Morgenimpuls
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Morgenimpuls episodes

  • Die Kirche ist wie ein Puzzle
    Die Kirche ist wie ein Puzzle
    Puzzeln Sie gerne? Ich mach es schon gern, aber ich gebe zu, ich kann es nicht besonders gut. Den Rand bekomme ich ja noch hin, weil das ja mehr oder weniger leicht ist. Und wenn die Strukturen des Puzzles klar und eindeutig sind, ist es auch nicht so schwer.
    Aber wenn es mehr als 1000 Teile sind, brauche ich ein sehr genaues Bild vor mir um zu finden, wo dieses eine Teil jetzt hinmuss.
    Einige meine Mitschwestern ticken da ganz anders. Sie verschaffen sich einen Überblick, sortieren die Farben und legen los. Und wenn dann noch ewig blaue Himmelsflächen, tiefgrüner Wald oder ein endloses Häusermeer zu sehen ist, sortieren sie alles Steine nach ihrer jeweiligen Art und probieren solange aus, bis es passt.
    Und wenn ich dann aber irgendwie nicht mehr weiterkomme, sitze ich davor und denke: ja genau, so ist das mit unserem Bild von der Kirche.
    Es gibt unendlich viele kleine Puzzleteile, die auf der ganzen Welt verteilt sind und die Vielfalt des Lebens, des Glaubens, der Dienste der Liebe, der Schönheit der Liturgie, und der vielen Menschen zeigt, die zu dieser Kirche gehören. Und es gibt herrliche Farben und leuchtende Bilder, und dunkle Flecken und schäbige Stellen, und Mutiges und Schändliches und Hoffnungsvolles und Schreckliches.
    Es gibt den Papst, der an die Ränder geht und zum Frieden mahnt, aber manchmal krude Sachen zum Synodalen Weg in Deutschland von sich gibt und dann aber eine Weltsynode beruft.
    Dann gibt es Bischöfe und Priester und die vielen anderen Männer in den Ämtern und Machtzentralen, die scheinbar schalten und walten können wie sie wollen. Und es gibt unendlich viel größere Zahl der Frauen und Mütter und Großmütter, die ihren Lieben den Glauben weitergeben und ihn ganz selbstverständlich leben.
    Und es gibt die unzählbar vielen tausend Puzzleteile in dieser Kirche, die scheinbar nicht mehr richtig dazugehören, oder noch gar nicht dabei sind, ohne die aber das Bild der Kirche nicht vollständig wird.
    Wenn ich dann vor all den Millionen Teilen sitze, dann hab ich aber trotzdem die Hoffnung, dass Gott der Vater und sein Sohn Jesus Christus, den Überblick behalten und sehr genau wissen, wie alles zusammenpasst, was ich zur Zeit im Kirchenpuzzle überhaupt nicht erkennen kann.
    4 min
  • Ein echter Lichtblick in all den Katastrophen
    Ein echter Lichtblick in all den Katastrophen
    Da scheint sich mal wieder etwas zusammen zu brauen weltweit.
    China schickt Aufklärungsballons um die Welt und wundert sich, dass niemand das Märchen von den Wettersatelliten glaubt.
    Die Amerikaner schießen sie ab und wollen trotzdem, dass ihr Präsident zurücktritt, weil es zu lange gedauert hat, bis der Abschuss geschehen ist.
    Putin ärgert sich, dass der Krieg gegen die Ukraine schon fast ein Jahr dauert und lügt in bester Manier, dass der Westen diesen Krieg begonnen hat, dass nun wieder deutsche Panzer gegen Russland rollen.
    Erdogan wettert gegen Schweden weil die angeblich Terroristen fördern und will daher deren Natobeitritt nicht zustimmen und wundert sich, dass die Menschen im eigenen Land diese Ablenkungsmanöver schon kennen und sie missbilligen.
    Nordkorea testet weiterhin Atomraketen und stört sich überhaupt nicht daran, dass die eigene Bevölkerung hungert und ohne Menschenrechte leben muss.
    Und dann kommt das schwere Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet.
    Tausende Menschen sterben, werden schwer verletzt, werden obdachlos in der Winterkälte und suchen ihre Angehörigen. Und dann kommt eine unglaubliche Welle der Hilfe und Hilfsbereitschaft der Europäer und anderer Staaten.
    Flugzeuge voller Materialien kommen ins Land, Suchhundestaffeln, Technische Hilfe bei der Versorgung mit Strom und Wasser und dann Jubel über jeden, der nach Tagen noch lebend gefunden wird. Die Hilfe der Staaten und Länder und Hilfsorganisationen und der Einzelnen ist unglaublich, weil jeder spürt, da sind Menschen, die brauchen meine Hilfe in ihrer unverschuldeten Not und da muss ich auch helfen.
    Wir Menschen ticken Gott sei Dank so, weil wir Gottes Geschöpfe sind, nach seinem Ebenbild geschaffen. Und dass ist bei all den Kriegs- und Katastrophennachrichten der letzten Tage ein echter Lichtblick.
    3 min
  • Es "entweihnachtet" sehr!
    Es "entweihnachtet" sehr!
    Jetzt ist Weihnachten doch tatsächlich vorbei. Wie, Weihnachten, oh je, das ist doch schon ewig her, denken Sie vielleicht.
    Und das stimmt auch: offiziell endet die Weihnachtszeit mit dem Fest der Taufe Jesu, und das ist schon eine Weile her. Aber viele Christen, wir im Konvent auch, haben nach der alten Ordnung, in der die Weihnachtszeit noch bis zum Fest der Darstellung des Herrn ging, erst jetzt die Krippe abgebaut und unsere Wohnetage und die öffentlichen Räume "entweihnachtet" – wie wir so sagen.
    Und während wir so abgeräumt haben, die Krippe, die Sterne, den Schwibbogen und die Engel, habe ich so darüber nachgedacht und überlegt: Was ist uns eigentlich von Weihnachten geblieben, so jetzt am 7. Februar?
    Dass Gott Mensch geworden ist, kann auch nach ausgiebigem Weihnachten feiern immer noch nicht so richtig begreifen, dass ER vom Himmel gekommen ist, um unser kleines Leben zu teilen, lässt mich eher immer noch staunend und fragend dastehen. Ein bisschen hat mir beim Überlegen eine kleine Visitenkarte geholfen: Auf der Vorderseite: kleine Plastikweihnachtsmänner in Regalen und die Überschrift: "Jesus, der Weihnachtsmuffel". Uuups, dachte ich, was ist denn das für eine Behauptung. Auf der Rückseite dann die Erläuterung: "Er, Jesus machte nie einen Bohei um seinen Geburtstag, verlor nirgends ein Wort über Tannenbäume. Und er beschenkt lieber täglich als alljährlich"
    Okay, habe ich gedacht. Wieder so eine Behauptung, auch wenn sie echt witzig daherkommt. Aber ganz klein stand die Bibelstelle dabei: Und da habe ich bei Matthäus gelesen: "Sucht zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit. Dann wird euch alles andere dazu gegeben werden"
    Das ist aber mal echt ein Auftrag: sein Reich suchen, mitten unter den Menschen und seine Gerechtigkeit den Menschen zukommen lassen, erkämpfen, verschaffen. Dieser Gott, der mitten in unser Leben gekommen ist, macht uns alle zu denen, die mit ihm und in seinem Namen für die Menschen da sein sollen, da sein wollen, da sein werden.
    3 min
  • Mit Gottes Hilfe vieles schaffen
    Mit Gottes Hilfe vieles schaffen
    Zwei Freundinnen wachsen in behütetem Umfeld auf. Die Eltern sind vermögend, die kleine Stadt mittelständisch und gutsituiert, die Kirche gleich neben dem Elternhaus, die Seelsorge geordnet und das kirchliche Leben geht seinen ruhigen Gang durchs Kirchenjahr. Aber eine der beiden, Aline, lässt sich davon nicht täuschen. Jahrelang hat ihr tieffrommer Onkel Arnold sie nicht nur mit zu jedem Gottesdienst genommen, sondern auch mit zu den versteckt und verschämt armen Leuten der Stadt, denen er die notwendigen Lebensmittel gebracht und manche Rechnung bezahlt hat. Und trotz vieler verschwurbelter Wege und Hindernisse gründet sie mit ihrer Freundin und noch einer dritten Frau eine Ordensgemeinschaft, um Gott in den Armen, und hier besonders den Kindern zu dienen.
    Das erleben wir ja ganz oft: da sind Omas oder Großväter, Onkel oder Tanten diejenigen, die in jungen Leuten ganz beharrlich ihre guten Werte, Themen und Überzeugungen grundlegen und sie so scheinbar nebenbei ins Leben, in den Glauben, ins tatkräftige Christsein einführen. Mir ging das so ähnlich: Bei meiner Tante habe ich das tägliche Beten gelernt, bei meiner Oma Katharina die Überzeugung, dass nicht nur Reden, sondern Tun wichtig ist und bei meiner Tante Elisabeth, dass Gott auch nach zerbrochenen Beziehungen an unserer Seite bleibt.
    Aline Bonzel, die Gründerin unserer Gemeinschaft, an deren Todestag wir heute denken, hat deshalb auch keine soziale Organisation oder eine Partei gegründet, die genau in ihrer Zeit auch entstanden sind, sondern eine Ordensgemeinschaft. Sie wollte vor Gott und für die Menschen da sein, weil sie wusste, dass die eigenen Kräfte und Fähigkeiten nie ausreichen würden sie aber mit Gottes Hilfe all das schaffen kann, was gerade dran ist.
    3 min
  • Auch zur Wahrung des Friedens
    Auch zur Wahrung des Friedens
    Ich bin als Kind und Jugendliche sehr selbstverständlich zum Blasiussegen am 3. Februar gegangen. Mich haben die gekreuzten Kerzen, die ganz nahe vor mein Gesicht gehalten worden sind, und der persönliche Segen, ganz für mich allein, sehr beeindruckt. Und ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, was er bewirken kann oder soll. Ich wusste, gegen Halskrankheiten und damit war es gut. Und dann bekam mein Großvater Kehlkopfkrebs und ist daran gestorben und ich dachte: Hm, jetzt hat er sein ganzes Leben lang jedes Jahr den Blasiussegen gegen Halskrankheiten bekommen, und jetzt stirbt er an einer solchen Halskrankheit. Was ist denn da nun dran?
    Blasius war Arzt und Bischof in Sebaste in Armenien um 320 und wurde in der damaligen Christenverfolgung gefangen genommen und getötet. Er soll noch im Gefängnis einen Jungen vor dem Ersticken gerettet haben und von daher stammt diese Art des Segens. Mit dem Segen wird uns das Heil zugesagt, Heil für Leib und Seele durch Jesus Christus, den Heiland, den Heilbringer. In einer der Segensformeln heißt es: "Der Herr behüte dein Leben und bewahre Dich vor dem Bösen. Auf die Fürsprache des heiligen Blasius segne dich der allmächtige Gott."
    Die katholische Gemeinde Sankt Blasien im Schwarzwald weist darauf hin, dass Blasius eben auch als jener "Schutzpatron gegen die Gefahr des schnellen, unpassenden und vor allem verletzenden Wortes" empfohlen werde – um den Frieden zu wahren.
    So hoffe ich also für meinen Opa, dass ihm Jesus Christus zum Heil geworden ist und auch für mich und uns, dass wir durch die Fürsprache und den Segen bewahrt werden vor Halskrankheiten und allem Bösen, aber auch vor unpassenden und verletzenden Worten gegenüber anderen aus unserem eigenen Mund.
    3 min
  • Gott ist anders!
    Gott ist anders!
    Maria und Josef tun ihre religiöse Pflicht. Sie bringen ihren Erstgeborenen in den Tempel, um ihn Gott zu weihen und geben die vorgeschriebene Opfergabe ab. Aber dann passiert, dass der sehr alte Simeon dieses eine Kind, unter den vielen Neugeborenen, die im Tempel Gott geweiht werden, dieses eine Kind als das erkennt, das bedeutsam für sein Volk und sein eigenes Leben werden soll.
    Der alte Simeon wartet im Tempel auf die Erfüllung einer Offenbarung. Ihm war gesagt worden, dass er nicht eher sterben werde, bis er den Messias, den Retter aller Menschen, gesehen hat. Als Maria ihm schließlich das Jesuskind in die Arme legt, stimmt Simeon ein Loblied an: "Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel." Und auch Hannah, eine sehr alte Prophetin, die im Tempel lebt, erkennt dieses Kind und spricht darüber zu allen, die im Tempel sind.
    Simeon und Hannah haben ihr ganzes Leben darauf gewartet und gehofft, dass sie es sein werden, die diesen Messias noch erleben werden, der seit hunderten von Jahren verheißen und vom Volk erwartet wird. Und ihre Hoffnung wird erfüllt. Sie konnten aber nicht ahnen, dass es ein Säugling sein würde, den sie begrüßen und sehen würden. Viele haben einen Fürsten, einen König, einen Revolutionär, einen Kämpfer, einen Machthaber erwartet, der das Volk von innerer und äußerer Fremdherrschaft erlöst und befreit. Aber es ist ein Kind. Und sie erkennen ihn, weil sie sich auf Gott und nicht auf ihre eigenen Vorstellungen verlassen. Ihnen ist in diesem Kind sozusagen ein Licht aufgegangen. Sie haben eher als alle Schriftgelehrten und Studierten, eher als alle Religionsfunktionäre und Priester erkannt, dass Gott anders ist, als alle erwarten und denken und haben auf dieses Kind ihr Vertrauen gesetzt.
    Beten wir heute für uns alle in unserer Kirche, genau um das: dass uns ein Licht aufgeht und wir ein bisschen mehr erkennen, wie dieser Gott liebt und lebt und wie deshalb Christsein heute gehen kann.
    4 min
  • Alles hat seine Zeit!
    Alles hat seine Zeit!
    Vor einigen Tagen, in einem Gottesdienst für eine Verstorbene, wurde ein Text aus dem Buch Kohelet gelesen:
    Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.
    Und ich muss gestehen, in wenigen Sekunden des Zuhörens war ich in Gedanken ganz weit weg in meiner Zeit als Jugendliche in der DDR. Es gab da 1973 einen großen Hit der Puhdys, der uns wegen seiner Rhythmen, aber besonders wegen seines Textes unglaublich gefallen hat. Da hieß es: "Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt, sagt die Welt das er zu früh geht. Wenn ein Mensch lange Zeit lebt, sagt die Welt es ist Zeit . . . dass er geht. Jegliches hat seine Zeit, Steine sammeln – Steine zerstreun. Bäume pflanzen – Bäume abhaun, leben und sterben und Streit. Jegliches hat seine Zeit, Steine sammeln – Steine zerstreun. Bäume Pflanzen - Bäume abhaun, leben und sterben und Frieden und Streit."
    Während einer Jugendparty in den Gemeinderäumen hat uns dann der junge Pfarrer gefragt, ob wir denn wüssten, dass dieser Text aus der Bibel ist. Das wussten wir nicht aber die Neugier war geweckt und die Lust, in solchen uralten Texten zu stöbern, wenn schon DDR-Bands daraus ihre Texte genommen haben, musste das was Tolles sein. Und diese Lust ist geblieben bis heute und das Erstaunen, dass schon vor tausenden von Jahren Menschen die gleichen Lebenserfahrungen mit sich und ihrem Gott gemacht haben und aufgeschrieben haben. Phänomenal!
    4 min
  • Gott liebt jeden Menschen!
    Gott liebt jeden Menschen!
    Johannes Bosco wächst in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Seinen Vater verliert er früh, aber seine Mutter liebt ihn und seine Brüder sehr und gibt ihm ein grenzenloses Vertrauen in Gott mit auf den Weg. Johannes ist ein fröhlicher Mensch der die zauberhafte Gabe hat, auf Menschen zugehen zu können, sie wunderbar zu unterhalten und leicht und locker auch von Gottes Liebe zu erzählen. Er wird Priester und erlebt in Turin das harte Leben der Jugendlichen, die aus den Dörfern in die Städte ziehen, um Arbeit zu finden, aber unversorgt und überfordert oft im Gefängnis landen.
    Dort findet Don Bosco seine Lebensaufgabe. "Erziehung ist eine Sache des Herzens", sagt er und hat mit seiner Pädagogik einen ganz neuen Weg eingeschlagen: Er hat die Jugendlichen gefördert, ihnen zugehört, sie begleitet. Ihm ging es dabei immer um eine ganzheitliche Erziehung. Er will den Jugendlichen immer auf Augenhöhe begegnen. Sein Erziehungsstil, der auf Liebe, Einsicht, Glaube und Prävention setzte statt auf harte Strafen, war revolutionär für die damalige Zeit. Und es gibt so viel zu tun, dass er nach Gleichgesinnten sucht, die ihm helfen, den vielen tausend Jugendlichen gerecht zu werden, ihnen Heimat, Geborgenheit und Ausbildung zu verschaffen. Es entstehen die großen Frauen und Männergemeinschaften der salesianischen Familie, die bis heute in über 133 Ländern im Dienst von Kindern und Jugendlichen stehen, um Zukunftsperspektiven zu schaffen.
    "Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" ist ein bekanntes Wort von ihm und es klingt freundlich und locker und leicht. Aber es muss die Grundhaltung des Herzens sein, wenn man bis an die Ränder gehen will, Jugendliche aus den Gefängnissen und den Spiralen der Gewalt holen will und sich sicher ist, dass selbst im noch so rauen Burschen ein guter Kern steckt. "Ich will euch hier und ewig glücklich sehen." – Von diesem Wunsch war das ganze Leben Don Boscos bestimmt. Wie kein anderer hat er mit seinem ganzen Lebenseinsatz junge Menschen begleitet. Jeder einzelne junge Mensch war für ihn wichtig, weil er wusste und fest glaubte, dass Gott jeden Menschen liebt.
    3 min
  • Gott liebt jeden Menschen!
    Gott liebt jeden Menschen!
    Johannes Bosco wächst in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Seinen Vater verliert er früh, aber seine Mutter liebt ihn und seine Brüder sehr und gibt ihm ein grenzenloses Vertrauen in Gott mit auf den Weg. Johannes ist ein fröhlicher Mensch der die zauberhafte Gabe hat, auf Menschen zugehen zu können, sie wunderbar zu unterhalten und leicht und locker auch von Gottes Liebe zu erzählen. Er wird Priester und erlebt in Turin das harte Leben der Jugendlichen, die aus den Dörfern in die Städte ziehen, um Arbeit zu finden, aber unversorgt und überfordert oft im Gefängnis landen.
    Dort findet Don Bosco seine Lebensaufgabe. "Erziehung ist eine Sache des Herzens", sagt er und hat mit seiner Pädagogik einen ganz neuen Weg eingeschlagen: Er hat die Jugendlichen gefördert, ihnen zugehört, sie begleitet. Ihm ging es dabei immer um eine ganzheitliche Erziehung. Er will den Jugendlichen immer auf Augenhöhe begegnen. Sein Erziehungsstil, der auf Liebe, Einsicht, Glaube und Prävention setzte statt auf harte Strafen, war revolutionär für die damalige Zeit. Und es gibt so viel zu tun, dass er nach Gleichgesinnten sucht, die ihm helfen, den vielen tausend Jugendlichen gerecht zu werden, ihnen Heimat, Geborgenheit und Ausbildung zu verschaffen. Es entstehen die großen Frauen und Männergemeinschaften der salesianischen Familie, die bis heute in über 133 Ländern im Dienst von Kindern und Jugendlichen stehen, um Zukunftsperspektiven zu schaffen.
    "Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" ist ein bekanntes Wort von ihm und es klingt freundlich und locker und leicht. Aber es muss die Grundhaltung des Herzens sein, wenn man bis an die Ränder gehen will, Jugendliche aus den Gefängnissen und den Spiralen der Gewalt holen will und sich sicher ist, dass selbst im noch so rauen Burschen ein guter Kern steckt. "Ich will euch hier und ewig glücklich sehen." – Von diesem Wunsch war das ganze Leben Don Boscos bestimmt. Wie kein anderer hat er mit seinem ganzen Lebenseinsatz junge Menschen begleitet. Jeder einzelne junge Mensch war für ihn wichtig, weil er wusste und fest glaubte, dass Gott jeden Menschen liebt.
    3 min
  • Gott will, dass wir glücklich werden!
    Gott will, dass wir glücklich werden!
    Vor einigen Tagen, bei einem wunderschönen gemeinsamen Abend mit Chorkolleginnen, kamen wir untereinander auf unsere Lebensgeschichten zu sprechen und damit auch auf die vielen Trennungsgeschichten.
    Berichte von Trennungen der Eltern mit gutem und nicht so gutem Ausgang, von Schmerz und Wut und Zorn, aber auch dem Gefühl, dass es gut so war. Geschichten über eigene Scheidungen und Trennungen und den Leiden der Kinder, der verlassenen Elternteile, der Gesamtfamilie. Der Not, dass ja die Scheidung einer kirchlich geschlossenen Ehe zwar geht, aber nicht gut ist und Folgen hat, wenn man wieder heiraten möchte. Und so weiter.
    Ich hatte lange zugehört und aus eigenem Familienerleben genug Episoden im Hinterkopf und Fragen und Zweifel. Und dann die Frage an mich: "Wie siehst Du das eigentlich?"
    Zunächst habe ich ein wenig ausgeholt und erzählt, dass die christliche Eheschließung, die wir heute kennen, erst zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert so entstanden ist, die Festlegung der Eheschließung als eins der sieben Sakrament, dass Wissen, das noch bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts "bis das der Tod euch scheidet" im Durchschnitt 12 Jahre bedeutete und Silberhochzeiten die absolute Ausnahme waren. Und dass die Regulierung der Ehe immer auch zum Schutz der Frauen wichtig wurde, die sonst oft keinen Schutz, keinen Verdienst, keine eigene Zukunft haben konnten.
    Ich kenne viele Eheleute, die sich ihr gesamtes langes Leben lang gemeinsam durch Höhen und Tiefen gekämpft haben und immer zusammengeblieben sind.
    Aber ich kenne auch zu viele, bei denen das immer nur schrecklich und schwierig war und in Verbitterung geendet hat. Und dann habe ich meine heutige Überzeugung erklärt: "Ich weiß und ich glaube, dass Gott der Gott der Liebe ist. Und ich glaube nicht dass Gott wollen kann, dass Menschen in einer zerrütteten Ehe zusammen bleiben und die gesamte Familie unglücklich wird. Gott will, dass alle seine Geschöpfe glücklich werden. Und das hat auch manchmal die Konsequenz, dass Eheleute sich trennen müssen, um leben zu können,"
    Danach kommt das Gespräch so richtig in Fahrt und ich habe sehr gespürt, wie erleichtert viele waren, dass ich diese Äußerung gemacht hatte, dass Gott die Liebe ist und er will, dass wir in seiner Liebe und in der Liebe untereinander glücklich werden.
    4 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

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