ERF Plus - Bibel heute

Jesu Weg nach Golgatha


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Jesus gerät nach einer doch relativ langen Zeit des öffentlichen Wirkens in die Hände der Römer. Die römische Herrschaft, sie zeichnet sich aus durch ihre Grausamkeit. Dieser kleine Hügel, der den Namen Golgatha trägt und außerhalb der Stadt Jerusalem liegt, ist ein sichtbares Zeichen dafür. Hier sterben Menschen qualvoll mit Händen und Füßen an ein Kreuz genagelt.

Gott, der in Jesus Mensch wird, er weiß, was es heißt zu leiden. Er weiß, wie es ist, verspottet zu werden. Er weiß, wie es ist, von den besten Freunden allein gelassen zu werden. Aber Jesus leidet nicht nur an dieser Misshandlung durch die Römer, ich glaube, er leidet vielmehr an der Sünde seines Volkes.

Jesus ist jetzt auf dem Weg nach Golgatha und sichtbar für all die Menschen, die am Wegesrand stehen, trägt er sein Kreuz. Merken Sie, was für eine verdrehte Welt das ist? Da sind römische Soldaten mit Jesus unterwegs, die zu jeder grausamen Tat fähig sind, die eigentlich den Tod verdient hätten. Da waren unter den Zuschauern bestimmt Pharisäer und Schriftgelehrte, die in ihrem Hass den Tod von Jesus geplant hatten. Da ist Jesus der Einzige, der mit Recht sagen kann: „Weswegen verurteilt ihr mich?“

Jesus trägt die Sünden der Welt

Jesus trägt dieses Kreuz, das ist sichtbar. Aber er trägt noch viel mehr. Er trägt die Sünde der Welt.

Können Sie sich vorstellen, was das für eine Last ist? Jesus trägt Neid und Lüge, er trägt Mord und Ehebruch, er trägt jedes noch so schlimme Verbrechen, dass ein Mensch begehen kann.

Zu den römischen Soldaten, die ihn so schwer, so grausam misshandelt haben, zu denen kann er sagen: „Für das, was ihr tut, sterbe ich! Ihr hättet den Tod verdient.“

Einer stirbt für alle, damit alle in der Ewigkeit bei Gott sein können. An all das werde ich erinnert, wenn ich bei mir aus dem Fenster sehe und auf dem Kirchturm ein großes Kreuz sehe. Wenn die Sonne es anstrahlt, dann ist es weithin, Kilometer weit, sichtbar.

Jesus ist das Licht der Welt

In dieser so verdrehten Welt, wo grausame Machthaber regieren, wo der Hass regiert, in der Dunkelheit dieser Welt ist Jesus das wegweisende Licht. In dieser Dunkelheit zeugen seine Worte und seine Taten davon, dass er der Erlöser, der Messias, der Mensch gewordene Gott ist.

Einige in seinem Volk erkannten das. Nicht weil sie besonders gut waren oder weil sie besonders gebildet waren. Aus reiner Gnade erkannten sie, dass Jesus der verheißene Messias ist. Gott öffnet durch seinen Heiligen Geist dem Menschen die Augen, dass er in Jesus den Erlöser erkennen kann.

Am Wegesrand stehen weinende und klagende Frauen. Die Bibel lässt das ganze offen, ob das einfach nur Klagefrauen waren oder wirklich Frauen, die zutiefst ergriffen waren von dem, was sie da sehen konnten. Eine dramatische Szene. Auf der einen Seite die römischen Soldaten, die so abgebrüht sind, dass sie später unter dem Kreuz von Jesus um sein Gewand würfeln. Auf der anderen Seite die Trauer, die Tränen dieser klagenden Frauen. Was sie hier sehen, was sie hier erleben, wird für immer die Geschichte der Menschheit verändern. Es gibt kein historisches Ereignis, dass eine größere Bedeutung für das Leben des Menschen hätte.

Die Last des Kreuzes

Wie befreiend ist es, wenn mir jemand eine Last abnimmt, die mich zu Boden drückt. Wie befreiend ist es, wenn jemand in das persönliche Leid hineinkommt und mir hilft. Diese Aufgabe übernimmt plötzlich jemand. Simon von Kyrene, er trägt für eine Weile das Kreuz, er wird zum Lastenträger, er entlastet Jesus. Ganz praktisch heißt das für mich: wo kann ich jemanden, wo kann ich jemanden heute entlasten? Wo zeigt Gott mir jemanden, der meine Hilfe braucht? Ich möchte Lastenträger sein, aber das auch mit dem richtigen Maß. Ich möchte meine persönlichen Grenzen annehmen.

Von der Last des Kreuzes befreit richtet Jesus sich warnend an die weinenden und klagenden Frauen. Er sagt ihnen: „Das, was ihr hier seht, an Leid, das wird euch treffen.“

Besser ausgedrückt wäre es vielleicht so: „Das, was ihr hier an Gericht Gottes erlebt, das wird euch treffen.“ Was Jesus hier erlebt und durchlebt, dass ist Gericht Gottes. Jesus nimmt den Platz des Sünders ein, er nimmt Gottes Gericht für den Menschen auf sich.

Jesus zieht das Gericht Gottes auf sich, damit der Mensch, damit ich nicht in dieses Gericht hineinkomme.

Bedeutung für uns heute

Ein wenig unverständlich wird es jetzt, wo Jesus von grünem und dürrem Holz redet. Aber was ich verstehe, ist: grünes Holz, das bedeutet Leben. Grünes Holz, das verbinde ich mit einem Baum, der blüht und Früchte trägt. Da gibt es Wachstum und Bewegung.

Ich habe mich gefragt, wohin zeigt Jesus jetzt? Zeigt er auf das Gericht, das sein Volk ein paar Jahrzehnte später treffen wird? Da bricht ein Krieg zwischen Römern und Juden aus. Jerusalem wird Monate lang belagert. Jerusalem wird erobert, der Tempel wird zerstört. Eine Zeit des Schreckens und des Leidens für Gottes Volk.

Ich kann diesen Vergleich, den Jesus da gebraucht, auch ganz konkret auf mein Leben beziehen.

Bin ich ein grünender Baum, der sein Lebenswasser aus der Quelle des Lebens bekommt oder bin ich totes Holz? Dieses tote Holz erinnert mich an einen Weihnachtsbaum. Schön geschmückt sieht der wunderbar aus, aber nach einer Woche sieht man doch, dieser Baum ist tot. Äußerer Schmuck kann das vielleicht für eine Zeit anders aussehen lassen.

Also, ich möchte angeschlossen sein an die Quelle des Lebens, ich möchte in einer lebendigen Beziehung zu Jesus leben und nicht in Bräuchen, in denen es das wahre Leben, in denen es Jesus nicht gibt.

Und da fällt mir noch eine Geschichte aus dem Alten Testament ein. Aaron, der Bruder von

Mose, er nimmt seinen Hirtenstab und wirft ihn auf die Erde. Dieses tote Holz, es fängt plötzlich an zu blühen! So etwas kann nur Gott tun. Gott schenkt das Leben, er schenkt geistliches Leben, das in eine ewige Beziehung hineinführt, in der Gott immer der verlässliche, der treue Partner ist.

Ich weiß nicht, welche Bedeutung das Kreuz für Sie hat. Mich erinnert es an die Gnade Gottes. Und wenn ich an diesen Leidensweg denke, den Jesus genommen hat, dann denke ich auch an die Christen, die heute ähnliches erleben. Ich denke an das Zeugnis eines Christen aus dem Iran.

Weil er an Jesus glaubt und das auch öffentlich bekennt, wird er brutal gefoltert. Er bekommt Fußtritte in den Rücken, er bekommt Schläge ins Gesicht.

Können Sie Jesus da wiedererkennen? Können Sie Jesus sehen und erkennen die Menschen, die gerade in einer leidvollen Phase ihres Lebens sind? Werden Sie doch auch zu einem Lastenträger, der andere entlastet, der mitleidet, den Gott aktiv in sein Handeln mit hineinnehmen kann.

Autor: Klaus Brier

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