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"Kinder, das Frühstück ist fertig!"
Sie sind Vater oder Mutter und haben das Frühstück für Ihre Familie zubereitet. Meistens ist es wohl so, dass Sie das als Elternteil tun, Sie wissen doch genau, was jeder gerne isst und auch, was die Kinder brauchen. Es geht morgens am schnellsten, wenn Sie es tun. Und Sie tun es ja gerne, denn Sie lieben Ihre Familie und die Kinder finden es gut, wenn sie sich an den gedeckten Tisch setzen können, wenn die Schulbrote gemacht sind. Die Kinder nehmen es als selbstverständlich hin, dass Sie das für sie tun und wenn es mal nicht so läuft, wie sie es gewohnt sind, kann es auch schon mal zu Bemerkungen oder Beschwerden kommen. Aber im Wesentlichen läuft der Alltag so ab – jeder bekommt am Morgen etwas in den Bauch, das ihn startklar für den Tag macht.
Natürlich gibt es auch Familien, da muss alles so schnell gehen, dass es für die gemeinsame Mahlzeit kaum Zeit gibt, wo der Stress regiert, alle sich beeilen müssen oder wo ungewohnte Veränderungen in der Familienstruktur zu Kummer und Sorgen geführt haben, die schwer zu ertragen sind.
Aber ich gehe mal davon aus, dass das Frühstück zusammen eingenommen wird und dass sich die Familienmitglieder dabei über das unterhalten, was sie bewegt, was am Tage so ansteht, auf was sie sich freuen, worüber sie sich ärgern oder was sie fürchten. Und … bei dieser Mahlzeit können sie sich geborgen fühlen.
Das gemeinsame Mahl kann so wichtig sein, wie ich in vielen Stellen in der Bibel davon erfahre. Besonders im Neuen Testament höre ich von vielen Mahlzeiten, die Jesus mit den unterschiedlichsten Menschen eingenommen hat, meistens mit gesellschaftlich Geächteten, oder von Gesellschaft und den Pharisäern Abgelehnten. Und viele Male höre ich von Mahlzeiten mit seinen Jüngern.
Nicht nur das Mahl am Vorabend des Passahfestes, das als Jesu Vermächtnis für Christen so eine große Bedeutung hat, sondern auch das Frühstück, das Jesus am See Tiberias für einige seiner Jünger bereitet, zählt zu den wichtigen Mahlzeiten, bei denen Jesus besondere Mitteilungen macht.
Einige Jünger – darunter Simon Petrus, Thomas, genannt der Zwilling, die Söhne des Zebedäus, also auch Johannes, der Jünger, der Jesus sehr nahestand oder den er liebte, wie es oft heißt, und noch zwei namentlich nicht Genannte – kamen – wie Jesus es bei seiner letzten Begegnung mit ihnen gewünscht hatte – am Abend ans Ufer des Sees Tiberias in Galiläa zurück.
Jesus ist gekreuzigt und auferstanden und ist vielen Menschen und auch ihnen in Fleisch und Blut begegnet – ein lebendiger und dennoch vergeistigter Mensch, der den Tod überwunden hat und wiedergekehrt ist. Aber die Jünger sind immer noch verängstigt, verunsichert und sie fühlen sich verlassen, da Jesus nicht mehr immer bei ihnen ist wie gewohnt.
Sie kommen an den See und wissen vielleicht nicht, was sie tun sollen. Wieder zu ihrem alten Job zurückkehren als Fischer? In das Boot steigen, das drei Jahre dort gelegen hat, nachdem Jesus sie zu Menschenfischern ernannt hatte? Was spricht dagegen, das zu machen, was sie ihr ganzes Leben getan haben?
Simon Petrus beschließt, fischen zu gehen, steigt ins Boot, zieht seine Kleider aus bis auf den Lendenschurz und die anderen tun es ihm nach. Die ganze Nacht sind sie draußen auf dem See. Ich stelle mir vor, dass sie schweigen, traurig ihren Gedanken nachhängen, an Jesus denken, ihn vermissen und dennoch im Kummer darüber vereint sind. Die Stunden vergehen, sie fangen nichts und als die Morgendämmerung heraufzieht, beschließen sie, ans Ufer zurückzurudern.
Während sie rudern, können sie am Ufer einen Menschen ausmachen. Ein Feuer brennt. Als sie in Rufweite gelangen, werden sie angerufen: "Hallo Kinder, habt ihr nichts gefangen?" In dieser Frage hören sie keinen Spott, nur aufrichtige Besorgnis und Simon Petrus antwortet mit einem Wort: „Nichts!“
Wieder spricht der Fremde sie an: „Werft euer Netz auf der rechten Seite aus! Dann werdet ihr Fische fangen!“ Wieder ist in diesen Worten nur Freude und Freundlichkeit zu hören, und so tun sie, was der Fremde am Ufer ihnen zuruft. Es vergehen nur wenige Augenblicke und unzählige Fische zappeln in ihrem Netz. Johannes erinnert sich an eine ähnliche Begebenheit und er ist sich so sicher, dass er laut ausruft: „Es ist der Herr!“
Die Klarheit dieser Worte erfüllt die Jünger mit übermäßiger Freude und Simon Petrus kann sich nicht mehr beherrschen; er wirft seine Kleider über und springt ins Wasser, wie er es schon einmal getan hat, damals als Jesus auf dem Wasser ging. Er kann es kaum abwarten, zum Herrn zu gelangen. Jesus lässt sie das Boot an Land bringen und breitet seine Arme aus: "Kommt, das Frühstück ist bereitet!"
Da ist es: dieses „Komm!“ Es bedeutet: „Kommt, meine Kinder!“ Dieser Ruf erfüllt mit Liebe und Fürsorge, Trost und Helligkeit diesen frühen dämmrigen Morgen am See Tiberias. Die Jünger sind überwältigt. Sie sehen das Feuer, auf dem duftendes Brot und Fische liegen. Sie spüren jetzt einen übermächtigen Hunger, mehr als der Wunsch nach körperlicher Sättigung, nach Erfüllung ihres von Trauer und Kummer überdeckten starken Bedürfnisses nach Jesus, nach seiner Liebe, seiner Führung, seiner Gegenwart.
Jesu Nähe umhüllt sie und sofort ist die tiefe Verbundenheit zu spüren, wie sie auch in einer Familie bei einer gemeinsamen friedlichen Mahlzeit erlebt werden kann.
Ich stelle mir diese Szene vor und sie fühlt sich vertraut an. So erlebe ich Familie in reinster Form, alle Teil eines großen Ganzen, das mehr ist als alle seine Teile.
Das ist es für mich: Alle Geschöpfe der Erde zusammen sind durch Jesus Christus und in ihm mehr als nur ihre Teile, alle unsere Fähigkeiten oder Möglichkeiten sind durch ihn viel mehr. Es ist ein unvorstellbar wunderbares Leben, das uns durch Jesus Christus erwartet, wenn wir seinem liebevollen Zuruf folgen:
„Kommt, Kinder! Es ist alles bereit!“
Autor: Antje de Boer
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By ERF - Der Sinnsender5
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"Kinder, das Frühstück ist fertig!"
Sie sind Vater oder Mutter und haben das Frühstück für Ihre Familie zubereitet. Meistens ist es wohl so, dass Sie das als Elternteil tun, Sie wissen doch genau, was jeder gerne isst und auch, was die Kinder brauchen. Es geht morgens am schnellsten, wenn Sie es tun. Und Sie tun es ja gerne, denn Sie lieben Ihre Familie und die Kinder finden es gut, wenn sie sich an den gedeckten Tisch setzen können, wenn die Schulbrote gemacht sind. Die Kinder nehmen es als selbstverständlich hin, dass Sie das für sie tun und wenn es mal nicht so läuft, wie sie es gewohnt sind, kann es auch schon mal zu Bemerkungen oder Beschwerden kommen. Aber im Wesentlichen läuft der Alltag so ab – jeder bekommt am Morgen etwas in den Bauch, das ihn startklar für den Tag macht.
Natürlich gibt es auch Familien, da muss alles so schnell gehen, dass es für die gemeinsame Mahlzeit kaum Zeit gibt, wo der Stress regiert, alle sich beeilen müssen oder wo ungewohnte Veränderungen in der Familienstruktur zu Kummer und Sorgen geführt haben, die schwer zu ertragen sind.
Aber ich gehe mal davon aus, dass das Frühstück zusammen eingenommen wird und dass sich die Familienmitglieder dabei über das unterhalten, was sie bewegt, was am Tage so ansteht, auf was sie sich freuen, worüber sie sich ärgern oder was sie fürchten. Und … bei dieser Mahlzeit können sie sich geborgen fühlen.
Das gemeinsame Mahl kann so wichtig sein, wie ich in vielen Stellen in der Bibel davon erfahre. Besonders im Neuen Testament höre ich von vielen Mahlzeiten, die Jesus mit den unterschiedlichsten Menschen eingenommen hat, meistens mit gesellschaftlich Geächteten, oder von Gesellschaft und den Pharisäern Abgelehnten. Und viele Male höre ich von Mahlzeiten mit seinen Jüngern.
Nicht nur das Mahl am Vorabend des Passahfestes, das als Jesu Vermächtnis für Christen so eine große Bedeutung hat, sondern auch das Frühstück, das Jesus am See Tiberias für einige seiner Jünger bereitet, zählt zu den wichtigen Mahlzeiten, bei denen Jesus besondere Mitteilungen macht.
Einige Jünger – darunter Simon Petrus, Thomas, genannt der Zwilling, die Söhne des Zebedäus, also auch Johannes, der Jünger, der Jesus sehr nahestand oder den er liebte, wie es oft heißt, und noch zwei namentlich nicht Genannte – kamen – wie Jesus es bei seiner letzten Begegnung mit ihnen gewünscht hatte – am Abend ans Ufer des Sees Tiberias in Galiläa zurück.
Jesus ist gekreuzigt und auferstanden und ist vielen Menschen und auch ihnen in Fleisch und Blut begegnet – ein lebendiger und dennoch vergeistigter Mensch, der den Tod überwunden hat und wiedergekehrt ist. Aber die Jünger sind immer noch verängstigt, verunsichert und sie fühlen sich verlassen, da Jesus nicht mehr immer bei ihnen ist wie gewohnt.
Sie kommen an den See und wissen vielleicht nicht, was sie tun sollen. Wieder zu ihrem alten Job zurückkehren als Fischer? In das Boot steigen, das drei Jahre dort gelegen hat, nachdem Jesus sie zu Menschenfischern ernannt hatte? Was spricht dagegen, das zu machen, was sie ihr ganzes Leben getan haben?
Simon Petrus beschließt, fischen zu gehen, steigt ins Boot, zieht seine Kleider aus bis auf den Lendenschurz und die anderen tun es ihm nach. Die ganze Nacht sind sie draußen auf dem See. Ich stelle mir vor, dass sie schweigen, traurig ihren Gedanken nachhängen, an Jesus denken, ihn vermissen und dennoch im Kummer darüber vereint sind. Die Stunden vergehen, sie fangen nichts und als die Morgendämmerung heraufzieht, beschließen sie, ans Ufer zurückzurudern.
Während sie rudern, können sie am Ufer einen Menschen ausmachen. Ein Feuer brennt. Als sie in Rufweite gelangen, werden sie angerufen: "Hallo Kinder, habt ihr nichts gefangen?" In dieser Frage hören sie keinen Spott, nur aufrichtige Besorgnis und Simon Petrus antwortet mit einem Wort: „Nichts!“
Wieder spricht der Fremde sie an: „Werft euer Netz auf der rechten Seite aus! Dann werdet ihr Fische fangen!“ Wieder ist in diesen Worten nur Freude und Freundlichkeit zu hören, und so tun sie, was der Fremde am Ufer ihnen zuruft. Es vergehen nur wenige Augenblicke und unzählige Fische zappeln in ihrem Netz. Johannes erinnert sich an eine ähnliche Begebenheit und er ist sich so sicher, dass er laut ausruft: „Es ist der Herr!“
Die Klarheit dieser Worte erfüllt die Jünger mit übermäßiger Freude und Simon Petrus kann sich nicht mehr beherrschen; er wirft seine Kleider über und springt ins Wasser, wie er es schon einmal getan hat, damals als Jesus auf dem Wasser ging. Er kann es kaum abwarten, zum Herrn zu gelangen. Jesus lässt sie das Boot an Land bringen und breitet seine Arme aus: "Kommt, das Frühstück ist bereitet!"
Da ist es: dieses „Komm!“ Es bedeutet: „Kommt, meine Kinder!“ Dieser Ruf erfüllt mit Liebe und Fürsorge, Trost und Helligkeit diesen frühen dämmrigen Morgen am See Tiberias. Die Jünger sind überwältigt. Sie sehen das Feuer, auf dem duftendes Brot und Fische liegen. Sie spüren jetzt einen übermächtigen Hunger, mehr als der Wunsch nach körperlicher Sättigung, nach Erfüllung ihres von Trauer und Kummer überdeckten starken Bedürfnisses nach Jesus, nach seiner Liebe, seiner Führung, seiner Gegenwart.
Jesu Nähe umhüllt sie und sofort ist die tiefe Verbundenheit zu spüren, wie sie auch in einer Familie bei einer gemeinsamen friedlichen Mahlzeit erlebt werden kann.
Ich stelle mir diese Szene vor und sie fühlt sich vertraut an. So erlebe ich Familie in reinster Form, alle Teil eines großen Ganzen, das mehr ist als alle seine Teile.
Das ist es für mich: Alle Geschöpfe der Erde zusammen sind durch Jesus Christus und in ihm mehr als nur ihre Teile, alle unsere Fähigkeiten oder Möglichkeiten sind durch ihn viel mehr. Es ist ein unvorstellbar wunderbares Leben, das uns durch Jesus Christus erwartet, wenn wir seinem liebevollen Zuruf folgen:
„Kommt, Kinder! Es ist alles bereit!“
Autor: Antje de Boer
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