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Diesmal mit Katharina Schipkowski und Susanne Schwarz.
Deutschland steht vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Der Vorwurf: zu wenig Klimaschutz. Die Klage kommt von neun Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unterstützt werden. Was bedeutet das jetzt?
Die Niederlande treten aus dem als klimaschädlich geltenden Energiechartavertrag aus, dessen Mitglieder Energiekonzernen besonderen Investitionsschutz zusichern - was diese oft zulasten von neuen Klimastandards ausnutzen. Deutschland ist Teil des Vertrags. Aber auch hierzulande bewegt sich etwas.
Klimaaktivist:innen haben diese Woche kurzzeitig Christian Lindners (FDP) Finanzministerium besetzt. Sie fordern einen Schuldenerlass für den globalen Süden, damit dort mehr Geld in Klimaschutz fließen kann - und außerdem, um die ökologischen Schulden der Industrieländer auszugleichen. Das ist bisher nicht so richtig in Aussicht. Immerhin: Deutschlands Zahlungen für Klimaschutz und -anpassung an arme Länder lagen im vergangenen Jahr höher als erwartet.
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Das klima update° wird jede Woche von Spender*innen unterstützt. Wenn auch du dazu beitragen willst, geht das HIER https://www.verein-klimawissen.de/spenden. Wir danken hier und jetzt - aber auch noch mal namentlich im Podcast (natürlich nur, wenn ihr zustimmt).
Diese Woche mit Verena Kern und Sandra Kirchner.
Aufgeheizte Debatte: Was eigentlich undenkbar schien, ist diese Woche eingetreten. Liberale und konservative Politiker:innen feiern Greta Thunberg und sehen die Klima-Aktivistin auf ihrer Seite in Sachen Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken. Dabei hatte Thunberg lediglich gesagt, dass sie es für eine schlechte Idee halte, auf Kohle zu setzen, wenn man noch laufende AKW hat.
Klimapsychologie: In Sachen Klimaschutz leben viele Menschen in einer "falschen sozialen Realität". Sie unterschätzen die Handlungsbereitschaft ihrer Mitmenschen teilweise drastisch, zeigen psychologische Studien. Das Problem: Durch die Fehleinschätzung sinkt die Motivation für klimafreundliches Verhalten.
Evangelische Klimapläne: In Gottesdiensten sollen evangelische Pfarrer:innen jetzt auch über die Klimakrise sprechen. Das und weitere Maßnahmen hat die Evangelische Kirche Deutschland nun in einer Klimaschutzrichtlinie festgelegt. Geplant ist unter anderem Treibhausgasneutralität bis 2045. Den Christians for Future geht das nicht weit genug.
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Diese Woche mit Verena Kern und Sandra Kirchner.
Der symbolträchtige Ort Lützerath soll abgebaggert werden. Die Kohle werde für die Versorgungssicherheit gebraucht, sagen RWE sowie die grünen Wirtschaftsminister:innen Robert Habeck und Mona Neubauer. Die Klimabewegung widerspricht und kündigt Proteste an.
Reiche verursachen die meisten Emissionen: Fast die Hälfte aller Treibhausgase, die von der gesamten Menschheit emittiert werden, geht auf das Konto der reichsten zehn Prozent, zeigt eine Studie und fordert: Ein hoher Pro-Kopf-Ausstoß sollte besteuert werden.
Brasilien hat gewählt: Weder Luiz Inácio "Lula" da Silva von der Arbeiterpartei Brasiliens noch der Ultrarechte Jair Bolsonaro können sich die erforderliche Mehrheit sichern, jetzt kommt es Ende Oktober zur Stichwahl: Das Ergebnis dürfte den Waldschutz in Brasilien maßgeblich beeinflussen. Unter Bolsonaro erreichte die Abholzung neue Höchststände.
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Mit Katharina Schipkowski und Susanne Schwarz:
Es ist die Frage der Woche: Wer war das? Die Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und 2 von Russland nach Deutschland wurden sabotiert, das enthaltene Gas sprudelt ins Meer. Das ist aber nicht nur geopolitisch besorgniserregend – sondern schadet auch dem Klima. Wie sehr, darüber sprechen die taz-Redakteurinnen Katharina Schipkowski und Susanne Schwarz diese Woche im klima update°.
Außerdem: Derzeit laufen einige Gerichtsverfahren gegen Aktivist:innen der „Letzten Generation“. Sie haben Straßen blockiert – juristisch wird das üblicherweise als Nötigung der Autofahrer:innen gewertet. Gerade ist einer der Protestierenden allerdings nur sehr mild gestraft worden. In der Schweiz hat ein Richter in einem ähnlichen Fall aber sogar kürzlich entschieden: Eine halbe Stunde Stau ist für Klimaprotest zumutbar. Er sprach die Angeklagte frei.
Dänemark stellt als erster Staat Geld bereit, damit arme Länder besser mit Schäden und Verlust durch die Klimakrise umgehen können. Das ist ein politisch heißes Eisen: Industrieländer tätigen solche Zahlungen bislang ausdrücklich nicht, damit es ihnen nicht als Schuldeingeständnis ausgelegt werden kann, die Schäden verursacht zu haben. Auch Dänemark ist es sehr wichtig zu betonen, die Regierung sehe das Finanz-Versprechen nicht als Ausdruck einer juristischen Verantwortlichkeit.
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Diese Woche mit Verena Kern und Sandra Kirchner:
Diesen Freitag gehen weltweit wieder Jugendliche und junge Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße. Auch in etlichen deutschen Städten sind Proteste angekündigt. Die Protestierenden von Fridays for Future rücken jetzt auch das Soziale in den Mittelpunkt und fordern eine sozial gerechte Energie- und Klimawende.
Immer wieder muss in Deutschland Biogas abgefackelt werden. Das soll Engpässe im Stromnetz verhindern. Vor allem in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und im Osten Deutschlands müssen Biogas-Anlagen deshalb abgeregelt werden. Weil das Biogas dann mancherorts zur Wärmeversorgung fehlt, muss auch noch zusätzlich Erdgas oder Heizöl verbrannt werden.
Es reicht nicht, dauerhaft auf fossile Brennstoffe zu verzichten. Weil wir schon große Teile der Natur in Agrarland, Städte und Straßen verwandelt haben, verlieren Ökosysteme und Böden ihre Fähigkeit CO2 im großen Stil zu binden. Der Klimaforscher Johan Rockström fordert deshalb eine Abkehr von klimaschädlicher Landbewirtschaftung - und deutlich mehr Naturschutz.
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Diesmal mit Verena Kern und Susanne Schwarz:
Die Energiepreise steigen und steigen. Zur Entlastung will die Bundesregierung nun den CO2-Preis in Deutschland einfrieren und macht damit Abstriche bei einem zentralen Klimaschutz-Instrument. Allerdings hat das auf die Rechnungen der Bürger:innen nur wenig Einfluss. Dem Staat entgehen aber Einnahmen - die man zurückverteilen könnte.
Die EU will ihre Lieferketten entwaldungsfrei machen, importierte Waren sollen nicht mehr zur Zerstörung der Wälder weltweit beitragen. Das Europaparlament hat sich jetzt mit großer Mehrheit für strenge Regeln ausgesprochen. Das ist gut, doch es gibt auch ein Aber: Das Verfeuern von Holz soll auch weiterhin als erneuerbare Energie gelten und finanziell gefördert werden.
Großbritanniens neuer König Charles III hat sich in als Thronfolger viel und vehement für Umwelt- und Klimaschutz eingesetzt. Hat das UK jetzt also einen Klimakönig? Da gibt es viele Fragezeichen. Die britische Klimapolitik jedenfalls hätte einen Anschub im Moment durchaus nötig.
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Diese Woche mit Verena Kern und Sandra Kirchner.
Schon heute hat sich die Erde so stark erwärmt, dass mehrere Kippelemente im Klimasystem instabil zu werden drohen. Wenn die globale Durchschnittstemperatur auf mehr als 1,5 Grad steigt, könnten mehrere Klima-Kipppunkte ausgelöst werden, zeigt eine neue Studie. Die Eisschilde auf Grönland und der Westantarktis drohen abzuschmelzen, die Permafrostböden im Norden Sibiriens und Kanadas könnten auftauen, tropische Korallenriffe absterben und der Antrieb für den Golfstrom zusammenbrechen. Das könnte weitere Kipppunkte aktivieren.
Die verheerenden Waldbrände in Europa haben in diesem Sommer die höchsten Luftschadstoff-Emissionen seit 2007 verursacht. Die Brände werden intensiver und länger, hat der Copernicus-Atmosphären-Überwachungsdienst Cams mitgeteilt.
Die EU könnte schon 2040 ein Energiesystem erreichen, das vollständig auf erneuerbaren Quellen beruht. Eine Studie der Technischen Universität Lappeenranta im Auftrag der Grünen im EU-Parlament zeigt, dass das machbar und bezahlbar wäre.
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Wochenlange Regenfälle haben in Pakistan zu einer schweren Flutkatastrophe geführt. Über 1.000 Menschen verloren ihr Leben, Millionen sind obdachlos und auf der Flucht. Die pakistanische Regierung macht den Klimawandel und die Industriestaaten mit ihrem hohen CO2-Ausstoß für das Hochwasser verantwortlich. Der starke Monsun hängt auch mit einem anhaltenden La-Niña-Ereignis zusammen.
Schmelzendes Grönlandeis wird bis zum Ende des Jahrhunderts wahrscheinlich 27 Zentimeter zum Anstieg des globalen Meeresspiegels beitragen. Eine neue Studie aus Dänemark rechnet mit einem höheren Verlust bei Grönlands Gletschern als der Weltklimarat IPCC in seinen Prognosen. Jeder Zentimeter Meeresspiegelanstieg setzt Millionen Menschen dem Risiko von Überflutungen oder Versalzung aus.
Die Menschheit kann die Klimakatastrophe nur abwenden, wenn sie gleichzeitig die soziale Frage löst – also die zunehmende Ungleichverteilung von Vermögen stoppt. Der Club of Rome fordert, das Vermögen der reichsten zehn Prozent teilweise umzuverteilen. Das würde auch viele Menschen in Deutschland betreffen.
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Schon vor Jahren ist Italien aus dem Energiecharta-Vertrag ausgestiegen, der es fossilen Konzernen erlaubt, gegen Klimaschutzmaßnahmen vor privaten Schiedsgerichten zu klagen – und damit fossilen Geschäfte noch lukrativer macht. Trotz seines Ausstiegs muss Italien nun 250 Millionen Euro Entschädigung an einen Ölkonzern zahlen, weil das Land der Firma keine Förderkonzession vor der Adriaküste erteilt hatte. Eine Reform des umstrittenen Vertrags lässt auf sich warten.
Seit Wochen leiden weite Teile Chinas unter extremer Hitze und Trockenheit, Flüsse schrumpfen zu Rinnsalen, Wasserkraftwerke können keinen Strom mehr produzieren, Werke müssen schließen. Das hat weitreichende Folgen - nicht nur für China, sondern auch für den Rest der Welt – und zeigt, wie gefährlich der Klimawandel auch sozioökonomisch ist.
Sechs Wochen lang hat der Expertenrat für Klimafragen geprüft, wie viel Klimaschutz die Sofortprogramme der Ministerien für Bauen und Verkehr bringen. Beide Sektoren hatten letztes Jahr ihr CO2-Einspar-Ziel verfehlt und mussten deshalb gemäß Klimaschutzgesetz nachliefern. Das Ergebnis der Prüfung liegt jetzt vor und ist ein Desaster – vor allem für Verkehrsminister Wissing von der FDP. Ein Umweltverband will deshalb nun vor Gericht ziehen.
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Das Aktionsbündnis Ende Gelände hat in Norddeutschland gegen neue Flüssiggas-Terminals protestiert - und dabei bewusst auf den entsprechenden Baustellen Dinge kaputt gemacht. Das spricht dafür, dass die nicht mehr so große Klimabewegung ihre Schlagkraft durch radikalere Protestformen erhöhen will. Bisher galt das nur für kleinere Splittergruppen.
Alle gucken besorgt auf die Flüsse, besonders den Rhein, denn der wurde zuletzt immer flacher. Es hat in den vergangenen Wochen viel zu wenig geregnet. Das behindert den Güterverkehr auf Schiffen. Hat das Problem mit dem Klimawandel zu tun? Jein.
Die Bundesregierung hat eine Frist aus dem Kohleausstiegsgesetz verstreichen lassen. Eigentlich hätte sie diese Woche ein Gutachten abliefern sollen, in dem der Stand des Kohleausstiegs und seine Auswirkungen auf Energieversorgung, Strompreis und Klima überprüft wird. Das verschiebt sich jetzt. Wenn die Ampel ihr Versprechen einhalten will, den Kohleausstieg auf 2030 vorzuziehen, muss sie sich ranhalten.
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