Morgenimpuls
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Morgenimpuls episodes

  • "Ich bin dann mal weg"
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    "Ich bin dann mal weg" – mit diesem Slogan, dem Titel eines Buches von Hape Kerkeling, ist etwas wieder in den Vordergrund des Bewusstseins gekommen, dass es immer gab, aber dann, zumindest im deutschsprachigen Raum, zum Boom geworden. Das Pilgern auf den Jakobswegen nach Santiago de Compostela, zum Grab des Apostels Jakobus, dessen Fest wir am Samstag gefeiert haben. Jakobus gehörte mit seinem jüngeren Bruder Johannes zu den ersten Jüngern Jesu. Jakobus und Johannes – die Söhne des Zebedäus – und Simon Petrus waren den Evangelien zufolge sowohl bei der Verklärung Jesu als auch bei seiner Gefangennahme im Garten Getsemani anwesend. Die Apostelgeschichte geht weniger auf das weitere Leben von Jakobus ein. Es wird aber berichtet, dass er während der Herrschaft von König Herodes Agrippa I. im Jahr 43 n. Chr. in Judäa hingerichtet wurde. Jakobus war damit der erste Märtyrer der Apostel.Aber die Pilgerwege zu seinem Grab haben über die Jahrhunderte eine unglaubliche Bedeutung gehabt. Es ging sogar so weit, dass verurteilte Verbrecher, wenn sie den Jakobsweg gegangen und wieder zuhause angekommen sind, alle Strafen erlassen bekommen haben und als freie Menschen ihrer Wege gehen konnten. Manche Pilger, die heute den Jakobsweg gehen, tun das aus sportlichen Gründen und weil die Herausforderung sie reizt. Viele andere gehen den Weg, weil sie ahnen, dass es etwas mit ihrem Glauben an Christus und den nächsten Stationen ihres Lebensweges zu tun haben könnte. Und manche machen Erfahrungen und treffen Entscheidungen, die ihr ganzes Leben prägen werden.Viele Geschichten ranken sich um die Pilger und ihre Wege. Von Königen und Fürsten, die diesen Weg inkognito gegangen sind, um ihre Untertanen kennenzulernen, von Verzweifelten, die unterwegs wieder Lebensmut gefunden haben, von verfeindeten Geschwistern, die unterwegs wieder zueinander gefunden haben. Eine besonders hübsche ist die, dass die Jakobspilger ja unterwegs oft anhalten und erstmal arbeiten mussten, um wieder Geld für die weiteren Weg zu haben. Und in Köln haben sie dann als Kellner in den vielen Brauhäusern der Stadt ihr Geld verdient. Jakobspilger hießen auf gut Kölsch "Köbes" also "kleines Jaköbchen" und so heißen die Kellner dort noch heute.Pilgern ist weiterhin absolut in und vielleicht hast Du ja einen Plan oder eine Idee und wenn es nur für ein kurzes Pilgern am nächsten Wochenende ist.
    5 min
  • Zufrieden sein
    Morgenimpuls mit Vanessa Grbavac
    In den Ferien mag ich besonders die Tage, an denen wir keinen Plan haben. Tage, an denen nichts im Kalender steht. Tage, an denen ich keine Armbanduhr trage. Für viele meiner Schüler sowieso eher ein unnötiges Schmuckstück.An solchen Tagen weiß ich morgens manchmal noch gar nicht, was ich später tun möchte. Und genau das liebe ich.Ausschlafen. Kaffee trinken. Irgendwann überlegen, ob man lesen möchte, spazieren geht oder einfach nur in der Hängematte liegen bleibt.Irgendwie stelle ich mir so manchmal das Paradies vor. Keine Termine. Kein Zeitdruck. Kein "Ich muss noch schnell…".Und gleichzeitig merke ich ziemlich schnell: So ganz würde ich vermutlich gar nicht ins Paradies passen. Zumindest nicht in meiner Vorstellung davon. Nach ein oder zwei Tagen ohne Aufgabe werde ich unruhig. Dann mache ich doch wieder irgendwas für die Schule. Nicht offiziell natürlich. Aber ich lese Fachliteratur oder notiere Ideen. Dann liege ich mit schwerer pädagogischer Kost, gerne auch theologischer, in der Hängematte und rede mir ein, das wäre Erholung.Und vielleicht ist genau das der Punkt: Ich glaube nämlich gar nicht mehr, dass das Paradies einfach nur ein Ort ist, an dem man nichts tut. Ich glaube, das Paradies ist eher ein Zustand. Ein Zustand, in dem der Mensch zufrieden ist. Nicht dauerhaft glücklich oder euphorisch. Ich glaube, das würde mich auf Dauer sogar anstrengen. Aber zufrieden.In dem Wort Zufriedenheit steckt für mich auch Frieden.Und Frieden bedeutet vielleicht gar nicht, dass alles perfekt ist. Sondern dass etwas in mir ruhig wird. Dass mein eigenes Ich befriedet ist. Dass Ansprüche und Erholung, Sehnsucht und Wirklichkeit irgendwie in Balance kommen.So wie ich in der Hängematte liege, mit einem Buch auf dem Bauch und plötzlich merke: Genau jetzt muss ich gerade nirgendwo anders sein. Hier bin ich richtig.Und ich glaube, genau in solchen kleinen Momenten kann man Gottes Gegenwart spüren. Nicht laut. Nicht spektakulär. Sondern leise. Wie Frieden eben manchmal ist. Eben leise, schnell zu überhören.
    4 min
  • Für einen Moment im Einklang sein
    Morgenimpuls mit Vanessa Grbavac
    Man merkt sofort, wenn Ferien anfangen.Plötzlich gibt es viele To-Dos.Reisepass suchen.Koffer vom Speicher holen.Nochmal Wäsche waschen.Fenster putzen.Und wenn’s regnet, vielleicht endlich den Kleiderschrank ausmisten.Oder bei gutem Wetter doch endlich das Gartenhaus streichen.Ferien haben ja oft diesen heimlichen Auftrag:Jetzt muss endlich alles gut werden und in Ordnung gebracht werden. Ordentlich. Erholt. Leicht.Und genau das setzt mich manchmal unter Druck.Dann denke ich von Urlaub zu Urlaub.Von Ferien zu Ferien.Immer in der Hoffnung: Danach wird’s ruhiger in mir.Aber Frieden funktioniert bei mir selten auf Knopfdruck.Eher in kleinen Momenten.Wenn ich plötzlich nicht mehr gegen mich selbst arbeite.Wenn Gedanken, Erwartungen und Gefühle für einen Augenblick nicht in meinem Kopf durcheinanderlaufen. Vielleicht ist Frieden genau das:nicht alles im Griff haben — sondern für einen Moment im Einklang sein.Im Einklang sein mit dem, was mir geschenkt wird. Zeit.Im Einklang sein mit dem, was ich mir vorgenommen habe.Im Einklang sein mit dem, wofür ich überhaupt grade Kraft habe.Und ich glaube, solche Momente kann man nicht machen.Man bekommt sie geschenkt.
    4 min
  • Suche nach Orientierung
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Hier gegenüber von uns zwei Straßen weiter liegt das St. Martinus-Hospital. Und weil zwei Autobahnen in Stadtnähe sind, hören wir häufig Hubschrauber, die von Rettungseinsätzen kommen, Unfallopfer bringen oder Schwerkranke in andere Krankenhäuser verlegen. Es geht da immer um Geschwindigkeit, weil sie erheblich schneller sind als die Rettungswagen im oft dichten Straßenverkehr. Und die meisten der Rettungshubschrauber heißen "Christoph" und tragen zur Unterscheidung eine Nummer.In Deutschland gibt es aktuell 37 Rettungshubschrauber, die den Namen "Christoph" tragen. Die Bezeichnung geht auf den ersten deutschen Rettungshubschrauber zurück, der 1970 von der Deutschen Luftrettung in Betrieb genommen wurde. Und der Name erinnert tatsächlich an den heiligen Christophorus. Im Kölner Dom gibt es eine riesige Figur des Christophorus, der das Jesuskind trägt. Die Legende erzählt, dass er gelobt hatte, nur dem höchsten und wichtigsten Herrn dienen zu wollen und dann, wegen seiner Größe und Kraft, an einer tiefen Furt Menschen durch den reißenden Fluss getragen hat. Eines Tages trägt er ein Kind zur anderen Seite und es wird ihm immer schwerer und schwerer und es outet sich ihm dann als Jesus Christus, der der Herrscher der Welt ist.So wie also Christophorus, dessen Name übersetzt "Christusträger" bedeutet, Menschen aus den Gefahren des Reisens gerettet hat, so sind es die Besatzungen der Rettungsflieger, die Menschen nach Unfällen und schweren Krankheiten retten und begleiten. Heute können wir selbst in wenigen Stunden oder Tagen an fast jeden Ort der Welt gelangen. Diese technische Entwicklung vergrößert unsere Freiheit. Zugleich hilft uns die Technik aber nicht bei der Entscheidung, wie wir mit diesen Möglichkeiten umgehen. Sie nimmt uns keine Wahl ab. An diesem Punkt kann uns der Blick auf den heiligen Christophorus helfen. Er suchte ebenso nach einer Orientierung in seinem Leben. Er fand sie in der Beziehung zu Jesus und dessen Botschaft. Die Ausrichtung des heiligen Christophorus auf Jesus hin kann für uns eine Inspiration sein.
    5 min
  • Beraterin von Adeligen und Päpsten
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Heute denken wir an eine höchst interessante Frau, die in den nordeuropäischen Ländern, besonders in Schweden sehr verehrt wird. Birgitta Birgersdotter wird 1303 in Finsta, Schweden, in eine aristokratische Familie geboren und zeigte bereits als Kind eine besondere Frömmigkeit. Mit 13 Jahren heiratete sie den Adligen Ulf Gudmarsson, mit dem sie acht Kinder hat. Trotz ihres anstrengenden Familienlebens widmet sie sich intensiv der Wohltätigkeit in ihrem Umland, lässt Kirchen und Schulen bauen, stiftet Spitäler und speist täglich 12 Bedürftige in ihrem Haus.Birgitta hatte seit ihrer Kindheit Visionen und erlebt zahlreiche Offenbarungen über das Leiden Christi. Sie entwickelt eine tiefe spirituelle Praxis und lehrt vielen Menschen einfache Gebete zu Jesus Christus. Ihre Visionen führten zur Gründung des Ordens des Heiligsten Erlösers, auch bekannt als Birgittenorden, dessen erste Äbtissin ihre Tochter Katharina wird. 1341/1342 unternimmt Birgitta mit ihrem Ehemann eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela und später ins Heilige Land. Sie wirkt als Beraterin von Adeligen und Päpsten, setzt sich für Friedenspolitik ein und engagierte sich für die Einheit der Kirche während politischer und kirchlicher Krisen.Birgitta stirbt am 23. Juli 1373 in Rom, wo sie für ihre Nächstenliebe und ihren Einsatz für die Armen als "Engel von Rom" verehrt wird. 1999 erhebt Papst Johannes Paul II. sie zusammen mit Katharina von Siena und Edith Stein zur Patronin Europas. Sie galt in ihrer Zeit als sehr prophetische Frau, die immer wieder vor Fürsten und Könige getreten ist, um zu mahnen und zu bitten und viele ihrer Vorhersagen sind eingetroffen.Ich bin auch hier wieder beeindruckt von einer Frau, die ihre vielfältigen Möglichkeiten und Gaben eingesetzt hat. Und allein der Gedanke, dass diese Frau mit ihrem Mann zu Fuß von Schweden nach Santiago de Compostela und ins Heilige Land und wieder zurück pilgert, imponiert mir zutiefst. Und dieser so einfach klingende Satz "Sie wirkt als Beraterin von Adeligen und Päpsten, setzt sich für Friedenspolitik ein und engagierte sich für die Einheit der Kirche während politischer und kirchlicher Krisen" sagt nur rein äußerlich, was ihr im tiefsten Inneren wichtig ist: Aus ihrer Verehrung des Leidenden Christus wird ihr Engagement für die leidenden Völker und die leidende Kirche.
    5 min
  • Lichtblick für andere
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Die Fußballweltmeisterschaft ist vorbei und jetzt gilt für die wirklichen Fußballfans die kurze Pause bis zum Bundesligastart Ende August zu überbrücken. Was bleibt von dieser Weltmeisterschaft? Vor allem – ehrlicherweise – Gott sei Dank, dass Spanien Weltmeister geworden ist und nicht Argentinien mit seiner Spielzerstörung und den vielen kleinen und großen Fouls und Unsportlichkeiten, die sich sogar noch nach Abpfiff des Finales weiter ereignet haben. Und es bleiben die Erinnerungen an manche kleine Mannschaft, die bei diesem Megaturnier die Chance hatten sich zu präsentieren. Und das hat beispielhaft Kap Verde wunderbar getan und mit Energie, Siegeswillen und Lust am Spiel, einige große Mannschaften an den Rand einer Niederlage gebracht. Deren Torwart hat so großartige Paraden gezeigt und war so ein großer Rückhalt seiner Mannschaft, dass er fast allein so viel möglich gemacht hat. Das ist es, glaube ich, was weltweit, trotz allem politischen Desaster um Infantino und Trump, so viele Milliarden Menschen am Fußball so begeistert: Man weiß nie, wie es ausgeht und die Hoffnungen der Fans und die Unterstützung für die eigene Mannschaft macht so vieles möglich.Wie ist das so – jenseits vom Fußball – bei Dir und mir? Wo fühle ich mich verbunden, begeistert, gesehen und unterstützt? Und wo unterstütze ich selbst Gruppen und Kreise, Vereine und Gemeinden? "Was Du von den anderen erwartest, dass tu ebenso für sie," ist die goldene Regel in der Bibel, in allen anderen Weltreligionen und im Zusammenleben der Völker, der Gesellschaften, der Nachbarschaften und Familien. Und das ist manchmal ganz groß und notwendend und friedensstiftend und manchmal kleiner aber ebenso notwendig für das Leben von benachteiligten Menschen.Ein schönes Beispiel war dafür am vergangenen Wochenende ein Ausflug in den Panoramapark hier im Sauerland für mehr als 100 alleinerziehende Elternteile und ihre Kinder, ausgerichtet und unterstützt vom Sozialdienst katholischer Frauen und dem Dekanat Siegen. Gefördert mit kirchlichen Finanzmitteln, einer Bank und einer Bürgerstiftung wurde möglich gemacht, dass Eltern und Kinder diese Auszeit vom Alltag erleben und einen Tag lang ihre schwierigen Lebensumstände mal hinter sich lassen konnten. Mit dem großem Engagement Einzelner ist so viel möglich und schenkt dem Leben vieler einen Lichtblick.Wo bist Du heute ein Lichtblick für Menschen in Deiner Umgebung?
    5 min
  • Gott gibt jedem Menschen seine Würde
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Vor einigen Wochen habe ich euch von unserem Rosenstrauch in Olpe erzählt, der hier bei uns im Garten beim Konvent wächst. Eigentlich war der komplett hinüber. Eine riesige Holzkabeltrommel wurde auf den Rosen über Wochen wegen einer Baustelle gelagert und als die weg war, war auch von den Rosen nichts mehr zu sehen. Aber nach einiger Zeit kamen sie doch wieder und in diesem Jahr haben sie so wunderbar geblüht, als wäre nichts gewesen.Es geht aber auch in die andere Richtung. So eine Sonnenblume sieht ja toll aus, sie steht sinnbildlich für den Sommer. Oft wachsen sie sehr schnell und werden richtig groß. Dann bilden sie mit ihrer großen Blüte und den Kernen drin eine wirklich beeindruckende Pflanze.Jetzt ist aber eine so genannte Zwergsonnenblume gerade im Topf eingegangen. Aber warum? Sie hatte genug Wasser bekommen, viel Sonne, aber auch nicht zu viel, die Erde war gut, der Topf auch nicht zu klein, außerdem soll sie für Topfhaltung besonders geeignet sein und es war kein Ungeziefer an ihr. Und trotzdem: Die Blätter werden welk, sie lässt den Kopf schon etwas hängen und bald ist sie hin, ein wundersames Comeback wie bei den Rosen ist ausgeschlossen.Ohne das Bild von der Sonnenblume überstrapazieren zu wollen: Geht es uns nicht oft ähnlich? Die Voraussetzungen stimmen, die Umstände scheinen zu passen und trotzdem scheitern wir. Man fängt einen neuen Job an, der genau zu passen scheint, die Kollegen sind nett. Und doch bekommt man recht schnell das Gefühl: Das passt ja doch nicht und nach einigen Monaten merken beide Seiten: Das geht beruflich so nicht weiter.Oder ich muss an die vielen Paare denken, die am Anfang ganz verliebt sind, alles scheint zu passen, die Voraussetzungen für eine harmonische Partnerschaft sind da, gemeinsame Interessen, ähnliche Vorstellungen und Erwartungen an das Leben. Und trotzdem kommt es oft genug zu einer schmerzhaften Trennung und eine große Enttäuschung darüber, dass das Leben zu zweit gescheitert ist.Wir können vieles in unserem Leben kontrollieren, zu unseren Gunsten beeinflussen. Oder wir werden sogar positiv überrascht; um im Bild zu bleiben: die platt gewalzten Rosen treiben doch wieder aus.Schwieriger wird es, wenn wir unser Bestes gegeben haben, wenn wir uns wirklich bemüht haben und trotzt allem steht da eine Enttäuschung.Wie können wir damit umgehen? Mir hilft der Gedanke, dass da einer ist, der uns vorbehaltlos liebt und immer bei uns ist. Der in seinem am Kreuz gescheiterte Sohn zeigt, dass am Ende das Leben, die Hoffnung und nicht der Tod, die Verzweiflung gewinnt.Gott gibt jedem Menschen seine Würde und liebt jede und jeden von uns, egal ob vermeintlich erfolgreich oder gescheitert. Das nimmt die Enttäuschung nicht weg – aber kann uns helfen, damit und mit all den schwierigen Phasen in unserem Leben umzugehen.
    5 min
  • Was Schützen mit Schwestern verbindet
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Heute ist hier in Olpe der Schützenfestmontag mit allem Drum und Dran. Ziemlich früh am Morgen der Gottesdienst für die Schützen, dann die Totenehrung, dann das Vogelschießen auf dem Schützenplatz und, und, und. Für uns Olper Franziskanerinnen hat dieser Tag noch eine andere Bedeutung. Vor 163 Jahren, am 20. Juli 1863, ist ein Brief vom Paderborner Bischof Konrad Martin angekommen der das Kloster in Olpe für selbständig erklärt und Schwester Maria Theresia Bonzel als Oberin bestätigt. Seither gilt dieses Datum als Gründungstag. Seitdem fallen das Olper Schützenfest am dritten Wochenende im Juli und unser Gründungstag meist zusammen. Ich habe hier in Olpe gelernt, dass die Aufgabe der Schützen über viele Jahrhunderte war, die Stadt und seine Menschen gegen Überfälle und in kriegerischen Handlungen zu schützen. Bevor es Polizei und Armee gab, waren die wehrfähigen Männer in den Städten für den Schutz verantwortlich. Und auch heute kümmern sich Schützen übers Jahr in einigen sozialen Angelegenheiten. Und die Gründung der Olper Franziskanerinnen ist ähnlich. Sie hat sich von Anfang an für die Hilfe und den Schutz von Waisenkindern engagiert und immer mehr Hilfesysteme aufgebaut, dass die damals ziemlich schutzlosen Kinder leben konnten, zur Schule gehen und einen Beruf lernen. Später kamen immer neue Aufgaben hinzu. Schulen für Mädchen, die vorher kein Abitur machen konnten, Frauenfachschulen, Kindergärten, Krankenhäuser, ambulante Pflege, Altenheime, Kinder- und Jugendhospiz und so weiter. Sie hat klugerweise in ihre Ordensstatuten nicht festgelegt, dass die Schwestern immer nur das eine tun sollten. Sondern sie hat geschrieben, dass sich die Schwestern immer denen zuwenden sollten, die besondere Hilfe und Schutz benötigten. Engagement für die Mitmenschen in der Stadt und den Schutz für die Schwachen verbinden also die Schützen und die Schwestern hier. Das ist echt ein Grund zum Feiern und Zusammensein.
    4 min
  • Vergessen wir die verfolgten Christen nicht
    Morgenimpuls mit Pfarrer Stefan Wißkirchen
    Heute Abend endet mit dem Sommerfest für die Studierenden der Katholischen Hochschulgemeinde in Düsseldorf das Sommersemester. Nach dem Gottesdienst sprechen wir offen über unseren Glauben, wir diskutieren und wir feiern, wir müssen keine Angst haben, wenn wir eine Bibel mit uns tragen oder ein Kreuz um den Hals. Doch diese Freiheit ist nicht überall auf unserer Welt Realität. in Nord-Nigeria berichten Studierende, dass sie an Universitäten bedroht werden. Manche werden im Hörsaal nach hinten gesetzt, nur weil sie Christen sind, andere werden von Prüfungen ausgeschlossen. In Pakistan müssen Studierende ihre Bibeln verstecken. Christliche Hochschulgruppen sind an vielen Orten verboten und im Iran werden junge Menschen vom Studium ausgeschlossen und verhaftet, weil sie Christen sind. Diese Beispiele stehen für viele andere, für Situationen, in denen junge Menschen ihren Glauben nur im Verborgenen leben können, ausgerechnet dort, wo Bildung und Freiheit eigentlich zusammengehören sollten. Die Bibel kennt dieses Zerstreut-sein. Im zweiten Samuelbuch sagen die Stämme Israels zu David: “Wir sind dein Fleisch und dein Bein.” Sie suchen einen König, der sammelt und der verbindet. Auch heute ist die Kirche vielerorts zerstreut. Besonders dort, wo Christinnen und Christen keine Gemeinde bilden können, keinen Gottesdienst feiern dürfen, ihren Glauben verstecken müssen. Und doch gehören gerade diese Christinnen und Christen zu uns. Christus sammelt die Zerstreuten über Länder Sprachen und politische Grenzen hinweg. Wir sind ein Leib, eine Kirche, auch, wenn manche Glieder im Dunkeln leben müssen. Vielleicht erinnert uns das daran, wie kostbar die Freiheit des Glaubens ist, in der wir leben dürfen und wie sehr wir verbunden sind mit denen die sie nicht haben.
    4 min
  • Gott wagt etwas - für dich und für mich
    Morgenimpuls mit Pfarrer Stefan Wißkirchen
    Herausforderungen begegnen jedem Menschen. Das Leben selbst ist eine Herausforderung! Wie wir darauf reagieren, das ist sehr individuell. Viele Menschen denken nach dem Muster, wenn etwas passiert, dann handle ich auf jeden Fall so oder so. Wenn ich eine Prüfung bestehe, dann werde ich feiern; wenn ich einen Sportwagen habe, dann werde ich die Liebe finden und wenn ich im Lotto gewinne, dann wird sowieso alles gut. Wer so denkt, kann leicht in Zaudern, Angst und Passivität geraten. Entscheidungen werden verschoben, Möglichkeiten ungenutzt. Man versteckt die eigene Furcht oft hinter solchen "Wenn-dann"-Formeln. Das Evangelium lädt uns ein, anders zu handeln. Jesus sagt: "Geht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche keine Schuhe. Grüßt niemanden auf dem Weg und wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt: "Friede diesem Haus". Jesus ruft dazu auf, sich auf sich selbst und auf Gott zu verlassen, nicht auf Netze, Pläne oder doppelte Sicherheiten. Die Angst, etwas unzulänglich zu tun, soll uns nicht lähmen. Fehler oder Ablehnung sind Teil des Weges, wir werden gesendet mit dem, was wir sind, mitten in die Welt, in die Städte, in die Dörfer, in die Lebensräume, zu den Menschen, zu denen Gott selbst gehen will. Natürlich werden manche Anstrengungen erfolglos bleiben. Manche Botschaft pralllt ab wie Wasser an einem imprägnierten Schuh. Das liegt nicht nur an uns, sondern auch daran, dass nicht jeder bereit ist, auf Gottes Wort zu hören. Manchmal stößt das Evangelium auf Lebensräume, auf Zeiten und Orte, die verschlossen sind.Das Kreuz zeigt uns: Gott handelt auf seine eigene Weise, auch wenn sie Schwäche, Unzulänglichkeit und Widerstand beinhaltet. Das Kreuz, so könnte man das sagen, das ist das "Wie Gottes"; ein Zeichen für unser eigenes Handeln und die Herausforderung des Lebens. Gott geht voran, wagt das Unmögliche, vertraut auf uns und lädt uns ein, mitzuwirken, mutig, trotz Angst, trotz Unzulänglichkeit. Gott war nicht sicher, dass sein Plan vom Kreuz aufgeht, aber er hat es gewagt, für dich und für mich.
    5 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

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