In seinem fesselnden Roman befragt Matthias Nawrat moralische Dilemmata: Welche Handlungsspielräume gibt es in Krieg und Diktatur, und zu welchem Preis? Im Gespräch mit Franziska Hirsbrunner sagt der Autor, warum gerade in solchen Fragen die Vergangenheit für ihn auch die Gegenwart ist.
«Das glückliche Schicksal» ist im Polen des Zweiten Weltkriegs und der frühen 1980er Jahre angesiedelt und teils eine Art Verhör. Eine junge Frau besucht einen alten Mann in seinem Exil in Venedig. Sie schützt wissenschaftliches Interesse vor, aber eigentlich will sie wissen, ob der alte Mann, ein Gulag-Überlebender, 1945 die Seite gewechselt und als Offizier der Sowjets ihren Vater bis zur Invalidität gefoltert hat. Es ist eine atemberaubende Anlage, die unmittelbar erfahrbar macht, wie schnell politische Umstände die Grenze zwischen Anpassung und Widerstand verwischen.
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Dieses Buch steht im Zentrum der Folge:
Matthias Nawrat. «Das glückliche Schicksal». 272 Seiten. Rowohlt, 2026.
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In dieser Episode zu hören
- Matthias Nawrat, Schriftsteller
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- Host: Franziska Hirsbrunner
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