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Seit Jahrzehnten schrumpft die Zahl der Christinnen und Christen im Nahen Osten. Unter anderem im Irak hat vor einem Jahrzehnt der Islamische Staat gewütet. Wo stehen die christlichen Kirchen heute? Darüber sprachen wir mit dem Nahostexperten Matthias Kopp, der auch Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz ist. Er hat im April-Heft der Herder Korrespondenz in einem Beitrag über die aktuelle Situation in der Ninive-Ebene auf die Ambivalenzen aufmerksam gemacht. Ende Januar hatte er eine umfangreiche Monografie dazu vorgelegt: Iraks Christliches Erbe. Vom Überleben im Zweistromland.
Matthias Kopp, der zuletzt Ende Januar im Irak unterwegs war, macht in dieser Podcastfolge deutlich, dass die Zukunft des Christentums im Nahen Osten auch von den geopolitischen Entwicklungen in der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump abhängt. Welche Rolle können angesichts der absehbaren Verwerfungen die Initiativen der katholischen Kirche spielen? Hören Sie selbst.
Matthias Kopp wurde 1968 geboren und ist Theologe, Archäologe und Journalist. Nach Tätigkeiten bei Radio Vatikan, als Sprecher des Weltjugendtags 2005 und als Sprecher der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen ist er seit 2009 Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz. Die Entwicklungen im Nahen Osten begleitet er seit mehr als drei Jahrzehnten intensiv.
**Hinweise: **
Den Artikel von Matthias Kopp im April-Heft der Herder Korrespondenz finden Sie hier.
Das April-Heft der Herder Korrespondenz können Sie hier bestellen.
Das Buch von Matthias Kopp finden Sie hier.
Redaktion: Dr. Stefan Orth, Annika Schmitz
Zwischen den Ereignissen und Schlagzeilen der letzten Wochen droht ein Thema immer weiter in den Hintergrund zu treten, das allerdings wie kein anderes unsere Zukunft bestimmen wird: der Klimawandel. Er betrifft uns alle global - die komplette Menschheit auf diesem Planeten. Wie wir mit der menschlichen Verantwortung für diese prekäre Lage im so genannten "Anthropozän" umgehen, und was diese Situation mit uns als Einzelne macht, besprechen wir in dieser Podcastfolge mit der Philosophin Dr. Ana Honnacker.
Prof. Dr. Ana Honnacker studierte Philosophie, katholische Theologie und allgemeine Sprachwissenschaft in Münster. Seit Oktober 2021 arbeitet sie am Lehrstuhl für Praktische Philosophie an der Hochschule für Philosophie in München und hat zudem aktuell die Romano-Guardini-Gastprofessur für Religionsphilosophie an der LMU inne.
Hinweise
Interview: Daniel Heinze
Der Podcast wird als Projekt mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Vor 500 Jahren rüttelten die Aufstände der Bauern an bestehenden Herrschaftsformen. Nach nicht einmal einem Jahr wurden sie weitestgehend niedergeschlagen. Doch haben sich ihre Anliegen trotzdem durchsetzen können? Und wie kam es überhaupt dazu, dass die Bauern für ihre Ideen kollektiv aufgestanden sind?
Darüber haben wir mit Daniela Blum, Professorin für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Universität Freiburg, gesprochen. Sie berichtet nicht nur von sozialen und politischen Umwälzungen 1524/25, sondern fragt auch nach der Rolle von Religion und Reformation und wirft einen Blick darauf, wofür genau die Bauern sich eigentlich eingesetzt haben. Dabei stellt sie Anliegen fest, die auch heute durchaus noch aktuell sind.
Daniela Blum wurde 1986 geboren und ist Professorin für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte mit Kirchlicher Landesgeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich mittelalterlicher Hagiografie und Körperkonzepte sowie in Fragen der christlichen Bildtheologie. Publiziert hat sie auch zur Reformationsgeschichte: Der katholische Luther. Begegnungen – Prägungen – Rezeptionen, Paderborn 2016.
Hinweise:
Den Beitrag zu den Bauernkriegen von Daniela Blum im März-Heft der Herder Korrespondenz finden Sie hier.
Erwähnte Bücher in der Podcastfolge:
Lyndal Roper, Für die Freiheit. Der Bauernkrieg 1525, Frankfurt 2024.
Thomas Kaufmann, Der Bauernkrieg. Ein Medienereignis, Freiburg 2024.
Hier geht es zur erwähnten Podcastfolge mit Franca Spies über das gute Leben.
Redaktion: Annika Schmitz, Dr. Stefan Orth
Interview: Annika Schmitz
Schnitt und Produktion: Daniel Heinze
Das Gefühl, zu scheitern, kennen wir alle und gerade deshalb wünschen wir es uns nicht herbei. Stattdessen versuchen wir, einen möglichst weiten Bogen darum zu machen und doch kommen wir Menschen einfach nicht umhin, regelmäßig zu scheitern. Häufig an widrigen Umständen oder an zu großen Widerständen, bisweilen auch an den eigenen Ansprüchen oder uns selbst.
Pünktlich zu Beginn der Fastenzeit vor dem Osterfest nehmen wir in einigen Folgen von „Mit Herz und Haltung“ deshalb immer wieder die Themen Scheitern, Schuld und Verantwortung genauer unter die Lupe, die manchmal unbequem sind, aber eben zu unserem Leben in seiner ganzen Fülle dazugehören.
Prof. Dr. Armin Wildfeuer studierte Philosophie, Musikwissenschaft, Christliche Gesellschaftslehre und Katholischen Theologie in Rom und Bonn. Seit 1997 ist er Professor an die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, wo er sich insbesondere den Arbeitsschwerpunkten Philosophische Ethik, Anthropologie, Sozialphilosophie und Politische Philosophie widmet.
Hinweise
Interview: Daniel Heinze
Der Podcast wird als Projekt mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Auch in der evangelischen Kirche in Deutschland wird seit der Veröffentlichung einer Studie vor gut einem Jahr intensiver über sexualisierte Gewalt in den eigenen Reihen diskutiert. Warum kommt es erst jetzt dazu – und warum ist es in anderen Institutionen weiterhin noch nicht so weit? Darüber sprachen wir mit dem Kulturbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland, Johann Hinrich Claussen. Er hat im Februar-Heft der Herder Korrespondenz zusammen mit den evangelischen Theologen Reiner Anselm, Harry Oehlke und Thomas Zippert einen Beitrag zum Stand der Aufarbeitung in der evangelischen Kirche vorgelegt.
Johann Hinrich Claussen spricht in dieser Podcastfolge über die Ambivalenzen der Missbrauchsaufarbeitung. Denn viel hängt von den Betroffenen, ihrem Mut und ihrer Bereitschaft ab, die Taten zu melden und über sie zu sprechen. Inwieweit ist diese Rolle der Betroffenen auch eine Überforderung und wo duckt sich die Institution Kirche einfach weg? Nicht zuletzt geht es dabei um die Frage, wie die evangelische Kirche sich strukturell ändern muss.
Johann Hinrich Claussen wurde 1964 geboren und ist seit 2016 Kulturbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und Leiter des Kulturbüros der EKD. Er studierte evangelische Theologie in Tübingen, Hamburg und London. Er promovierte 1996 und wurde im selben Jahr zum Pfarrer ordiniert. 2005 folgte die Habilitation. Seit 2004 war Claussen Propst des heutigen Kirchenkreises Hamburg-Ost. 2007 wurde er Hauptpastor an Sankt Nikolai (Harvestehude).
Hinweise:
Das Februar-Heft der Herder Korrespondenz können Sie hier bestellen.
Redaktion: Dr. Stefan Orth, Annika Schmitz
Informationen für Betroffene von Missbrauch und deren Angehörige finden Sie auf dem Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch, bei der Betroffenen-Initiative Eckiger Tisch oder auf der entsprechenden Seite der Deutschen Bischofskonferenz. Ansprechpersonen für Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs im Bistum Dresden-Meißen finden Sie hier.
Weitere Informationen zur ForuM-Studie findet sich hier.
Spätestens seit Anfang November die Ampelkoalition gescheitert ist, herrschte in Deutschland Wahlkampfstimmung. Nun ist ein neuer Deutscher Bundestag gewählt und es besteht Klarheit über die neuen Mehrheitsverhältnisse im Parlament. Während die Wahlplakate aus dem Straßenbild verschwinden, stehen im politischen Berlin Koalitionsverhandlungen an. Die Fraktionen stellen sich neu auf und der ein oder andere Abgeordnete muss im Reichstag die Kisten packen bzw. darf erstmals ein Büro direkt an der Spree beziehen.
Einer, für den das, was nun politische Beobachter:innen in den Bann zieht, schon beinahe Routine ist, ist Bundestagspräsident a.D. Wolfgang Thierse. Gemeinsam wagen wir heute eine erste Analyse des Wahlergebnisses von Sonntagnacht.
Wolfgang Thierse gehörte von 1990 bis 2013 dem deutschen Bundestag an. Von 1990 bis 1998 war er stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. Er wurde 1998 bis 2005 zum Bundestagspräsidenten gewählt und amtierte anschließend von 2005 bis 2013 als Vizepräsident. Bis 2021 war er zudem Mitglied im dem Zentralkomitee der Katholiken.
Hinweise
Interview: Daniel Heinze
Der Podcast wird als Projekt mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Trotz hitziger Debatten rund um die Bundestagswahl in Deutschland darf ein Datum keinesfalls in Vergessenheit geraten: Am 24. Februar jährt sich der Angriff Russlands auf die Ukraine bereits zum dritten Mal. In der Europäischen Union entfachte er eine breite sicherheitspolitische Debatte, wie zukünftig auf die Bedrohung durch Russland reagiert werden muss und wie umfassend die militärische Unterstützung der Ukraine sein darf.
Mit der erneuten Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten kam zuletzt Bewegung in den Konflikt. Die Friedensinitiative der US-Amerikaner geht indes mit unverstellten wirtschaftlichen Erwartungen einher und weckt Zweifel, wie umfassend die Ukraine selbst über ihre Zukunft mitentscheiden darf und welche Rolle die europäischen Staaten dabei spielen sollen.
Auch in den christlichen Kirchen markierte der 24. Februar 2022 eine Zeitenwende – sowohl im ökumenischen Verhältnis zur russischen Orthodoxie, als auch mit Blick auf bisherige friedensethische Überzeugungen. Eine Stimme aus dem Protestantismus, die sich von Beginn an für primär diplomatische Lösungen aussprach und militärische Zurückhaltung anmahnte, ist Dr. Margot Käßmann. Dr. Karin Wollschläger hat mit ihr für "Mit Herz und Haltung" über die aktuelle Friedensinitiative der USA und Auswege aus dem Krieg gesprochen.
Margot Käßmann (Jg. 1958) studierte Theologie in Tübingen, Edinburgh, Göttingen und Marburg. Nach ihrer Tätigkeit als Pfarrerin und später Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages war sie von 1999 bis 2010 Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers. 2009/2010 war sie Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Hinweise:
Interview: Dr. Karin Wollschläger
Der Podcast wird als Projekt mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Die ökologische Krise hat unsere Welt längst im Griff – und perspektivisch geht es um das nackte Überleben des Planeten. Warum das einer christlichen Heilshoffnung nicht egal sein darf und es nicht ausreicht, nur auf den Erlösungsgedanken im Jenseits zu verweisen, darüber haben wir mit der Theologin Franca Spies gesprochen.
Wie aber können wir in der aktuellen Zeit von einem guten Leben sprechen, das nicht nur den einzelnen Menschen in den Blick nimmt? Und mit welchen Ideen können sich Theologinnen und Theologen in die Debatte einbringen? Ein Gespräch über mögliche Antworten, über die Bewahrung der Schöpfung – und warum wir die Hoffnung nicht fahren lassen sollten.
Franca Spies wurde 1990 geboren und ist Privatdozentin für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die Theologien der Schöpfung und Inkarnation, der neue Materialismus und kritische Posthumanismus sowie der jüdisch-christliche Dialog.
Hinweise:
Den Essay von Franca Spies im Februar-Heft der "Herder Korrespondenz" finden Sie hier.
Hier geht es zum Buch "Was ist das gute Leben?" von Martin Breul, Aaron Langenfeld, Franca Spies und Veronika Weidner.
Redaktion: Annika Schmitz, Dr. Stefan Orth
Spätestens seit der Weltsynode ist das Thema Synodalität in der katholischen Kirche in aller Munde. Viele Anregungen für die eigene Praxis konnte Bertram Wolf weniger Stunden Zugfahrt entfernt auf der anderen Seite der deutsch-tschechischen Grenze finden. Ende Januar wagte der Pfarrer der ostthüringischen Städte Gera und Schleiz das Experiment, mit seinem Kollegen aus dem westböhmischen Stribro für zehn Tage Gemeinde und Pfarrhaus zu tauschen. Dort feierte er Gottesdienste, sprach mit Gläubigen, besuchte Rathaus, Kloster und Ordinariat und kümmerte sich um den Pfarrhaus-Kater Bertik.
Was er beim Blick über den Tellerrand gelernt hat, wie in der tschechischen Diaspora Synodalität gelebt wird und warum er das Experiment zur Nachahmung empfiehlt, hat er uns im Anschluss auch bei "Mit Herz und Haltung" verraten.
Hinweise
Das aktuelle Angebot der Ökumenischen Akademie Gera-Altenburg findet ihr hier.
Ein ausführlicher Rückblick von Pfarrer Wolf in Textform findet sich auf der Webseite des Bistums Dresden-Meißen.
Interview: Daniel Heinze
Der Podcast wird als Projekt mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Nach dem 7. Oktober 2023 hat der Antisemitismus in Deutschland, aber auch weltweit, zugenommen. Neben den klassischen judenfeindlichen Stereotypen gibt es auch einen dezidiert antimuslimischen Antisemitismus, der eigene Fragen aufwirft. Wie kann man ihm am besten begegnen? Darüber sprachen wir mit dem muslimischen Theologen Mouhanad Khorchide. Er hat im Februar-Heft der Herder Korrespondenz einen Beitrag über die jüdischen Wurzeln des Islam veröffentlicht.
Mouhanad Khorchide erinnert an die große Kontinuität zwischen Judentum und Islam, der in Anknüpfung an den Moses-Glauben der jüdischen Gemeinden auf der arabischen Halbinsel entstanden ist. Mit Blick auf die Spannungen zwischen Muslimen und Juden, nicht zuletzt auch zum Staat Israel, müsse man diese wieder in den Vordergrund rücken. Angesichts des Nahostkonflikts, der zur Verhärtung der Fronten geführt hat, hat Khorchide auch einen eigenen Lösungsvorschlag für die Region.
Mouhanad Khorchide wurde 1971 geboren und ist Professor für Islamische Religionspädagogik und für Koran und Koranexegese sowie Leiter des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Münster. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen historisch-kritische Koranforschung, Islam und Politik, interreligiöses Lernen. Khorchide wurde 2024 mit dem „Goldenen Ehrenzeichen der Republik Österreichs“ ausgezeichnet. Jüngste Veröffentlichung: Ein Muslim auf dem Jakobsweg. Pilgererfahrungen der anderen Art, Freiburg 2024.
Hinweise:
Den Artikel von Mouhanad Khorchide im Februar-Heft der Herder Korrespondenz finden Sie hier.
Das Februar-Heft der Herder Korrespondenz können Sie hier bestellen.
Das jüngste Buch von Mouhanad Khorchide: Ein Muslim auf dem Jakobsweg. Pilgererfahrungen der anderen Art, Freiburg 2024.
In der Edition Herder Korrespondenz ist erschienen, zusammen mit Hamed Abdel-Samad: „,Zur Freiheit gehört den Koran zu kritisieren‘. Ein Streitgespräch“, Freiburg 2016.
Redaktion: Dr. Stefan Orth, Annika Schmitz
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