Morgenimpuls
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Morgenimpuls episodes

  • Trösten, wo es nötig ist
    Trösten, wo es nötig ist
    Am letzten Sonntag haben wir im Nachbarstädtchen mit dem kleinen Frauenchor, in dem ich mitsinge, einen Evensong mitgestaltet.
    Diese Form des Abendlobes kommt aus der anglikanischen Kirche und erfreut sich großer Beliebtheit.
    Die kleine Basilika war voller erwartender Menschen und der Einzug mit wunderbarem Orgelklang.
    Der Hymnus lautete "Komm Trost der Welt" und klingt sehr wehmütig und eher einsam und traurig.
    Komm Trost der Welt, und selbst beim Singen habe ich die Sehnsucht gespürt, die eben oft genau nur beim Singen deutlich wird: denn bei Trost und trösten fällt mir häufig eher der freundlich liebevolle Trost der Mama ein, wenn sich das Kind wehgetan hat und von ihr in den Arm genommen, liebkost und getröstet wird.
    Aber ist es nicht genau das? Gott sendet seinen Sohn in die Gottvergessenheit der Menschen und teilt ihr Los. Er bleibt bei Ihnen in Schmerz, Angst, Krankheit, Leid, Krieg, Anfeindung und Tod. Er leidet mit uns mit und bleibt bei uns. Und er sagt dem, der neben ihm am Pfahl hängt, das Beste zu, was er geben kann: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
    Gott gibt Trost wie eine Mutter ihr Kind tröstet. Er vertröstet nicht auf bessere Zeiten oder das bestimmt bessere Danach und Später. Sein Trost ist seine Zusage: "Seht ich bin bei Euch alle Tage, bis zum Ende der Welt."
    Und wer diese Zusage und diesen Trost hat, der kann auch die trösten, die mit uns leben und Trost sosehr nötig haben: in Krankheit in Leid, Krieg, Flucht und Tod.
    Vielleicht ist es heute an Ihnen und mir, Trost zu geben: einem Kind, dass sich wehgetan hat, einer Flüchtenden, die Heimat sucht, einem Einsamen, der Nähe braucht, einem Kollegen, der Probleme hat.
    Selbst die anderen mehrstimmigen Lieder, das schwungvolle Magnificat und das so wundervolle Vater unser von Rimski - Korsakov, haben in mir so einen nachhaltigen Klang hinterlassen wie diese dringliche Bitte: Komm Trost der Welt.
    4 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Die österliche Bußzeit wird durch zwei große Feste unterbrochen: das Fest des Heiligen Josef und das Fest der Verkündigung des Herrn. Heute feiern wir mit der Kirche das Fest des Heiligen Josef. Über die Rolle des Heiligen Josef, des Nährvaters Jesu, ist schon immer viel geschrieben und gesagt worden. Weil Menschen Verstehen möchten was das für ein Typ war.
    - Der mit beiden Beinen in der Realität seiner Zeit steht, als Handwerker seine Passion ausübt und sein Brot verdient und dann aber so ganz unlogische Sachen macht:
    - er hört auf seine Träume und glaubt, dass es Gottes Wille ist seine Verlobte nicht zu verstoßen, sondern sie zu heiraten, obwohl sie ein Kind von einem anderen bekommt
    - er springt spontan auf, als ihm im Traum der Befehl zur Flucht gegeben wird und er Frau und Kind und das Nötigste zusammenpackt und nach Ägypten aufbricht
    - er kehrt – wieder auf Weisung eines Traumes – nach Israel zurück und lebt sein normales Handwerkerleben weiter
    - und er quält sich drei Tage durch Jerusalem, um Jesus wiederzufinden, der ihm dann auch noch Vorwürfe macht, warum er ihn denn gesucht habe.
    Und wir würden gern wissen, was er selbst dazu gesagt hat. Aber in der Bibel steht dazu nicht ein Wort. Da ist also einer, der zum Mitwisser der größten Geheimnisse Gottes wird und er kommentiert es nicht. Er lamentiert nicht, er berät sich nicht mit anderen und hält keine Vorträge. Er tut. Seine Berufung ist es, am Werk Gottes für die Menschen mit zu arbeiten. Nicht mehr. Und schon gar nicht weniger.
    Viele Ordensgemeinschaften stehen unter seinem Patronat. Auch ich als Olper Franziskanerin heiße mit vollem Namen: Schwester Maria Katharina vom Heiligen Josef. Weil unsere Gründerin in vielen Nöten und Sorgen fest auf seine Hilfe vertraut hat und darin ihr grenzenloses Gottvertrauen deutlich zutage gekommen ist.
    Das ist also Programm genug: nicht reden, sondern tun.
    3 min
  • Biathlon auf Ostern zu
    Biathlon auf Ostern zu
    Ich liebe es, beim Wintersport im Fernsehen zuzuschauen. Meine liebste Disziplin ist Biathlon. Dieser Wechsel aus Langlauf und Schießen, wobei die Treffer oder Nieten sich aufs Laufgeschehen auswirken: Es ist immer so spannend. Bei den letzten Rennen bei der Weltmeisterschaft und danach gab es einige interessante Reaktionen zu beobachten. Ein Biathlet hatte 5 Nieten geschossen und hatte keine Lust mehr weiter zu laufen. Er wurde aber von seinem Team gedrängt, das Rennen zu Ende zu laufen. Ein anderer hat nach vielen Fehlschüssen aufgegeben und hat die Strecke wirklich verlassen. Und wieder eine andere hatte ebenso viele Fehlschüsse, ist im Rennen aber so über sich hinausgewachsen, dass sie noch in den Top 15 gelandet ist, was niemand für möglich gehalten hat.
    Ich finde das ein ziemlich gutes Beispiel für unser Umgehen mit der Fastenzeit. Wir sind jetzt fast auf der Hälfte der Zeit und am Sonntag ist der Sonntag Laetare – Freue Dich. Wie war ihr Rennen bisher? Haben alle Vorsätze bisher ins Schwarze getroffen oder haben sie Extrarunden gedreht? Haben sie an den Tagen, wo sie gegen Ihre eigenen Vorsätze schmählich verloren haben, alles hingeworfen und die Strecke verlassen? Oder sind sie immer wieder aufgestanden und haben immer wieder neu angefangen?
    "Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten", ein Wort von Katharina von Siena, ist nicht die schlechteste Beschreibung unseres Weges durch die Österliche Bußzeit. Aber es muss mir auch immer wieder klar sein, wofür ich diese Zeit vor Ostern nutze. Es geht um eine Umkehr: weg vom Kreisen um sich selbst und wieder hinkehren zu Gott, zu seinem Evangelium, zum Leben als Christen für die Mitmenschen und gegen Vernichtung der Schöpfung. Und selbst wenn ich in der Zeit viele Nieten geschossen haben sollte, ist uns an Ostern der Jubel aller im Ziel garantiert.
    3 min
  • Das Prinzip Apfelbaum
    Das Prinzip Apfelbaum
    Am Wochenende war im Nachbarstädtchen ein Kreativmarkt in der Stadthalle. Da dieses schöne Angebot jetzt drei Jahre ausfallen musste, waren alle hocherfreut, dass es in diesem Jahr wieder losgehen konnte. An vielen Ständen haben Hobbykreative ausgestellt und angeboten, was sie so in den Wintermonaten gehäkelt, gestrickt, gefilzt, ausgesägt, bemalt, getöpfert hatten und man sah ihnen das Vergnügen an, endlich wieder ihre schönen Dinge zu präsentieren.
    Einer jungen Frau haben wir beim Wollespinnen zugeschaut, einer anderen beim Diamond Painting, eine andere hat Teddys und andere Kuscheltiere genäht und man konnte ihr beim Nähen zuschauen. Eine sehr alte Dame bot an ihrem Stand wunderbare Tischdecken an, die sie genäht, bestickt, gepatchworkt hatte und ich habe in Sekunden eine Mitteldecke gesehen, wunderbar aus vielen Teilen zusammengenäht, in pastellfarbenem grün und rosé, mit roten Blüten und feinen Blättern. Sie hat sie mir zurückgelegt, weil wir noch weiterschlendern und viele andere Stände besuchen wollten.
    Beim Abholen dann sind wir ins Gespräch gekommen und sie hat mir erzählt, dass sie schon immer mit Vergnügen genäht hat und seit 15 Jahren hierherkommt. Und dass ihr Mann im vergangenen Jahr in einem Hospiz seine letzte Zeit verbracht hat und sie so beeindruckt ist von Menschen, die in Hospizen ihren Dienst tun und Menschen in ihrer letzten Lebensphase mit so viel Liebe begleiten.
    Plötzlich schaut sie mich an und sagt: "Sind Sie aus Olpe? Da gibt es doch das Kinderhospiz. Darf ich Ihnen einige Decken schenken, die sie dann zugunsten des Hospizes verkaufen können?" Ich war ganz gerührt und verblüfft und dann sehr dankbar und wir haben uns verabschiedet, als würden wir uns schon lange kennen.
    Das ist ganz oft das berühmte Prinzip Apfelbaum: Weil jemand von den Früchten der Arbeit anderer, Gutes erfahren hat, mag sie oder er ebenso wieder Gutes tun und Menschen helfen, die es notwendig brauchen. Gutes und Güte wird nicht weniger, wenn man sie verteilt, sondern immer mehr. Fluten wir den Tag mit Gutem und mit Güte. Es macht Spaß.
    3 min
  • Der Hahn kräht auch für mich
    Der Hahn kräht auch für mich
    Guten Morgen, kommen Sie eigentlich morgens gut aus dem Bett? Das ist ja bei jedem anders: Meine Mitschwestern, die hier in San Damiano mit mir leben, tun sich schwerer als ich. Wenn mein Wecker loslegt, bin ich sofort da und muss mich fast bremsen, nicht ganz so eifrig sofort aus dem Bett zu springen. Auf dem Weg zum Bad höre ich dann einen Wecker, der einen Hahnenschrei imitiert und ich muss lächeln, wie lange der sich bemühen muss, ehe er sein Werk getan hat und seine Kundin wach ist.
    Der Schrei des Hahns hat für uns ja eine besondere Bedeutung: Petrus in seinem ungestümen Eifer für seinen Meister Jesus Christus beteuert, dass er ihm folgen wird, wohin er auch geht. Und Jesus, der seinen Jünger kennt, kann ganz klar sagen: Du? Bevor der Hahn kräht, wirst Du mich dreimal verleugnen. In einem Hymnus, den ich sehr gern habe, werden wir daran erinnert und es ist gut zu bedenken, dass dieser Hahnenschrei des Petrus auch für mich gültig ist:
    Der Hahn, des Tages Herold, ruft, der Wächter in der Finsternis.
    Sein Schrei trennt von der Nacht die Nacht, dem Wanderer zur Nacht ein Licht
    Da fühlt der Schiffer neue Kraft, des Meeres Brandung sänftigt sich,
    der Fels der Kirche, Petrus, weint, bereut die Schuld beim Hahnenschrei.
    So stehet rasch vom Schlafe auf: Der Hahn weckt jeden, der noch träumt.
    Der Hahn bedrängt, die säumig sind, der Hahn klagt die Verleugner an.
    Herr, wenn wir fallen, sieh uns an und heile uns durch deinen Blick.
    Dein Blick löscht Fehl und Sünde aus, in Tränen löst sich unsre Schuld.
    Du Licht, durchdringe unsern Geist, von unsern Herzen scheuch den Schlaf, dir sei das erste Wort geweiht, dich preise unser Morgenlob. Amen.
    Aufstehen und neu beginnen. Schuld und Fehler in den Blick nehmen, bekennen, bereuen und bekehren. Die Fastenzeit ruft uns dazu ganz besonders auf.
    3 min
  • Gott ist immer der Andere
    Gott ist immer der Andere
    Manchmal ist es gut, etwas nur allein für mich selbst zu tun – habe ich mir gedacht und habe mich zu einem Einkehrtag für Kommunionhelfer:innen auf dem Kohlhagen angemeldet. Und am vergangenen Samstag war ich dort in diesem kleinen Wallfahrtsort, wo seit 1470 ein kleine Wallfahrt verbürgt ist. Menschen kommen dorthin, um ihre Freuden und Sorgen zu Gott zu bringen und die Gottesmutter zu verehren, vor deren kleinem geschnitzten Vesperbild immer Kerzen brennen.
    Einkehren bei sich selbst, in der Nähe des Göttlichen ist dann tatsächlich die eine Seite. Aber die andere ist, dass es viele Menschen miteinander tun und sich so gegenseitig im Glauben stärken. Zwei Pallottiner haben durch diesen Tag geleitet unter dem Thema: Suchend bleibe ich ein Leben lang. Und nach und nach, im Laufe des Tages konnten wir alle spüren,
    dass die Beter der Psalmen mit dem "Gott, Du mein Gott, Dich suche ich" über die Menschen des Alten Bundes mit Elija, dessen machtvolle Gottesbilder im leisen Säuseln Gottes in der Stille zerschellt sind und Maria von Magdala am leeren Grab, deren Trauer und Tränen im Jubelnden "Ich habe den Herrn gesehen" mündet und wir durch Sie vom Auferstandenen wissen.
    Durch sie alle konnten wir eine Ahnung bekommen, dass dieser Gott immer der Andere ist, als der den wir suchen, als der, von dem wir Bilder im Kopf und im Herzen haben, als der zu dem wir als Kinder beten gelernt haben. Gott ist immer der Andere – und deshalb ist es gut, immer wieder nach ihm zu suchen und sich überraschen zu lassen, wenn wir den ganz Anderen finden. Den Gott Jesu Christi, den liebenden Vater, den Geist der uns belebt und begeistert, den Menschen neben mir, der vom Erleben mit diesem Gott erzählt und alle ringsum sprachlos macht und beeindruckt und bestärkt.
    Und es gibt in diesem Suchen noch eine ganz andere Seite, die manchmal vergessen wird: Gott ist immer auf der Suche nach uns und will uns finden, so wie wir sind: im komplizierten Alltag, im anstrengenden Beruf, in der Sehnsucht nach Liebe und Glück, in allem Leid und im Scheitern. Bleiben wir auf der Suche und lassen wir uns finden.
    4 min
  • Nicht reden, sondern tun ist dran!
    Nicht reden, sondern tun ist dran!
    Die österliche Bußzeit ist immer wieder die besondere Zeit, um auf Grundlagen unseres Handelns als Christen zu schauen. 
    Barmherzigkeit, als das etwas aus der Mode gekommene Wort, für dieses handeln wird am deutlichsten im Matthäusevangelium beschrieben.
    Da heißt es:
    "Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen ge­geben. Ich war durstig und ihr habt mir zu trinken ge­geben. Ich war fremd und obdach­los, und ihr habt mich aufge­nommen. Ich bin nackt ge­wesen, und ihr habt mir Kleider ge­geben. Ich war krank, und ihr habt mich be­sucht. Ich war im Gefäng­nis, und ihr seid zu mir gekommen."
    Aus diesem Text haben sich von Anfang des Christentums her, die sieben leiblichen Werke entlehnt: Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Fremde beherbergen, Nackte kleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen, Tote bestatten.
    Das ist das ganze Hilfs-Spektrum unseres Lebens, wenn wir in Not sind:
    wer hungert, braucht keine frommen Worte und guten Trost, sondern Nahrung,
    wer durstig ist, braucht keine Lebensberatung, sondern genug zu trinken,
    wer in der Fremde strandet, braucht keine Unterrichtsstunden über die Vorzüge des Landes, sondern Unterkunft und Aufnahme,
    wer nackt ist, braucht keine moralischen Vorträge, sondern passende Kleidung,
    wer krank ist, braucht erstmal keine Lehrfilme über Gesundheitsberatung, sondern Pflege, Hilfe und Medikamente,
    wer im Gefängnis sitzt, braucht keine erhobenen Zeigefinger, sondern Besuch und Kontakt und Beziehung,
    und für die Toten braucht es eine würdevolle Begleitung auf dem berühmten letzten Weg, weil er und sie niemals ihre Würde verlieren.
    Bei den sieben leiblichen Werken der Barmherzigkeit wird ganz leicht ganz deutlich: nicht reden, sondern tun ist dran und erste Hilfe zum Leben und Überleben.
    3 min
  • Bitten wir Gott um Hilfe!
    Bitten wir Gott um Hilfe!
    Gestern hat die fünfte und zunächst letzte Synodalversammlung begonnen. Die Bischöfe und die Laien haben ein straffes Programm. 9 von 10 Beschlussvorlagen können zur Abstimmung kommen und die zehnte noch nach der zweiten Lesung ebenso.
    Der Anlass der Errichtung des synodalen Weges war die unsäglich schlechte Aufarbeitung des Missbrauchs in der Kirche durch Kleriker und Kirchenleute und die Bitte der Bischöfe an das Zentralkomitee der Katholiken in Deutschland, zusammen einen Weg zu finden.
    Dass es nicht um kleine, unbedeutende Reförmchen gehen würde, musste jedem klar sein, der das Geschehen der letzten Jahre erlebt und verfolgt hat. Es muss etwas Grundlegendes geschehen, damit die Kirche eine Zukunft für die Menschen hat.
    Und vor dieser, miteinander zu gestaltenden Zukunft, haben manche wirklich Angst. Am meisten die im Vatikan, die zwar mit Papst Franziskus die Weltsynode ausgerufen haben, die zwar gemerkt haben, dass sich die Probleme weltweit gleichen, die aber, dass muss man so sagen, Angst vor dem Verlust der Macht haben. "Der Vatikan hat vor Reformen soviel Angst wie der Teufel vor dem Weihwasser" hat der Magdeburger Bischof Gerhard Feige während der Frühjahrstagung der Bischöfe gesagt. Und einige der Synodalen haben auch Angst, mit den positiven Ergebnissen der Synode vielleicht ihrer angestrebten Kirchenkarriere zu schaden und haben sich noch rasch verabschiedet.
    Und was machen wir, wir die wir jetzt hier zusammen sind und beten wollen? Es hilft nichts, vor den Fragen und Problemen unserer Kirche zu flüchten, weil nicht sein kann was nicht sein darf. Aber es hilft wohl, im Vertrauen auf Gott und seinen Heiligen  Geist zu beten und um Hilfe zu bitten. Beten wir jetzt zusammen das Gebet, dass seit dem ersten Tag der Synodalversammlung in den Gemeinden gebetet wird.
    "Gott, unser Vater, Du bist denen nahe, die Dich suchen. Zu Dir kommen wir mit den Fragen unserer Tage, mit unserem Versagen und unserer Schuld, mit unserer Sehnsucht und unserer Hoffnung. Wir danken Dir für Jesus Christus, unseren Bruder, unseren Freund und unseren Herrn. Er ist mitten unter uns, wo immer wir uns in seinem Namen versammeln. Er geht mit uns auf unseren Wegen. Er zeigt sich uns in den Armen, den Unterdrückten, den Opfern von Gewalt, den Verfolgten und an den Rand Gedrängten. Wir bitten Dich: Sende uns den Heiligen Geist, der neues Leben schafft. Er stehe unserer Kirche in Deutschland bei und lasse sie die Zeichen der Zeit erkennen. Er öffne unser Herz, damit wir auf Dein Wort hören und es gläubig annehmen. Er treibe uns an, miteinander die Wahrheit zu suchen. Er stärke unsere Treue zu Dir und erhalte uns in der Einheit mit unserem Papst und der ganzen Kirche. Er helfe uns, dass wir Deine Gerechtigkeit und Deine Barmherzigkeit erfahrbar machen. Er gebe uns die Kraft und den Mut, aufzubrechen und Deinen Willen zu tun. Denn Du allein bist das Licht, das unsere Finsternis erhellt, Du bist das Leben, das Gewalt, Leid und Tod besiegt. Dich loben wir, jetzt und in Ewigkeit. Amen."
    5 min
  • "Die Liebe deckt viele Sünden zu"
    "Die Liebe deckt viele Sünden zu"
    Es schneit und schneit und schneit und schneit.
    Zumindest bei uns hier im Sauerland. Und diese dicke Schneedecke deckt alles zu: die matschigen Straßen, die schmutzigen Wege, die Schutthalden in der Nachbarschaft.
    Alles ist irgendwie gedämpft und sehr viel leiser. Es sind weniger Leute unterwegs, weil es einfach zu stark schneit und die Müllabfuhr kommt auch nicht durch, weil erst der Schneeräumdienst kommen muss.
    Es ist sehr viel heller mit der strahlend weißen Pracht, denn dieser wunderbar weiße Schnee deckt alles Dreckige und Graue und Matschige zu.
    Im ersten Petrusbrief steht ein Wort, dass mir zu diesem Schneegestöber immer einfällt: "Das Wichtigste aber ist, dass ihr einander liebt, denn die Liebe deckt viele Sünden zu!"
    Damit ist nicht gemeint, die Dinge unter den Teppich zu kehren, die man nicht sehen will oder soll. Petrus spricht in diesem Brief über zwischenmenschliche Beziehungen in den jungen Gemeinden und darüber, dass wir als liebende Mitmenschen nicht jede vermeintliche Sünde der anderen verurteilen oder weitererzählen sollten. Sondern unsere Aufgabe es ist, geduldig tragen, was nicht zu ändern ist, trotz offensichtlicher Fehler und Mängel, anderen verzeihen und vergeben.
    Eine andere Art und Weise, wie die Liebe eine Vielzahl von Sünden bedeckt, ist die Entscheidung, sich nicht über alle Kleinigkeiten aufzuregen, sich zu ärgern und persönlich zu nehmen. Manche Sünden gegen uns sind es nicht wert, dass man sie anprangert. Persönliche Beleidigungen, abfällige oder ignorante Bemerkungen, schräge Blicke und kleine Ärgernisse können um der Liebe willen vergeben werden, wenn man sich entscheidet es zu tun.
    Ein Ehepaar hat mir einmal erzählt, dass sie ein ganze Fastenzeit lang sich darin geübt haben, nicht immer auf ihre kleinen gegenseitigen Fehler und Schwächen hinzuweisen, sondern sie freundlich zu vergeben. Und wir haben niemals liebevoller, fröhlicher und herzlicher Ostern gefeiert.
    Und das ist dann tatsächlich kein Schnee von gestern, sondern wunderbar aktuell und für heute geeignet.
    3 min
  • Weltfrauentag - auch in der Kirche?
    Weltfrauentag - auch in der Kirche?
    Heute ist der Internationale Frauentag. Als DDR-Kind war und ist mir dieser Tag sehr präsent. Wir haben als Kinder dann morgens den Tisch gedeckt, die Küche gefegt und nach Blumen gesucht. Und in den vielen Betrieben, in denen die Frauen den Hauptanteil der Belegschaft ausgemacht hat, gab es ebenso Blumen, Reden und kleine Präsente.
    1975 haben die Vereinten Nationen den 8. März zum Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frauen und den Weltfrieden gemacht. Und in 27 Ländern ist dieser Tag ein staatlicher Feiertag.
    Ein paar Zitate von großen Frauen gefallen mir für heute besonders gut. Zum Beispiel: "Träume dir dein Leben schön und mach aus diesen Träumen eine Realität", das sagt Marie Curie, die Nobelpreisträgerin und Physikerin.
    Und Ella Fitzgerald, die begnadete Musikerin und Sängerin, gibt den Tipp: "Gib niemals auf, für das zu kämpfen, was du tun willst. Wo Leidenschaft und Inspiration ist, kann man nicht falschliegen." Oder: "Wir können nicht erfolgreich sein, wenn die Hälfte von uns zurückgehalten wird", sagt Malala Yousafzai, Friedensnobelpreisträgerin und Kinderrechtsaktivistin aus Pakistan und meint ihren Staat und ihre Gesellschaft.
    Und Nancy Pelosi, die ehemalige Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, stellt fest: "Ich will, dass Frauen ihre Macht erkennen und wertschätzen. Sie müssen verstehen, dass nichts der Politik so gutgetan hat wie mehr weiblicher Einfluss".
    Alle diese Zitate und Tipps tun uns auch als Frauen in der Kirche gut und es ist gut, darüber nachzudenken und in die Zukunft zu tragen, damit die Frauen nicht weiter die Kirche in Scharen verlassen, sondern teilhaben werden an allen Diensten und Ämtern in unserer Kirche.
    3 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

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