ERF Plus - Bibel heute

Recht und Freiheit eines Apostels (3)


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Traumurlaub! Welch ein schönes Wort! Es weckt in mir die Sehnsucht nach frei-sein und nach nichts-tun, nach genießen.– So ist es aber leider nicht. Ganz im Gegenteil! Wenn jemand Christ wird, wenn er sich also für ein Leben mit Jesus entscheidet, ist er meist sehr glücklich. Er weiß, dass er nun ein Ziel hat, eine Heimat im Himmel, und die möchte er erreichen. Er muss nur noch die Strecke dahin zurücklegen. „Das werde ich schon schaffen“, denkt er sich, „Jesus hilft mir ja“.

Aber der Weg ist gar nicht so einfach. Da gibt es plötzlich viele Stolperstellen, Tretminen und Fallgruben, die sein Christenleben mühsam machen. Nicht selten wird er für seinen Glauben verspottet, beleidigt oder ausgegrenzt. Das Leben des Christen ist eben keine Traumreise, sondern eher eine Kampfbahn.

Leben als Christ

Genau dieses Bild gebraucht Paulus, um die Ernsthaftigkeit des christlichen Lebens zu beschreiben. In Korinth gab es ein großes Stadion und jeder kannte die Dinge des Sports. Neben anderen Wettbewerben fanden dort auch Wettläufe statt. Bei einem Rennen laufen viele. Jeder weiß, nur der Beste bekommt den Siegespreis. Das war damals ein aus Zweigen geflochtener Kranz. Eine große Ehrung für den Sieger!

Das Christsein findet sozusagen in einer Kampfbahn statt, das ist die Laufbahn unseres Lebens. Es gibt ein großartiges Ziel: Die ewige Herrlichkeit bei Gott und Jesus Christus, wo es kein Leid und keinen Tod mehr gibt. Wo Friede und Gerechtigkeit zu Hause sind. Wo man keinen Schmerz mehr kennt. Wo wir in Gottes Liebe auf ewig geborgen sein werden. Der Gläubige weiß, dass sich dieser Lauf lohnt, auch wenn er anstrengend werden kann.

Alle Christen laufen in der Rennbahn. Nun schreibt Paulus: Jeder Christ soll so laufen, dass er den ersten Preis erlangt. Wir denken sofort: Den kann doch nur einer empfangen!? Nein, jeder Nachfolger Jesu soll mit Entschlossenheit und Zielstrebigkeit so auf den Siegespreis hinlaufen, als wolle er ihn gewinnen. Alle Gläubigen sollen Gewinner sein!

Bei Gott kommt es nämlich nicht auf die schnellste Zeit an, sondern auf die Ernsthaftigkeit und den Willen zum Durchhalten in der Kampfbahn des Glaubens. Ein halbherziger Lauf geht gar nicht.

Trainieren für das Leben als Christ

Ein guter Läufer bereitet sich vor. Er trainiert seinen Körper und ernährt sich nach einem nützlichen Speiseplan. Er besorgt sich gute Schuhe, legt beim Laufen alles ab, was unnötiges Gewicht bedeutet. Er verzichtet auf Alkohol und ein ausschweifendes Leben. Der Läufer wird am Vorabend keine Party feiern. Er will topfit sein und natürlich ausgeschlafen! Das geht nur, wenn er sich selbst diszipliniert. Er legt sich selber Einschränkungen auf, wenn sie helfen, sein Ziel zu erreichen.

Diesen Aspekt der Selbstbeherrschung greift Paulus nun in dem Bild von der Laufbahn auf.

Christen sollen sich selbst bezwingen und beherrschen. Der natürliche Mensch sucht gern den Weg des geringsten Widerstandes. Der beherrschte Christ jedoch befiehlt seinem eigenen Körper, zu gehorchen. Er wird alles ablegen, was ihn belastet. Das kann eigene Sünde oder ein schlechtes Gewissen sein. Oder ein Mangel an Bereitschaft, anderen zu vergeben und vieles mehr. Christen, die sich nicht selbst beherrschen können, werden jeder Versuchung nachgeben, stolpern und hinfallen. Natürlich können sie wieder aufstehen, Gott um Verzeihung bitten und weiterlaufen. Aber wenn sich dasselbe bei der nächsten Versuchung wiederholt, sollte der Christ darüber nachdenken, ob er die Versuchung beherrscht oder die Versuchung ihn.

Die Welt um uns herum ballert uns zu mit unendlich vielen Angeboten. Mit Vergnügungen, Kaufanreizen und unendlich vielen Verlockungen. Auch die Ablenkung durch soziale Medien und das Fernsehen ist groß. Wenn wir allem nachgeben, werden wir das Ziel unserer Laufbahn nicht erreichen. Die Frage ist: Was fesselt meinen Blick? Wem gehören meine Gedanken zuerst? Sehe ich im Alltag noch das große Ziel, das ich erreichen will? Wenn ich das Ziel nicht im Auge habe, bin ich verloren. Ich verirre mich in dieser Welt.

Das Ziel im Blick

Ein interessantes Beispiel liefert uns eine der weltbesten Schwimmerinnen namens Florence Chadwick. 1952 versuchte sie im Alter von 34 Jahren als erste Frau der Welt die Strecke von der Insel Catalina bis zum Festland zu durchschwimmen Die Insel liegt 34 km westlich von Kalifornien. Das kalte Wasser setzte ihr sehr zu, aber das andere Problem war ein dichter Nebel. Florence Chadwick konnte das Ziel nicht sehen und gab schließlich auf. Dabei war sie nur noch eine halbe Meile vom Festland entfernt. Wie tragisch! Alle Vorbereitung und ihre Anstrengung waren vergeblich. Zu ihrer Ehrenrettung sei gesagt, dass sie kurze Zeit später den Versuch erfolgreich wiederholte und dabei sogar einen neuen Rekord aufstellte. Aber eins lerne ich daraus: Wenn ich mein Ziel nicht mehr sehe, wenn ich es aus den Augen verliere, kann ich meinen Lauf nicht gewinnen.

Im Hebräerbrief heißt es: „Lasset uns aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens (Hebr.12,2).“ Jesus ist mein Ziel. Ich bin dafür verantwortlich, wohin meine Augen, Ohren und Gedanken schon am Morgen hinwandern. Ich kann im Gebet meine inneren Augen auf Gott ausrichten und ihn um Führung bitten. Wenn ich dazu noch ein Wort Gottes aus der Bibel lese, kann Gott mir einen hilfreichen Impuls geben.

Wir müssen also Entscheidungen treffen. Will ich wirklich für Gott leben? – Soll sein Wille tatsächlich in meinem Leben geschehen? – Was sind die Dinge, die mich von Gottes Weg abhalten? – Wie gehe ich mit meiner Zeit und mit meinem Geld um?

Ich wünsche Ihnen den Mut, diese Fragen an sich selbst zu stellen und die Konsequenzen zu ziehen. Weniger kann mehr sein. Verlieren Sie nie den Blick auf das Ziel, auf Jesus! Nur von ihm kriegen Sie Durchhaltevermögen.

Autor: Pastor i. R. Wilfried Gundlach

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