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Vor 15 Jahren verließ Tunesiens Diktator Zine el-Abidine Ben Ali sein Land, nach 23 langen Jahren an der Macht. Sein Abgang war die unmittelbare Folge anhaltender Proteste, die das Regime nicht mehr eindämmen konnte. Mit der Selbstverbrennung des Gemüsehändlers Mohamed Bouazizi in der Stadt Sidi Bouzid hatte all das im Dezember 2010 begonnen. Was folgte, war eine Reihe von anfänglich erfolgreichen Aufständen in der arabischen Welt. Der sogenannte Arabische Frühling hatte begonnen. Tunesien bescherte er eine der freiheitlichsten Verfassungen der arabischen Welt. Was ist dort, wo alles begann, davon geblieben?
Reportage aus Tunesien + Gespräch über die (enttäuschten) Hoffnungen in der gesamten Arabischen Welt 15 Jahre nach Beginn des Arabischen Frühlings mit ORF-Korrespondent Karim El Gawhary
Krieg in der Ukraine, die USA als einstiger Verbündeter wenden sich immer mehr von Europa ab, hybride Bedrohungen: Die Welt ist unsicherer geworden und das österreichische Bundesheer ist dafür nicht gut aufgestellt. Diesen Schluss zieht die Wehrdienstkommission und empfiehlt, den Wehrdienst zu verlängern, inklusive zusätzlicher Übungen. Ein Arbeitsauftrag für die Politik, der an Tabus rüttelt. Doch wird die Regierung das wirklich angehen? Ist eine Verlängerung des Wehrdienstes die einzige Lösung, um Österreich verteidigungsfähig zu machen? Und was würde sie für die Zivildiener bedeuten?
Darüber diskutieren:
Walter Feichtinger, Mitglied der Wehrdienst-Kommission
Gerald Fitz, Geschäftsführer Arbeiter-Samariter-Bund
Anna Schwabegger, Bundesjugendvertretung
Barbara Tóth, Journalistin "Falter"
Diskussionsleitung: Niklas Lercher
Der Gorongosa-Nationalpark in Mosambik war bis in die 1970er Jahre ein Besuchermagnet für reiche westliche Touristen. Doch im folgenden langjährigen Bürgerkrieg wurde der Park quasi leergewildert. Die Tiere dienten als Nahrungsmittel für Soldaten auf allen Seiten, außerdem wurde der Park vermint und verwüstet, er musste schließen.
Seit etwa zwei Jahrzehnten wird er nun wiederaufgebaut. Wildtiere, darunter die sogenannten „Big Five“ – Elefant, Löwe und Co - sind wieder da. Ein reicher amerikanischer Tech-Unternehmer hat Teile seines großen Vermögens dafür gespendet. Ranger schützen jetzt die Wildnis und die Bewohner:innen der Dörfer bekommen Schulen und Jobs. Doch obwohl das wie ein Erfolgsmodell wirkt, gibt es nach wie vor auch Armut, Hunger und Konflikte. Die lokale Bevölkerung sieht den Park teilweise als von außen aufgedrängt. Ist der Wiederaufbau ein Sieg für die Natur – oder doch eine neue Form von quasi-imperialistischer Einflussnahme und Ungleichheit?
Seit Donald Trump vor einem Jahr für seine zweite Amtszeit ins Weiße Haus in Washington eingezogen ist, hat er die Welt verändert – und vielfach auch in Angst und Schrecken versetzt. Besonders hoch ist die Schlagzahl seiner völkerrechtlichen Tabubrüche seit Jahresbeginn: Erst führte das US-Militär in Venezuela eine Militäraktion durch, verhaftete den autoritären Machthaber Nicolas Maduro und verbrachte ihn in die USA. Offenbar beflügelt durch diesen Erfolg, erneuerte der US-Präsident seinen Besitzanspruch auf die zu Dänemark gehörende Arktisinsel Grönland und untermauerte diesen mit einer militärischen Drohung. Und auch bei den Massenprotesten im Iran, die vom dortigen Regime brutal niedergeschlagen werden, versuchen die USA mitzumischen. Auch Teheran hat Donald Trump mit militärischem Eingreifen gedroht.
Was wurde aus "America First"? Welche geopolitischen Absichten stecken hinter den Interventionen und Drohungen? Und welche Schlüsse sollte Europa daraus ziehen?
Blickt man auf die Entwicklungen im Nahost-Konflikt, wird deutlich, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten nichts verbessert hat. Die Israelis leiden unter dem Trauma des Terrors vom 13. Oktober, im Gazastreifen versuchen die Menschen seit mehr als zwei Jahren Krieg zu überleben. Palästinenser im Westjordanland leiden unter der israelischen Besatzung. Es gibt nicht mehr viele Menschen, die an eine Lösung des Konflikts glauben. Dennoch gibt es welche, die glauben, dass ein friedliches Zusammenleben möglich ist. Sie werden als naiv belächelt oder angefeindet. Doch sie verbindet die Überzeugung, dass nur Dialog und Gerechtigkeit zum Frieden führen. Was treibt diese Menschen an?
Die BR-319 ist eine fast 900 Kilometer lange rote Staubpiste durch das Herz des Amazonasgebietes. Zur Regenzeit verwandelt sich die Straße in eine Schlammpiste, im Sommer wird so viel Staub aufgewirbelt, dass das Atmen schwerfällt. Der schlechte Zustand der Straße diente bisher als Barriere. So blieb der Wald hier noch intakt. Doch das könnte sich bald ändern. Denn die BR-319 soll ausgebaut und durchwegs asphaltiert werden. Umweltschützer fürchten, dass die Straße mehr Goldgräber, Drogenschmuggler und illegale Holzfäller anlocken könnte.
Brasiliens Präsident Lula da Silva will die Abholzung im Amazonas zwar stoppen und hat auch schon einiges erreicht. Doch auch er unterstützt das Projekt zum Ausbau der Bundesstraße BR-319.
Am 15. Jänner 2026 finden in Uganda Parlaments- und Präsidentenwahlen statt. Präsident Yoweri Museveni ist seit 40 Jahren an der Macht, und er will es auch bleiben. Obwohl sich die rund 50 Millionen Uganderinnen und Ugander Veränderung wünschen und das auch lautstark zum Ausdruck bringen. Ugandas Regierung agiert immer autoritärer und brutaler gegenüber Oppositionellen, Medienleuten, Menschenrechtsaktivistinnen und Jugendlichen, die das Regime kritisieren. Besonders zu spüren bekommt das der Musikstar Bobi Wine, der bei dieser Wahl bereits zum zweiten Mal gegen den alten Langzeitherrscher antritt.
Bulgarien ist mit 1. Jänner 2026 der Eurozone beigetreten - als 21. EU-Land. Gleichzeitig ist das Land derzeit aber ein echtes Sorgenkind in der EU. Bulgarien ist das ärmste und zweitkorrupteste Land der EU. Und es könnte wieder in die politische Instabilität abdriften. Zwischen den Jahren 2021 und 2024 gab es schon ganze sieben Parlamentswahlen. Und nun ist wieder eine Regierung zurückgetreten, sie war ein knappes Jahr im Amt.
Vor dem Regierungsrücktritt hatte es eine Massenprotestwelle gegeben. Viele Bürgerinnen und Bürger gingen gegen Korruption auf die Straße und protestierten gegen den Staatshaushalt für das Jahr 2026. Sie warfen der Regierung vor, viel Geld in korrupte staatliche Kassen umzuschichten und die Bevölkerung mit höheren Steuern und Abgaben zu belasten. In ihren Augen entwickelt sich Bulgarien immer mehr in Richtung Autokratie.
1998 wurde das Karfreitagsabkommen zur Befriedung des Nordirland-Konflikts geschlossen. Die irische Sprache, das Gälische, wurde darin als kulturelles Erbe anerkannt. Seit 2022 ist Gälisch in Nordirland Amtssprache und erlebt gerade ein beispielloses Revival. Vor allem Katholikinnen und Katholiken unterstützen das, weil sie das Verschwinden der Sprache als Ausdruck der britischen Vorherrschaft in Nordirland gesehen haben.
Viele Unionisten, Menschen aus der protestantischen Community, fühlen sich durch die irische Sprache zwar nach wie vor in ihrer Identität bedroht – andere aber entdecken das Gälische auch für sich. Historisch betrachtet wurde die Sprache schließlich von allen gesprochen, sie ist Teil der gemeinsamen Kultur und Geschichte. Die alte Sprache könnte nun wieder zur Brücke zwischen den verschiedenen Gruppierungen in Nordirland werden.
Zehn Jahre war Österreich nach der Befreiung vom Nationalsozialismus vor 80 Jahren von den Alliierten besetzt. Dieses Kapitel unserer Geschichte hat die Menschen, die noch aus eigenem Erleben von dieser Zeit berichten können, tief geprägt. Die Demarkationslinie am Fluss Enns teilte das Nachkriegsösterreich in zwei Sphären: die sowjetische und die der westlichen Alliierten. Je weiter man nach Westen kommt, desto mehr wurden die Besatzer als Befreier wahrgenommen, unter denen sich das Leben relativ rasch normalisierte. Zeitzeug:innen aus Niederösterreich und Oberösterreich kommen in Teil 2 der Sendereihe zu Wort.
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