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„Ich bin froh, dass ich Betroffene bin und nicht meine Eltern." Mit diesem Satz bringt unser heutiger Gast Laura Thole auf den Punkt, was diese Folge von Psychiatrie im Alltag so besonders macht.
Laura ist 34 Jahre alt, arbeitet seit vier Jahren als Genesungsbegleiterin – und lebt selbst mit einer bipolaren Störung. Offen und mit bemerkenswerter Klarheit erzählt sie, wie sich Manie wirklich anfühlt: erst euphorisch, mitreißend, grenzenlos – und dann außer Kontrolle. Sie berichtet von vier Zwangseinweisungen, einer abgebrochenen Masterarbeit im Lehramt, psychotischem Wahnerleben und davon, wie sie nach der manischen Phase immer wieder in tiefe, manchmal suizidale Depressionen fiel.
Besonders eindrücklich beschreibt Laura ihre Frühwarnzeichen – ihr Bild von der „Dampflok", die schon Gas gibt, obwohl vorne noch ein Hindernis liegt – und wie sie es schafft, rechtzeitig gegenzusteuern, bevor die Erkrankung wieder „das Steuer übernimmt". Auch das Thema Medikamente kommt unbeschönigt zur Sprache: Lithiumvergiftung, Gewichtszunahme, der lange Weg zur richtigen Einstellung – und warum ein offener, reflektierter Umgang mit Wirkung und Nebenwirkungen so wichtig ist.
Diese Folge zeigt eindrücklich: Eine bipolare Störung bedeutet nicht das Ende eines normalen Lebens. Sie zeigt, dass Stabilität möglich ist – mit Selbstfürsorge, guter Behandlung und dem Mut, offen darüber zu sprechen. Genau das wollen wir mit Psychiatrie im Alltag erreichen: psychische Erkrankungen entstigmatisieren, ihre Alltäglichkeit zeigen – und die Hoffnung, dass sie behandelbar sind.
Eine Folge für Angehörige, Betroffene, Fachkräfte und alle, die verstehen wollen, was hinter der Diagnose „bipolare Störung" wirklich steckt.
Bipolare Störung
Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e. V. (DGBS) – https://dgbs.de/
Universitätsklinikums Bonn (UKB)
https://www.ukbonn.de/psychiatrie-und-psychotherapie/klinisches-spektrum/bipolare-stoerungen/
Thema EX-IN & Genesungsbegleitung
EX-IN Deutschland – Genesungsbegleitung – https://ex-in.de/ex-in-kurse/ex-in-genesungsbegleitung/
Folgen unseres Podcasts zu verwandten Themen:
Empowerment: Folge 71
Psychosen: Folge 58
Recovery: Folge 7 und 52
Schizophrenie: Folgen 39 und 41
Genesungsbegleitung: Folge 9
Hilfsangebote
Telefonseelsorge (kostenlos, anonym, 24/7) – https://www.telefonseelsorge.de
Wie zufrieden bin ich mit dem, was ich Tag für Tag tue? Diese Frage taucht in kaum einem psychiatrischen Befund auf – und ist für das Wohlbefinden von Menschen mit psychischen Erkrankungen doch entscheidend.
In dieser Folge sprechen Werner Höhl und Andreas Pfeiffer mit dem Ergotherapeuten Julius Reckert, der in einer Duisburger Praxis im Fachbereich Psychiatrie und Psychosomatik arbeitet. Es geht darum, wie ein Alltag kippt – leere Tage, verschobene Rhythmen, verlorene Rollen – und was Menschen hilft, wieder zu einem Tag zu finden, der sich für sie gut anfühlt.
Ein wiederkehrender Gedanke dabei: Zufriedenheit ist keine Frage der Menge. Manche Menschen tun sehr viel und sind unzufrieden, andere tun wenig und leben gut damit. Genau diese Lücke macht ein Instrument sichtbar, das Julius in seiner Praxis erprobt hat: das SDO – Satisfaction with Daily Occupations, entwickelt von Mona Eklund an der Universität Lund und seit 2026 auch auf Deutsch erhältlich.
Ein Gespräch über kleine Schritte, realistische Ziele, den Umgang mit Rückschlägen – und darüber, wem der Maßstab für ein gelungenes Leben eigentlich gehört.
Transparenzhinweis: Werner Höhl und Andreas Pfeiffer sind selbst an der deutschsprachigen Fassung des SDO beteiligt. Diese Folge ist keine Werbung, sondern ein Gespräch über Praxiserfahrungen.
Zum Gast
Praxis für Ergotherapie und Handrehabilitation Ina Beyer, Duisburg, Team
http://ergotherapie-duisburg.com/Team/
Das SDO auf Deutsch
Satisfaction with Daily Occupations (SDO) – Interviewbasiertes Screening zur Zufriedenheit mit täglichen Betätigungen. Mona Eklund, deutsche Übersetzung und Adaption von Leonie Esenwein und Caroline Züger, 1. Auflage 2026
Kostenlose Leseprobe inkl. Inhaltsverzeichnis: https://www.skvshop.de/shop/images/files/editor/file/Leseproben/Leseprobe_SDO.pdf
Forschung zum SDO (international)
Vidaña-Moya, L. et al. (2020): Cross-Cultural Adaptation, Validation and Reliability of the Spanish SDO-OB. International Journal of Environmental Research and Public Health, 17(23), 8906 (Open Access): https://www.mdpi.com/1660-4601/17/23/8906/pdf
Test-Retest-Reliabilität und Konstruktvalidität einer japanischen Version des SDO-OB für Menschen mit psychischen Erkrankungen (2025):
Eklund, M. (2004): Satisfaction with Daily Occupations – A Tool for Client Evaluation in Mental Health Care (die Originalpublikation, Abstract): https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/11038120410020700
Wann gilt eine an Magersucht erkrankte Person eigentlich als geheilt? Diese Frage beschäftigt unseren Gast Maren Pruss seit vielen Jahren – als Psychologin, systemische Therapeutin und Inhaberin einer Praxis mit Schwerpunkt Essstörungen in Düsseldorf. Die häufigste Antwort, die sie in Vorträgen für Eltern hört, lautet: „wenn sie wieder normal isst“. Genau daran zeigt sich, wie wenig über diese Erkrankung oft bekannt ist.
Wir sprechen darüber, was bei einer Anorexia nervosa psychisch geschieht, was systemische Therapie dabei leisten kann und was Angehörige wissen sollten – zwischen Sorge, Unsicherheit und gut gemeinten, aber nicht immer hilfreichen Reaktionen.
Und diese Folge hat eine besondere Seite: Maren Pruss spricht zum ersten Mal öffentlich über ihre eigene, über 35 Jahre zurückreichende Erfahrung mit Magersucht. Eine Perspektive, die im öffentlichen Gespräch – das oft von jüngeren Betroffenen geprägt ist – selten zu hören ist.
Aufgenommen haben wir diese Folge vor Ort in Düsseldorf. Nach Folge 27 mit Maja Schelewsky ist das unsere zweite Folge zum Thema Magersucht – diesmal aus der therapeutischen Perspektive. Und diese folge ich auch ein schönes Beispiel für persönliches Recovery.
Wichtiger Nachtrag von Maren Pruss:
Im Podcast habe ich mich missverständlich ausgedrückt: Kinder unter 14 Jahren haben grundsätzlich eine ebenso gute Heilungsprognose wie ältere Jugendliche. Meine Aussage bezog sich ausschließlich auf die Prävention, da jüngere Kinder durch soziale Medien besonders beeinflussbar sein können. Für die Heilungsprognose sind vor allem eine frühe Diagnose und ein rascher Therapiebeginn entscheidend.
Shownotes
Unser Gast
Praxis Pruss, Düsseldorf – Website (dort auch alle Kontaktdaten): https://www.praxis-pruss.de/
Schwerpunkt „Special Ess-Störung“: https://www.praxis-pruss.de/specialessstörungen
Hilfe und Beratung
Infotelefon zu Essstörungen des BIÖG (früher BZgA) – anonym und kostenlos, Mo–Do 10–22 Uhr, Fr–So 10–18 Uhr, Tel. 0221 892031: https://essstoerungen.bioeg.de/hilfe-finden/welche-beratung-gibt-es/telefonberatung/
Beratungsstellen-Suche des BIÖG – Angebote in Wohnortnähe finden: https://essstoerungen.bioeg.de/hilfe-finden/wie-finde-ich-beratung/datenbank-essstoerungen/
Weiterführende fachliche Informationen
Deutsche Gesellschaft für Essstörungen (DGESS) – Informationen für Betroffene und Angehörige, mit Selbsttest und Adressen: https://www.dgess.de/hilfe/fuer-betroffene-und-angehoerige
S3-Leitlinie und Patientenleitlinie „Diagnostik und Therapie der Essstörungen“ (AWMF-Register 051-026): https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/051-026
Passend dazu aus unserem Podcast
Unsere Folge 27 „Anorexie“ – mit Maja Schelewsky, aus der Betroffenenperspektive: https://open.spotify.com/episode/6QE768gi5kxcUWk4tgUPpN
https://podcasts.apple.com/de/podcast/anorexie/id1507379225?i=1000586713869
Forschung in der Psychiatrie – das klingt nach Medikamentenstudien und Hirnscans. Doch was ist mit den Berufen, die im Alltag psychisch erkrankter Menschen oft am nächsten dran sind: Pflege, Soziale Arbeit, Ergotherapie und die vielen psychosozialen Therapien? Sie leisten enorm viel – haben aber, anders als Medizin und Psychotherapie, keine lange Forschungstradition. Und genau das wird zum Problem: Was nicht erforscht ist, verliert mit der Zeit an Anerkennung und an Finanzierung.
In dieser Folge sprechen Andreas und Werner mit Dr. Sebastian Voigt-Radloff – gelernter Ergotherapeut und heute Forscher am Universitätsklinikum Freiburg. Als langjähriger Mitarbeiter von Cochrane und heutiger Versorgungsforscher ist er ein Pionier für wissenschaftliches Arbeiten in den Therapieberufen. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, warum Forschung gerade in diesen Bereichen so wichtig ist, was es heißt, die eigene Arbeit an Evidenz auszurichten, welche Rolle Leitlinien und die Evidenz-Datenbank des Deutschen Verbandes Ergotherapie spielen – und warum sich die psychosozialen Berufe unbedingt aktiv in die Leitlinienarbeit einbringen sollten.
Ein Gespräch über Erfahrung und Evidenz, über Legitimation und Finanzierung – und über die Zukunft einer ganzen Berufsgruppe.
Unser Gast
Forschungsprofil Dr. Sebastian Voigt-Radloff (ResearchGate): https://www.researchgate.net/profile/Sebastian-Voigt-Radloff
Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung (SEVERA), Uniklinik Freiburg: https://www.uniklinik-freiburg.de/imbi/severa.html
E-Mail:[email protected]
Erwähnte Projekte
PrioPEG – Projektseite: https://priopeg.de/
PrioPEG bei der Uniklinik Freiburg: https://www.uniklinik-freiburg.de/imbi/severa/priopeg.html
Evidenz & Forschung in den Gesundheitsfachberufen
Cochrane Deutschland: https://www.cochrane.de/
Cochrane Deutschland – Seite speziell zu den Gesundheitsfachberufen (mit Forschungsleitfaden): https://www.cochrane.de/gesundheitsfachberufe
Cochrane Kompakt – verständliche Evidenz für alle: https://www.cochrane.org/de/evidence
Deutscher Verband Ergotherapie (DVE)
DVE – Startseite: https://www.dve.info/
DVE – Datenbank für evidenzbasierte Praxis (EBP-Datenbank): https://ebp.dve.info/
Leitlinien
AWMF – Portal der medizinisch-wissenschaftlichen Leitlinien in Deutschland: https://www.awmf.org/
Andreas und Werner sprechen zum dritten Mal mit Jens Jüttner – und das aus gutem Grund: Seine beiden bisherigen Folgen (39 und 41) gehören zu den meistgehörten des Podcasts. Nach Krankheitsbeginn, akuten Phasen und Genesung geht es diesmal um eine entscheidende Frage: Wie übernimmt man nach einer schweren psychischen Erkrankung wieder selbst das Steuer?
Jens ist bei diesem Thema Fachmann in mehrfacher Hinsicht: Er ist selbst betroffen gewesen und kennt die Erkrankung aus eigener Erfahrung. Gleichzeitig ist er Jurist, Betriebswirt, Autor und heute als EX-IN-Genesungsbegleiter – als Experte aus Erfahrung – in der Psychiatrie tätig. So erlebt er Empowerment aus einer doppelten Perspektive: in der Begleitung von Klientinnen und Klienten und immer wieder bei sich selbst.
Gemeinsam füllen die drei den oft abstrakten Begriff „Empowerment“ mit konkretem Leben: vom Weg aus dem Kontrollverlust zurück zur Selbstbestimmung, über das Verstehen der eigenen Frühwarnzeichen und das Mitentscheiden bei der Behandlung bis hin zum Umgang mit Stigma und Selbststigma. Es geht um Selbstwirksamkeit, Hoffnung und Sinn – aber auch ehrlich um die Grenzen von Empowerment, das niemals zum neuen Druck werden darf. Und um einen befreienden Gedanken von Jens: dass Recovery ein nie abgeschlossener Prozess sein darf – und das vollkommen in Ordnung ist. Eine Mut machende Folge für Betroffene, Angehörige und Fachleute.
Unser Gast
Jens Jüttner (Autor & Referent): https://www.jensjuettner.com/
Buch: „Als ich aus der Zeit fiel – Mein Weg durch die paranoide Schizophrenie“ (pinguletta Verlag, ISBN 978-3-948063-11-5).
pinguletta Verlag: https://www.pinguletta-verlag.de/
Empowerment, Recovery & Peer-Arbeit
EX-IN Deutschland (Genesungsbegleitung / Experten aus Erfahrung): https://ex-in.de/
Andreas Knuf: „Empowerment und Recovery“ (Psychiatrie Verlag): https://psychiatrie-verlag.de/product/recovery-und-empowerment/
Hintergrund zum Krankheitsbild
psychenet.de – Was ist eine Psychose?: https://www.psychenet.de/de/entscheidungshilfen/entscheidungshilfe-psychose/was-ist-eine-psychose/was-ist-eine-psychose-2.html
Unsere früheren Folgen mit Jens Jüttner
Folge 39 – Schizophrenie Teil 1: Krankheitsbeginn und akute Phasen
Folge 41 – Schizophrenie Teil 2: Krankheitsbewältigung, Genesung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft
Psychische Erkrankungen betreffen nie nur eine Person – sie verändern das Leben aller, die nah dabei sind. In dieser Folge sprechen Werner und Andreas mit Andrea, die als Angehörige hautnah erlebt hat, was es bedeutet, wenn ein geliebter Mensch psychisch erkrankt. Andrea erzählt offen über Sorge, Erschöpfung, Schuldgefühle und die Suche nach Hilfe – aber auch darüber, was Kraft gegeben hat. Eine Folge, die zeigt: Angehörige brauchen nicht nur starke Nerven, sondern auch starke Unterstützung.
Angebote für Angehörige
EX-IN Hamburg: Die von Andrea gemachte Aus-/Fortbildung🔗 https://ex-in-hamburg.net/angehoerigenbegleitung
und Angehörigenbegleitung in der Praxis EX-IN Hamburg: 🔗 https://ex-in-hamburg.net/angehoerigenbegleitung-2
Fragen direkt an Andrea: [email protected]
BApK – Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V. Der wichtigste Bundesverband für Angehörige – mit Beratung, Selbsthilfe-Vermittlung und der telefonischen Beratungshotline „SeeleFon". 🔗 https://www.bapk.de 📞 SeeleFon: 0228 71002424
NAKOS – Nationale Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe Bundesweite Vermittlung lokaler Selbsthilfegruppen und -kontaktstellen. 🔗 https://www.nakos.de
psychenet – Selbsthilfe, Trialog und Hilfe für Angehörige 🔗 https://psychenet.de/de/hilfe-finden/hilfesystem-im-ueberblick/selbsthilfe-und-trialog.html
Telefonseelsorge (kostenlos, 24/7, anonym) 📞 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
Hintergrund: MUT-TOUR (über die wir Andrea kennengelernt haben)
🔗 https://www.mut-tour.de Unsere frühere Folge zur MUT-TOUR: https://open.spotify.com/episode/41fKbLTGE2tcPaMUj8DSUx
Podcast „Psychiatrie im Alltag"🔗 https://andreas-pfeiffer.de/?page_id=1033
In unserer ersten KI-Folge im Januar 2026 haben wir mit ChatGPT selbst über die Möglichkeiten und Grenzen von Künstlicher Intelligenz in der Psychiatrie gesprochen. Die positive Resonanz und der Wunsch vieler Hörerinnen und Hörer nach mehr Praxisbezug haben uns motiviert, das Thema zu vertiefen.
Diesmal haben wir Theodor Schöwitz zu Gast – Sozialarbeiter, Masterstudent im Bereich „Digitalisierung in der Sozialen Arbeit" und Mitgründer des Start-ups Sozial KI. Gemeinsam mit seinen Kollegen Philipp Engelsberg und Niclas Höhl hat er SoKI entwickelt: ein KI-basiertes Assistenzsystem, das speziell für die Sozialwirtschaft und psychiatrische Einrichtungen konzipiert wurde.
Im Gespräch erfahren wir, was SoKI konkret leisten kann – von der automatisierten Dokumentation über Schreibassistenz bei Sozialberichten bis hin zur Sprachtranskription von Klientengesprächen mit CaseVoice. Theo erklärt, warum ein europäischer Serverstandort allein nicht ausreicht, um Datenschutz wirklich zu gewährleisten, was der US Cloud Act für psychiatrische Einrichtungen bedeutet und wie SoKI mit Open-Source-Technologie und rein europäischen Partnern echte Datensouveränität sicherstellt.
Besonders spannend: die Erfahrungen aus der Praxis – wie Fachkräfte auf KI reagieren, wo die größten Vorbehalte liegen und wo KI tatsächlich mehr Zeit für die direkte Arbeit mit Menschen schafft. Theo macht dabei deutlich, wo die Grenzen liegen und warum KI die menschliche Beziehungsarbeit unterstützen, aber niemals ersetzen kann.
Eine praxisnahe Folge für alle, die wissen möchten, wie KI schon heute sicher und sinnvoll in der psychiatrischen Versorgung eingesetzt werden kann – und was dabei zu beachten ist.
Gast dieser Folge: Theodor Schöwitz – B.A. Soziale Arbeit, Student im M.A. Digitalisierung in der Sozialen Arbeit (DHBW CAS), Mitgründer und technischer Leiter von Sozial KI
Sozial KI – KI für die Soziale Arbeit: https://www.sozial-ki.de/ SoKI – KI-basiertes Assistenzsystem für Schreiben und Dokumentieren in der Sozialwirtschaft, DSGVO- und KI-VO-konform
SoKI CaseVoice – Audiotranskription für das Sozialwesen: https://www.sozial-ki.de/casevoice Sichere Sprach- und Audiotranskription für Klientengespräche, Teamsitzungen und Fallbesprechungen
EU-KI-Verordnung (AI Act) – Überblick: https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/regulatory-framework-ai Informationen der EU-Kommission zum regulatorischen Rahmen für Künstliche Intelligenz
Bundesbeauftragte für den Datenschutz – KI und Datenschutz: https://www.bfdi.bund.de/ Informationen zum Datenschutz beim Einsatz von KI-Systemen in Deutschland
DHBW CAS – Master Digitalisierung in der Sozialen Arbeit: https://www.cas.dhbw.de/sozialwesen/ Informationen zum Masterstudiengang, in dem die Gründer von Sozial KI studieren
Unsere erste KI-Folge: Im Januar 2026, Folge 65, haben wir ChatGPT als Gesprächspartnerin in unseren Podcast eingeladen – ein Experiment, das den Anstoß für die heutige Folge gab.
Charity-Folge im Rahmen des Podcasthon 2026
Stell dir vor, du sitzt auf einem Tandem und fährst mit einem fremden Menschen durch die deutsche Landschaft. Ihr teilt euch nicht nur den Tritt, sondern auch Geschichten – über das Leben, über Krisen, über Mut. Genau das passiert jeden Sommer auf der MUT-TOUR.
In dieser besonderen Folge – unserer Charity-Folge im Rahmen des Podcasthon, dem größten Charity-Event der Podcast-Welt – sprechen wir mit Franziska Radczun aus der Projektleitung der MUT-TOUR. Seit 2012 fahren Menschen mit und ohne Depressionserfahrung gemeinsam auf Tandems quer durch Deutschland. Sie zelten zusammen, kochen zusammen und leisten täglich Öffentlichkeitsarbeit für einen offeneren Umgang mit psychischen Erkrankungen.
Franzi erklärt, wie ein typischer Tour-Tag aussieht, wer mitmachen kann, wie die Teams zusammengestellt werden und warum ausgerechnet Tandemfahren und Zelten Menschen dabei helfen, über Depression ins Gespräch zu kommen. Außerdem erfahren wir, was hinter dem MUT-ATLAS und den MUT-GRUPPEN steckt und warum die MUT-TOUR 2015 den DGPPN-Antistigmapreis gewonnen hat.
Eine Folge, die Lust macht, selbst aktiv zu werden – ob auf dem Tandem, zu Fuß oder einfach, indem man anfängt, offen über psychische Gesundheit zu sprechen.
Gästin dieser Folge:
Franziska Radczun, Projektleitung MUT-TOUR / Mut fördern e.V.
Charity-Event:
Podcasthon 2026 – Das größte Charity-Event der Podcast-Welt: www.podcasthon.org
MUT-TOUR – Mitmachen und Informieren:
MUT-TOUR Hauptseite: www.mut-tour.de
Die MUT-TOUR 2026 – Termine und Strecke: www.mut-tour.de/die-mut-tour/die-aktuelle-mut-tour
Tandemteam – 7 Tage mitfahren: www.mut-tour.de/7-tage-mitmachen/tandem-team
MIT-MACH-Wochenenden 2026 (Voraussetzung für Etappenteilnahme): www.mut-tour.de/7-tage-mitmachen/mit-mach-wochenende
Aktionstage & Mitfahr-Aktionen (1 Tag mitmachen): www.mut-tour.de/einfach-dabei-sein
Spenden für die MUT-TOUR: www.mut-tour.de/spenden
Mut fördern e.V. – Weitere Angebote:
Mut fördern e.V. (Trägerverein): www.mut-foerdern.de
MUT-ATLAS – Psychosozialer Online-Wegweiser: www.mut-atlas.de
MUT-GRUPPEN – Selbsthilfegruppen mit Bewegung: www.mut-gruppen.de
Hilfsangebote:
Telefonseelsorge: 0800-1110111 oder 0800-1110222 (24/7, kostenlos, anonym)
Krisenlinks der MUT-TOUR: www.mut-tour.de/krisenlinks
Deutsche Depressionshilfe: www.deutsche-depressionshilfe.de
Unser Podcast:
Psychiatrie im Alltag: https://andreas-pfeiffer.de/?page_id=1033
Von der Antike bis heute gilt Arbeit als eines der wichtigsten Mittel in der Versorgung psychisch kranker Menschen. Aber was genau steckt hinter diesem Ansatz? Und wie sieht das heute, im 21. Jahrhundert, konkret aus?
In dieser Folge sprechen wir mit der Ergotherapeutin und Jobcoach Stefanie Esser über den therapeutischen Einsatz von Arbeit in der Psychiatrie – und Steffi hat etwas Besonderes mitgebracht: einen ihrer programmierbaren Roboterbaukästen. Sie zeigt uns direkt im Podcast, wie sie mit diesen kleinen Robotern arbeitet und warum gerade diese moderne, technische Herangehensweise so wirksam sein kann.
Wir erfahren, wie das Prinzip „Learning by doing" oder „Therapy bei doing“ funktioniert – einen Ansatz, der den Fokus von problembezogenen Inhalten auf konstruktives Handeln lenkt. Ob jemand einen Roboter programmiert, an der Werkbank schraubt oder in der Küche arbeitet: Es geht darum, wieder handlungsfähig zu werden. Und dabei werden ganz nebenbei wichtige Fähigkeiten für Alltag und Beruf trainiert.
Eine Folge über Roboter und psychiatrische Arbeitsrehabilitation, über die Kraft des praktischen Tuns und darüber, warum Programmieren manchmal heilsamer ist...
Weiterführende Informationen:
Fachausschuss Arbeit und Rehabilitation des Deutschen Verbands Ergotherapie e.V. (DVE):
Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR):
Informationen zu Rehabilitation und Teilhabe, einschließlich beruflicher Rehabilitation
Bundesagentur für Arbeit – Reha und Teilhabe:
Informationen zu Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation
Deutsche Rentenversicherung – Berufliche Rehabilitation:
Informationen zu beruflicher Rehabilitation
LVR (Beispiel NRW):
Informationen zur Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderungen
Fachbuch zu Thema:
Der in der Folge erwähnte Arbeitsfähigkeitenkreis (auf der Folie14):
In dieser besonderen Folge nehmen wir euch mit an einen Ort, den die meisten von uns nur aus Filmen kennen: in den Maßregelvollzug. Genauer gesagt: in die forensische Psychiatrie der LVR-Klinik Viersen, wo Andrea Weirauch als Ergotherapeutin mit psychisch kranken jugendlichen Straftätern arbeitet.
Jugend-Maßregelvollzug - das bedeutet: Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren, die aufgrund einer psychischen Erkrankung eine Straftat begangen haben und als "nicht schuldfähig" oder "vermindert schuldfähig" gelten, werden hier untergebracht. Nicht zur Bestrafung, sondern zur Behandlung. Das Ziel: Besserung der Erkrankung, Herabsetzung der Gefährlichkeit und Wiedereingliederung in die Gesellschaft.
Andrea Weirauch gibt uns einen ungeschönten Einblick in ihren Arbeitsalltag. Sie erzählt, wie das Leben hinter Gittern, Zäunen und verschlossenen Türen aussieht. Sie erklärt, warum die Verweigerung von Therapie manchmal die einzige Möglichkeit ist, Autonomie auszudrücken. Und sie zeigt, wie sie trotz aller Reglementierungen ein betätigungsorientiertes Konzept entwickelt hat, das auf Eigenverantwortung und selbstbestimmte Entscheidungen setzt.
Wir sprechen über:
Die Unterschiede zwischen Strafvollzug und Maßregelvollzug
Das Leben im hochgesicherten Setting: Regeln, Grenzen, Zeit
Ergotherapeutische Angebote: von Holzwerkstatt bis Frustrationstoleranzgruppe
Den Spagat zwischen Sicherheit und Selbstbestimmung
Erfolgsgeschichten und die Frage: Wie realistisch ist die Wiedereingliederung?
Andrea's persönlichen Umgang mit herausforderndem Verhalten
Eine Folge, die nachdenklich macht, Vorurteile hinterfragt und zeigt: Hinter jedem dieser jungen Menschen steckt Potenzial - wenn man nur genau hinschaut.
Weiterführende Links
Andrea Weirauch's Fachartikel: "Mit zeitgemäßen Angeboten eigenverantwortliche Entscheidungen ermöglichen - Ergotherapie im Jugendmaßregelvollzug" Zeitschrift: Ergotherapie und Rehabilitation, 63. Jg., 2024, Nr. 6, S. 24-29 https://doi.org/10.2443/skv-s-2024-51020240603
Pressemitteilung DVE: "Maßregelvollzug: so sieht der Alltag psychisch kranker Straftäter:innen aus https://www.presseportal.de/pm/106910/5566115
LVR - Landschaftsverband Rheinland: Was ist Maßregelvollzug?https://www.lvr.de/de/nav_main/kliniken/maregelvollzug/wasistmaregelvollzug/wasistmaregelvollzug_1.jsp
BApK - Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen https://www.bapk.de/massregelvollzug.html
forensik.de - Zentrales Informationsportal für den Maßregelvollzug
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