Morgenimpuls
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Morgenimpuls episodes

  • Was für ein Jesus kommt da auf uns zu?
    Was für ein Jesus kommt da auf uns zu?
    Die letzten sieben Tage des Advents stehen unter besonderen Vorzeichen. In den Abendgebeten werden in den besonderen Antiphonen die Sehnsucht des Volkes Israel nach Erlösung besungen. Sie sind in ihrem Inhalt also sehr viel älter als das Christentum.Da wird die Weisheit besungen und der Herr angerufen, an die Wurzel aus dem Baumstumpf Isais erinnert, der Schlüssel Davids, der im Buch Jesaja beschrieben ist, wird bestaunt, der Morgenstern herbeigesehnt und der König aller Völker. Und erst in der siebten Antiphon "O Immanuel" taucht ganz vorsichtig eine Bezeichnung für den ersehnten Erlöser auf. Wenn wir ab heute also in die letzte Phase des Advents hineingehen, in die Zeit des Erwartens, könnte es vielleicht eine Zeit werden, mal selbst nach zu denken, wer dieser kommende Gott für mich eigentlich ist. Ist es der ersehnte Erlöser und Immanuel, oder eher der unnahbare Herr, eher etwas so Altes, das schon die Völker des Alten Bundes verehrt haben oder der Jesus von Nazareth, der Bruder aller Menschen? Der unsere Menschenwege mitgegangen ist und sich nicht zu schade war, Leid und Tod auf sich zu nehmen um Menschenleid und Tod zu wenden. In einem Lied, dass während der ersten Coronawelle im Frühjahr 2020, also vor 5 Jahren, entstanden ist, lässt der Texter Franz Thomas Sonka Gott sagen: 1. In dieser schweren Zeit, versinkt die Welt in Dunkelheit. Hab keine Angst, trotz aller Fragen so spricht Dein Gott in diesen Tagen: "Ich bin bei Dir alle Tage, glaube und vertraue mir. Höre was ich zu Dir sage, meinen Segen schenk ich Dir. Niemals lass ich Dich im Stich. Du hast mein Wort: Fürchte Dich nicht"2. In dieser schweren Zeit, herrscht menschenleere Einsamkeit. Hab keine Angst, die bist getragen, so spricht Dein Gott in diesen Tagen:"Ich bin bei Dir alle Tage, glaube und vertraue mir. Höre was ich zu Dir sage, meinen Segen schenk ich Dir. Niemals lass ich Dich im Stich. Du hast mein Wort: Fürchte Dich nicht"
    4 min
  • Der Advent zwischen Gottvertrauen und Verzweiflung
    Der Advent zwischen Gottvertrauen und Verzweiflung
    Eines der bewegendsten Adventslieder unserer Zeit ist das Lied von Jochen Klepper: "Die Nacht ist vorgedrungen". Dieses Lied hat er 1937 geschrieben. In der Nazizeit lebend, ist ihm und seiner Familie das Leben zur Hölle gemacht worden, weil er eine jüdische Frau geheiratet hatte und sich nicht dazu hinreißen lassen wollte, sich scheiden zu lassen. Seine ältere Tochter konnte noch rechtzeitig ins Exil gehen, aber er, seine Frau und die jüngere Tochter, sind 1942 freiwillig aus dem Leben gegangen.  Mit diesem Wissen klingt der Text seines Liedes noch einmal völlig anders in unseren Ohren:"Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern. Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.Dem alle Engel dienen, wird nun ein Kind und Knecht. Gott selber ist erschienenzur Sühne für sein Recht. Wer schuldig ist auf Erden, verhüll nicht mehr sein Haupt.Er soll errettet werden, wenn er dem Kinde glaubt.Die Nacht ist schon im Schwinden, macht euch zum Stalle auf! Ihr sollt das Heil dort finden,das aller Zeiten Lauf von Anfang an verkündet, seit eure Schuld geschah.Nun hat sich euch verbündet, den Gott selbst ausersah.Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld. Doch wandert nun mit allender Stern der Gotteshuld. Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr.Von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt. Als wollte er belohnen, so richtet er die Welt. Der sich den Erdkreis baute, der lässt den Sünder nicht. Wer hier dem Sohn vertraute, kommt dort aus dem Gericht."Vertrauen wir dem Sohn Gottes, dessen Geburt wir jedes Jahr so freudig feiern und denken wir aber auch daran, alles zu tun, dass nicht wieder in und von Deutschland aus eine Ideologie hochkommt, die Menschen in Leid und Tod stürzt.
    4 min
  • "Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn!"
    "Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn!"
    In der Adventszeit gibt es viele Angebote, die uns helfen mögen, ein bisschen mehr zum Kern dieser Zeit zu kommen und Horizonte zu öffnen. Eines dieser Angebote halte ich persönlich für besonders gelungen. Es ist die "Nacht der Versöhnung" heute Abend in unserem Mutterhaus. Immer an einem Montag vor Ostern und vor Weihnachten gibt es diese Art Gottesdienst und Versöhnung zu feiern."Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn!" ist das Thema heute Abend und stammt aus dem 27. Psalm der Bibel. Was kann denn in der momentanen Zeit mit all ihren Unsicherheiten und Ängsten den Menschen Mut machen und Hoffnung geben? Als Christen können wir Halt und Zuversicht im Glauben und in der Bibel finden. Im Gottesdienst der Nacht der Versöhnung wird einer der vielen "Hoffnungstexte" der Bibel im Mittelpunkt stehen. Neben der individuellen Auseinandersetzung sind die Teilnehmenden eingeladen, ihre Gedanken auch miteinander zu teilen. So können sie sich gegenseitig Mut und Hoffnung schenken und sich selbst bestärken lassen. Allein das miteinander Singen mit vielen hundert Menschen tut Leib und Seele gut. Nach dem Gottesdienst gibt es Beichtgelegenheiten und die Möglichkeit zu Lebensgesprächen. Und bei Tee und dem legendären Mutterhausgebäck geht es gut sich auszutauschen und über die Hoffnung zu sprechen, die mich und uns bewegt, trotz allem, was da zurzeit weltweit ziemlich wenig Hoffnung macht. Alle, die sich vor Weihnachten eine Auszeit gönnen möchten, sind herzlich eingeladen!Die Aufforderung zu festem Mut und Hoffnung auf den Herrn ist Jahrtausende alt und immer hochaktuell. Wenn das nicht viele Millionen Menschen in der ganzen Welt und auch Du und ich leben würden, würden alle unsere Gesellschaftssysteme zusammenbrechen und Angst, Chaos, Kriege und Krisen überhandnehmen. Wenn nicht wir Menschen des Mutes wären, die ihre Hoffnung auf Gott setzen, wer dann?
    3 min
  • Lasst uns Brücken bauen
    Lasst uns Brücken bauen
    Gestern kam sie offiziell, die Nachricht, dass die Rahmedetalbrücke auf der A 45, die seit 2021 gesperrt, im Frühjahr 2023 dann gesprengt und seitdem neugebaut wird, dass sie auf der einen Seite bereits am 22. Dezember für den Verkehr freigegeben wird. Leute die nicht hier im großen Umfeld leben und arbeiten oder Pendler sind oder große Firmen leiten, können sich überhaupt nicht vorstellen, was das bedeutet. Ein irrsinniger Verkehrsinfarkt jahrelang, unendliche Staus durch die kleine Stadt Lüdenscheid, Wegzug von Firmen und Arbeitskräften und ein materieller Verlust von sage und schreibe mindestens einer Million Euro – pro Tag.Falls Du Dich erinnerst: Kurz vor der Sprengung hatte ein Künstlerkollektiv in riesigen Buchstaben auf die Brücke gemalt: "Lasst uns Brücken bauen". Sehr selten ist uns dieses Wort, dass in vielen Zusammenhängen benutzt wird, so deutlich vor Augen gestellt worden. Und jeder weiß, dass es vielfältige Umschreibungen dieser Begrifflichkeit gibt. Es geht um Brücken zwischen Menschen im engen Umfeld, zwischen Nachbarn jeder Couleur, zwischen Nachbarländern, zwischen verschiedenen Ideologien und Denkrichtungen, zwischen Demokratien und Diktaturen und so weiter.Aber nie zuvor ist so vielen Menschen wie hier jetzt auch klar geworden, dass man Brücken und Übergänge kontrollieren und überprüfen aber eben auch hegen und pflegen muss. Einmal gebaut reicht nicht. Wir haben es leidvoll erfahren. Und falls tatsächlich irgendwann mal herauskommen wird, welches Konglomerat von Beziehungen, Verantwortlichkeiten und Versäumnissen vorgelegen hat, dann haben wir hoffentlich viel daraus gelernt.Im Buch des Propheten Jesaja wird es uns gerade jetzt im Advent immer wieder gesagt, dass wir doch Berge abtragen, Hügel senken und Täler heben sollen, damit dem Kommen Gottes ein Weg gebahnt wird. Zur Eröffnung der neuen Rahmedetalbrücke werde ich am 22.12. genau daran denken und bei mir selbst schauen, wo ich das alles geschehen lassen muss und auch, wo ich selbst darangehen sollte.
    4 min
  • Das innere Tempo runterfahren
    Das innere Tempo runterfahren
    Ich war zu einem Termin weiter oben im Hochsauerlandkreis unterwegs. Eine gut ausgebaute Bundesstraße meistens, aber auch kleine Ortsdurchfahrten und engere Stellen. Sicherheitshalber hatte ich eine halbe Stunde mehr Zeit eingeplant, um wirklich pünktlich zu sein. Und was war? Erst ein LKW vor mir, der unterwegs einfach nicht zu überholen war, dann ein Traktor mit zwei Anhängern und dann ein autofahrender Flachlandtiroler, wie man schon einmal über Autofahrer aus Nachbarländern scherzt, die keine Berge haben. Also statt Tempo 70 nur 45, statt 50 nur 25 und so weiter. Am Anfang habe ich mich aufgeregt und rumgeschimpft, ich war Gott sei Dank allein unterwegs. Aber dann kam der innere Schalter: Beruhige Dich, die Veranstaltung beginnt erst, wenn Du da bist.Ich denke, dass Du das auch kennst: Man will höflich, freundlich und vor allem pünktlich sein und setzt sich und seine Mitstreiter permanent unter Druck. Also habe ich tief Luft geholt, mich meinem vor mir Fahrenden angepasst und bin zu meinem Termin getuckert. Und dann habe ich tatsächlich die schön geschmückten Fenster und Türen in den Dörfern gesehen, die schon aufgestellten Weihnachtsbäume in der Dorfmitte oder an den Kirchen und sogar Plakate, die zum Adventssingen und zum Weihnachtsmarkt einladen.Das innere Tempo runterfahren, Augen und Ohren und Herz und Sinne öffnen und schon wird es anders. Ich kann wahrnehmen, wo ich sonst vorbeigerauscht wäre, kann schmunzeln über Details, die ich sonst nie gesehen hätte, ich kann die Fahrt genießen und in Gedanken meinen Part durchgehen, auf den ich mich vorbereitet habe.Zehn Minuten vor Beginn des Termins war ich vor Ort und sogar eine kleine Plauderei mit einem guten Kaffee war noch möglich. Genau so ist eben Advent: das innere Tempo runterfahren, bedenken, worum es eigentlich geht und ausrichten auf Gott, zu dem meine Reise hingeht. Eigentlich nicht so schwer.
    3 min
  • Glücklich/t sein
    Glücklich/t sein
    Am Sonntag habe ich sie gesehen am Schriftenstand der Kirche: Plakate, Flyer, Lichtertüten, Spendentüten und Gabentüten. Und alle mit derselben Überschrift GLÜCKLICH/T SEIN.Erst habe ich falsch gelesen und hatte an das bekannte Glücklichsein gedacht. Bis ich Glücklicht sein buchstabiert habe. Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr, als durch diese Aktion hier im Erzbistum Paderborn allein mehr als 100.000 Euro Spenden für das WDR "Weihnachtswunder" zusammengekommen sind, ist es in diesem Jahr wieder im Oktober angelaufen. Und mehr als 127.000 Artikel in den gespendeten Gabentüten haben vielen Menschen in der akuten Not geholfen und Freude verbreitet. Und dann haben wir von jedem der Werbedinge etwas mit nach Hause genommen und werden sie füllen: mit einer Geldspende, mit haltbaren Lebensmitteln für Menschen, die es gerade brauchen. Und die dritte Tüte ist ganz anders. Es ist eine Lichtertüte aus Pergament, die man auseinanderfalten, ein Teelicht reinstellen und sie auf die Fensterbank stellen kann. Weil das bedeuten kann, wer ein Glücklicht ist, kann Licht ins Dunkel der Mitmenschen bringen. Es sind sogar zwei Lichtertüten. So kann man gut eine davon selbst behalten und eine zweite zu jemandem hintragen, dem es gerade nicht so gut geht und dem das berühmte kleine Licht ganz viel Helligkeit und Hoffnung ins Leben bringen kann.Ein Kinderkirchenlied fällt mir dazu auch ein, wo es am Anfang heißt: "Tragt in die Welt nun ein Licht, sagt allen: Fürchtet euch nicht!"Und in die Welt ein Licht tragen tun all die, die eine Hoffnung haben auf einen Gott, der uns nicht verlässt, auf das Geburtstagsfest seines Sohnes Jesus Christus und auf die vielen, viel kleineren Dinge, die von Freude, Geborgenheit, Hilfe und Hoffnung zeugen, die wir im Innern tragen. Und ganz nebenbei neigt sich das Heilige Jahr der Hoffnung dem Ende zu. Wenn in etwas mehr als vier Wochen am 6. Januar 2026 die Heiligen Pforten in Rom und überall in der Welt geschlossen werden, endet sie nicht: die Möglichkeit, mit der eigenen, noch so kleinen Hoffnung ein GLÜCKLICHT für die Welt zu werden.
    4 min
  • Bohei um den Geburtstag Jesu
    Bohei um den Geburtstag Jesu
    In der vergangenen Woche habe ich viele liebe Genesungswünsche bekommen und mich sehr darüber gefreut. Manchmal sind es die Kleinigkeiten, die einem gut tun und ein Lächeln ins Gesicht zaubern. In einem Brief war ein Kärtchen mit einem Psalmvers, ein weiteres mit einem Segenswunsch als Handyscan und dann noch ein drittes. Auf der Vorderseite ein paar in Folie verpackte Plastikweihnachtsmänner mit der Überschrift: "Jesus, der Weihnachtsmuffel". Und auf der Rückseite dann: "Er machte keinen Bohei um seinen Geburtstag, verlor nirgends ein Wort über Tannenbäume. Und beschenkt lieber täglich als alljährlich." Und daneben etwas kleiner gedruckt eine Bibelstelle, die mich jetzt aber echt neugierig gemacht hat: Matthäus 6, Vers 33. Da steht: "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, dann wird euch alles andere gegeben werden." Ja, okay. Aber was bedeutet das dann?Spannend ist das, was in den Versen davorsteht: Es geht um all die so alltäglichen Sorgen um Essen und Trinken und Kleidung und Wohnung und Heizung und was wir alle so brauchen. Wenn die Sorge darum uns völlig besetzt, dann sind wir wie die Heiden, wie es hier auch heißt. Wir Christen sollen uns um all das sorgen und kümmern, was die Sorge Gottes ist: um unsere Nächsten und um gerechte Verhältnisse in unserem Umfeld, um Sorge füreinander und nicht ums Kreisen um uns selbst.Den Bohei um den Geburtstag Jesu kann ich aber nutzen, so wie es so viele Menschen hier im Land tun: Sie stellen sich auf Weihnachtsmärkte und verkaufen liebevolle Gaben, um Geld für Bedürftige zu sammeln, singen und spielen auf Adventskonzerten, um Menschen eine Freude zu machen und Geborgenheit und Vorfreude zu schenken und noch Vieles mehr.Da bekommt man Lust, oder?
    3 min
  • Maria und der harte Alltag
    Maria und der harte Alltag
    Am ersten Adventswochenende hatten wir zwölf Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren zu Gast im Mutterhaus; zum Klostergucken und ein bisschen mehr über Ordensleben und die Schwestern zu erfahren. Es ging ums Singen und Beten und Basteln, mit den Schwestern frühstücken und in den Advent staraten. Am Samstagnachmittag haben wir zusammen einen Film angeschaut, der die biblische Geschichte rund um das Weihnachtsgeschehen aus Sicht von Josef und Maria von Nazareth sehr anschaulich gemacht hat. Die Mädchen waren total überrascht und zum Teil auch erschrocken von der ziemlich rauen Realität dieser Zeit; den Kämpfen zwischen den Aufständischen und der römischen Besatzung, der unglaublichen Verwirrung rund um die Volkszählung, der späteren Flucht nach Ägypten und so weiter. Die Mädchen hatten, wie die meisten von uns, eine friedliche und freundliche Vorstellung dieser Zeit und eine süßen Krippen- und Engelsromantik. Und dass Maria so jung war, war ihnen auch nicht bewusst. Und erst mit dem Altersvergleich mit ihnen selbst wurde deutlich, welche Verantwortung Maria und Joseph übernommen hatten und welches Vertrauen sie immer wieder in diesen Gott haben mussten, um all die schrecklichen Geschehnisse zu überstehen und das Kind Jesus zu behüten und zu beschützen. Gottes Sohn ist nicht in eine liebliche und heile Welt gekommen, um allen ein schönes Fest zu bereiten. Er ist heruntergekommen in Krieg und Krise und Chaos, um mit seinen Menschen durch all diese Dinge hindurch zu gehen und bei ihnen zu bleiben und zu zeigen, dass Gott sie nicht verlässt. Und wenn wir heute an Maria denken, die schon von ihrer Zeugung an von Gott zu dieser Aufgabe ausgewählt worden ist, dann denken wir vielleicht nicht mehr nur an eine schöne junge Frau in weißem Gewand mit blauem Schleier, Rosenkranz und geneigtem Kopf. Sondern an eine Frau, die sehr bewusst ihren Auftrag angenommen hat und mit Energie und Liebe alles erfüllt hat, was ihr jeden Tag an Aufgaben gestellt worden sind.
    3 min
  • Wenn die Dornen Rosen tragen
    Wenn die Dornen Rosen tragen
    Seit vielen Jahren beten wir hier im Domradio gemeinsam den Morgenimpuls. In dieser ersten Adventswoche muss ich wegen einer Fuß-OP eine Pause machen. Deswegen gibt es in der ersten Adventswoche Wiederholungen aus den vergangenen Jahren. Ich freue mich, wenn wir nächste Woche dann wieder gemeinsam beten können:Vom 12. Dezember 2023:Im thüringischen Eichsfeld, wo ich geboren und aufgewachsen bin, gibt es viele Wallfahrtsorte und die meisten sind Marienwallfahrtsorte. Der bekannteste ist sicher Etzelsbach geworden, weil Papst Benedikt dort 2011 mit 90 000 Eichsfeldern eine Vesper gebetet hat. Eines der Wallfahrtslieder zur Gottesmutter ist das berühmte "Maria, durch ein Dornwald ging“ das aus dem Eichsfeld stammt. Ich kenne es von Kindheit an und mochte es wegen der schönen Melodie aber auch wegen des etwas geheimnisvollen Textes.Es wird die Szene besungen, dass sich Maria aufmacht, um ihre verwandte Elisabeth zu besuchen, die etwa 100 km entfernt im Bergland von Judäa wohnt und ebenso schwanger ist. Für eine 14-jährige Frau ist dieser Weg voller Dornen und Gefahren. Aber ihre gesamte Situation ist mehr als mühsam: seit der Verkündigung durch den Engel hat sie ihr Leben Gott anvertraut, sie trägt den Sohn Gottes und kann es ihren Mitmenschen und ihrem Umfeld kaum vermitteln, Josef, ihr Verlobter weiß noch von nichts, die Eltern sind entsetzt und die Nachbarn tuscheln, die Freundinnen wissen genau, dass das schiefgehen wird, wenn das bekannt wird… und so weiter.Aber etwas ist anders: sie geht den Weg nicht allein. Sie geht ihn mit dem, dem sie Mutter werden wird. Und in diesem Glauben und ziemlich grenzenlosen Vertrauen tragen sogar die Dornen am Ende Rosen. Die Dornen sind nicht weg, sie sind weiterhin lästig und stachelig und gefährlich. Aber sie tragen die Rosen des tiefen Gottvertrauens und den Duft einer großen göttlichen Liebe.Viele Menschen haben im Moment unter sehr vielen Dornen und Stacheln zu leiden. Unter Kriegen und Vertreibungen, unter Krankheiten und Schwächen, unter Existenzängsten und negativen Vorahnungen, unter Geldknappheit und Angst um den Arbeitsplatz. Erbitten wir Gottes Schutz und Geleit durch diese gefahrvollen Zeiten und gib uns eine Ahnung von diesem GOTT MIT UNS SEIN.
    4 min
  • Was tröstet uns wirklich?
    Was tröstet uns wirklich?
    Seit vielen Jahren beten wir hier im Domradio gemeinsam den Morgenimpuls. In dieser ersten Adventswoche muss ich wegen einer Fuß-OP eine Pause machen. Deswegen gibt es in der ersten Adventswoche Wiederholungen aus den vergangenen Jahren. Ich freue mich, wenn wir nächste Woche dann wieder gemeinsam beten können:Vom 18. Dezember 2024:In vielen Kirchen gibt es noch die Feier der Roratemessen. Sie heißen bei den Gläubigen so, weil der uralte Text aus dem Buch Jesaja genommen wurde, in dem die tiefe Sehnsucht der Menschen nach Heil und Erlösung beschrieben wird. Im Lauf der Jahrhunderte ist dieser Text gerade im Advent vielfach gesungen worden und wird – eingebettet in eine stimmungsvolle Liturgie mit vielen Kerzen in einer dunklen Kirche – zu einem ahnungsvollen, stillen Hören. Der Rorategesang, der dort gesungen wird, packt mich immer neu. Darin heißt es in der vierten Sequenz: "Tröste Dich, tröste Dich, Volk meiner Gnade. Denn nahe ist Deine Rettung. Warum verzehrst Du dich in Trauer, da dich Dein Schmerz erneuert. Heil schenk ich Dir. Fürchte Dich nicht mehr. Denn ich bin der Herr Dein Gott und König. Der heilige Israels und Dein Erlöser."Der Ruf nach Erlösung und einem starken Erlöser, geht durch die Menschheitsgeschichte bis heute. Die Suche nach dem starken Mann mit den einfachen Lösungen und dem simplen Schwarz-Weiß-Denken kommt in allen Generationen bis in unsere Tage wieder hoch. Die Maos, Stalins, Hitlers, Jipings früherer und heutiger Tage wurden mächtig, weil sie den Massen suggeriert haben, dass sie die Lösung aller Probleme und Fragen parat haben und man ihnen nur die Macht in die Hand geben soll. In diesem Lied aber ist von Trost die Rede, nicht von billiger Vertröstung. Wirklicher Trost bietet die Zusicherung, mit mir durch dieses Leid, diese Katastrophe zu gehen. Mich darin nicht zu verlassen und mich stattdessen an die Hand zu nehmen und mir zu helfen, damit wir das das gemeinsam schaffen. In der Ankündigung, dass Rettung nahe ist, werden innere und äußere Kräfte freigesetzt, die mir helfen durchzuhalten und die Hoffnung, dass es gut ausgeht, nicht zu verlieren. "Tröste Dich, tröste Dich, Volk meiner Gnade. Denn nahe ist Deine Rettung" ist ein machtvollerer Trost als ein "das wird schon wieder, du wirst sehen"
    4 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

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