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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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  • Das Publikum berühren: Ein junges Orchester denkt Klassik neu
    Anton Bruckner gemischt mit Milonga, Jazz und Improvisation, ohne Noten und Dirigent, dafür mit Licht-Inszenierung und Choreographie: Das Berliner Stegreif Orchester erobert mit seinem Programm #freebruckner die Konzertsäle, auch in der Schweiz.
    Dem traditionellen klassischen Sinfoniekonzert haftet ein Stigma an: Die Orchestermusikerinnen und -musiker sitzen in Fräcken und feinen Kleidern auf einer grossen Bühne hinter ihren Notenständern, ein Dirigent oder eine Dirigentin schlägt den Takt, und das Publikum muss still sitzen und lauschen, bis der letzte Ton erklungen ist – erst dann darf geklatscht werden.
    Gerade junge Menschen schreckt dieses Setting ab. Dass es auch anders geht, zeigt ein junges Ensemble aus Berlin: Stegreif – The Improvising Symphony Orchestra. Seit 2015 erobern die 30 jungen Musikerinnen und Musiker die Konzertbühnen Deutschlands – und waren in diesem Jahr erstmals in der Schweiz zu hören, beim renommierten Lucerne Festival. Was machen sie anders als traditionelle Sinfonieorchester? Wie gelingt es ihnen, junges Publikum für klassische Musik zu begeistern? Und wie funktioniert ihre basisdemokratische Organisationsstruktur?
    * Das Stegreif Orchester spielt ohne Noten, ohne Dirigent, dafür mit Schlagzeug, E-Gitarre und ganz viel Freiheit: Wie funktioniert das konkret?
    * Ihr neuestes Programm #freebruckner denkt die 7. Sinfonie von Anton Bruckner weiter: Orchestermitglied Alistair Duncan hat die Sinfonie neu arrangiert, rekomponiert – und viel Raum für freie Improvisation geschaffen.
    Im Podcast zu hören sind:
    * Lorenz Blaumer, Künstlerische Co-Leitung Stegreif – The Improvising Symphony Orchestra
    * Anne Anne-Sophie Bereuter, Geigerin und Vorstandsvorsitzende im Stegreif Orchester
    * Milena Gutjahr, Geigerin im Stegreif Orchester
    * Alexander Steinbeis, Intendant des Internationalen Musikfestivals Kissinger Sommer
    Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: [email protected] 
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    26 min
  • Bergwerkmusik: Beat Gysin bringt den Schiefer zum Singen
    Die Räumlichkeit der Musik fasziniert den Basler Komponisten und Chemiker Beat Gysin. Für seine neuste Komposition befasst er sich mit Gesteinen und macht vier Schweizer Bergwerke zum Konzertort: Bergwerkmusik.
    Die Schweiz ist ein Bergwerkland, denn die Liste an unterirdischen Minen ist lang. Die wissenschaftliche Neugier und der Wunsch nach dem schnellen Geld trieb die Menschen an, Rohstoffe in den Bergen zu suchen. Ihre Geschichte ist geprägt durch Enttäuschung. Roger Widmer ist Bergwerkforscher und Autor und hat gemeinsam mit dem Komponisten Beat Gysin, das Projekt Bergwerkmusik auf die Beine gestellt. Dabei ist das Eintreten ins Berginnere wie eine Reise zu sich selbst.
    * Wie klingen Salz, Schiefer, Eisen und Asphalt?
    * Wir blicken zurück auf die Bergwerkgeschichte der Schweiz.
    * Bergwerkmusik ist eine Suite der Stille. Wie kann Stille unterschiedlich erlebt werden?
    * Was ist das Potenzial der Räumlichkeit in der Musik?
    * Bergwerkmusik: Ein Erfahrungsbericht.
    Im Podcast zu hören sind:
    * Beat Gysin, Komponist und Chemiker
    * Roger Widmer, Bergwerkforscher und Autor
    * Francisca Näf, Mezzosopranistin
    Buchhinweis: Roger Widmer. Bergwerke. Schweizer Bergbau – Die Geschichte von Glücksrittern. AS Verlag 2024.
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    27 min
  • Musikalische Schmankerl in luftigen Höhen: Kurorchester im Engadin
    Die Camerata Pontresina ist das letzte Kurorchester der Schweizer Alpen. Jeden Sommer bringt sie eine Waldlichtung am Ortsrand zum Klingen – seit 1910. Damals gab es im Engadin lauter solche Orchester: Sie lieferten den Soundtrack für das Kurleben und spielten in den Grand Hotels zum Tanz auf.
    * Im Sommer bespielt die Camerata Pontresina täglich den Konzertpavillon im Taiswald. Auf dem Programm stehen allerlei musikalische Schmankerl: Musicalpotpourris und Opernouvertüren, Filmmusik, Polkas und Walzer.
    * Klarinettist Xaver Fässler ist seit 30 Jahren dabei und mittlerweile Intendant der Camerata Pontresina. Er ist es gewohnt, dass auch mal Hunde bellen oder kleine Kinder auf der Bühne spielen. Wenn ein Vogel mitten in seinem Solo zu singen beginnt, zwitschert er auf der Klarinette zurück.
    * Salonorchester wie die Camerata Pontresina haben im Engadin eine lange Tradition: Ab den 1860er Jahren bis nach dem Zweiten Weltkrieg spielten sie in Hotels und Kurhäusern auf.
    * Diese Musikensembles unterhielten die Kur- und Feriengäste, die aus aller Welt ins Engadin kamen: Sie untermalten Trinkkuren, Sportevents und Mahlzeiten. Bei den Bällen in den Grand Hotels spielten sie bis spät in die Nacht.
    * Die Musikerinnen und Musiker wurden für die Feriensaison engagiert. Sie spielten mehrere Konzerte am Tag. Dafür schöpften sie jeweils aus einem Repertoire von weit über 1000 Stücken.
    * In Pontresina wird diese musikalische Tradition bis heute gepflegt: Seit 1910 spielt die Camerata Pontresina im Taiswald. Mittlerweile ist sie das letzte offizielle Kurorchester in den Schweizer Alpen.
    Im Podcast zu hören sind:
    * Xaver Fässler, Klarinettist und Intendant der Camerata Pontresina
    * Cordula Seger, Leiterin des Instituts für Kulturforschung Graubünden. Mitherausgeberin des Buchs «Salonorchester in den Alpen» (Chronos Verlag, 2024), zusammen mit Mathias Gredig und Matthias Schmidt
    Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: [email protected]
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    27 min
  • Guter Arzt = guter Musiker? Ein Klischee auf dem Prüfstand
    Von rituellen Heilungen in grauer Vorzeit bis zu berühmten Doppelbegabungen der Gegenwart: Musik und Medizin gehören zusammen, seit Jahrtausenden. Aber warum eigentlich? Warum sollten musikalische Ärztinnen und Ärzte besser sein als unmusikalische? Auf den Spuren eines Klischees.
    * Musik und Medizin gehören seit Jahrtausenden zusammen. Noch heute gibt es auffällig viele Medizinerorchester auf der ganzen Welt.
    * Bekannt sind auch viele Doppelbegabungen: Der Mediziner und Organist und Musikwissenschafter Albert Schweitzer, der Psychiatrieprofessor und Jazzpianist Denny Zeitlin, der Zahnarzt und Gitarrist Guinga und viele mehr.
    * Peter A. Schmid zum Beispiel: Der Zürcher Gastroenterologe verdiente schon im Studium Geld als Saxophonlehrer und arbeitete bis zur kürzlichen Pensionierung als Arzt und Jazzsaxophonist.
    * Dass die musikalischen Ärzte die besseren Ärzte sind, stimmte bis ins 19. Jh. tatsächlich. Die Erklärung dazu ist verblüffend.
    Im Podcast zu hören sind:
    * Marie Louise Herzfeld-Schild, Musikwissenschafterin aus Wien, die zu Musik und Medizin geforscht hat
    * Peter A. Schmid, Gastroenterologe und Jazzsaxophonist
    Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: [email protected]
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    25 min
  • Kultur-Talk: Sprechen Sie Kapitalismus? Wie der Kapitalismus Sprache und Denken prägt
    «Preise steigen», es droht ein «Finanz-Tsunami» oder Politiker, die vor einer «Gratismentalität» warnen. Das Buch «Die Sprache des Kapitalismus» zeigt auf, welche Vorstellungen hinter gängigen Formulierungen stecken und warum wir lernen müssen, genauer über wirtschaftliche Zusammenhänge zu sprechen.
    Politiker und CEOs von Grossbanken nutzen gerne dramatisches Vokabular, wenn es darum geht, wirtschaftliche Zusammenhänge zu beschreiben: Die Märkte sind in Aufruhr, an der Wallstreet ziehen dunkle Wolken auf, Energiepreise explodieren.
    Warum tun sie das? Und welche Folgen hat diese Art von Sprechen? Im Buch «Die Sprache des Kapitalismus» analysieren der Ökonom Daniel Stähr und der Kultur-und Literaturwissenschaftler Simon Sahner die Art und Weise, wie wir in unserer Wirtschaftsordnung sprechen. Eine erhellende Sprachkritik mit vielen Aha-Momenten, aber auch ein Buch mit steilen Thesen.
    29 min
  • Zirkus zwischen Tradition & Moderne: Circus Monti auf Jubiläumstour
    Vor 40 Jahren gegründet, begeistert Circus Monti noch heute sein Publikum. Das Besondere ist die Mischung aus Theatralik, Akrobatik, Tanz und Magie. Was als ambitioniertes Familienunternehmen mit Clown und Tier vor 40 Jahren begann, ist heute mehr Gesamtkunstwerk als klassisches Nummernprogramm.
    * Zwischen Tradition & Innovation: Was wir mit dem Zirkus verbinden, hat sich verändert und wird dennoch von Nostalgie getragen.
    * Mittlerweile ist Zirkus eine eigene Kunstform und Circus Monti wurde 2023 mit dem Schweizer Preis Darstellende Künste des BAK ausgezeichnet.
    * Cirque Nouveau: Unterschiedliche Performing Arts, theatralische, musikalische und artistische Elemente verschmelzen im Zirkus zu innovativen Ausdrucksformen.
    * Nachwuchsförderung in der Schweiz entspricht nicht der wachsenden Nachfrage.
    * Heute wird Zirkusschaffen in der Schweiz auch finanziell gefördert.
    Im Podcast zu hören sind:
    * Johannes Muntwyler, Leitung Circus Monti & Jongleur
    * Mario Muntwyler, Leiter Administration Circus Monti & Jongleur
    * Nadja Berger, Festivaldirektorin Young Stage – International Circus Festival
    Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: [email protected]
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    26 min
  • Missbrauch in der röm.-kath. Kirche: Wie gelingt Aufarbeitung?
    Als junge Frau erlebt Frau O. durch einen Priester sexuelle Gewalt, wird ungewollt schwanger. Den Fall wischt die Kirche lange Zeit unter den Teppich. Ein Jahr nach der «Missbrauchsstudie» zeigen wir mit kirchlichen Geheimakten, wie der Fall aufgearbeitet wurde und was Betroffene brauchen.
    Heute weiss Frau O. auch von anderen Frauen, die durch Priester G. J. ähnliches wie sie erlebt haben. Und obwohl das Bistum damals über ihre Geschichte informiert wurde, konnte der Priester viele weitere Jahre in der Kirche arbeiten. 2010 brach Frau O. ihr Schweigen und wandte sich ans Bistum Chur.
    Der mutmassliche Täter musste sich bei ihr und drei anderen Frauen entschuldigen, wurde seines Amtes enthoben. Die Dokumente liegen SRF vor und geben Aufschluss darüber, wie die Kirche mit Fällen von sexualisierter Gewalt und deren Aufarbeitung umgeht. Sie zeigen zudem, dass die Geschichte von Frau O. mit dem Amtsenthebungsverfahren noch nicht abgeschlossen war.
    Folgende Fragen werden in der Sendung beantwortet:
    * Wo steht die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Schweizer röm.-kath. Kirche?
    * Welche Entwicklungen fanden in den letzten Jahren statt?
    * Welche Rolle spielen Akten und Akteneinsicht bei der Aufarbeitung?
    * Was brauchen Betroffene?
    Im Podcast zu hören sind:
    * Frau O. wurde als junge Frau von einem Priester schwanger und konfrontierte viele Jahre später das zuständige Bistum Chur damit. Die Aufarbeitung des Falls zog sich bis in die letzten Jahre weiter.
    * Vreni Peterer ist Präsidentin der IG Missbrauch im kirchlichen Umfeld. Seit Herbst 2023, als die Pilotstudie zu sexualisierter Gewalt in der röm.-kath. Kirche publiziert wurde, ist sie mit vielen Betroffenen im Austausch und weiss, wo die Kirche gut oder auch unprofessionell Fälle von spirituellem und sexuellem Missbrauch aufarbeitet.
    * Joseph Maria Bonnemain, Bischof von Chur und in der Schweizer Bischofskonferenz für sexualisierte Gewalt zuständig. Als Offizial des Bistums Chur war er 2010 mitverantwortlich für den Umgang mit dem mutmasslichen Täter.
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    29 min
  • Kultur-Talk: 81. Internationales Filmfestival Venedig: Die Gesprächsrunde
    Zur letztjährigen Jubiläumsausgabe fehlten sie wegen des Schauspieler:innenstreiks in Hollywood. Dieses Jahr stehen sich die Superstars auf dem roten Teppich sprichwörtlich auf den Füssen herum: George Clooney, Sigourney Weaver, Brad Pitt, Cate Blanchett, Angelina Jolie sind nur eine kleine Auswahl.
    So viel A-Prominenz sei schon lang nicht mehr am Lido vorbeigekommen, berichtete Festivaldirektor Alberto Barbera glücklich. Das älteste Filmfestival der Welt zelebriert gern den grossen Glamour. Dass es um das Kino grad gar nicht so gut bestellt ist, davon ist in Venedig nichts zu spüren – allein der internationale Wettbewerb besteht aus 21 Filmen. Vom «Joker»-Sequel mit Joaquin Phoenix bis zum sozialkritischen chinesischen Dokumentarfilm von Wang Bing ist die Spannweite sehr gross. Genug Stoff für eine einordnende Runde mit den beiden deutschen Kolleg:innen Anke Leweke und Patrick Wellinski.
    29 min
  • Lebensaufgabe: Wenn der Sohn an Schizophrenie erkrankt
    Rund 2 Millionen Menschen unterstützen in der Schweiz aktuell eine nahestehende Person, die an einer psychischen Erkrankung leidet. Betroffene ist auch die Mutter Laura Regli. Sie erzählt, was die Erkrankung ihres Sohns für sie bedeutet und wo sie sich mehr Gehör vom Gesundheitssystem wünscht.
    * Der Verein «Stand by you» und das Sozialforschungsinstitut SOTOMO haben erstmals in der Schweiz Zahlen zu den Angehörigen erhoben.
    * Angehörige übernehmen oft eine wichtige Rolle im Therapieprozess und entlasten das Gesundheitssystem.
    * Angehörige von Menschen mit psychischer Erkrankung möchten stärker gehört und involviert werden.
    * Psychiatrien profitieren davon, Angehörige in den Therapieprozess einzubeziehen, haben aber dafür im Arbeitsalltag zu wenig Zeit und manchmal hindert sie das Arztgeheimnis.
    * Die Methode «Open Dialogue» setzt konsequent auf den Einbezug der Angehörigen. Im Berner Oberland arbeitet ein 12-köpfiges Psychiatrieteam nach dieser Methode.
    Im Podcast zu hören sind:
    * Laura Regli, angehörige Mutter
    * Christian Pfister, Co-Präsident der Angehörigenorganisation «Stand by you»
    * Erich Seifritz, Präsident von «Swiss Mental Health Care» und Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich
    * Sabrina Müller, Leitungsmitglieder der Psychiatrie der Spitäler Frutigen, Meiringen und Interlaken
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    29 min
  • Lokalpatriotismus: Verankerung im Überschaubaren
    Den eigenen Wohnort trotz der Trümpfe anderer Orte allem vorziehen? Das ist, in aller Kürze, Lokalpatriotismus. Er braucht nicht engstirnig zu sein, sondern kann einfach bedeuten, dass einem wohl ist in der vertrauten Landschaft mit ihren Sitten und Gebräuchen – und nicht zuletzt mit ihren Menschen.
    * Landschaft, Kulinarisches, Dialekt, Fussballclub stiften Identität
    * Leidenschaft für den Wohn- und Heimatort
    * Das Lokale liegt näher als der Nationalstaat
    * Die starke Identifikation mit dem Nahbereich als menschliche Konstante
    * Integrationspotential und Ausschlussgefahr
    * Das Überschaubare als Ruhepol in einer turbulenten Welt
    Im Podcast zu hören sind:
    * Roger Jean Rebmann alias Grabmacherjoggi, Basler Stadtführer und Website-Betreiber altbasel.ch
    * Jens Jäger, Historiker, Universität Köln, Forschungsprojekt «Heimat Global»
    Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: [email protected]
    Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
    28 min

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