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Mozart und Beethoven waren genial, Wagner hat treue Anhänger – aber nichts schlägt die (auch popkulturelle) Begeisterung für Johann Sebastian Bach, der für viele als der großartigste Komponist aller Zeiten gilt. Albert Einstein soll über Bachs Werk gesagt haben: „Hören, spielen, lieben, verehren und – das Maul halten!“ Letzteres wollen Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz in dieser Folge von „Klassik für Taktlose“ keineswegs tun: Sie gehen der Bach-Faszination auf den Grund und analysieren, was diese so geradlinige und logische, aber dennoch so emotionale Musik ausmacht. Wie ein Mann, der die meiste Zeit seines Lebens der Kirchenmusik gewidmet hat, auch bei ganz unreligiösen Menschen spirituelle Gefühle wecken kann. Und wie das, was Bach hinterlassen hat – von seinen Präludien bis zur Kontrapunkt-Technik – in Pop, elektronischer Musik und sogar Gaming-Soundtracks nachwirkt.
Von Johann Sebastian Bach werden in diesem Podcast folgende Werke angespielt:
außerdem Ausschnitte aus folgenden Werken:
Arturo Toscanini, der berühmteste Dirigent seiner Zeit, hat den Konkurrenten zutiefst gehasst, sein Orchester hat ihn gefürchtet, aber herrlich für ihn gespielt – und das Publikum schätzte ihn als einen der bedeutendsten Interpreten seiner Zeit: Erinnerungen an Serge Kussevitzky zu dessen 150. Geburtstag.
Zu hören sind Aufnahmen mit dem Boston Symphony Orchestra, dem Kussevitzky ein Vierteljahrhundert vorstand und das er zu einem der herausragenden Klangkörper der Welt geformt hat. Mit Musik von Tschaikowsky, Rachmaninow, Sibelius, Richard Strauss, aber auch Mozart und Schumann.
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Neuinszenierungen von Carl Maria von Webers Oper gehen seit langem regelmäßig schief. Regisseure misstrauen der deutschen Romantik. Die Bregenzer Festspiele wagen sich dennoch an das einst viel gespielte Werk mit den vielen Wunschkonzertnummern – vom Jägerchor bis zu "Durch die Wälder und die Auen". Im Musiksalon stellen wir die Frage: Was singt man im deutschen Wald; und was steckt dahinter?
Zu hören sind Ausschnitte aus zwei legendären historischen Aufnahmen: Joseph Keilberth dirigiert die Berliner Philharmoniker und den Chor der Deutschen Oper Berlin (mit Elisabeth Grümmer als Agathe, Lisa Otto als Ännchen und Rudolf Schock als Max), Rudolf Kempe dirigiert die Staatskapelle Dresden (mit Kurt Böhme als Kaspar).
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Es ist das wohl berühmteste Orchester der Welt und für viele auch das allerbeste (sorry, Berlin!). Die Wiener Philharmoniker sind eine Institution. Aber was macht sie eigentlich so besonders, und was bedeutet es, Teil der Philharmoniker zu sein? Katharina Engelbrecht hat Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz im Podcast-Studio besucht und gibt Einblicke ins Orchesterleben: Sie spielt Erste Geige bei den Wiener Philharmonikern und erzählt dem „Klassik für Taktlose“-Team nicht nur, was den Wiener Klang ausmacht und was an der Organisationsform des Orchesters so speziell ist, sondern auch, warum man den Philharmonikern nachsagt, nicht das flotteste Orchester zu sein. Und warum es Dirigenten mit ihnen nicht immer leicht haben.
Zu hören sind Ausschnitte aus folgenden Aufnahmen:
Vor 20 Jahren ist Carlos Kleiber gestorben, einer der umjubelten Dirigenten seiner Generation, der sich rar und immer rarer gemacht hat, um schließlich ganz zu verstummen. Das Publikum war vernarrt in seine energetischen, hoch explosiven Interpretationen – und wir versuchen im Musiksalon nachzuspüren, was diesen Künstler so besonders gemacht hat.
Zu hören sind Ausschnitte aus der CD-Edition "Carlos Kleiber: Die DG-Aufnahmen" (Universal) und ein Probenmitschnitt mit dem Südfunk-Sinfonieorchester (Arthaus)
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In seinen Opern hat W. A. Mozart wie kein Zweiter das Seelenleben seiner Bühnenfiguren durchleuchtet. In den Ensemblesätzen konfrontiert er die psychologischen Zustände dann kühn miteinander – und findet doch zu höchster musikalischer Harmonie. Wie das geht, fragt Wilhelm Sinkovicz im aktuellen „Musiksalon“.
Zu hören sind Aufnahmen unter anderem mit Eberhard Waechter und Elisabeth Schwarzkopf („Don Giovanni“), Lisa Della Casa, Christa Ludwig, und Paul Schöffler („Così fan tutte“) und Julia Varady („Idomeneo“ und „La clemenza di Tito“) unter den Dirigenten Carlo Maria Giulini und Karl Böhm (EMI, DG, Decca).
„Die drei Tenöre“, gut und schön, für viele Wiener Opernfreunde war aber Giacomo Aragall zumindest der Vierte im Bunde, wenn nicht der Erste. Der Katalane, jüngst 85 geworden, leitetet derzeit eine Meisterklasse in Wien – mit öffentlichem Finale am Samstag im Alten Rathaus. Lauschen wir den großen Momenten einer Traumstimme.
Zu hören sind Ausschnitte aus Massenets „Manon“, Puccinis „Bohème“, „Turandot“ (unter Lamberto Gardelli - BMG) sowie „Tosca“ (Sir Georg Solti – Decca), Bellinis „I Capuelti e i Montecchi (mit Luciano Pavarotti unter Claudio Abbado – IDIS), Verdis „Simon Boccanegra“ (Solti – Decca) sowie Leoncavallos „Mattinata“ (Javier Pérez Batista - Discmedia).
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Sie ist am Fußballrasen zu hören. Sie polarisiert immer wieder. Und sie ist im Grunde ein Mysterium: Die österreichische Bundeshymne wurde komponiert von – na, wem denn? Soviel vorweg: Mozart war es höchstwahrscheinlich nicht, auch wenn das bei der Einführung als Hymne viele glauben wollten. Also spulen Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz durch die österreichische Hymnengeschichte, diskutieren über Freimaurerrituale und über Komponisten, die als Urheber infrage kommen.
Hörproben:
…und so lange ist es auch wieder nicht her. Aus Anlass der problematischen Neuproduktion von „Così fan tutte“, deren musikalischer Teil am Samstag via Ö1 nachgehört werden kann: Eine kleine akustische Bestandsaufnahme in Sachen Mozart-Gesang, gespeist aus der Aufführungstradition der Wiener Staatsoper und der Salzburger Festspiele.
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Kein Wiener Musikveranstalter denkt daran, auch nur ein Werk des einst für das Musikleben der Stadt so bedeutenden Komponisten Franz Schmidt aufs Programm zu setzen, auch die Philharmoniker nicht, deren Solocellist Schmidt einmal war. Immerhin: In Gmunden spielt man am kommenden Sonntag zur Feier des 150. Geburtstags des Komponisten eines der vielen Werke, die der einarmige, legendäre Pianist Paul Wittgenstein bei Schmidt in Auftrag gegeben hat – und dazu gleich ein Werk von Schmidts Zeitgenossen Erich W. Korngold, an dessen einstigem Wohnhaus in Gmunden zwar die Gedenktafel verrottet. Aber immerhin: Man spielt seine Musik. Grund genug, die beiden Antipoden der „anderen Wiener Moderne“ einander gegenüberzustellen. Zwei Werke, komponiert für Wittgenstein und voll von sehr wienerischer Klang-Nostalgie.
Zu hören sind Ausschnitte aus den Aufnahmen von Korngolds „Suite op. 29“ und Schmidts Klavierquintett in G-Dur, die Leon Fleisher mit Kollegen wie Joseph Silverstein, Jaime Laredo und Yo-Yo Ma für Sony Classical gemacht hat. Außerdem kurze Passagen aus Korngolds Klavierkonzert in Fis (Marc A. Hamelin, BBC Scottish SO, Osmo Vänskä – Hyperion) und Schmidts Beethoven-Variationen (Markus Becker, NDR Philharmonie, E. Oue – cpo).
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