Morgenimpuls
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Morgenimpuls episodes

  • Der Himmel auf Erden?
    Der Himmel auf Erden?
    Wettermäßig ist es im Moment irgendwie schwierig etwas zu planen. Mehrere Freiluftgottesdienste, für das Wochenende geplant, hingen immer irgendwie am seidenen Faden. Wenn jede Wetter-App etwas anderes sagt, und selbst die eigene Beobachtung nicht genau sagen kann, geht oder geht nicht, wird es schwierig: Tisch, Tücher, Kerzen, Bücher, Kelch und Patene, alles ist bereit nach draußen getragen zu werden. Aber wir warten noch. Dann ist es sehr praktisch, wenn man eine Montagehalle oder eine Kirche direkt in der Nähe hat, die einer Feiergemeinde ein Dach über dem Kopf bietet, falls es dann doch regnet. Unter einem offenen Himmel zu feiern ist tatsächlich eine ganz andere Erfahrung. "Die Erde ist so voll des Himmels", habe ich dieser Tage gehört und es hat mir sehr gefallen. Man schaut automatisch nach oben und verfolgt den Zug der Wolken, das Flirren der Luft, wenn es heiß ist, und man hört die Vögel, die unentwegt zwitschern. Die Sehnsucht nach dem Himmel offenhalten, ist eine sehr treffende Umschreibung der christlichen Verkündigung. Und da geht es nicht um Vertröstung auf die Zeit nach dem Tod, sondern um die Zusage Gottes auf einen neuen Himmel und eine neue Erde, die schon die Propheten des Alten Bundes angekündigt und geschaut haben und die im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung sehr deutlich gesagt wird: "Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein." Denn Gott kündigt an, alles neu zu machen für seine Menschen und unter ihnen Wohnung zu nehmen und sie in dieser neuen Welt Leben und Glück zu geben. In manchen Situationen mitten im Alltag höre ich schon mal, dass jemand sagt, dass es aber jetzt echt himmlisch ist und wir gern verweilen möchten.  Halten wir also unsere Sehnsucht nach dem neuen Himmel und der neuen Erde wach und genießen wir bis dahin, dass die Erde schon jetzt des Himmels so voll ist.
    3 min
  • Gott steht euch bei
    Gott steht euch bei
    Heute beginnt sie endlich, die Fußballeuropameisterschaft bei uns in Deutschland. Ich gebe gerne zu, dass ich ein unrettbarer Fußballfan bin und mich auch von Skandalen, Niederlagen, frühem Ausscheiden und schrecklichem Millionenwucher nicht davon abbringen lasse. Bis jetzt noch nicht. Fußball wird auf der ganzen Welt gespielt, in riesigen Stadien und am Strand, in ärmsten Favelas und im Busch, mit modernen Hightechbällen und mit Lumpenbündeln, in Spezialschuhen und barfuß, mit überteuerten Trikots und mit nacktem Oberkörper und die Begeisterung ist überall gleich. Jubel und Tränen, überschäumende Freude und tiefe Trauer sind in jedem Spiel zu finden.Vor fast 25 Jahren habe ich ein kleines Kartenset geschenkt bekommt mit dem schönen Titel "Heiliger Rasen" und es sind 25 Karten für selige Fußballfans. Und im Kleingedruckten heißt es so schön: "Wer meint, die Bibel hätte in Sachen Fußball nichts zu melden, täuscht sich gewaltig. Lassen sie sich überraschen, was das Buch der Bücher zur schönsten Nebensache der Welt zu sagen hat." So werde ich in den nächsten 4 Wochen immer mal zu den Kärtchen greifen und mit Ihnen einen vergnüglichen Blick in die Bibel wagen und Ihnen dabei versprechen, dass auch absolute Nichtfußballfans etwas davon haben. Hoffe ich.Schon zum Deckblatt mit dem Wort "Heiliger Rasen" gibt es einen leicht umgewandelten Vers aus dem Lukasevangelium. Im 12. Kapitel Vers 28 heißt es: "Wenn Gott sogar das Gras so schön wachsen lässt, das heute im Stadion grünt, morgen aber schon zertreten wird, wie könnte er euch dann vergessen? Vertraut ihr Gott so wenig?" Soweit dieser Vers.Viele Menschen sind verzweifelt und haben Minderwertigkeitsgefühle aus vielerlei Gründen. Sie fühlen sich unnütz, nicht wertgeschätzt in dem, was sie tun und wie sie sind. Genau ihnen gehört dieses Wort vom Gras, das Gott so schön wachsen lässt, obwohl es irgendwann niedergetreten oder sogar von den Tieren gefressen wird. Wenn Gott dieses, in den Augen der meisten so unbedeutende Gras so schön wachsen lässt, so habt doch Vertrauen, dass Gott euch beisteht und eure schwierigen Lebenswege mitgeht.
    4 min
  • Gott im Herzen wiederfinden
    Gott im Herzen wiederfinden
    In unserer Mutterhauskirche haben wir ganz hinten zwei Heiligenfiguren, den heiligen Josef mit dem Jesuskind und den heiligen Antonius von Padua, ebenfalls mit dem Jesuskind im Arm. Wenn man danach fragt, warum der heilige Antonius so abgebildet wird, weiß das kaum noch jemand.In den Heiligenlegenden aus der Zeit des Franziskus und seiner Mitbrüder wissen wir, dass Antonius zunächst Augustiner-Chorherr war, in Lissabon und Coimbra studiert hatte und sehr klug und redegewandt war. Er ist dann, weil er die Ankunft einiger Franziskanermärtyrer erlebt hatte, zu den Franziskanern übergetreten und hat Franziskus kennengelernt. Und da geschieht etwas Außergewöhnliches. Franziskus will eigentlich nicht, dass die Brüder studieren um damit dann predigen und forschen zu dürfen. Aber bei Antonius spürt er etwas Besonderes. Der ist ein so begnadeter Prediger, dass er schafft, den Menschen wieder klar zu machen, dass sie an einen Gott glauben können, der als Säugling herunter gekommen ist in die Welt. Und somit die Verbindung wiederherzustellen zwischen Gott und den Menschen, die sich soweit von ihm entfernt hatten. Und viele Leute in Padua und Umgebung, die seine Predigten gehört hatten beschreiben dabei das Bild, dass sie gesehen haben, wie er das Jesuskind auf dem Arm trägt. So hat Franziskus ihn beauftragt, die Mitbrüder zu unterrichten und zu lehren.In einem an Antonius gerichteten Schriftstück, dessen Text überliefert ist und das wahrscheinlich um die Jahreswende 1223/1224 entstand, nannte Franziskus ihn anerkennend "meinen Bischof" und erlaubte ihm, den Brüdern theologische Vorlesungen zu halten, "wenn du nur nicht durch dieses Studium den Geist des Gebetes und der Hingabe auslöschest". Und aus dieser Geschichte heraus versteht man dann zum einen, dass Antonius mit dem Jesuskind dargestellt wird, dass in den Herzen der Menschen verloren gegangen war, und durch ihn wiedergefunden wurde. Und zum anderen, dass ihn von daher viele Menschen anrufen, wenn ihnen etwas, mehr oder weniger wertvolles verloren gegangen ist.Wenn dann also die liebenswert scherzhafte Bitte: "Sankt Antoni sei gepriesen, Schutzpatron der Schlamperliesen" zu Ihrem Wortschatz gehört, dann wünsche ich Ihnen sehr, nicht nur das verlorengegangene Schmuckstück, sondern auch Gott in ihrem Herzen wiederzufinden.
    4 min
  • "Gott ist immer online!"
    "Gott ist immer online!"
    Als es vor Wochen immer näherkam, dass unsere philippinischen Mitschwestern uns besuchen werden, fiel mir wieder ein, dass ich mein Englisch etwas aufpeppen muss. Das Schulenglisch ist viele Jahrzehnte her und nicht mehr richtig auf der Höhe der Zeit. Außerdem nervt es mich immer, wenn ich für Gespräche und Austausch, mit den Mitschwestern auch immer einen Dolmetscher brauche. Also habe ich mir auf meinem Smartphone die altbekannte App runtergeladen und habe bei der Frage, wie viele Minuten ich jeden Tag üben will: 10 Minuten eingetragen. Also übe ich jeden Tag mit witzigen Übungen das Hören, das Lesen, das Schreiben und das Sprechen auf Englisch. Ziemlich motivierend finde ich, wenn nach 10 richtigen Aktionen ein Lob über den Bildschirm flattert und ein nettes "Gut gemacht“ meinen Eifer anfeuert. Und eigentlich sind ja 10 Minuten nicht so viel, könnte man denken. Und doch erinnert mich der kleine grüne Vogel der App manchmal spätabends, dass ich heute noch nicht geübt habe und dann mache ich das noch schnell. Könnte vielleicht einmal jemand so eine App für den Kontakt zu Gott erfinden? In der ich meine Zeit eintragen kann, zu der ich mich täglich verpflichten möchte, die mich erinnert, wenn mal wieder der Tag so turbulent war und ich wenig Zeit hatte, die mich ermuntert und motiviert, weil Gott auch spätabends noch online ist, die mir ein grünes freundliches "Pling" sendet, wenn ich es geschafft habe, mein Zeitziel zu erreichen? Oder, die mir jeden Tag zusagt: “Mach Dich nicht verrückt, Gott ist doch bei Dir, alle Tage, bis zum Ende der Welt“? Oder noch konkreter, wie es heute in der Lesung steht: "Was kann mich denn scheiden von der Liebe Christi: Bedrängnis oder Zeitnot, Verfolgung durch Termine oder unerledigte Aufgaben? Das alles kannst Du überwinden durch den, der uns liebt". Gott nämlich selbst als unser Vater, unsere Mutter, unser Bruder und unsere Schwester.
    3 min
  • Gott verbindet!
    Gott verbindet!
    Die vielen Geschichten die wir über den Apostel Barnabas so lesen können, klingen echt spannend und er war viel unterwegs im Auftrag seiner Mitapostel. Der Gemeinde im Jerusalem kommt zu Ohren, dass es in Antiochien viele Bekehrungen und Taufen gibt und so schicken sie ihn dorthin um zu schauen, was da abgeht, wie man heute sagt. Und dann kommt ein wunderbarer Satz in der Apostelgeschichte, wo es heißt: Als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, dem Herrn treu zu bleiben, wie sie es sich im Herzen vorgenommen hatten. Ist das nicht ein wunderbarer Satz: Als er die Gnade Gottes sah, freute er sich. Wie geht es Ihnen damit? Sehen wir noch die Gnade Gottes in unserem Christsein im Alltag? Und was erfüllt uns dabei mit Freude und stärkt und ermutigt uns? In diesen Wochen sind hier im Südsauerland viele Firmfeiern und Hunderte von Jugendlichen empfangen das Sakrament der Firmung. Und eine der verantwortlichen Gemeindereferentinnen hat auf der Fahrt zur nächsten Feier eine Nachricht bekommen. Eine Glückwunschkarte war zu sehen und darauf war ein Dank für den schönen Firmgottesdienst. Und dann war handgeschrieben dazu: "Firmung ist wie WLAN für den Glauben - man sieht es nicht, aber es verbindet". Die Jugendlichen hatten in vielen verschiedenen Vorbereitungsformen viel erlebt, was sie untereinander sehr verbunden hat: bei fiesem Wetter eine Holzhütte für die Gemeinde bauen, verbindet; bei einem Jugendwochenende miteinander nach Glaubenswegen suchen, verbindet; unter 60 Vorschlägen nach dem eigenen Gottesnamen suchen und sich dann mit der Gruppe auf fünf Namen einigen, verbindet und noch vieles mehr. In der Apostelgeschichte geht es dann so weiter, dass Barnabas nach Tarsus reist, Paulus sucht und findet, ihn nach Antiochia mitnimmt und sie dort ein Jahr lang viele Menschen das Evangelium lehren. Und dort in Antiochia, wird diese Gruppe der Neugetauften und zu Christus bekehrten zum ersten Mal Christen genannt. Verbinden wir uns immer neu mit der frohen Botschaft dieses Jesus Christus und miteinander mit all denen, die als Christen mit ihm und mit uns verbunden sein wollen.
    4 min
  • Alles wird immer schlimmer, oder?!
    Alles wird immer schlimmer, oder?!
    Es wird alles immer schlimmer! Ja, das hört man häufig. Und was prasseln da täglich für schlechte Nachrichten auf uns ein: Hochwasser, Wirtschaftskrise, Krieg, Hass gegen alles und jeden, da könnte man glatt den Glauben an die Menschheit verlieren.Und garantiert wird es auch in dieser Woche, an deren Anfang wir heute stehen, viele schlechte Meldungen geben. Aber den Glauben an die Menschheit sollten wir nicht verlieren. Denn zum einen gibt uns Gott nie auf. Das ist das Tolle an unserem Glauben, Jesus hat sogar den Tod besiegt. Wie könnte er da den Glauben an die Menschen verlieren? Aber zum anderen gibt es da auch die Mut machenden Nachrichten; manchmal klein und versteckt, Dinge, die wir im Alltäglichen erleben. Zum Beispiel hat mir ein Vater neulich erzählt, dass der Jugend-Fußball-Trainer seines Sohnes wegen schwerer Depressionen aufhören muss. Jetzt gilt das Umfeld von Männerfußball nicht unbedingt als zartbesaitet. Doch als der Trainer den Eltern sagte, warum er aufhören muss, hat er da nur Verständnis und sogar Applaus erfahren. Keine Macho-Sprüche, kein "Stell dich nicht so an". Wo früher ein problematisches Männlichkeitsbild vorherrschte, haben die Menschen heute ein ganz anderes Gespür, wenn jemand offen über seine Erkrankung spricht. Ich finde, so etwas sollte uns Mut machen!Bemerkenswert finde ich auch, wie selbstverständlich heute Eltern ihre behinderten Kinder überall mit hinnehmen. Früher wurden die oft schamhaft versteckt, wurden auch medizinisch längst nicht immer so gefördert, wie es möglich gewesen wäre. Heute gibt es eine Fülle von Hilfsangeboten. Für Kinder mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen wird vieles möglich gemacht, was früher undenkbar erschien. Das löst für die Eltern nicht alle Probleme und schützt auch nicht vor dummen Sprüchen, die es sicher immer noch gibt. Aber auch da sehen wir: die Menschheit entwickelt sich, nicht immer und überall gleich schnell, aber es wird eben auch nicht alles schlimmer.  Blenden wir also das Schlechte auf der Welt nicht aus, aber schauen wir im Vertrauen auf Gott auch auf das, was sich an Gutem entwickelt und uns Hoffnung gibt.
    4 min
  • Herz über Kopf!
    Herz über Kopf!
    Heute feiern wir mit der Kirche das Herz-Jesu-Fest. Ich habe mal danach gegoogelt und konnte dort mehr als 13 Millionen Einträge finden. Vielleicht gibt es so viele davon, weil wir Heutigen nach Erklärungen suchen, wozu es gut sein soll, ein Herz zu verehren. Der Ursprung der Herz-Jesu Verehrung liegt im Johannesevangelium. Dort steht, der römische Hauptmann habe nach dem Tod Jesu mit seiner Lanze eine Seite von dessen Körper und damit zugleich sein Herz durchbohrt, um so den Tod festzustellen. In einer heutigeren Übersetzung heißt die Stelle: "Sein Herz wurde geöffnet und es flossen Blut und Wasser heraus" Ein offenes Herz haben für die Leiden und Nöte der Menschen und bis zum letzten Blutstropfen zu lieben, eine größere Liebe gibt es nicht und das kann nur Gott. Daher gibt es so viele Darstellungen mit dem roten, durchbohrten Herzen. In einem Songtext von Joris heißt es: "Das Herz sagt bleib, der Kopf schreit geh - Herz über Kopf" Wir sind heute eher Leute, die sachlich und überlegt, wissenschaftlich begründet und naturwissenschaftlich gebildet agieren. Vielleicht kann so ein, etwas eigentümlich anmutendes Fest heute, nochmal den Blick darauf lenken, dass diese Reihenfolge bei Gott für uns andersherum gilt: Herz über Kopf. Er liebt uns bedingungslos und selbst wenn wir die Sache völlig verhauen haben, gibt es wieder einen Neustart. In der heutigen Lesung aus dem Buch Jeremia gibt es noch eine Begründung dafür, dass auch wir so handeln sollen. Da steht: "Das wird der Bund sein, den ich nach diesen Tagen mit dem Haus Israel schließe - Spruch des Herrn: Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz. Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein."Da steht nicht, dass wir die Gebote und Gesetze mit dem Verstand annehmen und verstehen und erklären sollen, so wichtig das auch ist, da steht tatsächlich: Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz. Wenn man sich einer solchen, ja irgendwie nicht zu fassenden Liebe gelegentlich bewusst wird weil sie uns ja auf unser Herz geschrieben worden ist, dann kann man plötzlich Entscheidungen treffen, die ziemlich irrational wirken: man lässt sich zu dieser Zeit, in dieser Kirche, zum Priester weihen, man geht eine christliche Ehe ein, und gelobt, diese bis zum Tode gelten zu lassen, man nimmt ein behindertes Kind an und liebt es bedingungslos. Sie selber kennen garantiert ein paar Beispiele von irrational erscheinender, bedingungsloser Liebe von Menschen für Menschen, um Gottes Willen. Herz über Kopf – ein guter Slogan Gottes!
    4 min
  • Schützen schützen
    Schützen schützen
    Mit dem Pfingstfest haben hier im Sauerland auch die Schützenfeste in allen Dörfern und noch so kleinen Flecken begonnen. Endlich, sagen alle, die es lieben: diese Feste, die alle zusammenbringen zum Feiern, zum Marschieren, zum Tanzen und in den lauen Nächten zum Eierbacken. Da kommen die Verwandten von nah und fern, da kommen alle, die schon mal weggezogen sind, nach Hause, alle die schon mal Schützenkönig waren und mit Vergnügen sich in die Feierlichkeiten stürzen. Da gibt es feste Rituale und Regeln, wann, wo, was ist und wer da sein muss. Wer sich als Schützenkönig bewirbt und wer auf den Vogel schießen darf. Erst hier habe ich tatsächlich verstanden, dass das Wort, der hat aber den Vogel abgeschossen, einen realen Hintergrund hat und damit zu tun hat, wer mit dem letzten Schuss den Holzvogel vom Nagel holt.Der leitende Pfarrer ist ein bisschen erschrocken, ob der vielen Schützenfeste, zu denen er eingeladen ist, und bemerkt aber erfreut ganz nebenbei, dass er dort mit Leuten ins Gespräch kommt, die er sonst das ganze Jahr kaum trifft. Als ich hier neu war, habe ich ganz arglos beim Umtrunk gefragt, wozu es die Schützen denn überhaupt gibt. Der angefragte Schützenoberst hat milde gelächelt ob der Unwissenheit der neuen Schwester und sehr freundlich gesagt: "Schützen sind dazu da, um zu schützen" Das hat sich mir sehr eingeprägt. Vor mehr als siebenhundert Jahren, als der kleine Ort die Stadtrechte verliehen bekam, gründete sich der Schützenverein: als Bürger- und Stadtwehr. Und sehr häufig war es auch bitter notwendig. Denn in allen verrückten Zeitläufen war es immer wichtig, dass eine kleine Stadt gut verteidigt und bewacht wurde, wenn Räuberhorden, fremde Soldatengruppen oder ganze Kriegstruppen angerückt kamen.Ein interessanter Aspekt kam mir in einem anderen Gespräch mit Schützen. Es ist auch wichtig, in einem solchen Ort die guten Sitten, die Treue zur Stadt und zum Glauben zu schützen. Und da bin ich mir sicher: Wenn einige tausend Männer und ihre Familien sich darum kümmern, dass in der Stadt die Themen des Lebens positiv behandelt werden, wenn in Sachen Kirche und Glaube tatsächlich ein Einvernehmen bei aller Auseinandersetzung erreicht wird, wird das gute Klima in einer Stadt geschützt und gut gehütet. Schützen schützen – ein gutes Wort.
    4 min
  • Bonifatius nutzte seine Begabungen
    Bonifatius nutzte seine Begabungen!
    "Freue dich, du Land der Deutschen, und preise deinen Apostel und Bischof.  Seine Predigt brachte dir das Licht des Glaubens. Seine Sorge um dich erfleht dir Gottes Schutz." So lautet die Antiphon zum heutigen Benedictus.Den Mann, den die Kirche heute feiert, hat es ziemlich weit durch Europa gebracht, hat es aus seiner Berufung als Mönch herausgerufen, die Leitung der Klosterschule aufzugeben, von England nach Friesland zu gehen um dort das Evangelium zu verkünden, vom Papst zum Bischof geweiht zu werden und somit ganz offiziell zur "Germanenmission" beauftragt zu werden, Erzbischof und päpstlicher Legat für Germanien zu werden.Er predigt mit großem Erfolg in Hessen und Thüringen, gründet sechs große Klöster und macht sich dann ans Werk, die Kirche zu ordnen und die Bistümer Salzburg, Regensburg, Passau, Würzburg und Erfurt zu gründen. Er wird dann Bischof in Mainz und ist sich nicht zu schade, nochmals eine Missionsreise zu unternehmen, bei der er am 5. Juni 754 den Martertod erleidet. Bonifatius wird deshalb Apostel der Deutschen genannt und an seinem Grab in Fulda, treffen sich in jedem Jahr die deutschen Bischöfe zu ihrer Herbstkonferenz. Wie passt das alles in ein einziges Leben? - denken Sie vielleicht auch. Bonifatius war kein bedeutender Theologe, aber er verband missionarischen Eifer mit einer seltenen Begabung für Organisation und Administration. Und er ist nicht sitzen geblieben, auf seiner ersten Berufung, sondern hat sich von Gott immer neu herausrufen lassen mit neuen Aufgaben. Vielleicht ist es das: er hat die Begabungen, die er von Gott geschenkt bekommen hat, geschult, entwickelt und immer neu eingesetzt. Was sind so Ihre Begabungen, die Sie heute einsetzen können? Welche Fähigkeiten, die Sie als Gabe bekommen haben, haben Sie noch gar nicht richtig wahrgenommen? Das ist eine Überlegung heute wert am Tag des heiligen Bonifatius, des Apostels der Deutschen.
    4 min
  • Das gute Tun kommt aus Liebe zu Christus!
    Das gute Tun kommt aus Liebe zu Christus!
    Zurzeit sind für zehn Tage philippinische Mitschwestern hier bei uns in Olpe. Vor vielen Jahren hat die schöne Tradition begonnen, dass die Silberjubilarinnen, also die Schwestern, die vor 25 Jahren eingekleidet worden sind, hier nach Olpe zum Gründungsort kommen. Und dann haben sie volles Programm und fahren durchs Land und sind auf den Spuren Mutter Theresias in Köln und in Paderborn und hier im Sauerland unterwegs. Und einen Abend waren sie bei uns im Konvent. Und es war ein wunderbarer Abend mit dem köstlichen Essen, das wir gekocht hatten und mit den vielen Gesprächen, über Gott und die Welt und Land und Leute. Natürlich wissen wir mittlerweile viel voneinander in den anderen Provinzen unserer Schwester aus Berichten und Veröffentlichungen und Generalversammlungen und evtl. auch schon Besuchen im anderen Land. Aber es ist etwas komplett anderes, sie neben sich sitzen zu haben, zusammen zu essen, zu genießen, Geschichte und Geschichten zu hören und viel Spaß bei den etwas komplizierten Englischversuchen zu haben. Mir war zwar bewusst, dass Englisch dort die Amtssprache ist, aber für viele Menschen dort, die mehrere hundert andere Sprachen sprechen, eigentlich Philippino die gemeinsame erste Fremdsprache ist. Und ich war und bin beeindruckt von den Berichten über die Arbeit mit Straßenkindern, den Ernährungsprogrammen für die vielen Armen im Umfeld der Schwestern, über hohe Schulabschlüsse, die ehemalige Straßenkinder erreicht und Studiengänge, die sie abgeschlossen haben. Und bei den Berichten strahlen die Augen der Schwestern und man spürt sehr deutlich, dass ihr Engagement für die Armen und besonders für Kinder aus der Liebe zu Christus und zu seiner frohen Botschaft kommen. Sie beten viel und intensiv und haben uns dann zum Abschied kleine Rosenkränze geschenkt, die sie in ihrer Freizeit anfertigen und auch damit Erlöse für ihre Arbeit zu bekommen. Wir fühlen uns von diesen wenigen Stunden miteinander sehr angetan und glücklich, solche Mitschwestern zu haben, die uns jetzt viel näher sind, als es die vielen tausend Kilometer Distanz in ihr Heimatland vermuten lassen könnten.
    3 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

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