für die Jungen. Das Auftauchen des Corona-Virus hat die Lage nicht verbessert. Im Gegenteil. Das sind gute Bedingungen für die Mafia. «Die Camorra zahlt gut», sagt Davide Biscotti.
    Das ist Rom im Herbst 2020. Rom in Zeiten der Corona-Pandemie.
    29 min
  • Die USA vor der Wahl: «Black Votes Matter»
    Die Wut über Polizeigewalt gegen Schwarze und Diskriminierung entlud sich diesen Sommer unter der Parole «Black Lives Matter» in einer Welle von Protesten und Ausschreitungen. Soziale Gerechtigkeit wurde gefordert. Doch werden die Schwarzen auch wählen gehen?
    Die Hafenstadt Charleston in South Carolina hat Südstaaten-Charme. Der Sklavenmarkt aus dem 19. Jahrhundert ist heute Touristenattraktion und Museum. Ein Gefühl der Benachteiligung ist geblieben. In einem Hinterhof versammeln sich junge Aktivistinnen und Aktivisten vom Netzwerk «Hub». Es setzt sich für Bildung und eine bessere wirtschaftliche Situation von Schwarzen ein.
    Jack spricht von anhaltendem Rassismus in der Gesellschaft. Cody von Verwirrung und Wut, die man als Schwarzer empfinde.
    Der Tod des Afroamerikaners George Floyd im Würgegriff der Polizei wurde im Mai zum Fanal für landesweite Proteste. Bei der grossen Kundgebung in der Hauptstadt Washington war Kamala Harris per Video zugeschaltet. Sie ist die demokratische Kandidatin fürs Vizepräsidium, an der Seite von Präsidentschaftskandidat Joe Biden. Harris sprach vom Aufbruch: Eine neue Generation habe nun die Chance, Geschichte zu schreiben.
    Nicht alle afroamerikanischen Wählerinnen und Wähler geben der demokratischen Partei ihre Stimme, aber die meisten. Das liege auch daran, dass die Demokraten in den Sechzigerjahren die Bürgerrechtsgesetze mit erkämpft hätten, sagt die Soziologieprofessorin Kris Marsh.
    Joe Bidens Leute versuchen dieses Potential nun für die Präsidentschaftswahl vom 3. November zu aktivieren, besonders in den entscheidenden «Swing States», die mal republikanisch, mal demokratisch wählen. Je mehr Schwarze dort ihre Stimme abgeben, desto grösser die Chancen insgesamt für den demokratischen Kandidaten, so das Kalkül.
    28 min
  • Russland: Die Datscha ist mehr als ein Ferienhaus
    Die Datscha ist der Ort, wo Millionen von Russinnen und Russen ihre schönsten Tage verbringen. Das Sommerhäuschen vor der Stadt ist ein Sehnsuchtsort. Hier wird gegärtnert, gefaulenzt und gefeiert. Hierher fliehen die Menschen vor der Enge ihrer Wohnungen, aber auch vor der russischen Realität.
    Die ersten Datschen waren Geschenke des Zaren an treue Untertanen. Aber erst viel später in der Sowjetunion der 50er Jahren wurden Datschen zum Massenphänomen. Millionen erhielten ein Stück Land geschenkt, zumeist 600 Quadratmeter gross. Heute haben rund 40 Prozent der russischen Familien draussen in den Wäldern und Wiesen vor ihrer Stadt ein Sommerhaus.
    Wer von der Politik Wladimir Putins nichts mehr hören will, weder von seiner Politik gegenüber Belarus noch über den Nowitschok-Angriff auf den Oppositionellen Nawalny, der findet in seiner Datscha einen Ort der Ruhe, eine kleine private Welt, in der ihm niemand dreinredet.
    Die Datschen sind zumeist von hohen Zäunen und Hecken umgeben. Dahinter verbirgt sich eine bürgerliche geordnete Lebenswelt. Wer in den letzten 20 Jahren zu Geld gekommen ist, konnte sein Sommerhaus ausbauen und verschönern.
    Noch in den 90er Jahren aber waren die Datschen für viele eine überlebenswichtige Einrichtung. Hier pflanzten die Leute die Lebensmittel, die in den Städten knapp und teuer geworden waren. Die Datschniki hätten Russland vor dem Zerfall gerettet, sagt Andrej Tumanow. Er ist Herausgeber der wichtigsten Datschen-Zeitung Russlands und er betont, dass die Datschenbesitzerinnen und -besitzer auch heute eine staatstragende Gesellschaftsgruppe seien.
    Wieso das so ist und wie das zusammenpasst mit der Flucht ins Private auf der Datscha, zeigt der Besuch bei Tumanow und in zwei anderen Datschensiedlungen.
    27 min
  • Angelas Welt
    Am 3. Oktober feiert Deutschland 30 Jahre Deutsche Einheit. Genauso lange ist auch Angela Merkel in der Politik, die Hälfte davon als Bundeskanzlerin. Doch auch wenn sie unsere ständige Begleiterin ist, wir sie täglich sehen, hören, über sie lesen, bleibt sie doch rätselhaft. Wer ist Angela Merkel?
    In diesem «International» kommen Menschen zu Wort, die Angela Merkel über all die Jahre begleitet und beobachtet haben. Tim Guldimann etwa, ehemaliger Schweizer Botschafter in Berlin, der erzählt, wie geschickt und zielsicher sich Merkel auf dem diplomatischen Parkett bewege.
    Antje Vollmer, Politikerin der Grünen, die fragt, wie es möglich sei, dass Merkel sich während ihrer Jugend in der DDR in keiner Weise politisch engagierte.
    Oder der frühere SPD-Chef Franz Müntefering, der sagt: «Wenn man in ein Flugzeug steigt, das Angela Merkel lenkt, muss man keine Angst haben – du stürzt garantiert nicht ab. Aber du weisst nicht, wo du landest.»
    30 min

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Die Welt ist unübersichtlich geworden – «International» hilft, sie zu verstehen. Mit den SRF-Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten reisen wir dorthin, wo Geschichten entstehen: Krisengebiete, Wirtschaftsmächte, vergessene Regionen.

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