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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)News
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International episodes

  • Gentrifizierung in Washington
    Ein Begriff wird zum Schimpfwort: Gentrifizierung. Gemeint ist damit ein urbaner und gesellschaftlicher Wandel. In Grossstädten werden ganze Viertel luxuriös renoviert und die Mieten schiessen in die Höhe. Leute, die Jahrzehnte hier gewohnt hatten, müssen einem zahlungskräftigen Publikum weichen. Gentrifizierung ist tatsächlich ein oft brutaler Verdrängungsprozess, den man in vielen Grosstädten kennt. In den USA entscheidet nebst dem Geld oft auch die Hautfarbe, wer aus einem Viertel vertrieben wird. Afro-Amerikaner leben in den grossen Städten immer noch mehrheitlich in maroden Quartieren. Genau dort wittern Immobilienunternehmen den grössten Gewinn. Sie kaufen billige Liegenschaften, sanieren und verkaufen sie dann zu Höchstpreisen. US-Stadtregierungen nutzen die Gelegenheit und verkaufen Immobilien, weil sie sich den Unterhalt günstiger Sozialwohnungen nicht mehr leisten können. Das beschleunigt den ganzen Veränderungsprozess noch. In der lange mehrheitlich schwarzen US-Hauptstadt Washington etwa ist Wohnen zum weissen Luxus geworden. Eine neue afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung mobilisiert deshalb gegen diese diskriminierende Gentrifizierung.
    28 min
  • Hindu-Nationalisten greifen das Erbe Gandhis an
    «Einheit in Vielfalt» war Mahatma Gandhis Gründungsidee für den unabhängigen Staat Indien. Er dachte an einen säkularen Vielvölkerstaat. Keine ethnische oder religiöse Einheit sollte die Vormacht über andere haben. Diese Idee ist in Gefahr. In Indien begann der Nationalismus als Freiheitskampf gegen die koloniale Herrschaft der Briten. Gandhi war überzeugt, dass ein Land, das mehr als 1000 ethnische Gruppierungen, Dutzende Sprachen und mehrere Religionen vereinigt, nur in Frieden leben kann, wenn diese Vielfalt anerkannt und im Alltag gelebt wird. Dass Unterschiedlichstes nebeneinander bestehen kann und muss, ist das Prinzip des indischen Staates und so in der Verfassung verankert.
    Gandhis Idee aber wird heute immer offener angegriffen. Spätestens seitdem die Regierung von Premierminister Narendra Modi an der Macht ist, ist eine andere Form von Nationalismus bemerkbar: eine, die auf der Religion beruht. Die Hindu-Nationalisten torpedieren das säkulare Indien mit dem Ziel, ein rein hinduistisches Indien zu schaffen. Und sie lassen keine Gelegenheit aus, zu mobilisieren und Kräfte zu sammeln, um ihr Ziel zu erreichen.
    29 min
  • Abgeschottet und isoliert – Jugendliche in Gaza
    Für Jugendliche in Gaza endet die Zukunftsperspektive direkt vor dem Grenzzaun. Gegen den rennen sie an, wenn es zu gewalttätigen Freitags-Protesten gegen Israel kommt. Doch nicht nur Israel, auch die radikal-islamische Hamas verbaut ihnen die Zukunft und verwehrt ihnen den Weg zu einem freien, selbstbestimmten Leben.
    Die Welt ist in Gaza 365 Quadratkilometer groß. Zwei Millionen Palästinenser leben hier, über die Hälfte ist jünger als 15 Jahre. Nur die wenigsten Bewohner hatten schon einmal Gelegenheit, den Gazastreifen zu verlassen. Auch das ist Ergebnis von 12 Jahren Blockade. Sie hat begonnen, nachdem die Hamas Macht übernahm. 12 Jahre, in denen sie ihre politischen Widersacher ausgeschaltet und das gesellschaftliche Leben durch und durch islamisiert hat.
    29 min
  • Papua-Neuguinea – Stammeskultur und der Fluch der Rohstoffe
    Vor wenigen Jahrzehnten noch trugen die Stämme im Regenwald von Papua-Neuguinea ihre Konflikte mit Pfeil und Bogen aus. Heute gehen sie mit Schnellfeuerwaffen auf einander los. Der Reichtum an Öl, Gas und Gold hat die Gier geweckt und alte Verhaltenskodexe haben der Macht des Geldes Platz gemacht. Upa 1 und Upa 2 sind Dörfer hoch in den Bergen, tief im Dschungel. Jahrelang haben sie sich bekriegt. Beide Seiten haben Tote zu beklagen. Upa 2 aber wurde mehr oder weniger dem Erdboden gleich gemacht und es musste aufgeben, weil es sich für die Miete eines Sturmgewehrs nicht mehr weiter verschulden konnte.
    Der Kampf der zwei Dörfer - Auge um Auge, Zahn um Zahn - ist nicht einfach archaische Regenwald-Exotik am Ende der Welt. Die Gewalt hat mit dem Fluch der Rohstoffe zu tun. Die Regierung Papua-Neuguineas hat voll auf das Geschäft mit der Förderung von Öl und Gas gesetzt und sie hat begonnen das viele Geld auszugeben, bevor es hereinkam. Gleichzeitig hat sich die kleine und korrupte Elite des Landes die eigenen Taschen gefüllt.
    Jetzt fehlt es überall an Geld. Die Polizei kann nicht ausrücken, weil der Geländewagen kaputt ist, im Spital fehlt es an Medikamenten und medizinischem Gerät. Stämme und Dörfer, die Angehörige in der Politik und der Verwaltung haben, kommen besser weg als die anderen. Die Vetternwirtschaft schürt Neid und Eifersucht bis tief in den Dschungel.
    Als ob der Fluch der Rohstoffe nicht übel genug wäre, ist das Land auch noch ins machtpolitische Spannungsfeld zwischen den USA und Australien auf der einen und China auf der anderen Seite geraten.
    29 min
  • Okinawas Kampf gegen die US-Präsenz
    Seit Ende des Zweiten Weltkriegs dient die Insel Okinawa, die südlichste Präfektur Japans, den USA als strategischer Stützpunkt im Ostchinesischen Meer. Gut die Hälfte der 50'000 in Japan stationierten US-Soldaten befindet sich dort. Dies sorgt seit langem für Proteste in der Bevölkerung. Besonders Lärm, Sicherheitsrisiken sowie Straftaten von US-Militärangehörigen bringen die Einheimischen in Okinawa auf die Barrikaden. Und die Menschen ärgert, dass ihre Inselgruppe die grösste Last des US-Militärs zu tragen hat – sie fühlen sich von der Zentralregierung in Tokyo im Stich gelassen. Diese hat zwar den Unmut in der Bevölkerung zur Kenntnis genommen und will eine der umstrittensten US-Stützpunkte in die idyllische Henoko-Bucht verlegen – in ein Naturschutzgebiet. Denn strategisch ist Okinawa gut gelegen: Die US-Streitkräfte sind nur wenige Flugstunden von der koreanischen Halbinsel, China, Taiwan und den Philippinen entfernt.
    Für die InselbewohnerInnen ist dies keine Lösung, ihre Wut auf Japans Regierung und das US-Militär wächst weiter und einige möchten gar die Unabhängigkeit von Japan.
    29 min
  • Wende oder weiter so – Kuba 60 Jahre nach der Revolution
    «Cambio» und «continuidad» - zwischen diesen Polen bewegt sich Kuba 60 Jahre nach der Revolution. Veränderungen möchten Jugendliche, Künstler, Kleinunternehmer und ärmere Kubanerinnen und Kubaner. Die kommunistische Partei hält am Sozialismus fest, wirtschaftliche Reformen sollen aber möglich sein. Die Kubanerinnen und Kubaner dürfen sich selbstständig machen, reisen, Häuser oder Autos kaufen, wenn auch in begrenztem Masse. Der im letzten April neu gewählte Präsident Díaz-Canel verspricht, das System zu aktualisieren. Eine neue Verfassung soll - nach zahllosen Diskussionen in Basisgruppen - noch in diesem Jahr in Kraft treten. Darin wird zwar die Alleinherrschaft der kommunistischen Partei zementiert, aber der Prozess der Veränderung in Kuba ist kaum mehr aufzuhalten.
    Leonardo Padura etwa, Kubas Erfolgsschriftsteller, bleibt trotz aller Widrigkeiten in seinem heruntergekommenen, aber lebendigen Viertel in Havanna wohnen. Die Eigenarten des kubanischen Alltags, die extremen Umstände, sind ihm eine kräftezehrende Bürde, aber auch künstlerische Nahrung.
    36 min
  • Wende oder weiter so – Kuba 60 Jahre nach der Revolution
    «Cambio» und «continuidad». Zwischen diesen Polen bewegt sich Kuba 60 Jahre nach der Revolution. Veränderungen möchten Jugendliche, Künstler, Kleinunternehmer und ärmere Kubanerinnen und Kubaner. Die kommunistische Partei hält am Sozialismus fest; wirtschaftliche Reformen sollen aber möglich sein. Die Kubanerinnen und Kubaner dürfen sich selbständig machen, reisen, Häuser oder Autos kaufen, wenn auch in begrenztem Masse. Der im letzten April neu gewählte Präsident Díaz-Canel verspricht, das System zu aktualisieren. Eine neue Verfassung soll - nach zahllosen Diskussionen in Basisgruppen - noch in diesem Jahr in Kraft treten. Darin wird zwar die Alleinherrschaft der kommunistischen Partei zementiert, aber der Prozess der Veränderung in Kuba ist kaum mehr aufzuhalten.
    Leonardo Padura etwa, Kubas Erfolgsschriftsteller, bleibt trotz aller Widrigkeiten in seinem heruntergekommenen, aber lebendigen Viertel in Havanna wohnen. Die Eigenarten des kubanischen Alltags, die extremen Umstände, sind ihm eine kräftezehrende Bürde, aber auch künstlerische Nahrung.
    36 min
  • Hawaii – ein Inselparadies mit Pestiziden
    Kauaii gehört zur hawaiischen Inselkette – und ist wegen ihrer Schönheit beliebtes Reiseziel. Doch die Insel ist auch ein Testlabor für Agro-Chemie-Konzerne, die dort seit Jahrzehnten neue Gen-Pflanzen und Pestizide entwickeln. Seit sich Krankheiten auf der Insel mehren, laufen Aktivisten Sturm gegen den massiven Pestizideinsatz.
    Dabei geht es um die Frage: bringen die grossen Agrarchemiekonzerne Arbeitsplätze und Wohlstand auf die Insel? Oder verursachen ihre massiven Pestizideinsätze zu Testzwecken auffallend viele Krankheiten wie Krebs, wie viele BewohnerInnen geltend machen? Sie machen die Konzerne für hohe Krebsraten und Missbildungen auf Kauaii, Hawaii verantwortlich. Doch die Unternehmen weisen jede Verantwortung von sich. Sie verhindern gesetzliche Regulierungen mit Lobbyismus und Klagen. Und weil sie den InselbewohnerInnen Geld und Arbeitsplätze versprechen, können sie auf Rückendeckung der lokalen Politik zählen.
    Klar ist: Leidtragende sind vor allem die Bewohnerinnen und Bewohner auf der ärmeren Westseite der Insel, wo sich Testfelder in unmittelbarer Nähe von Schulen und Siedlungen befinden.
    28 min
  • Usbekistan – Tauwetter an der Seidenstrasse?
    Kaum ein Land war so abgeschottet wie Usbekistan: fast drei Jahrzehnte regierte Staatsgründer Islam Karimow das zentralasiatische Land mit eiserner Faust. Vor zwei Jahren starb er, sein Nachfolger fährt einen vorsichtigen Kurs der Öffnung – und löst damit Aufbruchstimmung aus. Der neue Präsident Schawkat Mirsijojew war ein Weggefährte von Langzeitherrscher Karimow. Dieser hatte Usbekistan mit sowjetischen Methoden regiert: Abschottung gegen aussen, Repression gegen innen – das war seine Politik.
    Zur Überraschung vieler hat Karimows Nachfolger Mirsijojew diese Selbstisolation nun beendet: er vereinfachte die Visa-Regeln, um Touristen anzulocken. Nach Usbekistan zu reisen ist inzwischen so einfach wie wohl noch nie in der Geschichte – seit ein paar Jahren boomt der Tourismus, was für viele Usbeken Arbeit und Einkommen bedeutet.
    Auch Usbekistans Wirtschaftselite freut sich über die Öffnung: man kann jetzt besser Devisen wechseln und mit dem Ausland handeln. Die Aufbruchstimmung ist im ganzen Land zu spüren.
    Aber nicht bei allen: viele trauen dem Tauwetter nicht und glauben, dass die jetzige Staatsmacht nicht weniger autoritär wird als die alte. Schliesslich war Mirsijojew unter Karimow Regierungschef, und auch beteiligt, als die Regierung 2005 bei sozialen Protesten in Andischan Soldaten auf Demonstranten schiessen liess.
    Wohin die Aufbruchstimmung in Usbekistan führt, ist derzeit noch ungewiss.
    29 min
  • «Made in Palestine»: Palästinensische Wirtschaft ohne Perspektive
    Die Weltbank macht sich Sorgen um die palästinensische Wirtschaft. Das Pro-Kopf-Einkommen in den Palästinensergebieten sinkt, die Arbeitslosigkeit steigt. Zu viele Hindernisse hemmen eine wirtschaftliche Entwicklung. An wirtschaftlicher Initiative mangelt es den Palästinensern eigentlich nicht: Da fährt eine Bäuerin aus der palästinensischen Westbank täglich zum Markt in Ostjerusalem, um Kräuter und Gemüse zu verkaufen, ein palästinensischer Bauernsohn und Anthropologe gründet eine erfolgreiche Olivenölfabrik und die Chefin der palästinensischen Exportförderungsgesellschaft wird nicht müde, palästinensische Produkte zu vermarkten. Doch alle drei kämpfen mit Hindernissen: Die Bäuerin hat seit dem Bau der Mauer zwischen Ostjerusalem und der Westbank Mühe, überhaupt zum Markt zu gelangen. Der Olivenölproduzent kann seine Fabrik nicht ausbauen, weil die Bauern, die ihn beliefern, nur auf einem Teil ihres Landes überhaupt ernten können. Und die Exportchefin kämpft mit einer Unmenge von Vorschriften, welche die Ausfuhr von palästinensischen Produkten erschweren oder gar verhindern.
    Für die meisten Palästinenser ist klar: Schuld an der schlechten Wirtschaftslage sind die Israelis, die mit ihren Checkpoints, Reiseverboten und Warentransportvorschriften eine wirtschaftliche Entwicklung in den Palästinensergebieten verunmöglichten. Auf israelischer Seite weist man auf die vielen gutbezahlten Arbeitsplätze hin, die israelische Siedler im besetzten Gebiet auch für Palästinenser schüfen.
    Eine Reportage aus Ost Jerusalem und der Westbank.
    28 min

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Die Welt ist unübersichtlich geworden – «International» hilft, sie zu verstehen. Mit den SRF-Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten reisen wir dorthin, wo Geschichten entstehen: Krisengebiete, Wirtschaftsmächte, vergessene Regionen.

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