Morgenimpuls
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Morgenimpuls episodes

  • Bitten wir Nikolaus um Frieden!
    Bitten wir Nikolaus um Frieden!
    Der Heilige Nikolaus – Erzbischof von Myra in Lykien (heutige Türkei) – ist einer der am meisten verehrten christlichen Heiligen. Er lebte vom Ende des dritten bis zum Beginn des vierten Jahrhunderts und war berühmt für seinen frommen Lebenswandel, seine tiefe Kenntnis der Heiligen Schrift und deshalb zeigen ihn die Ikonen oft mit der Bibel in der Hand, und seine Liebe und sein Mitgefühl für die Menschen. Zu seinen Lebzeiten vollbrachte er viele Wunder, die in schönen Legenden beschrieben sind: Er erweckte Tote zum Leben, heilte Kranke und rettete Menschen vor dem Verhungern.In der Folklore der westlichen Länder ist der Heilige Nikolaus zum Weihnachtsmann geworden, der den Kindern Geschenke bringt, während man ihn in Russland als Nikolaus den Wundertäter kennt. Hier wurde dieser frühchristliche Heilige wie ein Mitglied der Familie geliebt und verehrt. In erster Linie wird er in schwierigen Lebenssituationen um Hilfe, Rettung und Schutz angefleht. In keinem Gotteshaus fehlt seine Ikone oder sein Fresko. In Russland wurde der byzantinische Heilige Nikolaus einst als "ureigener" Heiliger wahrgenommen. Heute gibt es in Russland keine einzige Kirche ohne eine Ikone mit seinem Bildnis.Ikonen mit dem Heiligen Nikolaus befanden sich auch im Haus eines jeden Gläubigen. Nikolaus wird darauf oft zusammen mit der Mutter Gottes, Jesus und anderen wichtigen Heiligen dargestellt. Der Heilige Nikolaus ist tatsächlich der Patron Russlands und so denke ich, dass wir heute mal nicht die lieblichen Legenden und Bräuche für Kinder in den Vordergrund stellen, sondern die Bitte an ihn, um ein Ende des Krieges, der von Russland begonnen worden ist und um Hilfe und Schutz für alle Hilfsbedürftigen im Schatten dieses Krieges.
    3 min
  • "Ich, der Herr, will es vollbringen"
    "Ich, der Herr, will es vollbringen"
    Die Lesung in den heutigen Laudes aus dem Buch Jesaja ist sehr drängend, dringend und dann zusagend. Es heißt im 45. Kapitel: "Taut, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit regnen! Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor, sie lasse Gerechtigkeit aufsprossen. Ich, der Herr, will es vollbringen."Diese Verse sind schon 700 Jahre vor Christus geschrieben worden und der Prophet Jesaja sagt damit den Sieg des Perserkönigs Cyrus über das Reich der Babylonier voraus, der aber immer noch 200 Jahre auf sich warten lassen wird. Bei diesen Zeitdimensionen wird es uns meist ziemlich flau. Aber nicht nur dieser ewig lange Atem Gottes lässt uns manchmal schon etwas demotiviert zurück. Auch die anderen Aussagen dieses Kapitels: Gott nimmt den König eines anderen Volkes an der Hand und verspricht ihm, dass er alles für ihn tun wird, damit er dann diesen Sieg erringen kann für das Volk Israel, das in Gefangenschaft sitzt und selbst nichts machen kann.  Das wäre so, als wenn Gott heute einen Despoten heutiger Tage nehmen und die Christenverfolgung weltweit beenden würde. Irgendwie doch nicht aus zu denken.Aber noch ein anderer Hintergrund ist in diesem Text: Diese Verse der alten Propheten wurden immer schon als Vorahnung und Ankündigung dessen verstanden, der als Gottes Sohn Mensch werden wird, von oben kommend, aus der Erde aufsprießend, um uns aus den Nöten unserer Zeit zu retten. Glauben und hoffen wir das eigentlich wirklich? Die letzten Worte dieses Verses sind zu unseren Zweifeln passend dann die Lösung, der Knaller, die Zusage schlechthin. Da heißt es lapidar: "Ich, der Herr, will es vollbringen" Der Herr sagt es zu. Unmissverständlich.  Ob wir es glauben oder nicht.
    3 min
  • Welche Nachrichten lasse ich an mich heran?
    Welche Nachrichten lasse ich an mich heran?
    Vor einigen Tagen gab es hier im Domradio einen netten Fehler. Schon die 6 Uhr Nachrichten kamen nicht, sondern zweimal das Wetter. Na gut, habe ich gedacht, kann passieren. Um halb sieben dann, wieder, statt der Nachrichten nur das Wetter. Und dann ein ziemlich verwirrter Redakteur der ins Mikro sehr irritiert aber köstlich, witzig von sich gab: "Ich bin jetzt etwas verwundert. Ich werde die Nachrichten suchen. Bis spätestens 7 Uhr." Ist das nicht schön? Ich werde die Nachrichten suchen – okay. In einer Multimediaredaktion ist das eher ein technischer Vorgang. Da waren die Nachrichten nicht hinter dem richtigen Knopf hinterlegt und schon sind sie nicht da. Woher bekommen Sie Ihre Nachrichten? Manche lesen noch Zeitung, manche scrollen durch Ihre ausgewählten Medienlisten, manche schauen erst am Abend die Nachrichten im Fernsehen.  Barbara von Nikomedien bekam ihre wichtigsten Nachrichten, nachdem Sie in einem Brief ihre Fragen an Origenes, der ihr als der gelehrteste Weise von Alexandria genannt war, gerichtet hatte. Durch den Priester Valentinus schickte er ihr die Antwort und sie war davon so beeindruckt, dass sie sich taufen ließ. Johannes von Damaskus, der 600 Jahre später gelebt hat, erwarb sich bei der Nachwelt einen Namen als Gelehrter, Theologe, Prediger und Dichter, besonders seine Gedichte und seine Werke der Kirchenmusik werden noch heute beachtet.  Adolph Kolping, der noch 1200 Jahre später gelebt hat, bekam seine Nachrichten über das Leben als Christ zunächst im Elternhaus. Dann erlernte er das Schusterhandwerk und kam als 16-jähriger Geselle nach Köln. Entsetzt über die menschenunwürdigen Lebensbedingungen in der Stadt beschloss er, Priester zu werden und zu helfen. Er studiert also Theologie, wird Priester und wird, geprägt durch die schlimmen Erfahrungen als Jugendlicher, immer mehr der, der den armen Lehrlingen und Gesellen helfen wird, ein menschliches Miteinander zu finden und damit ein Werk zu gründen, dass bis heute besteht. Die Nachrichten, die ich suche, finde, und an mich heranlasse, prägen mein Dasein und mein Tun und Lassen. Hoffentlich.
    4 min
  • Herz und Tür weit aufmachen
    Herz und Tür weit aufmachen
    Haben Sie schon einmal ein Adventspaket bekommen? Wir auch bis jetzt noch nie, aber in diesem Jahr zum ersten Mal. Rechtzeitig vor dem ersten Advent kam also ein Paket und ich habe aus Gewohnheit ein bisschen geschüttelt. Es klang wie Puzzleteile. Als wir es am Abend ausgepackt haben, war die Überraschung groß: Es war ein Adventskalender mit 24 nummerierten Päckchen und darin jeweils lauter Puzzleteile. Und ein großes Plakat dazu, was das Bild darstellen wird, nehmen wir mal an. Es ist ein Bild mit Maria und dem Kind und ringsum vielen Szenen aus der Advents- und Weihnachtsgeschichte.Wir werden also mit Entzücken jeden Abend ein Päckchen öffnen, um an dem Puzzle zu arbeiten und es zusammenzufügen bis zum Heiligen Abend. Das ist, glaube ich, eine schöne Idee für den Advent insgesamt. Viele kleine Teile ergeben am Ende ein Bild von unserem Weihnachtsfest. Und die Teile sind sehr vielfältig: Bibeltexte, Weihnachtsmarktbesuche, Liederabende und Adventskonzerte, Plätzchenbacken und Geschenke anfertigen, kaufen und verpacken, Kerzen anzünden und Musik hören, etwas mehr Zeit nehmen und das tägliche Rennen unterbrechen, sich an Adventsaktionen für Benachteiligte engagieren, Vorfreude wecken und Gottesdienste mitfeiern. In unserem Inneren entsteht dann ein Bild von dem, was Christsein ausmacht und warum wir Weihnachten feiern.Bei einem Konzert der Feuerwehrmusikkapelle am Sonntag war die Clemenskirche rappelvoll. Nach Musik aus Filmen und vielen verschiedenen Genres endete der Abend mit dem gemeinsam gespielten und gesungenen "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit". Den Menschen in der Kirche war da, glaube ich, klar, worum es geht: dem Herrn der Herrlichkeit, der kommen wird, Herz und Tür weit auf zu machen.Ein besonderes Puzzleteil im Advent.
    3 min
  • Die Hoffnung nicht verlieren!
    Die Hoffnung nicht verlieren!
    Gestern am ersten Adventssonntag haben wir die erste Kerze angezündet: in der Kapelle und in unserem Wohnzimmer. Und immer fallen mir dann Zeilen ein, die ich vor vielen Jahren mal gehört habe und die nie ausgelutscht sind. Sie lauten: "Und wieder ist Advent, sag nicht ich weiß es schon. Erst kommt viermal Advent und dann kommt Gottes Sohn. Lass Dir doch jedes Jahr, das Wunder neu geschehen, bis wir am End' der Zeit, IHN wirklich kommen sehen."Ja es war noch nie leicht, zu warten und dabei die Hoffnung und die Richtung der Erwartung nicht zu verlieren. Wenn ich bedenke, wie lange das Volk Israel auf den angekündigten Erlöser gewartet hat, dann wird mir immer ganz anders. Und es ist daher mehr als verständlich, dass es dann immer wieder Leute gab, die sich als Messias, als Erlöser ausgegeben haben und dem Volk das Blaue vom Himmel versprochen haben. Ich liebe die ernsthaften Texte des Advent, wie heute aus dem Buch Jesaja in dem es heißt: "Er wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg. Haus Jakob, auf, wir wollen gehen im Licht des HERRN." Bei den vielen Kriegen und Auseinandersetzungen zurzeit hoffe ich sehr, dass ER der HERR bald kommt und all das geschieht. Aber vielleicht müssen wir erst den letzten Vers wirklich leben, wo es heißt: "Kommt ihr vom Haus Jakob, auf, wir wollen gehen im Licht des Herrn" oder anders formuliert: "kommt, ihr Olper Franziskanerinnen, kommt ihr Christen alle weltweit, kommt ihr, die ihr euch katholisch nennt. Wir wollen gehen im Licht es Herrn." Dafür ist es dann ganz gut, wenn schon mal ein erstes kleines Licht angezündet ist.
    3 min
  • Lesen wir jeden Tag aus dem Lukasevangelium.
    Lesen wir jeden Tag aus dem Lukasevangelium.
    Heute beginnt der Advent und es ist diesmal auch der 1. Dezember, mit dem die Erwartung auf Weihnachten losgeht. Kinder sind ganz aufgeregt und hibbelig, wenn sie das erste Türchen, Säckchen, Päckchen am Adventskalender öffnen können. Und wir Erwachsenen, Älteren? Ich habe eine Idee gelesen, die mir so gut gefällt, dass ich sie zum einen selber tun werde, und zum anderen Ihnen gern weitergeben möchte. Vielleicht haben Sie ja auch Lust.Die Idee ist, jeden Tag ein Kapitel aus dem Lukasevangelium zu lesen. Manche haben ja eine Bibel oder ein Neues Testament zuhause und wenn nicht, findet man die Texte im Internet. Das Lukasevangelium hat genau 24 Kapitel und sie sind spannend und auch nicht zu lang. Und wenn man sie diese 24 Tage lang jeden Tag gelesen hat, werden das Leben und die Taten Jesu wieder präsent in Geist, Herz und Seele und es wird spätestens am Weihnachtsmorgen klar sein, warum wir Weihnachten feiern und wen wir da erwarten. Einen schönen erwartungsvollen ersten Adventssonntag wünsche ich Ihnen von Herzen.
    2 min
  • Was erwarten Sie vom Advent?
    Was erwarten Sie vom Advent?
    Am Wochenende haben wir hier in San Damiano Mädchen zu Gast, die neugierig auf Kloster sind. Wir haben geworben, dass an diesem Wochenende alles drin ist: beten und basteln, zusammen essen und plaudern, Gemeindegottesdienst mitfeiern, einen Adventsfilm gucken und natürlich das Mutterhaus anschauen und die Geschichte der Franziskanerinnen erforschen, im Erinnerungsraum im Mutterhaus und hier überall in der Stadt. Da gibt es das Josefshaus, das Kinderhospiz, die Franziskusschule, das Krankenhaus, Kindergärten und so weiter. Und dabei spüre ich immer selbst, wie faszinierend es ist, eine Entwicklung unserer Gemeinschaft zu sehen und zu erklären, die seit mehr als 160 Jahren vor Gott und für die Menschen da ist und in seinen Einrichtungen präsent ist, obwohl es nur noch sehr wenige Schwestern hier in Deutschland gibt. Und wir werden mit den Mädchen in die Bibel schauen und nach den Texten sehen, die uns für den 1. Advent erwarten. Da wird es um Trostbotschaften für schwere Zeiten gehen, die schon der Prophet Jeremia um 600 vor Christus dem Volk in der Bedrängnis zusagt hat. Und dann aus dem Lukasevangelium, einige Generationen nach der Geburt Christi, von der Hoffnung auf Erlösung, die Gott senden wird. Ich bin gespannt, wie die jungen Leute diese Texte aufnehmen werden und wie sie das mit ihren eigenen Adventserfahrungen verbinden und dem äußeren Adventsgeschehen auf dem Weihnachtsmarkt hier um die Ecke auf dem Marktplatz, den überfüllten Glühweinbuden, der alles übertönenden Musik, die auch an den dichten Fenstern unserer Kapelle nicht Halt macht, den immer heller werdenden Weihnachtsdekorationen an den Häusern und in den Geschäften. Wir und Sie zuhause, jede und jeder hat eine andere Herangehensweise an diese Zeit der Erwartung. Spannend bleibt es, dieses Warten auf Weihnachten zu füllen mit der Erwartung auf das Kommen des Herrn am Ende der Zeit.
    3 min
  • Leben wir in der Erwartung des Herrn?
    Leben wir in der Erwartung des Herrn?
    Noch drei Tage November und altes Kirchenjahr. Viel war in diesem Monat von Tod und Vergehen und Leiden und Sterben die Rede und vom Denken an die Heiligen, die bekannten und unbekannten Toten und die aus der eigenen Familie und dem Bekanntenkreis. Mit Besuchen auf dem Friedhof und dem Aufstellen von Grablichtern und schönen Gestecken und Blumen. Und mir scheint, als sei der heutige Hymnus genau auf dieser Mitte zwischen Totengedenken und Advent, weil dieser Text sehr stark und sehr eindringlich ist:Erwartet den Herrn, steht als Knechte bereit an der Tür. Schon jauchzt jeder Stern, seht, er kommt, seht, er kommt, wir sind hier. Komm, Herr Jesus, Maranatha. Entzündet die Lampen, ihr Mägde, erglühet im Geist im Kommen des Ewig-Geliebten, der Kyrios heißt. Komm, Herr Jesus, Maranatha. Du wirfst dein Feuer zur Erde und willst, dass es brennt, und wir sind der Mund, der anbetend dein Kommen bekennt. Komm, Herr Jesus, Maranatha.Leben wir in der Erwartung des Herrn? Die Christen der ersten Generationen waren in der Naherwartung auf das Kommen Jesu Christi und haben auch so gelebt. Dann wurde irgendwann deutlich, dass es auch länger dauern könnte, weil es so schön heißt: Beim Herrn sind tausend Jahre wie ein Tag.Es klingt vielleicht ein bisschen naiv. Aber wenn ich hier abends durchs Städtchen fahre oder gehe und die schöne Beleuchtung sehe, die hier aus schönen Bögen mit großen Sternen in der Mitte besteht, dann fällt mir genau dieser Hymnus und dieser Vers ein: Schon jauchzt jeder Stern, seht er kommt, seht er kommt, wir sind hier.Lassen wir uns doch von den schönen Weihnachtsbeleuchtungen und Sternen jeder Art anfragen, ob wir in der Erwartung des kommenden Herrn sind, dessen Stern über Bethlehem damals aufgegangen ist und der auch am Ende der Zeit für uns leuchten wird.
    3 min
  • Von seiner Liebe kann uns nichts trennen
    Von seiner Liebe kann uns nichts trennen
    Noch ein paar Tage und es beginnt der Advent. Das ist in unseren Breiten eine gefühlvolle, schöne Zeit mit Weihnachtsmärkten, geschmückten Innenstädten, Adventskränzen und Konzerten, Weihnachtsbäckerei und Geschenke vorbereiten. Selbst bei Menschen in unserem Land, denen es nicht so gut geht, kann man die Vorbereitungen auf Weihnachten erahnen. Und dann kommen heute in der Lesung der Laudes zwei Zeilen aus dem Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom. Er schreibt da: "Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert?  All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat." Da werde ich immer sehr nachdenklich, weil ich echt nicht weiß, wie ich reagieren, denken, leben, lieben würde wenn das bei uns wäre: Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert. Ich weiß es echt nicht.Im arabischen Raum gibt es eine kurze Beispielgeschichte. Da heißt es: der Großvater kämpft mit Pferd und Schwert und hilft mit bei der Befreiung seines Landes und arbeitet sein ganzes Leben hart, damit es sein Sohn besser hat. Der Sohn genießt den Reichtum, den Frieden, die Ruhe und das gute Leben und wird weich und bequem. Und der Enkel kann die Härten der neuen Auseinandersetzungen mit einem Nachbarvolk nicht mehr bestehen und wird arm und hoffnungslos. Werde ich als Christin und Christ arm und hoffnungslos im Glauben, weil ich die Härten des Lebens und der Auseinandersetzungen in Kirche und Gesellschaft nicht mehr bestehen kann? Ich hoffe nicht, aber ich weiß es nicht. Aber ich selbst, wir selbst, sind nur die eine Seite dieser Verkündigung. Die andere Seite steht im ersten Satz, den wir gehört haben: was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Und das ist, bei allem eigenen Versagen oder nicht Können die entscheidende Frage. Und darauf kann jeder Glaubende klar antworten: nein, von seiner Liebe kann uns echt nichts trennen. Unsere Antwort und Gegenliebe kann klein und schwach und wenig wirksam sein, ER Christus wird uns immer lieben. Garantiert.
    4 min
  • Kann man nur glauben, nicht fassen!
    Kann man nur glauben, nicht fassen!
    Am Sonntagabend haben wir einen Evensong, diese schöne Gebetsform aus der anglikanischen Tradition, in der Mutterhauskirche gesungen; mit deutschen, lateinischen und englischen Gesängen, Psalmen und Liedern und drei kurzen Impulsen. Und im Anschluss hat mir eine meiner Mitsängerinnen erzählt, dass sie mit dem Eingangsimpuls im Inneren noch so beschäftigt war, dass sie die ersten Töne des nächsten Gesanges total verpeilt hat. Was hatte sie so beeindruckt? Ich hatte, weil ja der Sonntag der Christkönigssonntag war, von der Salbung von Charles zum englischen König vor gut eineinhalb Jahren erzählt. Und zwar von einer ganz kleinen Szene, die mich damals sehr beeindruckt hatte. Ein kleiner Chorknabe, vielleicht 9 oder 10 Jahre alt, wurde vom Erzbischof von Canterbury zum König geleitet und hat den König mit folgenden Worten begrüßt und gesagt: "Your Majesty, as children of the Kingdom of God we welcome you in the name of the King of Kings.” Auf Deutsch: "Eure Majestät, als Kinder des Königreiches Gottes, begrüßen wir Sie im Namen des Königs der Könige." Es ist mir durch und durch gegangen und hängengeblieben. Ein Kind begrüßt, als ein Kind des Königs der Könige – also Jesus Christus, den neuen englischen König. Noch jetzt, wo ich es Ihnen erzähle, bekomme ich Gänsehaut. Die Verhältnisse werden zurechtgerückt. Nicht die gesalbten irdischen Könige mit all ihrer Pracht und scheinbaren Macht sind die "Kings", sondern ein ganz anderer. Einer, der als schutzloses Neugeborenes ohnmächtig auf die Welt kommt, dem die Mächtigen da nach dem Leben trachten, der später umherzieht und predigt von der Liebe des himmlischen Vaters und von der Heilwerdung nicht nur der körperlich Kranken, von der Barmherzigkeit untereinander und dass die Menschen selig sind, weil Gott sie selig macht. Der am Ende sein Leben hingibt und gefesselt, geschlagen und mit Dornen gekrönt, auf die Frage, ob er ein König sei, ganz klar mit "Ja" antwortet. Da können einem schon mal die Töne im Hals stecken bleiben, weil es einfach nicht zu fassen, sondern nur zu glauben ist.
    4 min

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