Lucy Letby wurde am Montag zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Sieben Babys hat die Pflegefachfrau in einer Klinik in Grossbritannien getötet. Warum, das ist unklar. Wie verhindern Schweizer Spitäler und Kliniken solche Fälle?
Dass Pflegende Patienten und Patientinnen bewusst töten, das kommt äusserst selten vor. In der Schweiz arbeiten die Kliniken und die Institutionen mit Reglementen und Chartas, um Missbräuche oder auch Fehler zu verhindern.
«Pflegende sind sehr gut ausgebildet und tun ihr Bestes für die Patientinnen und Patienten», sagt Yvonne Ribi, Geschäftsführerin des Verbandes der Pflegefachfrauen und -männer. «Sie tragen die Verantwortung für Menschenleben. Damit muss man umgehen können, und das ist schon in der Ausbildung ein Thema.»
Yvonne Ribi erklärt, welche Möglichkeiten es gibt, Missbräuche und Fehler auf ein Minimum zu reduzieren:«Damit problematische Vorkommnisse gemeldet werden, braucht es eine gute Teamkultur. Medikamentenbezüge werden heutzutage elektronisch dokumentiert. Und wenn besondere Präparate verabreicht werden, gilt das Vier-Augen-Prinzip.»
Trotzdem seien Pflegende bei vielen Routinetätigkeiten allein für eine Patientin verantwortlich. Es sei deshalb wichtig, dass sie gute Arbeitsbedingungen vorfänden.
Lucy Letby in Grossbritannien wird nicht mehr aus dem Gefängnis kommen. Die Polizei klärt nun ab, ob sie für weitere Morde verantwortlich ist. Und ob das Spitalmanagement zu spät auf den Verdacht anderer Mitarbeitender reagiert hat.