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In den letzten Jahren hat die kritische Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit in Deutschland zugenommen. Auch die christlichen Theologien hierzulande stellen sich vermehrt der Aufgabe, ihr koloniales Erbe zu reflektieren. Im Mai 2025 fand in Aachen eine Tagung statt, zu der sich erstmals mehrere katholische Akademien zusammengeschlossen hatten, um die Rolle und Beteiligung der Kirchen am Kolonialismus kritisch zu reflektieren und einen Baustein zur Aufarbeitung beizutragen.
Wie sich christliche Theologie gegenwärtig mit dem Aufdecken noch immer wirksamer kolonialer Machtstrukturen beschäftigt, war in Aachen Thema eines Vortrags der Theologin Dr. Fana Schiefen. In der heutigen Podcast-Folge haben wir Ihren Panel Beitrag, der wichtige Begriffe und Methoden postkolonialer Diskurskritik einführt, theologische und kirchliche Legitimierungsstrategien kolonialer Machtstrukturen freigelegt und ausgewählte Rezeptionen post- und dekolonialer Ansätze innerhalb der Theologie vorstellt, dokumentiert. Nur wenige Tage zuvor wurde übrigens Papst Leo XIV. frisch ins Amt gewählt, was am Ende der Ausführungen, wie ihr hier hören werdet, eine nicht ganz unbedeutende Rolle spielt.
Dr. Fana Schiefen ist Studienrätin im Hochschuldienst für Systematische Theologie und ihre Didaktik am Institut für katholische Theologie an der Universität zu Köln. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen rassismuskritische und postkoloniale Theologien, Gedächtnistheorien und Erinnerungskulturen sowie Religionskritik und Religiöse Indifferenz.
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Redaktion: Dorothea Trappe, Jonatan Burger, Emily Siegel
Der Podcast wird als Projekt mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Aus dem Jahr 2020 sind von Papst Franziskus zwei besonders wichtige Momente in Erinnerung geblieben: Das ikonische Foto, bei dem der Papst zu Beginn der weltweiten Corona-Pandemie auf dem menschenleeren Petersplatz betete, und die Veröffentlichung seiner Enzyklika „Fratelli tutti“ am 3. Oktober, die die Menschheit zu mehr Geschwisterlichkeit und globaler Verantwortung aufrief, hart mit egoistischen Fehlentwicklungen in Politik und Wirtschaft ins Gericht ging und ihnen eine Vision von Nächstenliebe entgegenhielt.
Fast auf den Tag fünf Jahre später hat dieser Text kaum etwas von seiner Relevanz eingebüßt. Deshalb blicken wir in der heutigen Ausgabe von „Mit Herz und Haltung“ noch einmal auf die Enzyklika und deren Leitgedanken zurück.
Pater Bernd Hagenkord SJ ist 2021 verstorben. Der studierte Theologe, Historiker und Journalist wirkte zuletzt als geistlicher Begleiter beim Synodalen Weg der Kirche in Deutschland. Zuvor war er über ein Jahrzehnt lang bei den vatikanischen Medien in Rom tätig.
Hinweise
Redaktion: Jonatan Burger, Emily Siegel
Der Podcast wird als Projekt mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Während im Süden der Republik gerade erst wieder der Unterricht begonnen hat, gehört es zu den Vorzügen, über die man sich in Sachsen freuen kann, dass dort bald schon wieder die Herbstferien vor der Tür stehen: Ab dem 6. Oktober haben sächsische Familien die Möglichkeit nochmals - mancherorts schon in der Nebensaison - in der Ferne zu schweifen, bestenfalls spätsommerliche Temperaturen und einen "Goldenen Oktober" zu genießen. Für viele Menschen sind die freien Tage oft auch eine Gelegenheit, sich in Ruhe Zeit für das zu nehmen, was im Alltag zu kurz kommt. Dazu gehören nicht zuletzt Fragen nach dem Lebenssinn oder die Suche nach spirituellen Erfahrungen.
Pilgern liegt im Trend, Ferienregionen entdecken das religiöse Kulturerbe alter Kirchen- und Klosterbauten neu und auch die großen Kirchen bieten an den deutschen Tourismus-Hotspots Urlaubsseelsorge an. Selbst manche Kreuzfahrt wird von einem Geistlichen begleitet, der auf hoher See als offenes Ohr zur Verfügung steht. In dieser Folge haben wir deshalb einen Experten für die Schnittstelle aus Tourismus und Kirche zu Gast.
Prof. Dr. Christian Cebulj lehrt Religionspädagogik an der Theologischen Hochschule in Chur, in der Schweiz. Bis Jahresende betreut er dort auch ein eigenes Forschungsprojekt zum Spannungsfeld „Religion – Kultur – Tourismus“ und ist zudem Mitglied der Geschäftsleitung des Vereins ‹Kirchen und Tourismus Schweiz›. 2021 erschien sein gemeinsam mit Thomas Schlag entstandener Band "Zwischen Kreuzfahrt und Klosterküche. Formen kirchlicher Präsenz im Tourismus" beim Theologischen Verlag Zürich.
Hinweise
Interview: Daniel Heinze
Der Podcast wird als Projekt mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
„Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ – Sätze wie dieser aus dem Johannesevangelium sind zentral für das Christentum. Was bedeutet die Menschwerdung Gottes mit Blick darauf, wie das Christentum den Körper wahrnimmt und deutet?
Schließlich lässt sich das Verhältnis des Christentums zum Körper zumindest als ambivalent bezeichnen. Zum Körper gehört zudem die Frage nach dem Geschlecht. Die katholische Kirche bezieht sich auf binäre Geschlechterkonzepte. Doch christliche Erinnerungskulturen offenbaren auch andere Vorstellungen – auch hinsichtlich der Gestalt Jesu. Darüber haben wir mit der Theologin Elke Pahud de Mortanges gesprochen, die zu dem Thema unter anderem im aktuellen Spezialheft der „Herder Korrespondenz“ einen Beitrag geschrieben hat.
Elke Pahud de Mortanges wurde 1962 geboren und ist seit 2013 Lehrbeauftragte für Gender Aspects in Religious Studies an der Universität Fribourg/Schweiz, seit 2008 außerplanmäßige Professorin für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Universität Freiburg. Veröffentlichung: Bodies of Memory and Grace. Der Körper in den Erinnerungskulturen des Christentums, Zürich 2022.
Hinweise:
Den Beitrag von Elke Pahud de Mortanges im aktuellen HK Spezial finden Sie hier.
Das neue HK Spezial „Jesus gegen Christus. Neues vom Menschen aus Nazareth“ finden Sie hier .
Elke Pahud de Mortanges, Bodies of Memory and Grace. Der Körper in den Erinnerungskulturen des Christentums, Zürich 2022.
Redaktion: Annika Schmitz, Dr. Stefan Orth
Interview: Annika Schmitz
Schnitt und Produktion: Daniel Heinze
Die sächsische Industriestadt Chemnitz darf sich das ganze Jahr 2025 mit dem Titel einer „Europäischen Kulturhauptstadt“ schmücken. Im Mai hatten wir darüber bereits einmal mit Dr. Ulrike Lynn, der katholischen Beauftragten für das Kulturhauptstadt-Jahr gesprochen, denn unter den zahlreichen Veranstalter:innen mischen auch die christlichen Kirchen als „Kulturkirche 2025“ mit. Zum Auftakt des Kulturherbstes in Chemnitz stellen wir nun das im Rahmen der Kulturhauptstadt entstandene Projekt „History of Citizens“ in den Fokus:
Ältere Menschen, die auch die Brüche des 20. Jahrhunderts miterlebten, gibt es in Europa überall. Viele dieser eindrücklichen Biografien bleiben über die Familie und das nähere Umfeld hinaus allerdings unerzählt. In Chemnitz sowie in der zweiten Europäischen Kulturhauptstadt Nova Gorica in Slowenien und dem benachbarten Gorizia in Italien haben Schüler:innen deshalb schon 2024 mit älteren Menschen über ihre mitunter verschlungenen Lebenswege gesprochen. Entstanden ist daraus eine Ausstellung, welche echte Geschichten dokumentiert, die das Leben und historische Umbrüche geschrieben haben, damit sie nicht in Vergessenheit geraten und künftige Generationen aus den Erfahrungen lernen können.
Dr. Ulrike Lynn studierte in Berlin Germanistik und Philosophie, promovierte mit einer Arbeit über Gestik und war unter anderem in den USA und an der Universität Chemnitz wissenschaftlich tätig. Außerdem absolvierte Ulrike Lynn eine Ausbildung zur Kreativitätspädagogin, arbeitete als Lehrerin in einer Kreativitätsgrundschule und studierte berufsbegleitend Grundschullehramt und Theologie.
Anja Diering und Dr. Ronald Unger sind stellvertretend als zwei der Personen aus Chemnitz und dessen Umland, die bereit waren, mit ihrer Biografie zur Ausstellung beizutragen, ebenfalls im Podcast zu Gast.
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Interview: Daniel Heinze
Der Podcast wird als Projekt mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Als geflügeltes Wort hat es das „Jubeljahr“ aus dem Alten Testament bis in die Alltagssprache geschafft. Wenn etwas alle „Jubeljahre“ passiert, kann es schon wirklich lange dauern. Dahinter versteckt sich eine Bibelstelle aus dem Buch Levitikus: Alle fünfzig Jahre sollten die Israeliten ein Jubeljahr feiern, das nicht zuletzt damit einherging, dass den Menschen, die sich in Schuldknechtschaft befanden, wieder ihre Freiheit geschenkt wurde. In der katholischen Kirche geht auch die Tradition des „Heiligen Jahres“, das aktuell wieder begangen wird, auf diese Bibelstelle zurück.
Ein Anliegen, das sicherlich nicht bis „alle Jubeljahre“ Zeit hat, aber dessen ursprünglichem Gedanken sehr nahekommt, bringt das Bündnis „Erlassjahr 2025“ lautstark zur Sprache: Entwicklung braucht Entschuldung - so die Überzeugung der Initiator:innen. Staaten im Globalen Süden müssen raus aus der Schuldenspirale. Nur dann kann ein wirklicher ökonomischer Aufbruch möglich werden, der möglichst vielen Menschen Wohlstand und Sicherheit verspricht. Zu viele Länder sind teils seit Jahrzehnten überschuldet und die drastischen sozialen Folgen für die Bevölkerung sind deutlich sichtbar.
Malina Stutz studierte Staatswissenschaften an der Universität Erfurt und Plurale Ökonomik an der Universität Siegen. Für die Initiative „erlassjahr.de - Entwicklung braucht Entschuldung e.V.“ ist sie als Politische Referentin tätig.
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Interview: Jonatan Burger
Der Podcast wird als Projekt mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Aktuell sind die Menschenrechte unter Druck. Warum es mit Blick auf die Menschenrechte keinen Abgesang geben darf, mit welchen Argumenten auf die Einwände zu antworten ist und wie vor diesem Hintergrund die Politik der neuen Bundesregierung zu bewerten ist, darüber sprachen wir mit dem Menschenrechtsexperten Heiner Bielefeldt, der jüngst zusammen mit dem Sozialethiker Daniel Bogner den neuen Band der Edition Herder Korrespondenz mit dem Titel „Menschenrechte nach der Zeitenwende. Gründe für mehr Selbstbewusstsein“ herausgebracht hat.
Heiner Bielefeldt, der lange auch UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht Religionsfreiheit war, ist davon überzeugt: Autokratische Staaten werden sich am Ende nicht halten können. Das setzt aber auf der anderen Seite auch das Engagement all derer voraus, denen Humanität wichtig ist. An guten Argumenten mangelt es jedenfalls nicht.
Heiner Bielefeldt wurde 1958 geboren und ist Seniorprofessor für Menschenrechte an der Universität Erlangen-Nürnberg. Der habilitierte Philosoph und katholische Theologe war von 2003 bis 2009 Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte in Berlin. Zwischen 2010 und 2016 fungierte er als UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit. Jüngste Veröffentlichung mit Daniel Bogner: „Menschenrechte nach der Zeitenwende. Gründe für mehr Selbstbewusstsein“, Edition Herder Korrespondenz, Freiburg 2025.
Hinweise:
Den neuen Band der Edition Herder Korrespondenz mit dem Titel „Menschenrechte nach der Zeitwende. Gründe für mehr Selbstbewusstsein“ finden Sie hier.
Ein Artikel von Heiner Bielefeldt zum Thema ist in der Juli-Ausgabe der Herder Korrespondenz erschienen.
Redaktion: Dr. Stefan Orth, Annika Schmitz
Heute geht es um spirituelle Tiefe, franziskanische Lebenskunst und die Kraft der Schöpfung mit einem Gesprächspartner, der sich auf all diesen Gebieten bestens auskennt: Jan Frerichs. Seine Erfahrungen aus Kloster, Medienarbeit und Naturpädagogik verdichtet er zu spirituellen Angeboten draußen in der Natur: Waldzeiten, Visionssuchen, Retreats und Online-Formate, die Erdung und Einkehr ermöglichen.
Jan Frerichs ist Autor, Theologe, Podcaster spiritueller Begleiter und Gründer der franziskanischen Lebensschule barfuß+wild. Zunächst war er fünf Jahre lang Franziskanerbruder, heute lebt er als selbsternannter Stadteremit in Bingen am Rhein.
Hinweise
Interview: Daniel Heinze
Der Podcast wird als Projekt mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Nicht nur in den USA wurden Diversitätsprogramme zurückgestellt, zuletzt wurden auch bei uns die Diskussionen über Gender-Ansätze kontroverser geführt. Was bedeutet es da, wenn die Deutsche Bischofskonferenz ein Papier über den Umgang mit der geschlechtlichen Vielfalt der Schülerinnen und Schüler an katholischen Schulen vorbereiten lässt? Darüber sprachen wir mit dem Moraltheologen Andreas Lob-Hüdepohl, der jüngst zusammen mit der Sozialethikerin Marianne Heimbach-Steins eine neue Ausgabe der Reihe Herder Thema mit dem Titel „Sichtbar anerkannt. Vielfalt sexueller Identitäten“ herausgebracht hat.
Lob-Hüdepohl ist davon überzeugt, dass die Diskussionen innerhalb der katholischen Kirche zwar mit Blick auf das Thema Homosexualität dem gesellschaftlichen Diskurs hinterherhinken. Angesichts der Fragen geschlechtlicher Identität sind die Vorbehalte in der Gesellschaft oft noch ebenso groß wie in den Kirchen. Hier könnte es sogar gelingen, einmal Vorreiter zu sein.
Andreas Lob-Hüdepohl wurde 1961 geboren und ist Professor für Theologische Ethik an der Katholischen Hochschule Berlin sowie Geschäftsführer des Berliner Instituts für christliche Ethik und Politik und war von 2016 bis 2024 Mitglied des Deutschen Ethikrates. Er ist Mitglied des Synodalen Wegs in Deutschland.
Hinweis:
Die Herder-Thema-Ausgabe „Sichtbar anerkannt. Vielfalt sexueller Identitäten“ finden Sie hier.
Redaktion: Dr. Stefan Orth, Annika Schmitz
Für die heutige Folge dürft ihr die Lautsprecher gerne etwas lauter aufdrehen und in Tanzlaune kommen, denn Sommerzeit ist Festivalzeit. Wenn der Heilige Petrus mitspielt und keine Unwetterfront aufzieht, tummeln sich in diesen Tagen zehntausende Musikbegeisterte auf Festivals wie dem Southside, Wacken OpenAir, der Fusion und vielen mehr – ganz, wie es der eigene Geschmack und das Lieblingsgenre nahelegen und wo es das beste Line-Up zu sehen gibt.
Festivals sind langersehnte Treffpunkte weit verstreuter Freundeskreise, die einmal im Jahr dort zusammenkommen. Sie schaffen eine Verbindung zwischen Wildfremden, wenn ein Bändchen am Handgelenk oder ein T-Shirt verraten, das man sich wohl im letzten Sommer beinahe über den Weg gelaufen ist. Immer häufiger sind dort auch die Kirchen bzw. einzelne ihrer Seelsorger*innen anzutreffen. Das liegt einerseits nahe: Wohl wenig hat so viel mit Identität und Biografie zu tun, wie die Musik, für die das eigene Herz schlägt. Andererseits scheinen zwischen ruhigen Kirchengemäuern und laut wummernden Bässen doch Welten zu liegen - oder etwa nicht?
Julia Hahn studierte Katholische Theologie, Bildungswissenschaften und Mathematik an der Universität Münster. An der Humboldt-Universität Berlin ist sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentralinstitut für Katholische Theologie tätig und promoviert aktuell zum Thema Festivalseelsorge.
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Interview: Daniel Heinze
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