Das Eidgenössische Schwingfest in Pratteln ist mit 400'000 Besucherinnen und Besuchern ein Publikumsmagnet. Dabei zieht vor allem das Traditionelle. Weshalb fühlen wir uns von dieser heilen Welt so angesprochen?
Das zeigt ein Blick auf diverse Werbungen und Marketingkampagnen, an denen die Schwingerkönige beteiligt sind oder waren: Sie essen Käse und Bratwurst, zeigen ihren Bauernhof oder ihre ganzen Familien in Tracht.
Selbst Werbepartner wie Versicherungen und Coiffeursalons versuchen, aus diesem urchigen Image Kapital zu schlagen. «Das sind typische Schweizer Werte», sagt Adrienne Suvada, Marketingexpertin an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften. «Sich selbst nicht zu wichtig nehmen, nicht allzu sehr herausstechen.»
Das gelte, obwohl die meisten Menschen in der Schweiz nicht in einer ländlichen Idylle lebten, sondern in der Agglomeration in der Nähe von Industriegeländen und Autobahnen: «Diese Menschen können sich trotzdem mit den Werten des Schwingens identifizieren.»
Das Bild der «Kuhschweiz» sei daher keineswegs etwas Schlechtes, sondern eine Chance für viele Unternehmen, gutes Marketing zu machen.