Morgenimpuls
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Morgenimpuls episodes

  • Gott lädt uns zu einem Fest ein
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Es gibt so Abende, da braucht man nicht rausgehen und trotzdem bekommt man mit, dass irgendetwas anders ist als sonst. Gestern Abend spürte man so eine Aufregung in der Stadt und andere Stimmen, Klänge und Düfte. Der Donnerstag vor dem Schützenfest ist hier in Olpe FAHNE HISSEN. Jedes Grundstück hat einen Fahnenmast und da wird am Abend die grünweiße Schützenfahne gehisst. Das dauert ja nur eine Minute, aber gefeiert wird das den ganzen Abend mit Grillparty im Garten mit den Nachbarschaften, mit Musik und fröhlichem Geplauder. Die Stadt ist erfüllt davon und an jeder Ecke hört und sieht man vergnügte Leute, die sich vorfreuen auf das Fest und alle begrüßen, die aus nah und fern zu diesem Fest nachhause kommen. Bei uns zuhause im Eichsfeld in Thüringen gibt es die Kirmes, die eine ebensolche Bedeutung hat. Das Dorf wird auf Vordermann gebracht und geschmückt und der Prozessionsweg für den Sonntag besonders schön zurecht gemacht. Feste zu feiern sind die wunderbaren Gelegenheiten, zusammen zu kommen, Gemeinschaft zu erleben, sich des Miteinanders zu versichern. Schon Demokrit, ein griechischer Philosoph aus dem dritten Jahrhundert vor Christus hat den sehr treffenden Satz geprägt:"Ein Leben ohne Feste ist wie eine lange Wanderung ohne Einkehr!"Ob nun also Schützenfest oder Kirchweih, ob die Großkonzerte von Taylor Swift oder kleine Geburtstagspartys, ob Sommerfest oder Kindergartenabschluss, ob Bundesligastart oder Strandparty, ob Sonntagsgottesdienst oder Tauffeier am Nachmittag: Feiert die Feste, die vor euch liegen und genießt das Miteinander, den Austausch und die Unbeschwertheit. Unser Leben sei ein Fest, heißt nicht umsonst eins der Lieder im Gotteslob. Feiern wir den Geist Gottes in unsere Mitte, das Wort Jesu, dass uns beschwingt und befreit, die Worte der Wahrheit, die uns Jesus auf den Weg mitgibt. Feiern wir und genießen wir den Sommer.
    5 min
  • So riecht der Sommer
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Wir sind mitten im Sommer und in vielen Bundesländern sind schon Ferien. Und auch wenn wir uns bereits über mindestens eine Hitzewelle beklagt haben, und ich irgendwie mit der Hitze schlechter klarkomme als noch vor Jahren: Ich mag den Sommer mit so viel Licht und Wärme. Wenn ich abends vergessen habe, die Jalousien runter zu ziehen und mich dann morgens nicht der Wecker, sondern schon die Helligkeit weckt, ist das einfach schön.Und trotz Heuschnupfen und Allergie: der Sommer riecht auch besonders. Wenn man morgens das Fenster weit öffnet und die Kühle des Morgens spürt und vielleicht ein bisschen die Wiese oder die blühenden Pflanzen, bei uns im Vorgarten den Flox, riechen kann: Für mich sind das die tollen Momente des Sommers.  Und ich denke mir: So könnte das Paradies sein. Natürlich wissen wir nicht, wie das Ewige Leben sein wird, auf das wir als Christinnen und Christen ja hoffen. Und so ein kühler Sommermorgen, der wie ein Versprechen auf einen schönen Tag erscheint und in dem Moment fast perfekt wirkt: So ähnlich könnte es doch dann bei Gott sein, oder?Jesus Christus wird in vielen Bildern beschrieben, eins davon ist das Licht. Oder vielleicht kennt ihr auch das alte Kirchenlied von Paul Gerhardt:"Die güldene Sonne bringt Leben und Wonne, die Finsternis weicht. Der Morgen sich zeiget, die Röte aufsteiget, die Finsternis weicht.“ Auch wenn der Text uns heute etwas sperrig daherkommt, beschreibt das Lied sehr treffend die Schönheit der Natur, wie gut die Sonne uns gerade am Morgen tut und wie sehr sie ein Bild für Gott ist. Unser Leben ist oft genug laut, stressig, voller Sorgen – da ist so ein Moment, an dem alles perfekt scheint, sehr wertvoll. Gott ist nicht nur bei uns, wenn es uns schlecht geht. Auf ihn können wir uns auch verlassen, wenn wir zufrieden sind, wenn wir spüren, wie schön das Leben trotz allem ist.  Vielleicht schaffen wir es ja, wenn es früh am Tag so herrlich nach Sommer riecht, einmal kurz "Danke" zu sagen. Nicht nur für die Schönheit der Natur, sondern auch, dass ER immer da ist.
    5 min
  • Was für eine göttliche Fügung
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Alle franziskanischen Gemeinschaften, also die Franziskaner, die Minoriten und Kapuziner, die Franziskanerinnen und Klarissen und alle franziskanischen Familien weltweit, feiern heute das Fest des heiligen Bonaventura. Giovanni di Fidanza wurde als Sohn eines Arztes geboren. Die Überlieferung erzählt, dass das schwer kranke Kind geheilt wurde, nachdem seine Mutter ihn zu Franziskus von Assisi gebracht und der ihn gesegnet hatte. Als Franziskus 1226 im Sterben lag, besuchte ihn die Mutter mit dem gesunden Kind abermals; Franziskus rief über dem Kind aus: "Oh buona ventura", "Oh gute Fügung", was später zum Ordensnamen von Johannes wurde. Diese Geschichten aus dem 13. Jahrhundert sind einfach schön und zeigen, welches Vertrauen die Menschen in Gott hatten. Aber von Bonaventura sind unglaublich viele Bücher, Texte und Vorträge überliefert. Er galt als einer der großen Theologen seiner Zeit und in den Anfängen der Bettelorden, die noch einmal eine ganz andere inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Evangelium für unsere Kirche begonnen hat. Später wurde er Generaloberer der Franziskaner und vorher Professor an der Sorbonne in Paris. Vorher in Pisa, - habe ihn Thomas von Aquin besucht und gefragt, wo seine Bibliothek sei, aus der er sich so große Kenntnisse und Beredsamkeit erworben habe. Bonaventura zog einen Vorhang zurück und deutete auf den gekreuzigten Christus. Zwei Zitate von Bonaventura sind glaube ich auch für uns heute ziemlich gut zu bedenken. Das erste: "Wer durch den Glanz und die Herrlichkeit alles Geschaffenen nicht erleuchtet wird, ist blind. Wer durch die lauten Rufe der Schöpfung nicht aufwacht, ist taub. Wer ob aller Geschöpfe und ob aller seiner Werke Gott nicht lobt, ist stumm, und wer aus all diesen Zeugnissen den Urgrund, den Schöpfer, nicht erkennt, ist töricht und dumm." Und noch ein zweites Zitat finde ich sehr bemerkenswert: "Wegen dieser drei Dinge hat Gott die vernünftige Seele geschaffen: Dass sie Ihn lobe, dass sie Ihm diene, dass sie an Ihm sich erfreue und in Ihm ruhe; und das geschieht durch die Liebe, denn wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm."
    5 min
  • Schauen wir ehrlich auf die Fehler
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    In diesen Tagen jährt sich zum fünften Mal die Flut an Lenne, Erft und Ahr.Und es kommen wieder die schrecklichen Bilder hoch von unglaublichen Wassermassen, die durch stärksten Dauerregen die kleinen Flüsse rasend schnell steigen ließen. Es gab vorher immer wieder Warnungen durch die Wetterdienste, aber viele Menschen haben später gesagt, dass sie sich einfach nicht vorstellen konnten, dass es noch viel schlimmer werden würde als bei den letzten Hochwassern ein paar Jahre vorher. Und dann kam sehr schnell die Frage nach den Verantwortlichen, oder damals nach den Schuldigen für die vielen Toten, wegen der ausgebliebenen Warnungen. Wenn es nicht so schlimm wäre, könnte man meinen, wir Menschen lernen einfach nichts aus den Fehlern unserer Geschichte. Die Beispielerzählung aus der Bibel, wo Adam die Schuld auf Eva schiebt und Eva die Schlange verantwortlich macht, zeigt unser Dilemma. Sehr schnell suchen wir einen Schuldigen für unser Problem, damit wir von unserem eigenen Versagen ablenken. Verantwortung für unser eigenen Tun zu übernehmen ist auch wirklich nicht leicht. Und da neigen wir schnell dazu. in einer ersten Reaktion anderen die Schuld zu geben. Ein kluger Mensch hat mal gesagt: „Dumme Menschen suchen nach Schuldigen und kluge Menschen nach Lösungen“ Beispiele dafür kennst Du selbst bei Dir und Deinem Umfeld garantiert auch. In einer Laudeslesung geht es genau darum. Es heißt darin: „Ihr alle seid Kinder des Lichts und Kinder des Tages. Wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis“. Nicht im Dunkeln unserer Schuld, unserer Fehler, unseres Versagens hängen zu bleiben, sondern daran zu denken, dass wir von Gott als Kinder des Lichtes geschaffen worden sind und im Licht leben sollen, ist Zusage Gottes und gleichzeitig Auftrag an uns selbst.Eine Schuld, einen Fehler, ein Versagen zuzugeben ist der erste Schritt, um wieder ins Licht zu kommen. Um Vergebung zu bitten, ist der nächste Schritt. Und geschehenes Unrecht wieder gut zu machen, ist ein weiterer. Meist erkennen wir das Problem bei Politikern, bei anderen Größen in Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft ziemlich schnell und eindeutig. Aber ändern können wir es zunächst leichter bei uns selbst. Und das ist die Schwierigkeit und die Chance. Der Volksmund nennt es: immer zuerst vor der eigenen Haustür kehren. Da ist etwas dran.
    5 min
  • Barmherzigkeit geben
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Herzlich willkommen zum Gebet am Montag.Hier in Olpe gibt es einen neuen Gedenkort. Mitten in der Stadt, am Kurkölner Platz, ist eine Gedenkstele enthüllt worden. In vielen Monaten Planung und Auseinandersetzung mit dem Thema jüdisches Leben in Olpe haben Schüler aller drei weiterführenden Schulen zusammen mit einer Künstlerin überlegt, geplant, verworfen, neugestaltet und dann angefangen. Schülerinnen haben erzählt, wie das Projekt entstanden ist und wie viel Spaß sie zwischendurch damit hatten, beim Bemühen, Beton zu mischen und aufzutragen, sich dabei gegenseitig zu bekleckern und bei Fehlern von vorn anzufangen.Erinnert wird an das einst so normale Zusammenleben der jüdischen Familien in der Stadt mit allen Stadtbewohnern. Sie waren in Vereinen engagiert, waren Arbeitgeber und Nachbarn, Mitschülerinnen, Kollegen und Freunde. Bis nach 1933 nach und nach aus diesem normalen Zusammenleben Ausgrenzung, vergiftetes Stadtklima, Enteignung und Vertreibung wurden.Und wenn wir denken, dass das heute nicht mehr passieren könnte, sollten wir uns nicht zu sicher sein. Immer wieder gibt es verbale Angriffe, Hass und Hetze gegen jüdische Mitbürger, und es ist notwendiger denn je, wachsam, aufmerksam und couragiert zu sein. Menschen nach ihrer Religion, Weltanschauung oder Herkunft zu diffamieren, ist ein echtes Übel, das immer wieder aufbricht und immer neu Anhänger findet. Aber bitte nicht unter Christen.Im Jakobusbrief steht für heute ein bemerkenswertes Wort:"Redet und handelt wie Menschen, die nach dem Gesetz der Freiheit gerichtet werden!"Dieses Gesetz der Freiheit meint die Freiheit der Kinder Gottes im Umgang miteinander, mit der Schöpfung und mit Gott. Wir sind als freie Menschen geschaffen und alle anderen Mitmenschen auch. Und das gibt uns die unendliche Würde und die Aufgabe, uns einzusetzen für die Würde und Freiheit jedes Einzelnen.Und dass das nicht nur eine freundliche Nebenbemerkung, sondern ein deutliches Wort ist, wird im zweiten Satz dieses Abschnittes aus dem Jakobusbrief noch deutlicher. Da heißt es:"Denn das Gericht ist erbarmungslos gegen den, der kein Erbarmen gezeigt hat. Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht."Barmherzigkeit ist DAS Wort in der Bibel und die dauerhafte Mahnung an uns, sie auch zu geben und jedem Menschen zu geben.
    5 min
  • Lichtblicke
    Morgenimpuls mit Vanessa Grbavac
    "Lichtblicke" – so heißt bei uns dieses Jahr der vorletzte Schultag. Ein schönes Wort. Gerade vor den Ferien. Denn Ferien sind nicht für alle einfach nur schön. Ich erlebe das immer wieder – auch in meiner Arbeit als Beratungslehrerin. Dass Ferien für manche eher Stress bedeuten. Freunde sind plötzlich nicht mehr jeden Tag da. Bezugspersonen fallen weg. Der Rhythmus der Schule fehlt. Und dann entsteht da etwas, das schwer auszuhalten ist: Ein Loch. Ein Loch, in dem plötzlich Zeit ist. Aber keiner da. Ein Loch, das sich schnell füllen lässt – mit Ablenkung, mit Scrollen, mit allem, was irgendwie hilft, nicht hinzuschauen. Und für manche ist es noch schwerer. Weil zuhause kein Ort ist, an dem man wirklich zur Ruhe kommen kann. Und dann stehe ich am letzten Schultag da und wünsche allen „schöne Ferien“. Und ich meine das auch. Ich freue mich selbst auf diese Zeit. Auf Ruhe. Auf Menschen, die mir guttun. Auf Momente, die leicht sind. Und gleichzeitig wünsche ich mir etwas anderes: Dass es Lichtblicke gibt. Gerade für die, für die diese Wochen nicht leicht sind. Kleine Momente, in denen es nicht ganz so dunkel ist. In denen etwas aufleuchtet. Und ich glaube: Dieses Licht ist da. Auch dann, wenn man es kaum sieht.
    4 min
  • Ein Netz, das trägt
    Morgenimpuls mit Vanessa Grbavac
    Die letzte Schulwoche vor den Ferien steht vor der Tür. Endlich.Und irgendwie machen wir jedes Jahr das Gleiche: Filme schauen. Frühstücken gehen. Eis essen. Alles – nur keinen richtigen Unterricht mehr. Früher haben wir das "Gummiwoche" genannt. Und ja, so ist das oft.Aber gleichzeitig passiert in dieser Woche etwas ganz anderes. Es ist die Zeit, in der Dinge zu Ende gehen dürfen. Letzte Gespräche. Letzte Rückmeldungen. Ein letztes gemeinsames Lachen. Und vor allem: Zeit füreinander.Ich sehe meine Lernenden manchmal öfter als meinen Mann. Und in dieser letzten Woche merke ich besonders: Da ist Beziehung gewachsen. Ich habe mir einmal den Satz aufgeschrieben: „Beziehung vor Erziehung.“ Und genau dafür ist diese Woche da. Nicht mehr leisten. Nicht mehr bewerten. Sondern einfach zusammen sein.Und dann kommen die Ferien. Und so sehr ich mich darauf freue – es ist auch komisch, sich plötzlich sechs Wochen nicht zu sehen. Nichts mehr miteinander zu teilen. Aber vielleicht trägt genau das, was gewachsen ist. Vielleicht sind da Verbindungen entstanden, die nicht einfach verschwinden, nur weil Ferien sind.Ich glaube: Diese Fäden zwischen uns – die gehören alle zu etwas Größerem. Zu einem Netz, das trägt. Zu einer Verbindung, die hält. Und für mich hat dieses Netz einen Namen: Gott.
    3 min
  • Warum der Hl. Benedikt bis heute Vorbild ist
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Herzlich willkommen zum Gebet am Freitag.Ein junger Mann wird von seiner Familie, die ihm Großes zutraut, zum Studium nach Rom geschickt. Zunächst fühlt er sich dort gut, beginnt sein Studium und kommt gut voran. Aber dann merkt er immer mehr, dass das völlig sittenlose Leben in der Stadt ihn anwidert und er kaum noch Menschen findet, die mit ihm ein einfaches christliches Leben führen wollen.Zunächst geht er dann, sehr zum Leidwesen seiner Familie, für drei Jahre als Einsiedler in eine Höhle bei Subiaco. Sein damals erstaunlich konsequent christliches Leben zieht viele junge Leute an, und er gründet zwölf kleine Klöster für sie. 529 siedelt er nach Monte Cassino um, das schon bald zum Zentrum des Mönchtums und der religiösen Kultur wird.Dort schreibt er seine Klosterregel, in der er die beste monastische Überlieferung des Ostens und des Westens zusammenfasst. Vertrautheit mit der Heiligen Schrift und eine reiche geistliche Erfahrung verliehen ihm die Güte und Weisheit, die auch seine Regel auszeichnen.Da heißt es zum Beispiel: „Wenn wir Psalmen singen, dann soll unser Herz mit dem gesungenen Wort zusammenklingen.“ Also nicht der schöne Klang ist wichtig, wenn unser Herz weit davon weg ist, was wir singen oder beten. Oder: „Keiner soll nach dem eigenen Nutzen streben, vielmehr soll jeder auf das bedacht sein, was für den andern gut ist.“Das klingt also seit eineinhalb Jahrtausenden wie die Mahnung John F. Kennedys aus dem Anfang der 1960er Jahre: „Frag nicht, was der Staat für Dich tun kann, sondern was Du für den Staat tun kannst. Diese uralte Klosterregel ist so klug und weise, dass sie seit 1500 Jahren Bestand hat und Zehntausende von Mönchen und Nonnen nach ihr leben. Klugheit und Maß sind auch heute Wertmaßstäbe, die das Leben der Einzelnen, aber auch der Gemeinschaften bestimmen können. Und es hat nichts von seiner Aktualität verloren.Und weil dieser junge Mann, den man später Benedikt von Nursia nennen wird, in der Nachfolge Jesu zunächst aus der verheißungsvollen Stadt und der Universitätskarriere flieht und in für ihn richtiger christlicher Weise leben will, zieht er so viele Menschen in seinen Bann, dass er und seine Brüder den christlichen Glauben, Kunst und Kultur Europas prägen und beeinflussen werden und er so von Pius XII. zum „Vater Europas“, von Paul VI. zum „Schutzpatron Europas“ erklärt wird. Das ist doch mal eine Karriere.
    5 min
  • Orientierungspunkte für ein gutes Miteinander
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Die Einladung einer Akademie zu zwei neuen Veranstaltungen beginnt mit einer interessanten Frage: Was macht ein gutes Leben aus? Stil, Haltung, Orientierung – und die Fähigkeit, sich immer wieder neu auszurichten? Das kann wahrscheinlich jede von uns von Herzen bejahen.Und in einem der Seminare geht es um das Verhältnis von Gutem und Schönem. Sind Stil, Etikette und Eleganz bloße Äußerlichkeiten – oder Ausdruck von Respekt, Aufmerksamkeit und Haltung?Das ist tatsächlich sehr bedenkenswert und lässt nachdenken über die Art und Weise unseres Lebens im Hier und Jetzt. Im täglichen Social Media-Wahnsinn merken viele Menschen, dass genau das vielen Leuten fehlt. Da gibt es unendlich viel Respektlosigkeiten, Hass, Häme und Hetze und man fragt besorgt, was diesen Menschen fehlt, dass sie so geworden sind und so häufig aggressiv und feindlich auf Kleinigkeiten reagieren. Respekt, Aufmerksamkeit und Haltung gegenüber jedermann zeigt nämlich auch heute Wirkung und bremst nicht selten eine bösartige Welle und der berühmte Shistorm bricht ein.Aber die Frage nach dem, was Haltung und Orientierung für ein Leben bedeuten, sind nicht neu. Im Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom heißt es:„Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, es ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Und wer Christus so dient, wird von Gott anerkannt und ist bei den Menschen geachtet. Lasst uns also nach dem streben, was zum Frieden und zum Aufbau (der Gemeinde) beiträgt.“Essen und Trinken sind notwendig zum Leben, aber es geht um viel mehr. Es geht um die Art und Weise des Zusammenlebens im persönlichen familiären Umfeld und im sozialen Raum, der uns umgibt. Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist sind hier die Orientierungspunkte, die Paulus der Gemeinde geben möchte. Und die Aufforderung danach zu streben, was zum Frieden und zum Aufbau der Gemeinde beiträgt, bleibt Auftrag und Aufgabe für jeden von uns.
    5 min
  • Von Worten und Wörtern
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Heute hat ein Bruder von mir Namenstag, vier Tage später Geburtstag, meine Nichte im August, meine Schwägerin im Oktober, meine Ex-Schwägerin im September, mein Neffe im Dezember und so weiter und so fort. In der Herkunftsfamilie an Geburts- und Namenstage denken und die anderen erinnern, war früher immer der Job meiner Mutter. Wir haben es immer ein bisschen belächelt und uns am Ende doch gefreut, wenn von allen Seiten und von allen weiter verstreut lebenden Familienmitgliedern Glückwünsche eingetrudelt sind. jetzt bin ich die Älteste in der Sippe und ich habe es gerne übernommen, zu erinnern und zu gratulieren. Klar, es gibt eine Familien-Whatsapp-Gruppe und da kann man schnell etwas reinsetzen, ein paar passende Emojis dazu, absenden und fertig. Aber man kann auch, ein bisschen Old Fashion, einen Brief schreiben oder Anrufen, irgendwann am Abend. Ich persönlich finde zugeschriebene Worte auf Postkarten oder Briefen wirklich schön und ich kann sie auf den Schreibtisch stellen, immer mal wieder lesen und mich freuen. So ähnlich sagt es in einer Tageslesung der Prophet Jeremia: "Kamen Worte von Dir, Gott, so verschlang ich sie; Dein Wort war mir Glück und Herzensfreude; denn dein Name ist über mir ausgerufen, Herr, Gott der Heere."Manchmal ist es so, dass mir ein Wort aus den vielen biblischen Worten, die wir jeden Tag lesen oder hören, tatsächlich hängenbleibt und ich es in mir bewegen und immer wieder von den verschiedenen Seiten anschauen kann. Und dann wird es handfest und ich kann es im Tag nutzen oder es fordert mich heraus oder es erfreut mir einfach einen nicht so tollen Tag.  Aber dafür muss ich mich wirklich mühen und jeden Tag dranbleiben. Es ist nicht das Dessert oder die Erdbeersauce über den Tag ausgeschüttet, sondern schon energische Arbeit für Verstand, Geist und Seele. Aber dann ist es auch nahrhaftes Schwarzbrot, das man kauen muss und das dann auch sättigt. Schreiben wir also weiterhin Gratulationen, die den Empfänger erfreuen, und lesen wir in der Heiligen Schrift die Worte, die uns zum Leben helfen wollen.
    5 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

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