LiteraturPur

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By Esther SchneiderArtsBooks
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LiteraturPur episodes

  • LiteraturPur mit Christoph Keller
    LiteraturPur #74: «Nennt mich Wellenkamm» hinter diesem rätselhaften Titel verbirgt sich ein Klimaroman der besonderen Art. Der Autor Christoph Keller, auch bekannt als Journalist und Produzent des Klimapodcasts «tre!bhaus», hat sich dafür eine Influencerin – Amiy – als Hauptfigur ausgesucht. Er hat aber keine Dystopie geschrieben sondern einen Klimaroman, der Hoffnung macht. Die Klimakrise kann zwar nicht verhindert werden, sie kommt und sie ist heftig, aber danach könnte es ein neues, anderes Leben geben. Sieben Menschen auf einem kleinen Segelboot erzählen je eine Überlebensutopie. Und Amiy verbreitet sie unter ihren Followern. Die Botschaft: Menschen müssen, wenn sie überleben wollen, ihr Verhalten ändern. Und da sind nun ganz andere Werte wichtig. Stichwort: New Care Economy. Was er genau darunter versteht, darüber habe ich mit Christoph Keller diskutiert. Und wir reden auch über zivilen Ungehorsam. Kleine Verweigerungen, die umsichgreifen und die nötigen Veränderungen anstossen. Zuerst aber muss Amiy regelrecht aus ihrem luxuriösen Influencerleben herauskatapulitert werden. Und das tut sie, als sie mitten in der Nacht, nach dem dritten Gin Tonic, aus Versehen von einem Luxusdampfer ins Meer stürzt.  

    Christoph Keller, «Nenn mich Wellenkamm», Rotpunkt Verlag
    40 min
  • LiteraturPur mit Lukas Bärfuss
    LiteraturPur #73: "Ich bin ein Überlebender", schreibt der Schriftsteller und Dramatiker Lukas Bärfuss. Was er damit meint, erfährt man in seinem neusten Buch "Königin der Nacht, ein kurzes Buch über meine Mutter". Es ist ein schonungsloses, ein gesellschaftskritisches, aber auch ein sehr persönliches und zärtliches Buch über die Mutter. Ich habe Luaks Bärfuss im Waldhaus in Sils Maria zu einem Gespräch getroffen. Er erzählte mir, weshalb ein rosa Bankzettel mit einem Kontostand von 60 Franken am Anfang des Buches steht. Wir sprachen über Herkunft, was sie mit uns macht und wie sie ein Leben lang an einem haften bleibt. Ich wollte auch wissen, wie man über eine Mutter schreibt, die nie getröstet, nie eine Wunde verbunden, keine Liebe gezeigt, ja den Sohn im Alter von 15 Jahren auf die Strasse gesetzt hat und abgehauen ist? Lukas Bärfuss meint dazu, dass er die Mutterliebe nie vermisst habe. Er kenne sie nicht. Aber die Armut, die habe er kennengelernt. Und er äussert sich zu seinem provokativen Satz im Buch: "Die Schweiz macht Jagd auf die Armen." 
    Das Gespräch mit Lukas Bärfuss hat grossen Spass gemacht, das Publikum im Hotelsaal war begeistert von seiner Erzähllust und seinen Lesungen. Hört rein!

    Lukas Bärfuss, Königin der Nacht, ein kurzes Buch über meine Mutter, Rowohlt Verlag

    58 min
  • LiteraturPur mit Dorothee Elmiger
    LiteraturPur #72: Im Roman «Die Holländerinnen» von Dorothee Elmiger geht es um das Unheimliche. Das Unheimlich ist das dominierende Gefühl. Es wird einerseits erzeugt durch den Ort der Handlung, den Urwald; dann über Geschichten, die erzählt werden und durch die Sprache. Dorothee Elmiger schreibt grösstenteils im Konjunktiv. Damit hält sie alles in der Schwebe. Bei Lesen streift man mit der Erzählerin durch den grünen Dschungel und gerät mit ihr in eine Art Orientierungslosigkeit hinein, Gewissheiten lösen sich auf. Auch das Verhältnis zwischen Realität und Fiktion verschwimmt. Das hat mich fasziniert und gepackt. Über das Unheimliche, den Konjunktiv, Grenzerfahrungen, den Urwald und warum «Die Holländerinnen» keine »true crime» Geschichte ist, über all das unterhalte ich mich mit Dorothee Elmiger im Podcast LiteraturPur.

    Dorothee Elmiger «Die Holländerinnen» Hanser Verlag
    49 min
  • LiteraturPur mit Isabelle Flükiger
    LiteraturPur #71: Angst haben, wenn man das Haus verlässt, einsam sein, kein Bankkonto, keine Krankenkasse haben - das ist der Alltag von Sans Papiers. Das sind Menschen, die sich illegal in der Schweiz aufhalten und schwarz arbeiten. Meist zu Dumpingpreisen. Die Westschweizer Autorin Isabelle Flükiger hat darüber einen eindrücklichen Roman geschrieben mit dem Titel «Gloria.Mohammed. Eine Erzählung von der dunklen Seite des Glücks.» Ein Buch, das betroffen macht. Denn es ist eine Reise durch ein Schattenreich bei uns in der Schweiz, in dem Menschen ausgenutzt werden. Arbeit zu finden ist einfach, aber die Arbeitsbedingungen sind meist miserabel. Und dies, obwohl auch Sans Papiers in einigen Bereichen Rechte hätten. Nur wissen sie nichts davon und die Institutionen und Arbeitgeber halten sich oft nicht an das Gesetz. Ich habe Isabelle Flükiger in Bern in einer Hotelbar getroffen und sie hat mir von ihren aufwändigen Recherchen und ihren Begegnungen mit Sans Papiers erzählt.

    Der Roman von Isabelle Flükiger «Gloria.Mohammed. Eine Erzählung von der dunklen Seite des Glücks.» ist im Rotpunkt Verlag erschienen in der Übersetzung von Ruth Gantert.
    46 min
  • LiteraturPur mit Laura Leupi
    LiteraturPur #70: An die Öffentlichkeit treten und sagen: «Ich wurde vergewaltigt», das braucht Mut. Laura Leupi hat es getan mit ihrem Buch «Das Alphabet der sexualisierten Gewalt»". Sie hat schreibend versucht mit etwas umgehen, das einen aus der Bahn wirft. Das Buch hat mich betroffen gemacht, mich aber auch überrascht, sowohl durch die Form wie Laura vom Erlebten erzählt wie auch durch ihren Humor. «Das Alphabet der sexualisierten Gewalt» ist kein Roman aber auch kein Sachbuch, es ist etwas Einmaliges, ein richtig wilder Ritt. Laura Leupi hat dafür einen der Literaturpreise vom Bundesamt für Kultur bekommen. Das Buch ist schon einige Zeit in der Öffentlichkeit. Laura hat an Lesungen und Podien darüber gesprochen. Was das mit ihr gemacht hat und wie sie heute auf das Erlebte und ihren Schreibprozess zurückschaut und welche Literatur sie dabei gelesen hat, davon erzählt sie mir im Podcast LiteraturPur. 

    Laura Leupi, «Das Alphabet der sexualisierten Gewalt» März Verlag
    51 min
  • LiteraturPur mit Oliver Schnyder und Alain Claude Sulzer
    LiteraturPur #69: Wie verhält sich Kunst zur Macht? Darüber habe ich mit dem Schriftsteller Alain Claude Sulzer und dem Pianisten Oliver Schnyder im Salon LiteraturPur diskutiert. Anlass war das 50ste Todesjahr des russischen Komponisten Dimitri Schostakovitsch, das mit Konzerten und Festivals begangen wurde. Dimitri Schostakowitsch lebte ein Leben im Schatten der Macht, in Angst und Schrecken, in Anpassung und Widerstand. Er war gefangen zwischen künstlerischer Integrität und den Zwängen des stalinistischen Regimes. Was das mit ihm machte und wie es seine Musik beeinflusst hat, das beschreibt der britische Autor Julian Barnes im Roman „Der Lärm der Zeit“. Ein Roman über einen Musiker unter Stress. So beschreibt Julian Barnes, wie Schostakovitsch 1937 nächtelang mit gepacktem Koffer vor dem Lift auf seine Verhaftung wartete. Künstler unter Stress, ein Thema das auch heute immer noch oder wieder aktuell ist. Wie Alain Claude Sulzer und Oliver Schnyder diesen biografischen Roman über Schostakovitsch gelsen haben und wo sie Stress, Widerstand, Angst aber auch Ironie in seiner Musik hören, das war Thema im Salon LiteraturPur. Eine gekürzte Version des Salongesprächs kannst du in dieser Podcastfolge von LiteraturPur nachhören.

    Julian Barns, Der Lärm der Zeit, im Verlag Kiepenheuer&Witsch
    Oliver Schnyder hat diesen Herbst ein grossaritges Schostakowitsch Album veröffentlicht: 
    Shostakovich, Piano Trios & Piano Quintet, Prospero / 2025
    47 min
  • LiteraturPur mit Jessica Jurassica
    LiteraturPur #68: Wann beginnt Gewalt in einer Beziehung. Und wie befreit man sich aus einer toxischen, gewalttätigen Partnerschaft? Diese Frage beschäftigt Jessica Jurassica in ihrem neuen Roman «Gaslicht». Sie erzählt darin von einer Frau, die «Gaslighting» erlebt. Das ist eine Form von psychischer Gewalt, von Manipulation durch Lügen und Verunsicherung. Im Gespräch erzählt Jessica Jurassica, bekannt als Kunstfigur, die immer mit Gasmaske auftritt, wie sie sich mit dieser fiktionalen Autobiografie sozusagen freigeschrieben hat. Wie sie durch eine lange Reise, durch Distanz und eben über das Schreiben ihre traumatische Erfahrung mit sexualisierter Gewalt verarbeiten konnte. Und wir reden über ihre Vorfahrinnen, denen sie dabei begegnet ist. Ihren Ururgrossmüttern, die der Armut entfliehen wollten und ausgewandert sind.  

    Jessica Jurassica «Gaslicht» ist erschienen bei lectorbooks
    44 min
  • LiteraturPur mit Usama Al Shahmani
    LiteraturPur #67: Gerade im Krieg sei die Literatur wichtig, sagt der irakisch-schweizerische Autor Usama Al Shahmani. Sie kann andere Geschichten erzählen als die von Gewalt und Tod. Sie kann Brücken schlagen. Ich habe Usama Al Shahmani für den Podcast LiteraturPur zum Gespräch getroffen. Wir haben über seinen neuen Roman «In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied»gesprochen. Darin nimmt er uns mit in seine Heimat, den Irak. Er beschreibt, wie Bagdad einst eine blühende Stadt war, in der Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen friedlich zusammenlebten. Es gab auch eine grosse jüdische Gemeinde. Doch in den 1930er Jahren kam der Faschismus nach Bagdad. Nazis verbrüderten sich mit den Nationalisten im Irak. Es kam zu ersten Progromen. Nach der Gründung Israels, im Jahr 1948, wurde die jüdische Bevölkerung dann endgültig aus dem Irak vertrieben. Umsama Al Shahmani taucht über eine Vater-Sohn-Geschichte tief in dieses dunkle Kapitel der Geschichte Bagdads ein.  


    Usama Al Shahmani «In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied» Limmat Verlag
    57 min
  • LiteraturPur mit Martina Clavadetscher
    LiteraturPur #66: Kinder flitzen über einen gefrorenen Weiher und entdecken einen toten Mann, eingefroren im Eis. So beginnt der neue Roman von Martina Clavadetscher mit dem Titel «Die Schrecken der anderen». Es ist ein Roman, der daherkommt wie ein Krimi. Aber das täuscht. Es ist ein gesellschaftskritischer Roman über den Umgang mit Vergangenheit. Der Roman führt nämlich schon bald in grauslige Untiefen der Schweizer Geschichte in den 1930er Jahren, aber mit einem Suspense wie in einem Hitchcock Film. Und Alfred Hitchcock, so erzählt mir Martina Clavadetscher bei unserem Treffen in einer Luzerner Bar, sei ein grosses Vorbild für sie. Wie er mit subtilen Details Spannung erzeuge, fasziniere sie. Weiter sagt sie im Gespräch, sei es an der Zeit, dass Kulturschaffende das Storytelling wieder an sich reissen. Sie müssten Geschichten erzählen, nicht die Medien, nicht die Politik, nicht die Wirtschaft sondern die Kunst.

    Martina Clavadetscher, «Die Schrecken der anderen» C.H. Beck Verlag
    50 min
  • LiteraturPur mit Nora Osagiobare
    LiteraturPur #65: Eine Seifenoper über Rassismus, geht das? Ja, und wie. Nora Osagiobare hat ein fulminantes Romandebut mit dem Titel «Daily Soap» geschrieben. Darin nimmt sie den Rassismus aufs Korn, dem schwarze Menschen und People of Color in der Schweiz tagtäglich ausgesetzt sind.
    Und sie tut es mit unglaublichem Schalk und ohne Tabus. Und die Form, die sie dafür wählt, ist grossartig. Eine Seifenoper, die es in sich hat. Sie spielt darin mit Klischees, Überzeichnungen, mit frechen Kommentaren und mit Unterbrecherwerbung in Form von schrägen Werbespots. Und alles hat einen wahren Kern. Nora Osagiobare ist als Person of Color selber mit Alltagsrassismus konfrontiert. Das reicht von dummen Bemerkungen bis hin zu massiven rassistischen Übergriffen. Sie weiss also sehr genau, wovon sie schreibt. Im Gespräch erzählt sie mir, warum sie Humor als starke Waffe gegen Rassismus sieht und weshalb sie auf keinen Fall in die Opferrolle gedrängt werden will.

    «Daily Soap» von Nora Osagiobare ist im Kein & Aber Verlag erschienen.
    46 min

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Ich bin Esther Schneider und das ist mein Literatur-Talk. Ich treffe mich hier mit Autor*innen und versuche herauszufinden, was sie umtreibt beim Schreiben, wie sie auf ihre Themen kommen, welche…

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