Morgenimpuls
Download on the App Store

Morgenimpuls episodes

  • "Gott trägt"
    Morgenimpuls mit Vanessa Grbavac
    In der ersten Woche nach den Osterferien wurde es auf unseren Schulfluren schon etwas leerer. Die Abiturienten sind bereits weg, und wie ich glaube, mit Lernen beschäftigt. Das ist bestimmt jetzt auch an anderen Schulen so. Plötzlich bleiben Klassenräume leer. Vielleicht bist du selbst auch gerade in einer Prüfungsphase? Oder deine Kinder oder Enkel sind gerade in der Lernphase für den Abschluss? Aber sicherlich erinnerst du dich selbst an Abschlüsse und Enden in deinem Leben.  Dabei empfinde ich immer erst kurz etwas Erleichterung. Da fallen mir ja Stunden für mich aus. Da bin ich erst einmal dankbar für die Zeit, die ich jetzt gebrauchen kann, um auch mich auf die anstehenden Prüfungen vorzubereiten. Und ich gebe zu, einfach auch mal etwas mehr Freizeit nehme ich auch gerne mit, bevor wir Lehrkräfte dann das Abitur korrigieren, letzte Noten geben und auch einfach mitbangen mit unseren Schützlingen.  Ein früherer Kollege verglich sich dabei einmal mit einem Fußballtrainer. Da hat man auch Angst, dass das auf einen zurückfällt, wenn die Mannschaft nicht in Topform ist oder sogar verliert.  Aber ich schwanke da auch zwischen Loslassen sowie Vertrauen und Bangen oder Mitfiebern.  Ich schwanke in der Zeit bis zu den Prüfungen zwischen Freiraum lassen und mich sorgen.  Gott schwankt da nicht. Gott muss diese Perspektive nicht einnehmen, dass da etwas auf ihn zurückfallen könnte, wenn wir versagen. Er weiß, was wir können und was eben nicht und trotzdem ist er da.  Gott trägt.  Gott lässt aber auch los. Im richtigen Moment.  Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.
    4 min
  • Von Gottes Gärten und dem Wachsen im Glauben
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Wir hier im Konvent in Olpe haben zwei kleine Gärtchen. Eins hinterm Haus, das wir immer als Einsiedelei bezeichnet haben. Und eins gegenüber der Haustür auf der anderen Straßenseite. Und jetzt im Frühling, wo auch die Nachtfröste seltener werden, haben wir begonnen, den Garten aus dem Winterschlaf zu holen. Also, altes Laub vom Rasen entfernen, trockene Zweige und Blüten abschneiden und Unkraut jäten. Und dann fiel mir noch rechtzeitig ein, den Rhododendron und die Hortensiensträucher zu düngen. Also Spezialdünger kaufen, ein bisschen frische Erde dazu, ein bisschen einarbeiten und wässern. Dann kann dem Wachsen und Blühen nichts mehr entgegenstehen.Wie ist das eigentlich mit unserem Glauben und Leben als Christen? Lebst Du noch aus den Erkenntnissen Deines Kommunion– oder Firmunterrichts oder aus dem Reliunterricht in der Schule? Auch unser Glaube braucht neue Nahrung, um nicht in den Kinderschuhen stecken zu bleiben, zu verholzen, zu verkümmern oder abzusterben. Es gibt viele Möglichkeiten und die meisten sind gut erreichbar. Es ist gut mal andere Formen von Gottesdiensten mitzufeiern oder neue Gebetsformen auszuprobieren. Taizeabende oder Lichterfeiern sind daher sehr populär. Oder einen Exerzitienkurs oder Glaubensabende mitzumachen, damit man mal andere Themen des Glaubens hört und sich damit beschäftigt. Viele Bücher und auch Podcasts gibt es zu biblischen und Glaubensthemen und da sind AHA-Erkenntnisse vorprogrammiert. Heute kommt eine Studentin zu uns in den Konvent für ein geistliches Wochenende. Wir werden zusammen beten, in der Bibel lesen, Gottesdienste zusammen mitfeiern und uns, wie man so schön sagt, über Gott und die Welt austauschen. Und es wird viel stille Zeit dazwischen geben. Denn auch in Ruhe und Stille mit sich selbst und vor Gott kann sich der innere Mensch sortieren und neu ausrichten und hat wieder Kraft zum Wachsen und Blühen.  Ich mag ein kleines Gebet von Pierre Olivaint sehr gern und gebe es Dir mit in den Tag. Es lautet:"Wachse, Jesus, wachse in mir: in meinem Geist, in meinem Herzen, in meiner Vorstellung, in meinen Sinnen.Wachse in mir mit deiner Milde, mit deiner Reinheit, mit deiner Demut, wachse in mir mit deinem Eifer und deiner Liebe.Wachse in mir mit deiner Gnade, mit deinem Licht und mit deinem Frieden.Wachse in mir zur Verherrlichung deines Vaters, zur größeren Ehre Gottes! Amen."
    5 min
  • Jesus heilt die Kranken
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Es kommt nicht oft vor, dass eine große Krankenhausabteilung von einem Ort in eine andere Stadt in ein anderes Krankenhaus umzieht. Das ist hier in Olpe im November geschehen und eine gesamte Psychiatrische Fachklinik mit 4 Stationen, Tagesklinik, Krisencafe, neuen Therapieräumen und vielfältigen andere Angebote sind nach Lennestadt umgezogen. Mit einem Festakt in der Krankenhauskapelle wurde das Ganze nun offiziell eröffnet und unter Gottes Segen gestellt. Für mich das Spannende an diesem Nachmittag war, dass eine Fachärztin in einem Vortrag die Entwicklung der Behandlung von psychischen Erkrankungen im Laufe der Jahrhunderte vorgestellt hat. Von der Gleichbehandlung und weitgehenden Forschung zu diesen Krankheiten in der Antike über das Mittelalter bis heute gab es immer wieder wellenartige Entwicklungen. Während sehr offensichtliche körperliche Erkrankungen sehr viel Aufmerksamkeit bekamen, war die intuitive Angst vor dem Anderssein der psychisch Kranken zum Teil so groß, dass sie weggesperrt und wie Verbrecher behandelt wurden. Das ging von sogenannten Narrentürmen über die städtischen Irrenanstalten bis zu den Euthanasieprogrammen der Nazis im dritten Reich. Und ehrlicherweise sind wir selbst im Urteil oft auch heute nicht frei davon. Der Ortsbürgermeister hat erzählt, dass bei seinen Mitarbeiterinnen im Rathaus Unfallverletzungen, Krebserkrankungen oder anderer körperliche Erkrankungen von Kollegen alles Mitleid und liebevolle Fürsorge bekommen. Wenn aber ein Mitarbeiter wegen Depressionen erkrankt ist, nimmt man Abstand, flüstert hinterm Rücken und weiß nicht, wie man damit umgehen soll. Der Ortspfarrer hat zum Schluss den geistlichen Impuls gegeben und aus den Evangelien zitiert, wo es immer wieder darum geht, wie sich Jesus den Kranken, den Verwirrten und Verstoßenen zugewandt hat und betont, was Jesus immer deutlich gesagt hat: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.“ Alle Kranken!
    5 min
  • Achten wir auf unsere Worte
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    "Herr, öffne meine Lippen, damit mein Mund Dein Lob verkünde" - so beginnt bei uns im Konvent, wie in allen Klöstern weltweit, das erste Gebet am Morgen. Und wir machen dabei mit dem Daumen der rechten Hand ein Kreuz auf den Lippen. Zu Beginn meines Ordenslebens habe ich diese Geste also gelernt und vollzogen. Je länger ich aber im Kloster lebe, und das sind schon fast 45 Jahre, desto mehr mache ich mir Gedanken über diesen Anfang jeden Tages. Ich bitte Gott, mir die Lippen zu öffnen, damit ich überhaupt in der Lage bin, SEIN Lob zu verkünden. Es ist also nicht nur mein guter Wille, das jetzt zu tun, obwohl ich vielleicht müde oder erkältet, oder wie ich im Moment allergisch auf Pollen bin, oder ob ich vielleicht heute einfach keine Lust habe. Ich bitte Gott um seine Hilfe, dass aus meinem Mund sein Lob verkündet werden kann. Und ich denke immer mehr, dass es nicht nur für die 20 Minuten des Morgenlobes gilt, sondern den ganzen Tag.Das heißt aber, dass ich den ganzen Tag über das Lob Gottes verkünden kann. Nein, nicht den ganzen Tag laut Gebete sprechen, sondern eher: den ganzen Tag lang, alles was ich sage, zum Lob Gottes machen. Bei der Plauderei beim Essen, am Telefon, beim Mailen und bei Haustürgesprächen, beim Einkaufen und bei allem, was ich übern Tag tue.Wenn alles was ich sage, singe und tue, dazu dienen kann, das Lob Gottes zu verkünden, dann geht manches Dumme, Leichtfertige, Gehässige, Sinnlose vielleicht doch nicht mehr so leicht über meine Lippen. Und wenn ich daran denken kann, dass ich Gott gebeten habe, meine Lippen zum Lob zu öffnen, dann schließen ich meine Lippen vielleicht auch öfter mal, wenn das, was da raus will, nicht gerade seinem Lob dient. Bei Politikern und anderen Menschen öffentlichen Lebens merken wir ziemlich schnell, was für krudes Zeug sie von sich geben und wie böse und gemein und unklug vieles davon ist. Bei mir selbst merken ich es meist auch erst, wenn es raus ist und ich selbst erschrocken bin über Wortwahl und Inhalt.Es ist also ein guter Gedanke, für mich und Dich, dieses morgendliche: "Herr, öffne meine Lippen, damit mein Mund DEIN Lob verkünde."
    5 min
  • Kinder lernen durch Nachahmung
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Papst Leo XIV. hat sich auf den Weg gemacht nach Afrika und wird mehrere Länder besuchen, an einer Friedenskonferenz teilnehmen. Los geht es in Algerien. Dort gibt es nur einige tausend katholische Christen und der Islam ist Staatsreligion. Aber dort in Algerien begann das Leben und Wirken des Heiligen Augustinus, einer der großen Kirchenlehrer. In Algerien gründete Augustinus die erste christliche Mönchsgemeinschaft und verwandelte das Haus seines Vaters in einen Ort des Gemeinschaftslebens und der spirituellen Forschung. Man könne also sagen, dass das erste Kloster der Geschichte, das Haus des Vaters des Heiligen Augustinus gewesen ist. Und Papst Leo ist Augustinermönch und hat einige Jahre diesen weltweiten Orden geleitet. Mir war echt neu, dass Augustinus in seinem Elternhaus seine Gemeinschaft zusammengerufen, ein geistliches Leben und theologische und spirituelle Forschung angefangen hat. In den letzten Tagen hatte ich ein Video gesehen, dass eine Familie mit sieben Kindern über den Tag begleitet hat und die Kinder auf einem Touchpad immer ankreuzen konnten, was sie erledigt hatten. Das ging vom "Guten Morgen", über das Waschen, Kämmen und Zähneputzen, Frühstücken, einzelne Tätigkeiten im Haushalt, Schule, Kindergarten und so weiter. Und dann war ein Punkt: zusammen beten. Alle haben zusammen im Wohnzimmer gebetet und Gott für den Tag gedankt und für Mitmenschen Fürbitte gehalten. "Hauskirche" nannte man das früher und es ist und bleibt die Aufgabe von uns Christen, zusammen zuhause zu beten und Kinder und Enkel in diese Praxis zu begleiten. Kinder lernen durch Nachahmung. Wenn sie sehen und erleben, dass Eltern und Verwandte beten, dann wollen sie es auch lernen. In diesen Wochen sind Erstkommunionfeiern überall im Land und manchmal spürt man dabei, dass Kinder gewohnt sind, zu beten, Gebete vorzulesen und in Ruhe mitzufeiern. Vom Heiligen Augustinus stammt auch ein Wort, dass ich Dir gern in den Tag mitgeben will. Er sagt: "Bete, als hinge alles von Gott ab. Arbeite, als ob alles von dir abhinge."
    5 min
  • Ich bin da!
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Ich weiß nicht, wie es Dir geht. Ich habe manchmal ein Lied, einen Text, eine Melodie, die mir morgens nach dem Aufwachen aufploppt und mir den ganzen Tag in Kopf und Ohr und Herz herumsingt oder spricht. Es ist dann so, wie es im Deutschen heißt, ein Ohrwurm. Aber es ist eben mehr. Heute ist es ein Lied, dessen Text ich schon lange kenne, aber selten hatte ich das Gefühl, dass er besser passt als zur Zeit. Er gibt uns eine Zusage, die jede und jeder von uns immer wieder braucht und die uns hilft zum Leben, zum Glauben, zum Hoffen und zum Lieben. Er ist im Original von Paul Weißmantel. Und lautet:Ich bin daIn das Dunkel Deiner Vergangenheit und in das Ungewisse Deiner Zukunft,in den Segen Deines Helfens und in das Elend Deiner Ohnmachtlege ich meine Zusage: ICH BIN DA !In die Lichtblicke Deiner Hoffnung und in die Schatten Deiner Angst,in die Enttäuschung Deines Lebens und in das Geschenk Deines Zutrauenslege ich meine Zusage: ICH BIN DA !In das Spiel Deiner Gefühle und in den Ernst Deiner Gedanken,in den Reichtum Deines Schweigens und in die Armut Deiner Sprache lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !Ref: In all Dein Sein, in Dein Fühlen und Denken, lege ich meine Zusage: ICH BIN DA!In die Fülle Deiner Aufgaben und in Deine leere Geschäftigkeit, in die Vielzahl Deiner Fähigkeiten und in die Grenzen Deiner Begabung lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !In das Gelingen Deiner Gespräche und in die Langeweile Deines Betens, in die Freude Deines Erfolgs und in den Schmerz Deines Versagens lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !In das Glück Deiner Begegnungen und in die Wunden Deiner Sehnsucht, in das Wunder Deiner Zuneigung und in das Leid Deiner Ablehnung lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !In die Enge Deines Alltags und in die Weite Deiner Träumeund in die Kräfte Deines Herzens lege ich meine Zusage: ICH BIN DA!Ref: In all Dein Sein, in Dein Fühlen und Denken, lege ich meine Zusage: ICH BIN DA!Danke Gott für diese Zusage, die ich heute von Dir bekomme.
    5 min
  • Heute beginnt der Ernst des Lebens
    Morgenimpuls mit Pfarrer Stefan Wißkirchen
    "Heute beginnt der Ernst des Lebens." Das hat mir vor ein paar Jahren einmal eine Großmutter erzählt, als ihr Enkel den ersten Tag in den Kindergarten ging. Vielleicht ein bisschen übertrieben, dachte ich damals. Schließlich geht es doch zunächst nur darum, spielerisch Neues zu entdecken, Freundschaften zu schließen und den Alltag ein bisschen selbstständiger zu gestalten. Vielleicht hat sich manch eine Großmutter auch heute Morgen am Weißen Sonntag dazu entschieden, ihrem Enkelkind genau das mitzugeben auf dem Weg zur Feier der Erstkommunion.Heute beginnt der Ernst des Lebens. Darin steckt vielleicht schon der Ernst des Lebens, immer wieder und in allen Lebensphasen, überall dort, wo wir etwas Neues beginnen, Verantwortung übernehmen und nicht genau wissen, wohin der Weg führt. Das gilt auch für die Erstkommunionkinder, die heute Morgen zum ersten Mal an den Tisch des Herrn treten. Studentinnen und Studenten stehen auch oft an einem solchen Punkt. Sie ziehen in eine neue Stadt und organisieren ihr Leben selbst, treffen Entscheidungen über Haushalt, Zeitplanung und die eigenen Ziele. Plötzlich merken sie, Freiheit und Verantwortung gehen Hand in Hand.Schritte ins Ungewisse kennen nicht nur Studierende. Wer einen neuen Job beginnt, in eine andere Stadt zieht, eine Familie gründet, der erlebt den Ernst des Lebens. Gerade an diesem Punkt ist Austausch wichtig, Begegnung und Gespräch, das Teilen von diesen Erfahrungen. All das hilft, die Herausforderungen des Lebens leichter zu tragen. Die Kinder, die heute Morgen zum Tisch des Herrn, zur Eucharistie treten, haben hoffentlich genau diese innere Freiheit, Ja zu sagen zu diesem Leben, das Gott ihnen heute verspricht. Ein Leben, in dem er mittendrin sein will. Das ist Freude, das ist aber natürlich auch Ernst des Lebens.Der heilige Thomas von Aquin, einer der großen Gelehrten des Mittelalters, fasste es einmal so zusammen: Für Wunder muss man beten, für Veränderungen aber arbeiten. Das ist der Ernst des Lebens. Verantwortung und Einsatz gehören zum Leben, getragen von der Hoffnung, Freude und der Bereitschaft, das Leben ernst zu nehmen, ohne es zu vergrämen, ohne daran zu verzweifeln. Dann wird aus der Verantwortung, die wir für unser Leben, für unseren Glauben übernehmen, eine Freiheit und ein Ernst des Lebens, der sich leicht tragen lässt, der uns herausfordert, aber eben auch erfüllt. So hoffentlich heute die Kinder, wenn sie zum Tisch des Herrn treten und Ja sagen und Amen sagen zu dem Gott, der in ihr Leben mit allem Ernst aber eben auch aller Freude hineintreten will. Heute beginnt der Ernst des Lebens.
    6 min
  • Gott geht mit
    Morgenimpuls mit Pfarrer Stefan Wißkirchen
    In diesen Tagen freue ich mich einfach nur noch, weil nicht nur Ostern ist und das so ein wunderbares Fest und wirklich mein Lieblingsfest ist, sondern am Montag geht es in der Hochschulgemeinde in Düsseldorf auch wieder endlich los. Junge Menschen haben mit dem Studium begonnen und die kommen in der nächsten Woche dann schon zu uns. Und dabei weiß man ja: studieren, das heißt ganz besonders, sich auf etwas Neues einzulassen, Fragen zu stellen und vor allem nicht immer alle Antworten schon sofort zu haben.Mancher von denen, die da kommen, hat ein Studium begonnen, ohne genau zu wissen, wohin der Weg führt. Man ist wie auf einer Reise ohne Karte. Wohin es geht, was einem begegnet, das zeigt sich erst unterwegs. Esther kennt das gut. Sie ist im letzten Jahr ganz neu nach Düsseldorf gezogen, um Psychologie zu studieren. Alles ist neu, die Stadt, die Universität, die Menschen, und jeden Tag spürte sie ein kleines mehr Unbehagen, diesen Unterschied. Werde ich den richtigen Weg finden, werde ich Anschluss finden? Und sie ging jeden Tag die Schritte, die nötig sind, in den Hörsaal, in die Mensa, in den Austausch mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen; Schritt für Schritt, ohne dass sie alles überblicken konnte.Eine ähnliche Bewegung ist ja die österliche Bewegung. Was wussten die Jünger schon nach der Auferstehung, in welche Richtung es jetzt weitergeht? Glaube ist feststehen in dem, was man erhofft, und überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht. So steht es im Hebräerbrief. Vertrauen darauf, dass Gott Wort hält, das macht bereit, neue Schritte zu wagen. Das ist österlich, nicht aus dem Pflichtgefühl, sondern aus der Erfahrung, dass Gott treu ist und mitgeht.Auch heute wagen auch junge Menschen solche Schritte des Vertrauens. In der Stadt Düsseldorf finden Studierende wie Esther den Weg in die Katholische Hochschulgemeinde, so auch sicherlich an ganz vielen anderen Orten in unserem Erzbistum in der Kirche. Sie bitten um Taufe, Firmung oder treten bewusst in diese Gemeinschaft ein. Es ist ein öffentliches Ja zu einem Weg, dessen Ziel sie noch nicht vollständig kennen, ein mutiger Schritt ins Ungewisse. Abraham, der große Urvater des Glaubens, hatte Folgen weit über sein Leben hinaus. Er wurde zum Vater vieler Völker.Auch unsere Schritte des Glaubens bleiben nicht ohne Wirkung. Jeder kleine Schritt des Vertrauens kann anderen Mut machen, selbst aufzubrechen, und wie bei Esther, unserer Studierenden, neue Begegnungen und Chancen entstehen zu lassen. Abraham konnte damals nicht ahnen, wie weitreichend sein Ja zu Gott sein würde. Die Jünger, die dem Auferstandenen begegnet sind, wussten es auch nicht. Aber eins ist klar: Warten wir nicht, bis alles klar und sicher ist, sondern vertrauen wir und gehen wir los. Gott geht mit.
    5 min
  • Wer bin ich?
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Es ist tatsächlich erst eine Woche her, dass der Freitag Karfreitag hieß und wir uns erinnert haben an Leid und Tod Jesu in Verbindung mit Leid und Tod im Iran, im Libanon, in der Ukraine, in Gaza und und und. Und jetzt ist eine Woche später der Osterjubel noch präsent, die Erleichterung über einen, wenn auch noch so brüchigen, Waffenstillstand und die deutlichen Worte des Papstes gegen den Krieg und die irrsinnige Art, Waffen und Truppen und Kriege zu segnen.Hier sind noch die letzten Ferientage und wir hatten über Ostern Besuch und viele spannende Fragen und Gespräche über unser katholisches Verständnis der Kar- und Ostertage und der Rolle der Frauen in der damaligen Berichterstattung der Bibel und den so verschiedenen Berichten dazu. Herausragend ist natürlich dazu die Geschichte von Maria von Magdala, die den Auferstandenen als erste gesehen hat. Drei Schülerinnen unserer Franziskusschule hier in Olpe, haben dazu einen Text geschrieben und mir erlaubt, ihn vorzulesen:Gedanken von Maria aus MagdalaWer?Wer war er? der junge Mann im weißen GewandWer war er? der mich so erschreckt hatWer war er? dass er wusste, was mit Jesus geschahWer war er? dass er uns nach Galiläa gesandt hatWer war er? war er ein Engel, der die Botschaft der Auferstehung Jesu verkündeteWer war er? war er von Gott gesandtWer war er? war er Jesus von Nazareth selbstWer war ich? dass ich mich fürchteteWer war ich? dass ich einfach wegliefWer bin ich? dass ich niemandem davon erzählen will und es dann doch tue?Soweit der Text, aber soweit auch die Frage an mich und Dich an diesem Osterfreitag: Wer bin ich, die ich mich Christ nenne, wenn ich nichts davon erzähle? Oder erzähle ich doch davon in allem, was ich tue und lasse?
    5 min
  • Ostern ist eine verrückte Sache
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Ostern ist eine verrückte Sache. Nicht nur jetzt in Zeiten von Kriegen, abgedrehten Machthabern und blockierten Meeresengen. Ostern ist eine verrückte Sache. Ostern verrückt nämlich alles. Der Stein, die Grabplatte, als Endpunkt ist einfach weggerollt, weggerückt, weggeschoben. Ein junger Mann sitzt im Grab und bringt die Botschaft des Lebens. Sonst galt wenigstens eins als wirklich sicher: Tot ist tot. Noch nicht mal das gilt seit Ostern mehr. Der Tod ist weggerückt. Und die Botschaft heißt: Geh dahin, wo das Leben pulsiert. Da findest Du den Lebenden. Ostern verrückt unsere Erfahrungen – vom Tod zum Leben – von der Resignation zum Mut – von der Verzagtheit zum Neubeginn.Ostern will gegen jeden Augenschein auf Leben hoffen. Vielleicht tun sich deshalb selbst fast 40 Prozent aller Christen hier in Deutschland so schwer damit, an die Auferstehung zu glauben; vielleicht weil sie so wenig Hoffnung haben. Ostern ist das Fest des Unmöglichen. Es beginnt am Grab, dem Ort der Trauer, wo uns die geliebten Menschen zunächst genommen sind. Das Grab sagt: Das wars und bleibt als Ort der Erinnerung und wirkt wie der Augenschein des absoluten Endes. Aber selbst das leere Grab sagt absolut noch nichts. Die Ratlosigkeit und das Erschrecken bleiben noch lange. Die Jünger und Jüngerinnen sind ziemlich entsetzt und ratlos und wissen mit der Situation nicht umzugehen.Wir heutigen Christen singen oft so schnell und unbedarft das Halleluja und verstehen alle die nicht; die nicht glauben können. Ostern ist die Einladung nicht zum festhalten sondern zum glauben. Geh ins Leben zurück, nach Galiläa, ist die Botschaft an die Jünger. Geh dahin, wo die Zeichen des Lebens vorsichtig aufknospen. Entdecke die Zeichen des neuen Lebens: ein Neugeborenes, eine überstandene Krankheit, eine gelungene Versöhnung, eine Prüfung, die im dritten Versuch bestanden wird. Versuche dann ein zaghaftes, vorsichtiges Halleluja. Vielleicht wird es im Laufe der Zeit größer und kräftiger. Und selbst dann und trotzdem: Ostern ist und bleibt eine verrückte Sache.
    5 min

About Morgenimpuls

From the publisher's feed

Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

More shows like Morgenimpuls

Blick in die Bibel by DOMRADIO.DE

Blick in die Bibel

2 Listeners

Der 7Mind Podcast by Achtsamkeit & Mentales Wohlbefinden

Der 7Mind Podcast

7 Listeners

Psychologie to go! by Dipl. Psych. Franca Cerutti

Psychologie to go!

54 Listeners

Familienrat mit Katia Saalfrank by Mit Vergnügen

Familienrat mit Katia Saalfrank

10 Listeners

einfach ganz leben by argon podcast

einfach ganz leben

8 Listeners

Own it. Der Female Finance Podcast by Natascha Wegelin

Own it. Der Female Finance Podcast

12 Listeners

Smarter leben by DER SPIEGEL

Smarter leben

49 Listeners

WDR 2 Frag dich fit – mit Doc Esser und Johanna by WDR 2

WDR 2 Frag dich fit – mit Doc Esser und Johanna

10 Listeners

Honigperlen für mehr Selbstliebe by Melanie Pignitter Selbstliebe Trainerin, Autorin, Dipl. Mentaltrainerin

Honigperlen für mehr Selbstliebe

3 Listeners

Frauenstimmen by Ildikó von Kürthy

Frauenstimmen

27 Listeners

Stahl aber herzlich – Der Psychotherapie-Podcast mit Stefanie Stahl by RTL+ / Stefanie Stahl

Stahl aber herzlich – Der Psychotherapie-Podcast mit Stefanie Stahl

34 Listeners

Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung by Audio Alliance / RTL+

Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung

26 Listeners

GANZ SCHÖN MUTIG by Melanie Wolfers

GANZ SCHÖN MUTIG

4 Listeners

Der 6-Minuten-Podcast – Hör dich glücklich! by Dominik Spenst

Der 6-Minuten-Podcast – Hör dich glücklich!

9 Listeners

Zwischen den Zeilen by Bettina Böttinger, Early Studios

Zwischen den Zeilen

11 Listeners