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Diese Woche mit Susanne Schwarz und Sandra Kirchner.
Bundeskanzler Olaf Scholz hat auf dem Katholikentag etwas über eine Gruppe von Klimaaktivist:innen gesagt, das von vielen als Nazivergleich aufgefasst wurde. Was genau er meinte, ließ er auch auf Nachfragen offen. Doch zeigt die Äußerung, wie wenig Scholz die Dringlichkeit der Klimakrise verstanden hat, wenn er Klimaschutz als Einzelinteresse darstellt.
Bundessozialminister Hubertus Heil hat einen Vorschlag für ein soziales Klimageld vorgelegt. Das soll nach Einkommen gestaffelt ausgezahlt werden. Das vermengt Klima- und Sozialpolitik. Es gibt ein Für und Wider.
Die Ampel hat bereits ein Bündel an Maßnahmen in der Klima- und Energiepolitik beschlossen: Manches - wie der Ausbau der Erneuerbaren - bringt den Klimaschutz voran, anderes verlängert die Nutzung fossiler Brennstoffe. Ist die Bilanz jetzt insgesamt besser als bei der großen Koalition? Das Thinktank-Projekt Climate Action Tracker hat Deutschlands Klimapolitik in einer neuen Studie unter die Lupe genommen.
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Das klima update° wird jede Woche von Spender*innen unterstützt. Wenn auch du dazu beitragen willst, geht das hier https://www.verein-klimawissen.de/spenden. Wir danken hier und jetzt - aber auch noch mal namentlich im Podcast (natürlich nur, wenn ihr zustimmt).
Diese Woche mit Verena Kern und Sandra Kirchner.
Die Tundra in Sibirien ist einzigartig - viele Pflanzen- und Tierarten gibt es nur dort. Doch die steigenden Temperaturen in der Arktis führen dazu, dass sich immer mehr Lärchen in der eigentlich baumlosen Kaltsteppe ausbreiten. Nur starker Klimaschutz könnte verhindern, dass weite Teile der Tundra bis zur Mitte des Jahrtausends verschwinden werden.
Indien und Pakistan leiden derzeit unter einer extremen Hitzewelle. Jetzt hat die Forschungsinitiative World Weather Attribution mit einer Studie gezeigt, dass der menschengemachte Klimawandel die Hitzewelle 30-mal wahrscheinlicher gemacht hat.
Am vergangenen Wochenende hat Australien gewählt; der neue Premierminster Anthony Albanese verspricht, das Land zur "Supermacht der Erneuerbaren" zu machen. Außerdem will seine Labor Party das Klimaziel für 2030 erhöhen. Aus Sicht von Expert:innen reicht das nicht.
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Diesmal mit Verena Kern und Susanne Schwarz.
Die Weltwetterorganisation hat ihren neuen Klimazustandsbericht vorgelegt. Bei vier von sieben zentralen Klimawandel-Faktoren gab es 2021 neue Rekorde. Der Chef der Organisation hat eine schnelle Reduktion des globalen Treibausgasausstoßes angemahnt - und auch einen Fokus auf Verfahren, CO2 wieder aus der Atmosphäre herauszuziehen. Das Thema ist so drängend wie umstritten.
Die EU-Kommission hat ein umfangreiches Energiepaket vorgelegt. Sie will damit vor allem die Abhängigkeit von russischen Importen beenden, aber es geht auch ums Klima. Dafür gab es viel Lob, aber es gibt auch kritische Punkte.
Deutschland hat im vergangenen Jahr mehr Geld für Klimaschutz in armen Ländern versprochen - aber bisher findet sich kaum eine Steigerung im Bundeshaushalt für dieses Jahr. Der wird dieser Tage festgezurrt. Das Versprechen, das langfristiger formuliert war, wäre damit noch nicht offiziell gebrochen, selbst wenn sich nicht mehr viel tut. Praktisch würde Deutschland so aber weniger glaubwürdig, was die internationalen Verhandlungen zum Klimaschutz erschweren dürfte.
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Diesmal mit Sandra Kirchner und Susanne Schwarz:
Die gefürchtete Temperaturgrenze naht: Schon eines der kommenden fünf Jahre könnte durchschnittlich um 1,5 Grad heißer sein als es vor der Industrialisierung typisch war. Dieser Fall tritt mit einer fünfzigprozentigen Wahrscheinlichkeit ein, wie die Wetterorganisation der Vereinten Nationen (WMO) diese Woche mitgeteilt hat. Das wäre noch nicht der dauerhafte Einstieg in eine 1,5-Grad-Welt - aber auch der dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Australien hat gerade einen extrem heißen Sommer hinter sich - nicht nur an Land, sondern auch im Wasser. Das Great Barrier Reef leidet darunter enorm. Die zuständige Behörde hat nun gemeldet: Die Korallen haben durch die Meeres-Hitzewellen ihre sechste große Massenbleiche erlebt. Es ist schon die vierte seit 2016.
Coldplay tourt klimafreundlich, sagt die Band. Tatsächlich kommen bei der gerade begonnenen Konzertreise alle möglichen Öko-Ideen zum Einsatz. In einem sehen manche Klimaschützer:innen aber einen Skandal: Es gibt eine Kooperation mit einem finnischen Ölkonzern, der "nachhaltiges Flugbenzin" bereitstellen soll. Was dahintersteckt, warum es problematisch ist, was Coldplay durchaus richtig macht - und was Konzertgänger:innen eigentlich tun können, um die Veranstaltung klimafreundlicher zu machen.
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Diese Woche mit Verena Kern und Sandra Kirchner.
Deutschland liegt weit vorn beim Verbrauch von Ressourcen – so weit dass die Natur sich nicht mehr regenerieren kann. Der Erdüberlastungstag war dieses Jahr schon am 4. Mai: Unser Lebensstil verbraucht derzeit soviel, wie eigentlich nur von drei Erden zur Verfügung gestellt werden kann. Die Ausbeutung der Natur geht zu Lasten von Menschen in anderen Ländern und zukünftigen Generationen.
Beim Sprit werden sogenannte Agrokraftstoffe aus Pflanzen beigemischt. Das soll die fossilen Treibstoffe etwas weniger klimaschädlich machen. Aber die Flächen auf denen diese sogenannten Energiepflanzen brauchen wir eigentlich für den Anbau von Lebensmitteln. Das Bundesumweltministerium will die Beimischung der Agrokraftstoffe jetzt beenden.
In dieser Woche hat Deutschland begonnen, seinem ersten LNG-Terminal in Wilhelmshaven zu bauen. Dort sollen LNG-Schiffe anlegen und fossiles Gas nach Deutschland liefern. Ob die Terminals wirklich benötigt werden, ist umstritten.
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Diese Woche mit Susanne Schwarz und Sandra Kirchner.
Noch immer planen Länder den Bau neuer Kohlekraftwerke: 34 Länder wollen neue Kohlemeiler - allen voran China. Doch neue Kohlekraftwerke stehen im Widerspruch zu dem Ziel, den Klimawandel zu begrenzen.
Den Böden geht es nicht gut: Weltweit sind bis zu 40 Prozent der Böden geschädigt, heißt es in einem Bericht der Vereinten Nationen. Auslöser ist die industrielle Landwirtschaft mit schweren Maschinen, Monokulturen und industrieller Viehzucht. Besser wäre eine bodenschonende und naturverträgliche Bewirtschaftung der Böden.
Indien und Pakistan leiden derzeit unter einer Hitzezelle - Temperaturen bis 50 Grad werden erwartet. Der Klimawandel verschärft Extremwetter wie Hitzwellen. Es wird mit einer höheren Sterblichkeitsrate gerechnet.
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Diesmal mit Susanne Schwarz und Verena Kern.
Eine Klimaschutz-Gruppe macht in letzter Zeit viel von sich reden: die "letzte Generation". Bei ihren Aktionen besetzen sie oft Straßen, zahlreiche Mitglieder wurden schon festgenommen. Diese Woche gab es eine neue Aktionsform: Die Aktivist:innen haben den Bürgersteig vor dem Wirtschaftsministerium aufgerissen, um symbolisch ein Pipeline-Rohr zu "verlegen".
Eine große Studie ist zu dem Schluss gekommen: Wenn alle internationalen Klimaschutz-Versprechen eingehalten werden, kann die Erderhitzung knapp unter zwei Grad begrenzt werden. Das ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber früheren Prognosen. Das Problem: Ob alle Staaten wirklich liefern, ist natürlich nicht gesagt.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) will nicht zurücktreten - auch wenn immer deutlicher wird, dass ihre angebliche Klimastiftung hauptsächlich dazu da war, Russland US-Sanktionen für den Bau der Gas-Pipeline Nord Stream 2 nach Deutschland zu ersparen. Dabei gab es sogar direkte Absprachen zwischen Schwesigs Staatskanzlei und der Gazprom-Tochter Nord Stream 2 zur öffentlichen Kommunikation zu der Stiftung. Hinzu kommt, dass das Unternehmen 99 Prozent des Stiftungskapitals lieferte.
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Deutschlands Wirtschaft ist im vergangenen Jahr klimaschädlicher geworden: Die CO2-Emissionen sind nicht nur mit der Wirtschaft mitgewachsen, sondern mehr als diese. Davor hat der Expertenrat für Klimafragen diese Woche gewarnt.
Deutschland gehen diejenigen aus, die Windräder und Solaranlagen bauen. Das will Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck ändern. Während er diese Woche ein Statement zu diesem Thema abgab, demonstrierten in Rostock die Mitarbeiter:innen des letzten Rotorblattwerks in Deutschland. Das soll nämlich bald schließen.
Im vergangenen Jahr gab es einen massiven Anstieg der Methan-Emissionen - so groß wie in keinem Jahr zuvor. Methan ist super treibhauswirksam, aber dafür nur kurz in der Atmosphäre. Den Ausstoß zu verringern, könnte schon mittelfristig helfen, den Temperaturanstieg auf der Erde deutlich zu begrenzen.
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Der Weltklimarat IPCC hat in dieser Woche den dritten Teil seines sechsten Sachstandsberichts veröffentlicht. Es geht um Auswege aus der Klimakrise: Um das 1,5-Grad-Ziel noch zu schaffen, müssen die Emissionen sehr bald und sehr zügig sinken.
Eigentlich war die Ausdehnung des Meereises in der Antarktis – von saisonalen Veränderungen abgesehen – in den letzten Jahren konstant. Das Eis wuchs sogar in seiner Ausdehnung. Doch Satellitendaten zeigen jetzt, dass das Meereis in der Antarktis um ein Viertel kleiner ist als im langjährigen Durchschnitt – nur in einem Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen durch Satelliten war sie noch geringer.
Die Bundesregierung hat sich auf ein umfangreiches Maßnahmenpaket in der Energiepolitik geeinigt. Jetzt muss der Bundestag über die geplante Neuformulierung von etlichen Gesetzen beraten. Manche Punkte sind aber strittig – etwa, wie der Erneuerbaren-Ausbau nach 2030 aussehen soll.
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Jetzt ist das lange erwartete Gerichtsurteil zum Ort Lützerath da, den Energiekonzern RWE gegen den Widerstand des letzten Bewohners in einen Tagebau umwandeln will: Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat entschieden, dass RWE schalten und walten darf - auch auf dem Hof von Eckardt Heukamp, dem letzten Lützerather, der nicht verkaufen und umsiedeln will. Der Landwirt will sich dem widersetzen und trotzdem bleiben, genau wie Klimaaktivist:innen, die längst ein Camp in der Nachbarschaft aufgebaut haben.
Bundesumweltministerin Steffi Lemke will mit 4 Milliarden Euro Deutschlands Natur sanieren. So sollen Moore, Wälder, Auen, Seegraswiesen und Parks wieder genesen und möglichst viel Kohlenstoff speichern. Wen Lemke dafür aber noch gewinnen muss: die Besitzer:innen der Flächen, also zum Beispiel Landwirt:innen. Daran sind ähnliche Programme in der Vergangenheit schon gescheitert.
Im März gab es in Deutschland viele schöne Sonnentage - außergewöhnlich viele. Die Kehrseite der Medaille: Wir befinden uns in einer ziemlichen Dürre. Zu warm war es dem allgemeinen Trend der Erderhitzung entsprechend auch. Auf den hat der britische Wetterdienst mit einer skurrilen Ankündigung reagiert: Damit amtlich von einer Hitzewelle die Rede ist, muss das Thermometer jetzt noch stärker ausschlagen als bisher. Allerdings sind Menschen ja nicht wechselwarm. Jetzt schon ist Hitze das mit Abstand tödlichste Extremwetter in Europa.
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