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Ein Spaziergang an der frischen Luft, der tut gut. So ist auch Jesus mit einigen seiner Jünger zu einem Spaziergang am Ufer des Sees Genezareth aufgebrochen.
Ein Spaziergang in einer besonderen Situation: Dieser Spaziergang findet nach der Auferstehung von Jesus statt. Er hat seine Jünger hier aufgesucht, hat sich ihnen als der Auferstandene offenbart. Und nun ist er wieder mit ihnen unterwegs.
Zuvor hat Jesus mit Petrus ein persönliches, ein seelsorgerliches Gespräch mit seinem Jünger geführt. Dreimal hat Petrus Jesus verleugnet, dreimal bekennt sich Petrus in diesem Gespräch zu Jesus. Und dreimal beruft ihn Jesus neu in seinen Dienst: „Weide meine Schafe!“
Jesus ruft Petrus in die Aufgabe des Hirten, des Ältesten, des Pastors in seiner Kirche, in seiner Gemeinde. Später kann sich Petrus „als Mitältester“ bezeichnen. Hirtendienst bedeutet in der Sprache der Bibel, sich um die Menschen zu kümmern, die in der Gemeinde sind. Seelsorge, Ermahnung, Ermutigung, Trösten – das ist von nun an seine Aufgabe.
Und Petrus fängt gleich damit beim Spaziergang an. „Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebhatte, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer ist’s, der dich verrät? Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was wird aber mit diesem?“ Mir fällt eine Begebenheit ein, die auf den ersten Seiten der Bibel berichtet wird. Dort steht die Geschichte von Kain und Abel. Gott fragt Kain, wo sein Bruder ist, den er umgebracht hat. „Ich weiß es nicht. Soll ich ständig auf ihn aufpassen?“, „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“
Gleichgültigkeit – Ignoranz – ohne Liebe zum Nächsten – das ist doch schlimm! Ich leide gerade darunter in unserer Gesellschaft. „Keiner kümmert sich um mich!“ Da ist mir die Frage des Petrus sehr viel lieber: „Herr, was wird aber mit diesem?“
Ich wünsche mir, dass in unserer Gesellschaft, aber vor allem auch in unseren Gemeinden, keiner gleichgültig gegenüber dem anderen ist, sondern wir uns gegenseitig wahrnehmen.
Ich wünsche mir, dass Sie und ich nach rechts und links und nach hinten schauen, damit niemand zurückbleibt.
Und gleichzeitig muss ich um Vergebung bitten für meinen Egoismus, für meine Gleichgültigkeit, für meinen Mangel an Liebe.
Umso erstaunlicher ist für mich die Reaktion von Jesus. „Jesus spricht zu ihm, zu Petrus: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!“
„Was geht es dich an?“ Das klingt seltsam! Vielleicht hilft eine kleine Geschichte, dies zu verstehen:
Ein Junge wurde gefragt, welchen Beruf Petrus ausgeübt hätte. Seine Antwort: „Polizist.“ „Wie kommst Du denn darauf?“ „In der Bibel steht doch: Von jetzt an wirst du Menschen fangen.“
Manche Christen benehmen sich wie Polizisten. Nein, sie fangen keine Menschen, aber sie sehen ihre Aufgabe darin, andere Christen zu kontrollieren, zu bevormunden. Es wird vorgeschrieben, was der andere zu tun oder zu lassen hat. Jesus setzt die Maßstäbe zurecht: Die erste Aufgabe für Petrus – und auch für Sie und mich – ist: „Folge mir nach.“
Am Kreuz von Golgatha hat Jesus sein Leben zur Erlösung gegeben, und ich nehme dankbar seine Liebe an, seine Vergebung, seinen Frieden: „Hab keine Angst, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du gehörst mir.“ Ich gehöre Jesus, ihm allein!
Und darum bleibt dies die wichtigste Aufgabe: „Folge mir nach.“ Jesus folgen, d.h. sich auf Jesus konzentrieren, d.h. mit ganzer Aufmerksamkeit auf ihn hören. Jesus folgen, d.h. gehorsam sein Wort halten. Jesus folgen, das ist es, was Jesus von dem erwartet, der zu ihm gehört.
„Folge mir nach“, das ist der Weg, wie Petrus seinen großen Auftrag erfüllen kann: „Weide meine Lämmer.“ Indem er versteht und lebt, was Jesus sagt. Indem Petrus selbst ein Vorbild in der Nachfolge ist.
Das hat Petrus verstanden. So schreibt er später in einem seiner Briefe über die Gemeindeleiter: „Dabei sollt ihr die Menschen, die eurer Leitung unterstellt sind, nicht bevormunden, sondern sie durch euer gutes Beispiel leiten.“ Leiten durch Vorbild.
Nicht bevormunden, nicht kontrollieren, nicht vorschreiben, wie der Einzelne seinen Glauben zu leben hat.
Sondern vertrauen: Jeder, der an Jesus glaubt, steht oder fällt seinem Herrn und führt sein Leben in Verantwortung vor Gott. Ich glaube, dass Gott seine Kinder zu mündigen Christen macht.
Das hilft mir, mich nicht mit anderen zu vergleichen und vielleicht neidisch auf andere Christen zu werden. Darum schaue ich nicht: Was macht der oder die andere? Sondern ich sehe auf Jesus, er hat seinen Weg mit mir, und ich vertraue einfach: Du bist für mich da, und für jeden, der an Jesus glaubt und ihm vertraut.
Johannes stellt noch etwas richtig: „Da kam unter den Brüdern die Rede auf: Dieser Jünger stirbt nicht.“ Aber Jesus hatte nicht zu ihm gesagt: Er stirbt nicht, sondern: „Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an?“ Die Aussage von Jesus ist keine Prophetie über Johannes. Das haben die Menschen daraus gemacht, die nicht richtig zugehört haben.
So wäre es beinahe zu einer gefährlichen Irrlehre gekommen. Johannes wäre Mittelpunkt einer besonderen Verehrung geworden. Alle hätten auf ihn geschaut: Lebt er noch?
Johannes ist gestorben – wohl sehr alt und als einziger Apostel eines natürlichen Todes, obwohl auch er Verfolgung und Verbannung erlebt hat. Aber er ist gestorben. Es ist ein Gerücht, das aber den einen oder anderen verunsichert haben mag.
Johannes ist nichts anderes als ein Mitarbeiter Gottes. Ein Zeuge für Jesus, der glaubwürdig und wahrhaftig ist. So wird er wahrgenommen. Und er will auch nichts anderes sein. Darum kann er im Hintergrund bleiben, schweigend. Er weiß: Jesus hat seinen Weg mit mir, und ich folge ihm.
Diese Haltung der Demut, der Festigkeit wünsche ich Ihnen und mir.
Autor: Dietmar Kranefeld
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By ERF - Der Sinnsender5
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Ein Spaziergang an der frischen Luft, der tut gut. So ist auch Jesus mit einigen seiner Jünger zu einem Spaziergang am Ufer des Sees Genezareth aufgebrochen.
Ein Spaziergang in einer besonderen Situation: Dieser Spaziergang findet nach der Auferstehung von Jesus statt. Er hat seine Jünger hier aufgesucht, hat sich ihnen als der Auferstandene offenbart. Und nun ist er wieder mit ihnen unterwegs.
Zuvor hat Jesus mit Petrus ein persönliches, ein seelsorgerliches Gespräch mit seinem Jünger geführt. Dreimal hat Petrus Jesus verleugnet, dreimal bekennt sich Petrus in diesem Gespräch zu Jesus. Und dreimal beruft ihn Jesus neu in seinen Dienst: „Weide meine Schafe!“
Jesus ruft Petrus in die Aufgabe des Hirten, des Ältesten, des Pastors in seiner Kirche, in seiner Gemeinde. Später kann sich Petrus „als Mitältester“ bezeichnen. Hirtendienst bedeutet in der Sprache der Bibel, sich um die Menschen zu kümmern, die in der Gemeinde sind. Seelsorge, Ermahnung, Ermutigung, Trösten – das ist von nun an seine Aufgabe.
Und Petrus fängt gleich damit beim Spaziergang an. „Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebhatte, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer ist’s, der dich verrät? Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was wird aber mit diesem?“ Mir fällt eine Begebenheit ein, die auf den ersten Seiten der Bibel berichtet wird. Dort steht die Geschichte von Kain und Abel. Gott fragt Kain, wo sein Bruder ist, den er umgebracht hat. „Ich weiß es nicht. Soll ich ständig auf ihn aufpassen?“, „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“
Gleichgültigkeit – Ignoranz – ohne Liebe zum Nächsten – das ist doch schlimm! Ich leide gerade darunter in unserer Gesellschaft. „Keiner kümmert sich um mich!“ Da ist mir die Frage des Petrus sehr viel lieber: „Herr, was wird aber mit diesem?“
Ich wünsche mir, dass in unserer Gesellschaft, aber vor allem auch in unseren Gemeinden, keiner gleichgültig gegenüber dem anderen ist, sondern wir uns gegenseitig wahrnehmen.
Ich wünsche mir, dass Sie und ich nach rechts und links und nach hinten schauen, damit niemand zurückbleibt.
Und gleichzeitig muss ich um Vergebung bitten für meinen Egoismus, für meine Gleichgültigkeit, für meinen Mangel an Liebe.
Umso erstaunlicher ist für mich die Reaktion von Jesus. „Jesus spricht zu ihm, zu Petrus: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!“
„Was geht es dich an?“ Das klingt seltsam! Vielleicht hilft eine kleine Geschichte, dies zu verstehen:
Ein Junge wurde gefragt, welchen Beruf Petrus ausgeübt hätte. Seine Antwort: „Polizist.“ „Wie kommst Du denn darauf?“ „In der Bibel steht doch: Von jetzt an wirst du Menschen fangen.“
Manche Christen benehmen sich wie Polizisten. Nein, sie fangen keine Menschen, aber sie sehen ihre Aufgabe darin, andere Christen zu kontrollieren, zu bevormunden. Es wird vorgeschrieben, was der andere zu tun oder zu lassen hat. Jesus setzt die Maßstäbe zurecht: Die erste Aufgabe für Petrus – und auch für Sie und mich – ist: „Folge mir nach.“
Am Kreuz von Golgatha hat Jesus sein Leben zur Erlösung gegeben, und ich nehme dankbar seine Liebe an, seine Vergebung, seinen Frieden: „Hab keine Angst, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du gehörst mir.“ Ich gehöre Jesus, ihm allein!
Und darum bleibt dies die wichtigste Aufgabe: „Folge mir nach.“ Jesus folgen, d.h. sich auf Jesus konzentrieren, d.h. mit ganzer Aufmerksamkeit auf ihn hören. Jesus folgen, d.h. gehorsam sein Wort halten. Jesus folgen, das ist es, was Jesus von dem erwartet, der zu ihm gehört.
„Folge mir nach“, das ist der Weg, wie Petrus seinen großen Auftrag erfüllen kann: „Weide meine Lämmer.“ Indem er versteht und lebt, was Jesus sagt. Indem Petrus selbst ein Vorbild in der Nachfolge ist.
Das hat Petrus verstanden. So schreibt er später in einem seiner Briefe über die Gemeindeleiter: „Dabei sollt ihr die Menschen, die eurer Leitung unterstellt sind, nicht bevormunden, sondern sie durch euer gutes Beispiel leiten.“ Leiten durch Vorbild.
Nicht bevormunden, nicht kontrollieren, nicht vorschreiben, wie der Einzelne seinen Glauben zu leben hat.
Sondern vertrauen: Jeder, der an Jesus glaubt, steht oder fällt seinem Herrn und führt sein Leben in Verantwortung vor Gott. Ich glaube, dass Gott seine Kinder zu mündigen Christen macht.
Das hilft mir, mich nicht mit anderen zu vergleichen und vielleicht neidisch auf andere Christen zu werden. Darum schaue ich nicht: Was macht der oder die andere? Sondern ich sehe auf Jesus, er hat seinen Weg mit mir, und ich vertraue einfach: Du bist für mich da, und für jeden, der an Jesus glaubt und ihm vertraut.
Johannes stellt noch etwas richtig: „Da kam unter den Brüdern die Rede auf: Dieser Jünger stirbt nicht.“ Aber Jesus hatte nicht zu ihm gesagt: Er stirbt nicht, sondern: „Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an?“ Die Aussage von Jesus ist keine Prophetie über Johannes. Das haben die Menschen daraus gemacht, die nicht richtig zugehört haben.
So wäre es beinahe zu einer gefährlichen Irrlehre gekommen. Johannes wäre Mittelpunkt einer besonderen Verehrung geworden. Alle hätten auf ihn geschaut: Lebt er noch?
Johannes ist gestorben – wohl sehr alt und als einziger Apostel eines natürlichen Todes, obwohl auch er Verfolgung und Verbannung erlebt hat. Aber er ist gestorben. Es ist ein Gerücht, das aber den einen oder anderen verunsichert haben mag.
Johannes ist nichts anderes als ein Mitarbeiter Gottes. Ein Zeuge für Jesus, der glaubwürdig und wahrhaftig ist. So wird er wahrgenommen. Und er will auch nichts anderes sein. Darum kann er im Hintergrund bleiben, schweigend. Er weiß: Jesus hat seinen Weg mit mir, und ich folge ihm.
Diese Haltung der Demut, der Festigkeit wünsche ich Ihnen und mir.
Autor: Dietmar Kranefeld
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