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Ö1 Radiokolleg episodes

  • Daniel Spoerri (1)

    "Heimatlosigkeit ist mein Kapital"

    In einem Atelier am Wiener Naschmarkt trifft im August 2012 Ö1 Redakteurin Sarah Kriesche den bildenden Künstler Daniel Spoerri. Dort hat sich der bedeutende Vertreter der Objektkunst, Mitbegründer der Künstlergruppierung "Nouveau Réalisme" und Erfinder der "Eat Art" zu diesem Zeitpunkt niedergelassen. Anlässlich seines Geburtstags am 27.3. 2025, an dem der Künstler 95 Jahre alt geworden wäre, senden wir erstmals Auszüge aus diesem Gespräch.

    Gestaltung: Sarah Kriesche. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am
    24. 03. 2025.

    14 min
  • Daniel Spoerri (2)

    "Ich schrieb natürlich Herman Hesse mein ganzes Leid"

    1952 zieht Daniel Spoerri auf Anraten seines Mentors Max Terpis für ein Tanz-Studium nach Paris. "Die schweizerische Ballettschule ist poplig. Das ist nichts für dich". Tagsüber schlägt er sich als Fremdenführer durch, am Abend tanzt er in angesagten Lokalen und schließt neue Bekanntschaften. Der belgische Maler und Bildhauer Paul Bury, der venezolanische Maler und Bildhauer Jesús Rafael Soto, sowie der französisch-rumänische Autor Eugène Ionesco zählen bald zu seinem Freundeskreis. Spoerri pendelt zwischen Bern und Paris und wendet sich langsam vom Tanz ab. Er gibt die Zeitschrift "material" für Konkrete Dichtung heraus, inszeniert Picassos surrealistisches Drama "Wie man Wünsche am Schwanz packt", sowie die deutschsprachige Erstaufführung von Ionescos "Die kahle Sängerin".

    Gestaltung: Sarah Kriesche. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am
    25. 03. 2025.

    14 min
  • Daniel Spoerri (3)

    "Warhol habe ich einmal auf die Lippen geküsst"

    1960 ist Daniel Spoerri einer der Mitunterzeichner des Manifests des "Nouveau Réalisme". Eine Bewegung, die Ende der 1950er Jahre in Paris entstand. Sie wurde von Pierre Restany, einem Kunstkritiker, ins Leben gerufen und von einer Gruppe von Künstlern unterzeichnet, darunter auch Jean Tinguely, Yves Klein, Niki de Saint Phalle, Arman und César. Beeinflusst von der Dadaismus- und Fluxus-Bewegung verwenden die Kunstschaffenden oft Alltagsgegenstände wie Müll, industrielle Produkte, und andere "banale" Objekte, um Kunstwerke zu schaffen, die sowohl ästhetisch als auch gesellschaftlich die Wirklichkeit widerspiegeln. Mit "Eat Art" entwickelt Spoerri ein Konzept, um Essen und Konsum in die Kunst zu integrieren.

    Gestaltung: Sarah Kriesche. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am
    26. 03. 2025.

    13 min
  • Daniel Spoerri (4)

    "Ich habe in einem unglaublich günstigen Moment gelebt"

    Daniel Spoerri lebt an vielen Orten. In Zürich, Bern, Paris, New York, Italien. Ein Jahr verbringt er auf einer Insel in Griechenland. "Da habe ich gelernt, was überhaupt ein Zyklus von einem Jahr und das Wiederaufstehen der Natur bedeutet." Seinen Lehrstuhl und Beamtenstatus an der Kunstakademie München gibt er drei Jahre vor der Pensionierung auf. "Und da haben Sie gesagt, in dem Fall verlieren Sie Ihren Beamtenstatus. Und da habe ich gesagt, genau das will ich." Paris hat er den Rücken gekehrt und ist nach Wien gezogen. "Hier leben sie noch alle. Und in Paris sind sie gestorben." 2008 kauft er in Hadersdorf am Kamp ein Gebäude, das seitdem unter dem Namen "Ausstellungshaus Spoerri" als Raum für die Präsentation von Spoerris Kunst und seiner Sammlung fungiert.

    Gestaltung: Sarah Kriesche. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am
    27. 03. 2025.

    13 min
  • Alltag 1945 (1)

    Der Kampf ums Überleben.

    Österreich 1945: Die Ernährungslage ist katastrophal, vor allem, aber nicht nur, in den Städten. 1.550 Kalorien pro Tag stehen etwa den Bürgerinnen und Bürgern Wiens zu, eine Ration, die im Lauf des Jahres auf 1.200 Kalorien sinkt. Kleidung, Schuhe und Seife sind so gut wie nicht zu bekommen. Die Gesundheitsversorgung ist mangelhaft, die Ausstattung der Spitäler katastrophal. "Alle unsere Kräfte sind aufs Überleben ausgerichtet", vertraut die Sekretärin Adolfine Schumann im April '45 ihrem Tagebuch an: "Die Jagd nach Lebensmitteln, das Anstellen um Brot, um Petroleum und Wasser, das sind Existenzfragen geworden."

    Gestaltung: Günter Kaindlstorfer. Redaktion. Ina Zwerger. Gesendet in Ö1 am 24.03. 2025.

    23 min
  • Alltag 1945 (2)

    Die Alliierten - Besatzer und Befreier.

    "Das ist der schönste Sommer meines Lebens", notiert die junge Klagenfurterin Ingeborg Bachmann zur Jahresmitte 1945: "Ich werde studieren, arbeiten, schreiben, ich lebe ja, ich lebe." Im Juli '45 lernt die Lehrerstochter aus Kärnten den britischen Besatzungssoldaten Jack Hamesh kennen und lieben, einen Wiener Juden, der im Frühjahr 1938 mit einem Kindertransport ins britische Exil hat fliehen können.
    Etwa 700.000 Besatzungssoldaten halten sich im Sommer 1945 in Österreich auf, eine Zahl, die bis zur Unterzeichnung des Staatsvertrags kontinuierlich abnimmt. Für die Menschen in Österreich ist es von größter Bedeutung, in welcher Besatzungszone sie leben.

    Gestaltung: Günter Kaindlstorfer. Redaktion: Ina Zwerger. Gesendet in Ö1 am 25. 03. 2025.

    24 min
  • Alltag 1945 (3)

    NS-Täter vor Gericht.

    Es waren harte, zum Teil sehr harte Urteile, die die österreichische Justiz in der unmittelbaren Nachkriegszeit gegen NS-Täter fällte. Am 14. August 1945 standen vier frühere SA-Männer vor dem Wiener Volksgericht: der Fleischhauer Rudolf Kronberger, der Anstreicher Wilhelm Neunteufel, der Koch Alois Frank und der Sattlergehilfe Konrad Polinovsky. Die Vier wurden beschuldigt, beim Bau des "Südostwalls" wenige Monate zuvor zahlreiche jüdische Zwangsarbeiter ermordet zu haben. Die Urteile gegen die Mörder waren drakonisch: Drei der Vier wurden zum Tod durch den Strang verurteilt und im November 1945 hingerichtet, der Vierte, Konrad Polinovsky, kam mit acht Jahren Kerker davon, da ihm keine direkte Beteiligung an den Morden nachgewiesen werden konnte. Polinovsky wurde 1947 bedingt begnadigt und aus der Haft entlassen.

    Gestaltung: Günter Kaindlstorfer. Redaktion: Ina Zwerger. Gesendet in Ö1 am 26. 03. 2025.

    22 min
  • Alltag 1945 (4)

    Neues Leben blüht aus den Ruinen.

    "Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen." Mit diesen Worten feiert Friedrich Schiller im "Wilhelm Tell" die Heraufkunft eines neuen, humaneren Zeitalters. "Neues Leben blüht aus den Ruinen": Mit diesem Diktum lässt sich auch der Alltag im Österreich des Jahres 1945 beschreiben. Mangel, Elend, Hunger und Unterversorgung, wohin man blickt. Aber zugleich - zumindest da und dort - auch Zuversicht und vorsichtiger Optimismus.

    Gestaltung: Günter Kaindlstorfer. Redaktion: Ina Zwerger. Gesendet in Ö1 am 27. 03. 2025.

    23 min

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Hier gibt es wöchentlich neue Serien zu relevanten Wissensthemen aus allen Lebensbereichen – breitgefächert, vertiefend und orientierend. Autorinnen und Autoren verbinden fachliche Expertise mit…

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